Ausland

Die Welt ein Fußballspiel? Ein Schachbrett? Oder ein Reigen?

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Am Sonntag war es klar. Frankreich besiegte Kroatien 4:2. Und das obwohl der 29-jährige Torschütze, der Russlands Ausscheiden aus dem Kampf für den Weltmeistertitel bewirkt hatte, den Sieg Kroatiens gegen Russland als Sieg der Ukraine gegen Russland hochstilisiert hatte. Der nationale Verband hat Vida und Teambetreuer Ognjen Vukojevic angehalten, künftig jegliche Aussagen zu unterlassen, die politisch interpretiert werden könnten. In einem Video hatte der Torschütze kurz nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Russland gejubelt: „Ehre für die Ukraine!“ Vukojevic ergänzte: „Das ist ein Sieg für Dynamo und für die Ukraine“ (Quelle: abendblatt.de). Umso größer war jetzt die Freude vieler Russen, dass Frankreich die WM in Moskau gewonnen hatte.

Doch ist die Welt nicht eher ein Schachbrett, wo die Geostrategen sehr genau jeden ihrer Züge führen? Der Politikwissenschaftler und frühere US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski analysierte in seinem Buch die derzeitige Situation: Schon damals sagte Brzezinski voraus: „Die Ukraine wird der Schlüssel sein, für Russlands Zukunft und den Frieden. Denn in der Ukraine entscheide sich, ob Russland sich nach Europa orientiert oder in imperiales Auftrumpfen zurückfällt.

Allein schon die Existenz einer unabhängigen Ukraine hilft, Russland zu verändern. Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein. Es kann zwar immer noch imperialen Status beanspruchen, würde dann aber in Konflikte mit den zentralasiatischen Staaten verwickelt. Auch China würde sich erneuter russischer Dominanz in Zentralasien entgegenstellen. Wenn Russland aber die Kontrolle über die Ukraine zurückgewinnt, wäre es wieder eine Imperialmacht.“ (Quelle: deutschlandfunk.de).

Und ganz zufällig sprach Jeffrey Sachs, der Harvard Wirtschaftsberater, der Osteuropa und Russland in den 90 Jahren beriet, 25 Jahre nach seinen eigenen Wirtschaftsreformen in Russland: Sachs: „In Russland hatten die geopolitischen Interessen der USA zerstörerische Folgen. Amerika und die ganze westliche Welt sind nicht konstruktiv mit Russland verfahren. Heute, 25 Jahre später, zahlen wir den Preis dafür.“ (Quelle: profil.at)

„Die Schocktherapie Gaidars“, die die russische Bevölkerung ins Inferno geführt hatte, war auf die Wirtschaftsreformen Gaidars, des russischen Ministerpräsidenten, dessen Berater Jeffrey Sachs war, zurückzuführen. Die Methode, dem verkrusteten stalinistischen Machtapparat durch eine Wirtschaftsradikalkur, ohne vorher die Gesetze, in deren Rahmen sich Wirtschaft abspielen darf, zu vernichten, wirkt auf den ersten Blick einleuchtend. Doch wie hätten die über Jahrzehnte von den stalinistischen Bonzen zur Staats Untergebenheit trainierten Menschen von heute auf morgen zu phantasievollen Wirtschaftlern werden können, wo die eigene Aktivität über Jahrzehnte ja von den Machthabern bestraft worden ist? Diese Wirtschaftsreformen konnten ja nur den Mächtigen des sowjetischen Staates helfen, zu Oligarchen zu werden? Die Bevölkerung verhungerte daneben.

Aber weiter, zum geostrategischen Schachspiel: Oft schon gepostet: „Nach der unblutigen Wende in Georgien zog die Karawane der kreativen Umstürzler nach Kiew, um die ukrainische Jugendbewegung Pora zu beraten. Sie versuchte, durch zivilen Ungehorsam einen Wahlbetrug zu Gunsten des damaligen Kandidaten Viktor Janukowitsch zu vereiteln. Mit Erfolg. Nun fiebern die Otpor-Gründer den Ereignissen in Libyen, Jemen und Bahrain entgegen.“ Die Revolutionen 2004 aber auch 2014 waren von Soros unterstützt und von seiner Stiftung aufgebaut worden (Quelle: sueddeutsche.de). Eine weitere Quelle für die Unterstützung des Euromaidans durch ihn findet sich in wikipedia/ euromaidan/Ausländische Einflussnahme/ Finanzielle und logistische Unterstützung oppositioneller Gruppen auf die Protestbewegung (Quelle: wikipedia.org). Aber auch sehr interessant dazu: Prof. Dr.Günther Buchholz oder die nachdenkseiten. Vielleicht auch sehr interessant, dass die Krim 1994 einen Kiew-untreuen Präsidenten wählte (Quelle: deutsch.rt.com/). Also die Welt ein erfolgreiches transatlantisches Schachspiel?

