Politik

Das Ende von Sozialstaat und Menschheit im heiligen Dienst an der Rendite der Elite

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Donnerstag. 6.12.2018. Eifel. Was für eine schöne, wunderbare Welt! Voller glücklicher, verzückter Menschen, denen an nichts anderen liegt, als beständig die Lebensqualität der Gemeinschaft zu erhöhen, Not und Leid immer weiter aus der Welt zu schaffen und sich voll und ganz dem Schönen, dem Edlen, dem Heiligen zwecks Erhebung der Seele zu widmen! Seltsame Sätze, oder? Es gab Zeiten, da wäre das wirklich eine Option gewesen, dass solche Sätze zurecht ausgesprochen werden. An diese Zeiten kann sich niemand mehr erinnern, das ist wohl inzwischen so. Aber was wäre das für eine Welt, wenn wir so denken würden? Wenn alle Medien sich darauf konzentrieren würden, die Welt schön und wunderbar erscheinen zu lassen – die ganze Welt, nicht nur die der Reichen und Schönen, die alles für sich besetzen wollen, was wirklich schön und wunderbar ist. Sicher: es käme viel Arbeit auf uns zu – schärfen wir unseren Blick für das Schöne und Wunderbare, fällt uns sofort die unglaubliche Häßlichkeit unserer Gegenwart auf, die kaum in den Medien thematisiert wird – zum Beispiel die absolute Häßlichkeit unserer Städte, die für zwei Drittel der Deutschen inzwischen Heimat geworden sind.

Ich war gestern in einer solchen Stadt – zum ersten Mal seit Jahren wieder zu Fuß unterwegs. Verwöhnt durch eine Wohnlage mitten in einem Nationalpark bin ich sicherlich vorbelastet, das mag erkären, warum eine Wanderung durch eine Stadt – die ich früher beruflich täglich unternehmen musste – so schockierend war – mir aber viel erklärte. Viele Menschen schotten sich ab gegen die Stadt – ganz offensichtlich. Sie tragen Kopfhörer und Kaputzenpullis – es fehlen nur noch Gasmasken. Wir regen uns auf über die Menschen, die ständig mit ihrem Smartphone durch die Gegend laufen, die Medien sind voller Witze über sie … aber niemand nimmt wahr, dass diese Bilder hier auf dem Land kaum zu beobachten sind. Schauen Sie ruhig mal vorbei, wandern Sie ein wenig an den Ufern unserer Seen und Flüsse, schlendern Sie durch die alten Dörfer mit Fachwerk und Heiligenfiguren, ruhen Sie auf Bänken mit Blick über sanfte Hügel und stille Wälder …. und beobachten Sie, was die Menschen dort machen: sie genießen eine schöne, wunderbare Welt! Sie ist schon da, muss nicht erst geschaffen werden: das erleichtert die vor uns liegende Arbeit enorm. Sie werden kaum – eigentlich: gar nicht – „Smombies“ sehen, die sich in ihrem Smartphone vor der Welt verstecken … verstecken müssen, um an der Häßlichkeit nicht zu Grunde zu gehen.

Ich kann mir vorstellen, dass man auch in sich selbst viel Schönes und Wunderbares trägt. Schauen Sie, wozu der Mensch fähig ist: welch´ wunderbare Symphonien er schreiben kann, welch´tiefgründige und heilsame Geschichten er zu erzählen vermag, wie er in Tanz und Rausch eins mit der Welt werden kann – mit jeder Faser seines Seins, wie er in Bild und Ton die Schönheit der Natur abbilden – und noch vertiefen kann, wie er seine Fürsorge sogar auf Tiere und Pflanzen ohne Hemmungen überträgt, wie er Gärten schaffen kann, die die Schönheit der Natur nachahmen, verfeinern und übertreffen: was brauchen wir schon ein Paradies, wo wir doch durch die Kraft unserer Arbeit und Kreativität unsere Umwelt jederzeit in ein Paradies verwandeln können? Stellen Sie sich diese Welt doch einmal bildlich vor: eine Welt, in der Sie täglich im Rausch der Sinne leben könnten, voller angenehmer Töne, wohliger Düfte, sanfter Eindrücke und prächtiger Bilder – wo Häuser auch Kunstwerke sind und ein Genuss für die Augen … was wäre das für eine Welt!

Aber was haben wir für eine Welt? Grauer, häßlicher Beton, der psychisch krank macht, an sich schon eine Form von optischer Gewalt ist, eine Häßlichkeit präsentiert, die sich seine Erfinder selbst als Wohnraum nie antun würden. Ein Krach und eine Hektik im Straßenverkehr, als lauerten die Tiefen der finstersten Höllen um die nächste Ecke. Ein Gestank nach Gift und Seuche, der unsere Altvorderen panisch hätte fliehen lassen, weil er nur den finsteren Odem düsterster Götter darstellen kann, die gekommen sind, die Menschheit zu fressen.

