Alltagsterror

Neulich im Relotius-Kinderplanschbecken … „Ich will dir fressähn!“

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(pixabay/CCo)

„Ich bin „Generation Merkel“ – und das ist auch gut so!“, kann man in Bento, dem lauwarm-versifften Planschbecken für Spiegelkinder lesen (siehe bento). Das Bento-Kind, von dem nachfolgender Brief an die Bundeskanzlerin stammt, hat bereits so viel Benko getrunken, dass es sich jetzt groß und stark genug fühlt um auch Leistungsträger zu spielen.

Deutscher Bundestag

z.Hd. Frau Dr. Angela Merkel
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 (0)30 227 0

Hallo Angela,

ich darf Angela zu Dir sagen?

Schließlich ist man unter Freunden der Revolution per Du.

Auch wenn Du hierzulande keinen Umsturz und bestimmt nicht erleben willst, dass irgendeiner in irgendeiner Pinte nach dem 10. Glas Schnaps auf die Idee kommt, sich selbst zum Bundeskanzler zu ernennen, so bist Du aber – wenn ich richtig informiert worden bin – doch gerne dazu bereit, Juan Guaidó als „selbsternannten“ Präsidenten anzuerkennen.

Also ehrlich, ich finde das so was von toll zu erfahren, dass Du jeden anerkennst, der sich selbst zum Präsidenten eines südamerikanischen Landes ausruft, ohne dass er von irgendwem gewählt worden ist, abgesehen von irgendwelchen Geheimdienstkreisen, von denen er für diese Mission ausgewählt worden ist.

Also, ich würde auch gerne mal Präsident werden, Kanzler reicht mir aber auch schon. Hauptsache die Kohle stimmt. Mir ist im Grunde auch egal, welches Land mir von unseren US-amerikanischen Freunden und Fachleuten für weltweite Regime-Change-Einsätze überschrieben wird. Bitte teile mit, was ich tun muss, damit ich wie dieser Don Juan ohne Wahlen durch das Volk so eine schöne Blitzkarriere hinlegen kann.

Schließlich bist Du ja vom Fach, weil Du damals in der DDR auch sehr fragwürdige Kontakte zur gehabt haben sollst, von denen Du jetzt natürlich nicht mehr reden willst. Wegen dieser Kontakte durftest Du damals auch in Moskau studieren, und nach dem Mauerfall warst Du ganz schnell ganz oben, obwohl Du als Physiklaborantin vom sozialen Leben null Ahnung hattest.

Ich bin aus dem gleichen Holz geschnitzt, denn auch ich bin gerne in der Opposition zu jedem, der vom Volk gewählt worden ist, wenn mir das nur hilft, endlich einmal der Chef von einem Land werden zu dürfen. Gerne helfe ich dann auch beim Ausverkauf der Interessen des Landes, das ich als Marionette für die Interessen der Hochfinanz regieren soll (aber sage das bitte nicht weiter, das könnte mich voll unbeliebt machen im Volk, und dann regnet es faule Tomaten wenn ich mich künftig an meine Untertanen wende).

Auch diskutiere ich dann gerne militärische Optionen, damit das Ausland Krieg gegen die Menschen führen kann, die mich nicht haben wollen. Da bin ich kein bisschen zimperlich, schließlich kann gelten Völkerrecht und Menschenrechte nur für unsere Kumpels.

Aber sorge bitte dafür, dass ich für diese Mission auch genügend Geld bekomme, und gute Presse wäre auch nicht schlecht.

Natürlich verteile ich für diesen Zweck auch gerne Hilfspakete, die offenbar keiner braucht. Wenn die Hilfspakete in Wahrheit Waffenlieferungen beinhalten sollten, damit der Terror und das Chaos ins Land gebracht werden kann, um meinen glorreichen Sieg zu unterstützen, dann wäre das natürlich auch ok.