Ich war in meiner Schulzeit ein guter Schachspieler. Ich habe deshalb aufgehört zu spielen, weil der Gedankengang, einen Gegner Schachmatt zu setzen, jedenfalls für mich absolut nicht entspannend ist. Umso schöner, dass sich Trump und Putin in Helsinki getroffen haben. Die Geostrategiespiele sind natürlich damit nicht zu Ende. Eine ganz brauchbare Analyse bringt eine Zeitung der Schweiz, eben eines neutralen Landes, die nzz.ch. Wenn man die geharnischten Artikel über das Treffen zwischen Putin und Trump jetzt im Spiegel, wo das Treffen in Grund und Boden verdammt wird, durchliest, so fragt man sich, ob das die gleiche Zeitung ist, die über Jahrzehnte das Schlachtschiff der Kritik der atomaren Rüstung war? (Quelle: spiegel). Hat die geänderterte Linie westlicher Medien vielleicht mit dem CFR zu tun? (Queelle:swprs.org).

Zu einem Schachspiel gehören Figuren und 2 Spieler. Die Figuren sind wir? Die Bauern eines Atom-Schachspieles zwischen China, Russland und Nato sind die osteuropäischen Staaten? Und die Spieler? Zu der Frage gibt es einen Whistleblower, Ronald Bernard, einen gefolterten Ex-Banker, der in seinem 4. Video, die Information gibt, dass viele der Spitzenbanker nicht vor einem Atomkrieg zurückschrecken würden (Quelle: youtube). Sind also Putin und Trump unter anderem auch Spielverderber, die Frieden an Stelle von Krieg machen wollen? Wir müssen ja nicht in allen Punkten deren Meinung sein. Schreibt deshalb die Weltpresse so negativ über das Treffen?

Auch ein Fußballspiel braucht bei der Weltmeisterschaft einen Gegner. Ein Schachspiel eben auch. Die großen Wirtschaftsklubs sind sich aber auch oft nicht einig. Sie kämpfen auch immer wieder um die Macht. Die einen wollen ein System so ähnlich wie derzeit Rumänien, wo Kirche und Staat sehr eng zusammen arbeiten. Und die „guten alten Werte“ wieder einführen. Damit bleibt die Freiheit auf der Strecke. Die anderen wollen Freiheit in der Wirtschaft, Freiheit in der Sexualität, der Banken, der Zeitungen. Wobei diese Medien-Freiheit dann die Freiheit der die Medien unterstützenden Annoncen wird, die dann an Stelle gegen den Krieg, für den Krieg schreiben, weil der Krieg das bessere Geschäft ist?

Wenn man Frieden will, so kann uns ein verstorbener, weltberühmter Mediator, Marshall Rosenberg sehr gut weiterhelfen (https://www.gewaltfrei.at/marshall-b-rosenberg-1934-2015). Wenn ich seine Methode richtig verstehe, so könnte man die Schachspieler und Kartenspieler des Westens, z.B. Soros oder  Zbigniew Brzezinski, der allerdings schon verstorben ist, die Position eines z.B. russischen Arbeiters oder Bauern, der durch die Wirtschaftsreformen und die sogenannte Demokratisierung Jelzins alles verloren hatte, argumentieren lassen können? Man könnte mit dieser Methode die Standpunkte Mohammedaner und Hindus sich gegenseitig verstehen lehren? Der Israelis und der Palästinenser, der Nordkoreaner und der Südkoreaner der Chinesen und wieder der Amerikaner. Könnte so nicht ein Ansatz für Weltfrieden entstehen?

Es könnte ein Reigen der verschiedenen Nationen, Religionen und Rassen entstehen, die gemeinsam um ein großes Sonnwendfeuer schreiten. Ein Sonnwendfeuer, das bei den Hindus für Vishnu, bei den Buddhisten für Buddha, bei den Christen für den heiligen Geist, bei den Juden Moses im Dornbusch, und bei den Mohammedanern vielleicht für die Weisheit Mohammeds stehen könnte? Ein Licht, eine Liebe im Zentrum, die uns zur Freiheit und zum Frieden führt? Helmut Schmid meinte einmal: Haben Sie Visionen, dann brauchen sie einen Arzt. Doch ist jede Idee, z.B. auch die Idee des gewaltfreien Widerstandes einmal eine Vision gewesen, die dann zur Wirklichkeit  geworden ist.

Bild: pixabay CC0  



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