Man gewöhnt sich daran.

Ich denke mir manchmal: manche dieser jungen Menschen, die es in den Moloch Stadt verschlagen hat, kommen vielleicht noch von der kleinen Minderheit der Landbewohner, die noch artgerecht leben, und schotten sich mit Kopfhörern und Kaputzenpulli so weit es geht vor der Häßlichkeit der Massenmenschhaltung ab, die kaum weniger widerwärtig ist als die Massentierhaltung. Und diese Schutzhaltung prangern wir an – oft und an jeder Ecke. Die Ursachen dafür jedoch…werden nirgends erwähnt. Man klagt und jammert über „die Deutschen“, die doch so wenig Widerstand zeigen – schaut aber nicht darauf, woher die Lethargie, die Mutlosigkeit, die Kraftlosigkeit stammt: wir erwarten uns revolutionäre Taten von wandelnden Leichen! Machen Sie auch noch verantwortlich dafür, dass sie wandelnde Leichen sind – und fragen nicht mehr nach den Tätern, ihren Waffen und ihren Methoden noch nach ihren Absichten.

Wir Menschen sind sinnliche Wesen, unterscheiden uns darin von keinem Tier auf dem Planeten. Menschen leiden ebenso wie Hunde, Katzen, Pferde und Schafe wenn sie nicht artgerecht gehalten werden … aber das „Gift der Propaganda“ hat uns schon so eingelullt, dass wir gar nicht mehr in der Lage sind, einfachste Fakten zu realisieren. „Gift der Propaganda“? Nun – ein Wort dass man bei der bemerkenswerten Vivanne Forrester finden kann, die im letzten Jahrtausend die beiden Werke „Terror der Ökonomie“ und „Diktatur des Profits“ geschrieben hatte – Werke, die in 27 Sprachen übersetzt und von der deutschen Literaturkritik zerrissen wurden … dabei nahmen sie voraus, was für uns alle Alltag geworden ist. Ich zittiere mal aus so einem Verriss von 1997 (siehe Zeit):

„Mit teils gehörigem Zorn, teils ungehörigem Zynismus wettert die Essayistin gegen die dunklen Mächte des Großkapitals, die klammheimlich die Massen nicht mehr benötigter Arbeitnehmer ins Elend abschieben wollen. Auch die schlimmsten Diktaturphasen der Geschichte hätten die Menschheit weniger gefährdet als der ungehemmte Globalmarkt, mittels dessen die selbsternannten Eliten ihr einziges Lebensziel, den Profit, immer weiter und immer brutaler in die Höhe trieben. Denn erstmals in der Geschichte seien die Machthaber anders als die schlimmsten Despoten vor ihnen – auf das Gros der Menschen nicht mehr angewiesen. Reduziert auf ihren Ertragswert, würden viele Arbeiter „noch unterhalb des Niveaus von Maschinen“ angesiedelt.

Viviane Forresters Schlußfolgerung paßt zu ihrer sogenannten Analyse: „Nie zuvor war das Überleben der gesamten Menschheit derart bedroht.“

Frau Forrester starb 2013 – was sehr schade ist, würde man doch gerne nochmal ihre Stimme hören, wie sie uns an die Hand nimmt und durch die Propagandafluten begleitet, uns hinführt in ein Land, wo Milch und Honig fließen – jenem Land, dass wir in Zukunft im Miteiander so leicht gestalten könnte aber im alltäglichen Gegeneinander unmöglich werden lassen. Es lohnt sich, den Verriss der Zeit ganz zu lesen, der Autor ist außer sich – hat nur keine Argumente. Zutiefst verletzt ist das Weltbild des Nobelbürgers von der Offfenheit einer damals schon älteren Dame – dabei leidet er wie alle unter der Tatsache, dass kaum nennbare Eliten die ganze Welt in eine Anstalt zur Erhöhung ihrer Renditen umbauen. Wer Forrester gelesen hatte, verstand schnell, dass Hartz IV kommen würde – auch wenn es den volkstümlichen Namen dafür noch nicht gab.

