Politik

Kapitalismus am Ende: Massentötung beschlossen, Kannibalismus angedacht

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Sonntag, 15.9.2019. Eifel. Was machen wir eigentlich, wenn sich die Wirtschaft aus dem Staat zurückzieht? Einfach, weil „Staat“ nicht genug Rendite bringt? Fremdartige Frage, oder? Wir sind gar nicht mehr gewöhnt, solche Fragen zu stellen. Wir können auch fragen: was machen wir, wenn „die Wirtschaft“ sich aus der Gesellschaft zurückzieht – um es ganz klar auf den Punkt zu bringen, denn Staat: das sind in erster Linie wir alle – auch wenn weder wir noch unsere Regierung das wahrhaben will.

Wir brauchen auch nicht lange auf die Antwort zu dieser Frage warten: die Wirtschaft hat sich gerade mit einem großen Paukenschlag aus der Gesellschaft verabschiedet – Sie werden es in den Nachrichten mitbekommen haben: die großen Pharmafirmen verabschieden sich völlig aus der Antibiotikaforschung – und die kleinen haben nicht das Geld dafür, Präparate zur Marktreife zu bringen (siehe Tagesschau). Die Begrüdung der Konzerne ist einfach: es bringt nicht genug Rendite. Nun darf man sich ein wenig in die Materie einarbeiten, um zu verstehen, was diese Entscheidung bedeutet – und ich fürchte, viele haben das noch nicht verstanden, obwohl die Tagesschau ausdrücklich auf diese Gefahr hinweist.

Seit der Einführung des ersten Antibiotikums (Penicilin) und seiner unüberlegten und massenhaften Anwendung (auch bei Tieren, wodurch wir schon Antibiotika im Trinkwasser haben – siehe Handelsblatt – wobei gesagt werden muss, dass unser Trinkwasser oft besser ist als teure Blubberwässer – siehe Test) haben wir ein Problem: die Natur schlägt zurück. Die Bakterien entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika, weshalb wir neue erfinden mussten. Das war ja auch lange ein gutes Geschäft für die Industrie: nach ein paar Jahren waren die einst neuen Substanzen nicht mehr so wirksam – neue Waffen mussten an die Front. Auch die kamen bei der Tierzüchtung in Massen zum Einsatz (dafür waren sie nie gedacht – aber egal, war gut für die Rendite).

Nun – Jahre lang lief das ganz gut: bis jetzt. Dabei hatten sich erst vor 3 Jahren noch einhundert Pharmafirmen zusammengeschlossen, um der Bedrohung durch resistenze Keime Herr zu werden. Doch jetzt – ist keine Firma mehr da. Keine einzige. Wirkstoffe gibt es wohl noch (siehe das Schicksal der kleinen Firma Achaogen – siehe Tagesschau) aber die werden nicht bis zur Marktreife entwickelt. Was ist mich frage: wer hat eigentlich jetzt – nach dem Konkurs – die Patente für diese Superantibiotika von Achaogen? Denn immerhin: auch wenn sich diese Stoffe für die breite Masse nicht lohnen, so können doch jene Menschen, die ein eigenes Raumfahrtprogramm finanzieren können, auch die Herrstellung von Superantibiotika finanzieren – jedoch nur für einen kleinen Kreis als Notfallpräparate.

Gruselige Gedanken?

Es gibt zu dem Thema viel Resonanz im Netz – was nicht wundern sollte. Auch jenseits spezieller Deutungen der Georgia Guide Stones (siehe Wikipedia) wird klar, dass viele der Meinung sind, es gäbe zu viele Menschen auf der Erde – und nicht nur das: der Mensch ist auch noch schlecht. Es gibt eine breite Front gegen die Menschheit, in der sich Scientologen, Veganer, Tierschützer, Esoteriker, Politiker, Konzernchefs, Wissenschaftler und Superreiche einreihen und die Meinung pflegen: der Mensch sei schlecht (außer denjenigen selbst natürlich). Sogar als Krankheit für die Erde wurde er schon bezeichnet (siehe morgenpost) – aber hier kommen wir ja wieder in den Bereich des verbotenen Denkens, der „Verschwörungstheorie“ – jenes Schlagwort, dass alle Ideen in den Orkus des Verderbens verbannt, die auch nur im Geringsten andeuten, dass die Mächtigen dieser Erde etwas anderes als nur das Gute, Reine, Edle im Schilde führen. In einem solchen Klima wird es viele Menschen geben, die die Entscheidung der Konzerne still begrüßen.

