Politik

Die vernichtende politische Wirkung von „Prostitution“ für Gesellschaft, Mensch und Seele

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Montag, 29.1.2018. Eifel. Bin ja gewarnt worden: bloß nicht dieses Thema. Die machen dich fertig, lass das sein. Gemeint war: Prostitution. Ganz heilige Kuh der modernen, aufgeklärten Gesellschaft, die Fähigkeit dazu ganz wichtiger Bestandteil weiblichen Empowerements (wir sagen auf Deutsch: Ermächtigung, gemeint ist wohl Selbstermächtigung), ja – eine große Kultur der Liebe, des Friedens und der Harmonie zeichnet sich am Horizont ab, wenn wir nur mit der Prostitution richtig umgehen. Wer würde da schon wiedersprechen wollen?

Nun – ich.

Ich habe schon mal über Prostitution geschrieben – und kam zu dem Entschluss, dass ihr Verbot alternativlos ist. Daraufhin bekam ich einen Proteststurm – und Kontaktanfragen von Prostituierten – um die Ohren gehauen, der mich nicht im Mindesten von dem Ergebnis meiner Überlegung abbrachte, weil die Argumente … nun ja … etwas wackelig waren und sich nur zum Niederschreien eigneten, nicht zum nüchternen, sachlichen Dialog. Ja – natürlich kann man Prostitution nicht durch Gesetze verhindern: aber wir verbieten auch Mord – obwohl wir ihn durch das Verbot nicht verhindern können. Und natürlich ist es fein, wenn die Frauen es freiwillig machen, es gibt ja immer wieder welche – die dann breit durch alle Medienformate getragen werden, um ihre lustvollen und hoch empathischen Lehrstunden im Bordell öffentlich darstellen zu können – die sich offen dazu bekennen und der Milliardenbranche Menschenhandel gut zureden (siehe Zeit):

„Keiner sagt etwas, solange sie Sex gegen Aufmerksamkeit tauschen oder gegen einen Ehering. Aber sobald eine Frau einen konkreten Preis für Sex nennt, wird sie geächtet. Ihr wirft man vor, käuflich und schwach zu sein und alle anderen Frauen zu verraten.“

Ehe als Sonderform der Prostitution – ja, da kenne ich genügend Frauen, die das so sehen. Manche haben Bücher darüber geschrieben, wie man sich gezielt Millionäre angelt – oder einen Mann, der anschaffen geht, damit man selbst gemütlich zu Hause Seifenopern genießen kann. Stellen wir das Thema mal kurz beiseite.

Wir verbieten übrigens auch Drogen – obwohl die Menschen sie freiwillig nehmen und es ihnen einen Riesenspaß macht. Warum eigentlich? Nun … es macht Menschen kaputt und die Gesellschaft muss für die Folgekosten aufkommen. Kann sein, dass manche eine so hohe Resistenzrate haben, dass ihnen Drogen nichts ausmachen – aber die Mehrheit kommt als Wrack aus der Drogenszene – oder als Leiche. Darum haben wir uns als Gesellschaft dafür entschieden, den ganzen Bereich zu verbieten – weil er eher schadet als nutzt.

Es mag sein, dass es solche Menschen gibt: die sich lustvoll mit jedem paaren, der nur an der Tür klingelt, es gibt auch Menschen, die eine ausgesprochen masochistische Leidenschaft haben und sich gerne quälen: trotzdem verbieten wir Folter, leiten also aus einem Einzelfall nicht die Regel ab. Und neben unserer von der „Zeit“ hervorgebrachten Dame, die zwei Jahre unter seltenen Ausnahmebedingungen in einem von Frauen geführten Nobelbordell gearbeitet hat, gibt es auch andere, die Netzwerke von Prostituierten schaffen, die ein ganz konkretes Ziel haben (siehe Netzwerk-Ella):

„Wir sind eine Gruppe von Frauen, die in der Prostitution waren oder sind, und die sich dafür einsetzen, dass Prostitution als Gewalt, speziell als sexuelle Gewalt, anerkannt wird.“

Ja. Auch unsere Eliteprostituierte wurde vergewaltigt (siehe Süddeutsche). Aber soweit muss man ja gar nicht gehen. Sexualität ist etwas schönes, ein Gewinn – die meisten Menschen braucht man dafür nicht bezahlen. Schon mal so ´rum gedacht? Den Freiern wird ein Theaterstück aufgeführt (siehe hierzu den offenen Brief der dänischen Prostituierten Tanja Rahm in der Welt), das auch den Freier erniedrigt.