Im Kabarett – zur lustigen Unterhaltung – hatte ein Künstler das schon mal auf den Punkt gebracht: die brauchen uns alle nicht mehr. Wir können froh und dankbar sein, dass wir noch nicht ins Gas geschickt werden, weil der Umbau aller Werte in den Sozialsystemen der Elite noch nicht vollständig erreicht worden ist. Noch ziert man sich, die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen, aber man bereitet sie Schritt für Schritt vor: es gibt de fakto keine andere Lösungmöglichkeit für das Überleben der Menschheit, als neun von zehn zu töten: das gebietet allein schon das Narrativ der menschengemachten Klimawandels – denn dieses Narrativ erklärt den Menschen zum Feind der Welt … und deshalb sehen wir den Menschen – mal Hand aufs Herz – doch schon gar nicht mehr als empfindungsfähiges, schützenwertes Wesen an, sondern als Parasiten, als Ballastexistenz, als Schädling … und folgen so in breiter Masse den Weltbildern der Elite.

Sie sind nun schockiert, oder? Wahrscheinlich gehören Sie auch zu jenen, die den SUV-Wahn verdammen, bei Diesel die Nase rümpfen und sich ihre vegane Jackfruit per Flugzeug zur Rettung der Welt von anderen Kontinenten einfliegen lassen (siehe FAZ), haben aber ganz vergessen, dass Kochfeuer jedes Jahr Millionen töten und durch CO2 die Umwelt in Gefahr bringen (siehe Spiegel). Wer kocht wie der Inder, vernichtet die Welt. Und die kochen nicht nur, die Inder, die haben auch Blähungen. Über Blähungen von Indern gibt es dankenswerterweise noch keine Studien wie die über Blähungen von Kühen, aber das Ergebnis im Rahmen der herrschenden Klima-Narrative ist schon jetzt klar: der muss weg, der Inder. Vor allem der Arme. Die Kühe müssen ja auch weg … nur essen dürfen wir die nicht, das wäre pfui. Aber weg sollten sie schon.

CO2-Emissionen steigen weltweit auf Rekordhoch, weitere Steigerungen werden erwartet (siehe Handelsblatt): es muss uns langsam klar werden, das wir den Kampf ums Klima verloren haben – einen Kampf, den sowieso niemand ernst nimmt, ein Gesang, der hauptsächlich angestimmt wird, um die Menschen gegeneinander auszuspielen: voller Stolz jagen wir gerade Dieselfahrer … obwohl es der Diesel ist, der die günstige Klimabilanz hat. Merkt aber keiner mehr, weil das Gift der Propaganda so stark geworden ist, dass es keine Alternativen mehr zuläßt. Wir sehen gerade am Dieselwahn wir irrational die Zeiten geworden sind, wieviel Hysterie und Panik das Denken beherrschen … und das der ungehemmte Globalmarkt die schlimmste Despotie von allen über die Menschheit hereinbringen wird – eine Despotie, die das Überleben der gesammten Menschheit bedroht … mehr als der Klimawandel.

Ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht ist eine ganz wichtige Frage: sie entscheidet darüber, ob wir Milliarden von Menschen auslöschen müssen oder nicht. Wie gesagt: selbst die kleinen Kochfeuer sind zu viel. Und dann wollen die alle auch noch essen…

Machen Sie sich da nichts vor: es wird Menschen geben, die die Aufgabe der Auslöschung der Armen gern und voller Überzeugung übernehmen werden: ganz normale Menschen, die sich der Größe und Tragweite der Aufgabe bewusst sind und die sie voller Stolz erfüllen werden, weil es um nichts geringes geht als um die Rettung der Welt! Deutschland 1933-1945 hat gezeigt, wozu Menschen fähig sind, wenn sie nur in der vollen Überzeugung handeln, dass zur Rettung der Welt große Taten nötig sind, für die man wahre Helden braucht, die in aller Stille unangenehme Dinge zum Wohle aller erledigen.  Das ist schon mal geschehen. Sie haben sich gefühlt wie die Besten und Größten – wir richtig gute Gutmenschen – nur leider angefüllt mit tödlichem Propagandagift, das ihnen die Sinne vernebelte.

Wieso ist eigentlich alles so fürchterlich schief gelaufen? Nun – es gibt viele Erklärungsmodelle dafür. Ich ziehe die radikaleren vor: es liegt einfach an unserem degeneriertem Wirtschaftssystem, am Renditewahn. Eine Firma sollte gute Produkte produzieren, die die Lebensqualität von Menschen verbessern … und nicht nur Mittel dafür sein, dass das eingesetzte Kapital genug Zinsen bringt. Letzteres ist überhaupt kein sinnvolles Ziel – außer für jene, die die Zinsen geschenkt bekommen. Im Zentrum dieses Wirtschaftssystems befindet sich … der Konzern, in Colin Crouches Werk „Postdemokratie“ (sehr lesenwert, ja, geradezu ein Muss um die Gegenwart zu verstehen) der zentrale Motor zur Zerstörung der demokratischen Strukturen – meist nur noch eine Zentrale mit vielen großen Konten, weit ab von den romantischen Vorstellungen einer „Firma“. Und dieser Konzern … könnte nur durch eine globale Weltregierung aufgehalten werden, Nationalstaaten sind ihm völlig hilflos ausgeliefert – wie die Cum-Cum -und Cum-Ex-Skandale mal wieder deutlich gezeigt haben … um nur ein kleines Beispiel zu nennen.