Die Tagesschau berichtet von 30000 Toten im Jahr in Europa, die den Superkeimen zum Opfer fallen: bleibt die Menschheit ohne jene Antibiotika, wird die Todesursache Krebs von der Todesursache Keime bis 2050 überholt werden: Zustände wie im Mittelalter, wo Epedemien ganze Landstriche auslöschten, werden wieder denkbar – erst recht, weil wir duch Dauerurlauberei jeden noch so irren Keim aus den letzten Ecken der Erde nach Europa holen.

Unglaublich, oder? Da verurteilen die reichsten Konzerne der Welt 10 Millionen Menschen zum Tode, weil lebensretttende Maßnahmen nicht mehr genug Profit einbringen.

Ich hoffe, Ihnen ist klar, was das bedeutet?

Nun – das ist der Startschuss zur Abwicklung der demokratischen Zivilgesellschaft, deren Überleben den Superreichen und ihren Bütteln zuviel kostet. Es war absehbar, dass die Realwirtschaft – also: wir Menschen und unsere elendigen Versorgungsbedürfnisse – irgendwann mal lästig werden würden, so lästig wie die Insassen der Konzentrationslager ihren Verwaltern wurden. Eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösung wäre: es gäbe diese Menschen gar nicht, die mit viel Aufwand versorgt werden müssten, die unendlich viel Geld kosten, das sich doch auf den Finanzmärkten so wunderbar von selbst vermehren könnte – während die Rendite bei der Lebensrettung ziemlich bescheiden ausfällt. Manchmal muss man sogar draufzahlen.

Darum „entkoppeln“ sich die Finanzmärkte von der Realwirtschaft – die bringt einfach zu wenig. Solche Aussagen findet man nicht in sozialistischen Kampfblättern sondern in seriösen konservativen deutschen Wirtschaftszeitungen wie Wiwo, wo der Textchef schon 2013 die Entwicklung beschrieb (siehe Wiwo) die Heute zur Antibiotikakatastrophe geführt hat.

Der Hintergrund ist relativ einfach zu verstehen: damit noch ordentlich Rendite in Realwirtschaft gemacht werden kann, muss die Politik Zwangsmaßnahmen ergreifen, um die Geld- und Habgier der Anleger (wie sie so fein genannt werden im Krieg der Worte – dabei sind sie eher Faulpelze und Parasiten) zu befriedigen. Brauchen wir ein paar Beispiele dafür? Gut.

Nehmen wir die Dieselautos. Kurz vorher noch als umweltfreundlichstes Auto der Welt gepriesen (unter anderem mit großem Werbeaufwand in den USA, wo kaum Diesel fuhren), war er auf einmal des Teufels. Von heute auf morgen war er böse: und das eröffnete vielen ein gigantisches Geschäft. Schauen Sie mal, wo die überall fahren, diese Diesel (siehe Focus): in ganz Europa konnte man mit deutschen Diesel gute Geschäfte machen, weil Millionen deutsche Autofahrer fürchten mussten, nächste Woche nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können, dann gekündigt zu werden und der Horrormühle Hartz IV anheim zu fallen, wo man nach einem Jahr zum Hilfsarbeiter degradiert wird – allen Doktortiteln zum trotz. Wer da schlau war, hat auf Export gesetzt: hier Diesel günstig eingekauft und dann mit Milliardengewinnen im Ausland verkauft. Gezahlt hat das – der kleine Mann. Also: Sie.

