Politik

Tagesgedanken: Corona und die philosophische Praxis – ein persönliches Wort

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Weil Sonntag ist – mal ein paar persönliche Worte. Manche Leute suchen hier Großphilosophen – dabei steht extra „Eifelphilosoph“ drüber. Ich hatte das Angebot, eine Doktorarbeit zu schreiben und im akademischen Leben aufzugehen – ich habe es bewusst abgelehnt, weil ich im Rahmen der philosophischen Schwerpunkte einen für mich entdeckte, der mir besonders gefiel: den philosophischen Praktiker. Anders als Großstadtphilosophen macht er nicht mit verkorkter Sprache aus zehn alten Büchern ein neues elftes, sondern geht – wie ursprünlich im alten Griechenland – zu den Menschen und fördert dort die Kunst der Erörterung und Selbsterkenntnis … unter Verzicht auf jede pseudophilosophische Kunstsprache mit Lateinversatzstücken. Gerd Achenbach war der Vorreiter dieser Bewegung, mit der man kein Geld verdienen kann – außer man heißt Gerd Achenbach. Für mich der Grund, erstmal Lebenserfahrung in der Wirtschaft zu sammeln anstatt noch mehr Fachartikel zu schreiben.
Philosophische Praxis bringt Philosophie zu den Menschen, also: Liebe zur Weisheit. Ja: Weisheit, nicht Wahrheit. Sie fördert die Lust am Blick über den Tellerrand, den Blick für möglich große Zusammenhänge, die man am Besten selbst erschließt und sich selbst da einordnet.
Was heißt das nun in Corona-Zeiten? Nun – hier den Überblick zu waren, ist schwierig, weil schon die Frage nach der Existenz des Virus kontrovers diskutiert werden kann – und die Mühlen der medizinischen Wissenschaft malen langsam … aus gutem Grund: nur so kann man Irrtümer minimieren. Eine Regierung muss aber auf potentielle Gefahren reagieren – dafür wird sie bezahlt. Das Risiko, da falsch zu liegen, ist enorm – auch das darf man berücksichtigen.
Das eine Pandemie zu einem Zusammenbruch der ganzen Zivilisation führen kann – mal wieder – ist auch bekannt. Ist war immer sicher, dass sie irgendwann kommen wird, gerade wegen der Reiselust der Menschen. Man sieht also: bis zu diesem Punkt kann man noch ziemlich entspannt sein, darf aber darauf gefasst sein, dass man seine eigenen konkreten Interessen stärker zur Sprache bringen muss – als selbständiger Musiker zum Beispiel, der durch staatlichen Befehl wirtschaftlich vernichtet wird – obwohl er gar keinen Virus hat. Hier ist ein wichtiger Ansatzpunkt für Klage und Beschwerde … aber Demonstrationen gegen die Existenz eines Virus waren da etwas zu weit gegriffen. Genauso gut könne man gegen die Existenz des Todes demonstrieren, weil man selbst noch nie tot war – das haben Satiriker dann auch letztes Jahr treffend dargestellt.
Ein Jahr später sieht die Situation noch extremer aus. Zwar sind einige wenige Grundrechte eingeschränkt – wie auch beim Thema „Rettungsgasse auf der Autobahn“ – aber das Recht auf körperliche Unversehrheit wird angegriffen: und darum geht es bei dem Widerstand gegen die „Impfung“. Wo ein Staat dieses Recht verletzt – das tut er immer aus „guten Gründen“, auch zu NS-Zeiten – darf auf die Barrikaden gegangen werden, denn es ist ein absolut wichtiges Recht, das uns elementar schützt. Löcher in Bürger machen muss verboten bleiben – Punkt. Sicher haben auch die anderen ein Recht, vor Infektion geschützt zu werden – aber nicht um den Preis der Vernichtung von Grundrechten. Gibt auch genug Wege, sich selbst zu schützen.
Und wo das Virus noch eine mögliche Gefährdung darstellt, ist die Impfung eine reale Bedrohung – wie wachsende Zahlen von Impfschäden zeigen. Zudem ist die sachliche Diskussion um Impfungen kaum noch möglich: zu groß der Druck von Spaßgesellschaft, Wirtschaft und Politik auf das Thema, das Drama “ Guter Staat hilft armen Bürger gegen bösen Virus mit super Impfstoff“ hat eine solche Gewalt erlangt, dass für Weisheit kein Raum mehr ist.
Und was Fakt bleibt: wir haben keinerlei Erfahrung im Umgang mit mRNA-Impfstoffen, die Ergebnisse von Tierversuchen waren bislang wenig beglückend: es ist also das verdammte Recht eines jeden Einzelnen zu sagen: ich warte damit 10 Jahre, bis die Datenlage klar ist und die Beobachtungen zu Nebenwirkungen systematisch erfasst und erklärt wurden. Und es ist die verdammte Pflicht der gesamten bundesdeutschen Gemeinschaft, dieses Recht des Einzelnen zu respektieren – bevor es Norm wird, dass körperliche Unversehrheit nicht mehr so wichtig ist.
Und wir können hier auch gar nicht genug Nazi-Vergleiche ziehen – aus einem guten Grund: gerade in diesem Land wurde Faschismus zur Vernichtungsmaschine – und wir wissen immer noch nicht genau, warum die USA sich dagegen wehren konnten – Deutschland aber nicht. Und wo er einmal wuchs … da kann der Schoß immer noch fruchtbar sein.
Generell gilt hier: Zeiten wie diesen fordern gerade unseren Gemeinsinn extrem – und da darf man eigene Geltungsssucht mit immer neuen finsteren Enthüllungen auch gerne mal zurückfahren. Die Wahrheit wird irgendwann ans Licht kommen, aber jetzt gerade ist Panik und Hysterie der größte Feind der Gemeinschaft – und ich fürchte, auf Weisheit in Regierungsämtern wird man nicht groß hoffen können – aber auf die Weisheit der „einfachen Leute“ … der ich persönlich mehr traue als der „Wissenschaft“. Das man die kaufen kann, habe ich beruflich oft genug erlebt: da kann mir keiner was vormachen. Und es ist ja gerade Sinn einer Demokratie, dass die einfachen Leute ihr politische Leben selbst bestimmen – und deshalb bin ich auch lieber unter „einfachen Leuten“ – die wissen den Wert von Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Nächstenliebe noch zu schätzen. Schrottige Anlagepapiere kann man so nicht verkaufen, das stimmt – auch keine Autobahnmaut oder Cum-Ex-Mist. Aber für ein glückliches Leben reicht das völlig aus – auch für das Funktionieren eine konstruktiven bürgerlichen Gemeinschaft.
Oder irre ich da völlig?


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