Habe ich da gerade Prostituion mit Mord in einem Atemzug genannt? Ja – und das war noch nicht mal ein Versehen. Da gibt es jetzt Schnappatmung auf der Gegenseite – aber ich habe diesen Vergleich von einer Mutter, deren minderjährige Tochter in der Prostitution gelandet ist: sie klagt den Tod der Seele ihrer Tochter an. Die Tochter wird nie wieder ein normales Leben führen können. Klar – es gibt auch Selbstmörder … aber auch das ist aus gutem Grund verboten.

Wir verbieten übrigens auch Kannibalismus – obwohl es Menschen gibt, die gerne Menschen essen – und andere, die sich gerne töten und essen lassen: wir wollen solche Kulturen einfach nicht gerne in unsere Nachbarschaft … weil wir unsere Kinder, Frauen und Mütter vor „Freiern“ schützen wollen.

Aber Prostitution ist doch Sex und Sex ist schön, höre ich da von der Gegenseite? Wenn´s schön ist – warum soll man dann noch dafür bezahlen, frage ich zurück. Die meisten Frauen können Sex ohne Geld. Lust – hat in dem Geschäft nicht den minimalsten Platz. Ja – einfach mal ´reinhören, was Frauen so brauchen, um einen Ganzkörperorgasmus zu bekommen (siehe: Claudia Elisabeth Huber) … da spielen Liebe, Vertrauen und Zeit eine ganz wichtige Rolle. Geht Freiern ja aber nicht um Sex, denke ich mir mal: wer zahlt schon gerne echtes Geld für falschen Sex?

88 Prozent aller deutschen Männer sollen ja zu diesen Männern gehören, die regelmäßig in den Puff gehen. Unsere Eliteprostituierte (was ich jetzt nicht abwertend verstanden haben möchte) hat ihre Kundschaft da mal beschrieben (siehe rp-online):

„Der Puff, in dem ich tätig war, hat Männer angezogen, die häufiger in Beziehungen waren, von denen wiederum waren fast alle verheiratet. Unsere Klientel war typisch männlich, weiß und hetero, nicht super reich, hat Geld für einen Anzug, muss nicht ständig auf die Ausgaben achten. Männer, die ihr Leben im Griff haben wollen, die sich von ihrem Leben in der Großstadt auch mal eine Auszeit gönnen: Dazu gehört der Sauna-Besuch, eine Massage und eben auch der Puff.“

Sie kommt auch recht nahe an ein Problemfeld heran, das seit den dreissiger Jahren von Wilhelm Reich erforscht wurde – und Ursache für die Vernichtungsorgie der NS-Zeit sein soll: die männliche Befriedigung:

„Männer sind durch das Abspritzen sediert. Viele wissen nicht, was wirkliche Befriedigung ist. Wer das nicht weiß, hält ein künstliches Beruhigen für Befriedigung. Deswegen fallen Männer auch immer wieder auf die Glücksversprechen der Prostitution herein.“

Ja – das meinte Wilhelm Reich sinngemäß auch: schlechter Sex führt auch beim Mann zu steigender Aggression (und letztlich zu den Gräueln der NS-Zeit) – warum sollten wir also einen Industriezweig aufblühen lassen, der gezielt schlechten Sex von der übelsten Sorte produziert – in steigenden Massen? Jetzt auch für ganz Europa (siehe ZDF)!

Geht ja auch nicht um Sex – geht um eine Auszeit aus dem Leben in der Großstadt … von Männern, die ihr Leben im Griff haben. Reichere Männer, die sich einen besonderen Luxus erlauben: für eine Vergewaltigung zu bezahlen – und dafür auch noch vorgespielt bekommen, dass sie so supermännlich sind, dass die vergewaltigte Frau in Lust vergeht (jedenfalls: solange die Scheine flattern). Darf ich fragen, welche Gesellschaft so etwas wirklich braucht? Hierzu … nochmal unsere Dame aus dem Millieu (siehe Süddeutsche):