Weil das noch nicht reicht, gibt es jetzt die Automaut für alle (siehe Focus). Für Straßen und Autobahnen, die wir schon längst mehrfach bezahlt haben, dürfen wir jetzt noch mehr bezahlen. Das geschieht, sobald der Kapitalismus keine ausreichende Rendite mehr findet: dann muss mit Staatsgewalt Rendite geschaffen werden. Und glauben Sie mal nicht, dass die Steuergelder einfach nur so dann der Allgemeinheit zugute kommen: von dem Geld sichern sich die Großfürsten in der Bundespolitik ihre persönliche Entourage, da werden Aufträge an Firmen erteilt, üppige Beraterhonorare gezahlt (siehe Focus – Frau von der Leyen zahlt da schon mal für 7 Monate 200 000 Euro an „Berater“ – an mehrere. Was soll´s: ist ja nicht ihr Geld. Aber so wird man überraschend Königin von Europa).

Ach ja: Diesel. Da ist jetzt auch dem letzten aufgefallen, dass der Feldzug gegen Diesel im Prinzip auch gegen Ölheizungen geführt werden muss: immerhin verbrennen die denselben Stoff. Riesengeschäft für Konzerne: Ölheizungen sollen verboten werden (siehe FAZ). Im sterbenden Kapitalismus hat der Staat nur noch eine Aufgabe: mit Staatsgewalt neue Renditemöglichkeiten zu schaffen – auch durch die Körper der Bürger.

Ja – was ist denn die Impfflicht anderes als ein großes Geschenk an die Pharmaindustrie? Und was machen wir eigentlich, wenn die neben der Antibiotikaforschung auch noch die Impfforschung einstellen? Oder mit ihrem ganzen Kapital nur noch an den Finanzmärkten spekulieren? Nun – solange der Staat die Impferei bezahlt, ist ja alles gut. Nachdem der Staat die Organe seiner Bürger per Gesetz zum Staatseigentum erklärt hat – es sei denn, man hat die Möglichkeit, laut und deutlich zu widersprechen … unter Zeugen … – wurden auch die Pauschalen für die Krankenhäuser erhöht, damit auch reichlich Organe verpflanzt werden (siehe Bundesgesundheitsministerium) … und so ein renditefreundlicher Markt entsteht.  Viele, die sich ihre Leber durch Suff versaut oder die Herzkranzgefäße durch fettiges Essen und Rauchen verstopft haben, haben nun die Chance auf völlig neue Organe, so dass die Völlerei weitergehen kann – auf Kosten von Menschenleben, die durch die einzigartige Diagnose „Hirntod“ (also nur teilweise tot) Ware wurden. Wie fragwürdig die recht beliebig auslegbare Diagnose sein kann, kann man einem Artikel der Frankfurter Rundschau entnehmen (siehe FR), verantwortungsbewusste Politik sehe anders aus.

Prima, oder?

Was machen wir eigentlich, wenn die Mineralölfirmen beschließen, kein Öl mehr nach Deutschland oder Europa zu liefern – weil es sich nicht mehr lohnt? Lachen Sie nicht: die Firmen haben sich schon mal verabschiedet, weil es hier Arbeitsschutzgesetze, Gewerkschaften und Anstand gab – sowas mag der Raubtierkapitalismus nicht. Nun – das wurde ja auch alles ausgehölt und wir haben einen großen Teil unserer Bevölkerung dafür abgestellt, Sklavenarbeit für „die Wirtschaft“ zu machen: als entrechtete Niedriglöhner, von denen es immer mehr gibt (siehe Focus). Warum kostbares saudisches Öl nach Sachsen liefern, wenn es in Texas viel mehr Dollar dafür gibt? Und durch die Niedrigzinspolitik – die als einzige das marode System noch schützen kann – wird der Euro langfristig immer weniger Wert. Wer noch genug Geld hat zu sparen, wird dadurch auch noch nebenbei enteignet.