Für diesen Fall will ich aber mindestens 10% Provision von dem Warenumsatz der Hilfspakete, aber bitte Netto gleich Brutto, wenn Du mich verstehst. Die Kreise, die mich fördern, kennen bestimmt ein paar Experten, die solcher Gelder diskret verwalten können. Und man weiß ja nie, ob die Sache nicht doch schief geht am Ende. Dann will ich mich irgendwo auf einer schönen Insel zur Ruhe setzen dürfen, ohne dass das Geld für Koks und andere Freuden ausgeht.

Da spreche ich durchaus aus Erfahrung. Ich wollte mich vor ein paar Jahren mal selbst zum Bademeister eines Freibads ernennen, aber da bekam ich vom Bademeister gleich einen Tritt in den Hintern und ein Hausverbot. Wenn meine Kumpels damals nicht besoffen in der Pinte hängen geblieben wären, dann wäre das anders ausgegangen. Aber seitdem bin ich vorsichtig.

Und noch eine Bitte: Wenn ich Präsident bin, dann will ich auch eine geile Braut haben, die Option auf ein Erbkönigtum erhalten und jeden vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen dürfen, der meine Hilfspakete nicht gleich mit Begeisterung annimmt.

Schließlich ist der Strafgerichtshof überall da zu stelle, wo sich irgendein lokaler Despot nicht nach den Vorgaben unserer amerikanischen Freunde richtet. Kontakte schaden schließlich dem, der sie nicht hat.

Natürlich kostet es ein wenig, genug Protestierer zu finanzieren, damit alle Welt glaubt, dass ohne mich nur das Chaos herrscht. Und die Agenten, die in Uniform vor der Kamera medienwirksam die Seiten wechseln, sind bestimmt auch nicht billig.

Aber wenn ich Zugriff auf die Reichtümer und Goldreserven des Landes habe, dann, das verspreche ich, dann soll sich das Geschäft für alle Investoren lohnen.

Da soll doch mal einer sagen, die NEW WORLD ORDER wäre nicht gut. Also, für Männer der Tat wie mich ist diese Ordnung einfach nur super.

Auf legalem Weg könnte ich nie so weit kommen, dafür bin ich einfach ein zu großes Arschloch. Aber sag das bitte nicht weiter.

 

Vielen Dank !

Dein

Sheldon Gwuper
aka Don Juan Doughnut

 


Ergänzung / Red.:
Liste der von US Geheimdiensten durchgeführten verdeckten Umstürze, jeweils gefolgt von einer Kaskade an Privatisierungen (von lat. privare = berauben) ehemals staatlichen Vermögens. Die „Skeptiker“ haben die Liste vor Kurzem auf Wikipedia gelöscht, frei nach ihrem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Ist aber im Internetarchiv noch einsehbar:

Covert United States foreign regime change actions – Wikipedia, the free encyclopedia

(pixabay/parkwaechter/creative commons)

Apropos Wikipedia: Eine der Trollratten, die im spinnwebversponnenen Keller der „freien Enzyklopädie“ jahrelang den Käse der Zivilgesellschaft aufgefressen hat, wurde nun dingfest gemacht. Rechercheure der Wiener Gruppe 42 konnten sie am Schwanz aus ihrem Loch ziehen und lassen sie nun im Sonnenlicht baumeln.

Im Schutze der Anonymität hat der nunmehr enttarnte Autor „Feliks“ mehrere tausend Wikipedia-Artikel manipuliert und dabei zahlreiche Politiker, Publizisten und Aktivisten, die sich kritisch zum Zeitgeschehen, insb. zu transatlantischer Politik geäußert hatten, diffamiert. In einem der wohl bedeutendsten modernen Medienprozesse hat das Landgericht Hamburg nun den Weg geebnet, um anonymen Denunziatoren aus den Netzwerken von Wikipedia und Psiram das Handwerk zu legen und diese persönlich zu verklagen (siehe Berichte in swprs: „Der Wikipedia-Prozess“ und connectiv.events: „Rufmörder können jetzt endlich dingfest gemacht werden“).

[artikel: gast / edit: parkwaechter]



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