„Wir sollten endlich anfangen uns zu fragen: Wollen wir gerade wirklich Sex haben oder nur unser Selbstwertgefühl steigern? Anders gesagt: Wir sollten viel weniger Sex haben und dafür besseren, befreit von Normen und Erwartungen.“

Wir sollten deshalb das üble Spiel verbieten, der Geschäftszweig, der sich aus Not, Ausbeutung und Menschenhandel nährt. Hier jedoch … bekommt man dann Ärger mit den Betreibern (der Markt wirft jährlich 14 Milliarden ab), den Freiern (wo soll man sich sonst schon so richtig austoben, wo kann man noch seinen Frauenhass, seine Frauenverachtung so richtig ausleben und sich selbst beweisen, was man doch für ein Mann ist – und wo kann man schon so richtig lustvoll auf Frauen uriniren und ungehemmt seinen Kot draufsetzen … ja, gehört auch zu der „Sexarbeit“) und den Linken. Auch hierzu hat sich eine ehemalige Prostituierte geäußert (siehe Kritische Perspektive)

„Selten war sich die Linke so einig wie bei der Bewertung der Prostitution. Diese sei „Sexarbeit“, eine Dienstleistung wie jede andere auch, und jede staatliche Regulierung abzulehnen. Dass alle Statistiken, Untersuchungen und Berichte dagegen sprechen, hat hier keinen Einfluss.“

„Praktisch alles vorhandene Material, die Berichte von AussteigerInnen, SozialarbeiterInnen und PolizistInnen, verweisen auf die ungeheuerlichen Missstände der (in Deutschland legalisierten) Prostitution; auf die Schädigungen, die diese selbst bei den sich freiwillig prostituierenden Frauen hinterlässt; auf die immer tiefere Verstrickung der Frauen in Schulden, soziale Abhängigkeit, Drogen und Armut; schlussendlich aber auch auf die zerstörerische Wirkung, die der barrierelose, käufliche Zugriff auf Frauenkörper auch für die Käufer, die Männer, hat: wie dies ihre Fähigkeit, „normale“ Beziehungen mit Frauen zu führen, ruiniert und sie nicht selten selbst in eine Abhängigkeit vom gekauften Sex treibt. In Schweden und anderen Ländern führte die breite Untersuchung, Darstellung und Diskussion dieser Tatsachen schlussendlich zum Verbot der Prostitution, mit Bestrafung nicht der Prostituierten, sondern der Freier und Zuhälter, während für die Prostituierten Ausstiegsprogramme und Hilfsangebote eingerichtet wurden.“

Eigentlich genug Argumente, um die Gemeinschaft fürsorglich eingreifen zu lassen, um den Schwachen jenen Schutz zu geben, den sie brauchen. Die Abhandlung dieser Prostituierten geht sehr tief – an die Wurzel des Phänomens Prostitution, die mit Sexualität gar nichts mehr zu tun hat, sondern ein Prinzip verteidigt:

Das absolute Anrecht des „Marktes“ darauf, alles und jeden überall zum Markt machen, zum Verkauf anbieten zu können und dürfen. War ja auch schon mal für menschliche Organe angedacht … mit der gleichen Begründung: warum nicht, wenn die Menschen das freiwillig machen und das Geld brauchen?

Nun – die pseudolinken Befürworter der Prostitution treffen sich hier gemeinsam mit den patriarchialischen Verfechtern dieses Fleischmarktes … und niemand fällt was auf?