Wussten Sie schon, dass die Schweiz nun ihre Züge hier reparieren läßt – weil wir offiziell Billiglohnland geworden sind (siehe Tagesschau). Über der Schweiz lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt. Ja – wir sind hier krasser, weil wir Frontland sind im Kampf gegen den Bürger, weil wir europäische Führungsnation sind, die alles sofort umsetzt, was die Märkte für sinnvoll erachten. Und das kostet uns einiges.

Können Sie sich noch an Franz-Josef-Strauß erinnern? Wahlkampf in den siebziger Jahren? Was hat der über die Sozis geschimpft: die könnten nicht mit Geld umgehen. 1975 hatten wir eine Staatsverschuldung von 130 Milliarden Euro. 1982 – 1998 regierte die CDU unangefochten, 1995 hatten wir schon 1000 Milliarden Euro Schulden. 2005 übernahm Angela Merkel das Ruder mit 1500 Milliarden Euro Schulden und fügte in nur fünf Jahren nochmal 500 Milliarden oben drauf – mehr als Kohl zwischen 1990 und 1995 geschafft hatte (siehe Statista).

Das Geld ist natürlich nicht weg – es ist nur woanders. Unsere Staatsschulden sind die Rendite der Wirtschaft. Eine endlose Reihe irrsinniger Projekte – und gleichzeitig eine endlose Reihe von Zahlungen an die „Investoren“ – bis nichts mehr geht.

Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Man kann noch ein wenig Geld mit Diesellügen, Organorgien und Co2-Steuer machen – das war es dann aber auch. Magnus Söderlund, ein Schwede, Lehrstuhlinhaber eines der renommiertesten Institute Schwedens, das international bestens vernetzt ist, brachte unlängst im schwedischen Privatfernsehen eine neue Idee ein: wir könnten doch auch das Fleisch der Toten essen (siehe TV 4): auf  der Suche nach Rendite werden die letzten Möglichkeiten ausgeschöpft.

Und wenn die nicht mehr reichen?

Nun – was dann passiert, haben die Pharmariesen vorgemacht: wir machen den Laden einfach dicht. Niemand verdient mehr genug (was ja sehr relativ ist) an der Versorgung von 500 Millionen Europäern, die nur Endverbraucher sind, aber sonst keinerlei Nutzen mehr haben. Schon das Wort „Endverbraucher“ schreit ja geradezu nach einer „Endlösung“.

Mindestens 10 Millionen Menschen kostet diese Entscheidung der Wirtschaft das Leben. Und wenn hier die Tankstellen zugemacht werden, weil niemand mehr Öl nach Europa liefern möchte und der Haufen zerstrittener Kleinstaaten keine Bedeutung mehr auf den Märkten hat, dann werden auch die Letzten merken, dass die fetten Jahre vorbei sind.

Sie sehen also: die Überschrift zu diesen Gedanken war mal wieder reisserisch, aber zu verantworten.

Und was jetzt zu tun ist? Nun – viel, wenn wir überleben wollen … und nicht damit zufrieden sind, in Zukunft nur noch Ware (oder „Fleisch“) zu sein. Was zu tun ist, das gab das Wirtschaftsmagazin Wiso schon in dem oben zitierten Artikel vor: wir müssen die Systemfrage stellen. Aber wer das macht – wer Wörter wie Kommunismus und Sozialismus in den Mund nimmt – darf sich in diesem Land sicher sein, gerade von denen am meisten Gegenwind zu bekommen, die ihren Diesel verramscht haben, mit seltsamen Substanzen gespritzt werden, deren Organe nun Staatseigentum snd, die ständig weniger Lohn für ständig mehr Arbeit bekommen und dafür keine Rente mehr erhalten.

Darum wohl werden die Anstößte zur Systemdebatte aus dem konservativen Wirtschaftsraum ungehört bleiben – und wir eine Zukunft bekommen, in der der Tod wieder Erlösung bedeutet.

 

 



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