Mit den Konzernen haben wir etwas geschaffen, dass es noch nie auf der Welt gab: gigantische, seelenlose, psychopathische Monstren mit vielen menschlichen Dienern, Göttern gleich, die gierig den ganzen Planeten zerstören: geschaffen durch den Willen weniger, gehalten durch den starken Arm des Gesetzes und getragen durch die Arbeitskraft der Menschheit. Ja – es sind unsere Gesetze, die sie zu „Personen“ machen – Personen mit einer Machtfülle, wie sie einst Götter hatten. Und die gleichen Gesetze zwingen sie dazu, Psychopathen zu werden … und beschneiden die Macht eines jeden Menschen, der in ihnen arbeitet. Lesen Sie mal Joel Bakan dazu, „das Ende der Konzerne“ … nur ist das Ende leider nicht mehr absehbar.

Und jetzt sind Sie sicher völlig durcheinander, gilt es doch als sicher, dass gerade die „Bösen“ für die Globalisierung sind und die Guten den Nationalstaat behalten wollen, der einzig der Garant für die soziale Absicherung des Volkes sein kann. Ich erwähne jetzt nochmal das „Gift der Propaganda“ … dessen Wirkung Sie gerade jetzt in sich verspüren werden. Die Konzernwelt braucht den Nationalstaat, um seine Bewohner aussaugen zu können: das, wovor man sich bei Schreckensbildern wie „NWO“ fürchtet, findet schon seit Jahren statt – in jedem Land der Erde. Und wird jährlich schlimmer.

Ich verwirre Sie gerne noch weiter, denn eine Methode zur Vernichtung der Armen wird etwas sein, von dem die Armen gerade träumen: das bedingungslose Grundeinkommen – jetzt auch von führenden Milliardären des Silicon Valley gefordert (siehe FAZ), jenen Menschen, die mit Hochdruck daran arbeiten, in eigenen schwimmenden Städten mir ihresgleichen vor den Traumstränden der Welt zu leben und ihren „Geist“ in Maschinen transformieren zu können, während intelligente Maschinen die Arbeit (die Verwaltung … und Eliminierung der Massen) an Land erledigen. Das überrascht sehr, gilt doch das bedingungslose Grundeinkommen als einzige Hoffnung auf Zukunft: jeder bekommt 1500 Euro und kann leben wie ein König! Es könnte auch jeder 10000 Euro bekommen, das wäre den Herren des Geldes im Prinzip völlig egal – solange sie wie schon jetzt – die Preise diktieren dürfen. Schulbesuch der Kinder kostet dann eben 2 Millionen im Jahr, jeder Arztbesuch 100000, Straßenbahnticket 500 Euro. Ja – in der neuen Welt hat alles seinen Preis – und unterm Strich werden alle für ein bedinungsloses Grundeinkommen stimmen, dass … nebenbei … die Reichen noch reicher macht und die Armen völlig „dem Markt“ ausliefert – ausgestattet mit einem kleinen Taschengeld, das unterm Strich nur für junge, gesunde, egoistisch orientierte Menschen Gewinn bringt … aberletztlich dazu führen wird, dass die Armen auf die preisgünstigste Weise sterben werden: sie verhungern und erfrieren einfach, sterben früh an Krankheiten. Ist viel billiger als Gas und Lager. Was nämlich keiner erwähnt: der ganze Sozialstaat wird zugunsten dieses Grundeinkommens abgeschafft – und auch das normale menschliche Miteinander.

Nun sollte man sich nicht entmutigen lassen, sein Heil halt nicht in Formen suchen. Herrscht ein guter Geist in den Systemen, können Staaten, Grundeinkommen und sogar eine globale Regierung sehr nützliche, hilfreiche, positive Elemente sein. Herrscht aber ein niederer Geist in ihnen – können Sie Waffen gegen die Menschheit werden.

Und die ist ja – wenn wir der guten Frau Forrester folgen – gerade in Gefahr wie nie zuvor.

Durch „die Wirtschaft“ – wie der Feind der Menschheit neudeutsch verharmlosend genannt wird.

 

 



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