Nun – vielleicht ist es einfach mal Zeit für ein Gedankenspiel – eins für Männer. Nehmen wir mal an, es gäbe eine größere Gemeinschaft von Homosexuellen, die Sie besuchen. Dort bieten man Ihnen an, Sex für Geld zu haben – da wären gerade drei Männer daran interessiert, die einen Geschäftsabschluss feiern wollen. Sie sagen: „Ich bin aber gar nicht schwul“ und denken: damit hat es sich. Fortan werden Sie jedoch mit wissenschaftlichen Arbeiten bombadiert, die belegen, dass alle Männer auch homosexuell sind, die Menschen in der Gemeinschaft fangen schon an, komisch zu gucken: es droht, dass Sie als homophob definiert werden und in der örtlichen Postille offen als Nazi gebrandmarkt – als Nazi mit psychischen Problemen, der sich weigert, seiner Natur zu folgen und seine Freiheit auszuleben. Können Sie sich in die Situation hineinfühlen? Merken Sie, wie Ihre freie Willensentscheidung – ja, sogar ihre Natur – langsam Schritt für Schritt beiseite geräumt wird? Und nun … scheuen Sie sich doch nicht so, dass härteste Argument des Kapitalismus wartet gerade auf Sie: Sie werden ja BEZAHLT, sogar GUT BEZAHLT (ja – als ob Geld eine moralische Kategorie hätte, die von seiner Menge abhängt – aber „gutes“ Geld hat ja unseren Alltagsgebrauch schon so sehr infiziert, dass Widerstand gegen diese idiotische Begriffskombination zwecklos scheint) … nur ein degeneriertes, völlig abartiges Wesen kann sich diesem wunderbaren Angebot entziehen. Vielleicht hilft man Ihnen auch mit sanfter Gewalt, den ersten Schritt in Ihre Freiheit zu tun: manche Prostituierte muss man erst „einreiten“, damit die funktionieren, am Besten mit mehreren, damit die für ihren „Job“ richtig gut aufgestellt ist. Und fühlen Sie sich da mal nicht zu sicher: Amnesty International war kurz davor, „Sexkauf als Menschenrecht“ zu fordern – wobei eingeschleuste Sexindustrieprofiteure aus der Homoszene mit eigenem Escortservice eine zentrale Rolle spielten (siehe kritische Perspektive). Wenn es erst mal ein Recht auf Sexkauf gibt … dann muss der Markt auch liefern, alles und jeden. Methoden dazu – gibt es genug.

Wir kommen hier in Sphären, die wieder hochpolitisch sind – und gar nichts mit der freien, einsamen Entscheidung der freien Powerfrau zu tun haben, aus ihrem Körper eine lustvolle Einnahmequelle zu machen, wobei die Kosten, die dieser Job bzw. der lädierte Körper später der Gesellschaft verursacht, wie selbstverständlich der Allgemeinheit aufgedrückt werden. Die Folgen davon … können sehr heftig und nachhaltig sein, hierzu gibt es einen spannenden Vortrag von Dr. Ingeborg Kraus: „Prostitution ist Gewalt gegen Frauen“ (siehe Trauma- und Prostitution.eu). Wieder treffen wir jene Mächte, jene Philosophien, jene Gruppierungen die G.C.Preparata in seiner Ideologie der Tyrannei beschrieben hat – wieder ein Schachzug zur Vernichtung der freien, offenen Gesellschaft – im Gewande größter Liberalität.

So kann selbst Kindesmissbrauch sprachlich als durchaus positives Ergebnis dargestellt werden (nochmal: Kritische Perspektiven):

„Einige Männer nahmen ihn mit nach Hause ins Bett, gaben ihm ein gutes Abendbrot und Frühstück und ein warmes Bett für die Nacht. Sex war involviert, aber am morgen gaben sie ihm 50 $. Peter fand es unglaublich – ein warmes Bett, viel „Zuneigung“, Essen und mehr Taschengeld, als er jemals in seinem Leben hatte.“

Der Junge – Peter – war neun Jahre alt und obdachlos. Sprache – hat schon eine enorme Macht, mit ihrer Hilfe kann man – wenn man will – ein Verbrechen als Segnung darstellen. Wie schön kann doch auch Mord sein, wenn man dem Opfer erstmal klar gemacht hat, dass es für seine Umwelt nur eine belastende Existenz ist, nur Kosten verursacht, Leid für seine Eltern bedeutet – und Schande – man kann sehr lange so argumentieren, bis das Opfer dem Mord zustimmt … und ich wäre trotzdem dafür, Mord weiterhin zu verbieten. Auch Seelenmord.

Ja – was machen wir eigentlich mit den anderen … jenen, die Lust auf Töten haben, echte Kerle, Krieger, Jäger, Wesen, die für Kampf und Tod leben, Menschen, deren Tatkraft und Einsatzbereitschaft wir in Krisenfällen gerne abrufen … haben die nicht auch ein Bedürfnis, auf das die Gesellschaft reagieren muss? Ist es wirklich nötig, ihrer freien Willensausübung Grenzen zu setzen … selbst wenn ihre Opfer einwilligen? Was spricht schon dagegen, Menschen in der Arena gegen Löwen kämpfen zu lassen, wenn die das freiwillig machen und dafür bezahlt werden? Gut – es bleiben ein paar liegen … aber doch nur die Schwachen. Die anderen … könnten reich werden!

Nach acht Jahren Prositituion hat Huschke Mau (Pseudonym) einen Brief an die Prostitutionsbefürworter geschrieben … jene, die sich ach so sehr um die „Bedürfnisse“ anderer sorgen, ohne je zu hinterfragen, ob denn Bedürfnisse wirklich eine urmenschliche Naturgewalt sind – oder nicht nur anerzogenes Fehlverhalten; es wäre ja bei der Genderei ja ein leichtes, auch mal auf diesen Gedanken zu kommen und sich Rat bei jenen zu suchen, die – sehr zum Zorne der Bedürfnisvermarktungsgesellschaft – ihre Bedürfnisse einfach im Griff haben (oder ganz eliminieren – um frei zu sein) … anstatt sich ihnen hemmungslos auszuliefern. Hier mal ein Auszug (siehe Emma):

„Lies Dir die Sprache in den Freierforen doch mal durch, lies Dir durch, wie ihnen dabei einer abgeht, wie sie es genießen zu wissen, dass die Frau das nicht mag, sondern nur für Geld macht, es aber tun muss, weil sie die verdammte Kohle braucht, oder weil im Nebenzimmer ein Typ sitzt. Wie sie ganz bewusst die Grenzen testen und übertreten und sich ihrer sadistischen Seite dabei, wenn nicht ganz hingeben, so doch zumindest deutlich bewusst werden. Es geht in der Prostitution nicht um Sex, es geht um Macht. Und nur um Macht. Tu nicht so, als könnten Frauen sich dort ausleben in ihrer Sexualität, der einzige, der sich auslebt, ist der Freier, dessen Wünsche Du erfüllst. Und zwar auf Deine Kosten.“

Es geht um Macht. Um Sadismus. Um eine Kultur, die Standard werden soll – Standard geworden ist (das jegliche humanistische Selbstverständlichkeiten im Einklang mit der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte „Sozialromantik“ genannt werden – ganz offen, von führenden Politikern – zeigt, wie sehr die dunkle Kultur schon die Herrschaft angetreten hat – und gerade sie braucht die käufliche Frau). Eine Kultur die unser menschliches Miteinander auf breiter Front umschreiben möchte – und viele Bereiche schon längst umgeschrieben hat. Damit … könnte man die Erörterung des Problems beenden, wenn nicht … immer auch die Frage nach dem Gegenmodell im Raum stehen würde.

Wir kreisen ja sehr um Sexualität – die ganze industrielle westliche Gesellschaft hat dies zum zentralen Punkt erhoben, neben dem anderen Themen (Krieg, Hunger, Sklaverei, Ausbeutung, Folter – um nur einige zu nennen) sehr verblassen. Stellen wir die Frage nach dem Warum, so kann man sich die Antwort einfach machen wie der Mönch Anselm Grün: wir haben Gott verloren und suchen ihn im Partner – und der Sexualität. Finden wir Gott wieder … sind die irre geleiteten Bedürfnisse fort. Jetzt habe ich aber das böse Wort (Gott) gebraucht, doch keine Sorge – man kann auch anders argumentieren. Folge ich Wilhelm Reich, so ist der ganze Sadismus Folge von schlechtem Sex … geboren aus der immensen Frustration, die sich ergibt, wenn man äußerlich den Akt vollzogen hat, innerlich habe … kein Echo folgt. Es gibt Kulturen (Achtung, nächste Überforderung), die betreiben professionell Sexarbeit, d.h. sie haben eine hohe Schule der sexuellen Vereinigung, die durch gezielte Arbeit größtmögliche Orgasmen – und Befriedigung – erreichen … es ist eine der ältesten Kulturen der Menschheit … allerdings finde ich im Netz da auf Anhieb nichts zitierwürdiges: im Westen wird die Kunst des Tantra ja auch nicht umsonst seit Juni 2017 mit Prostitution gleichgesetzt – ist vielleicht auch in vielen Fällen nichts anderes, denn wo findet man in deutschen Tantravereinen schon den Hinweis darauf, dass ein Mann sämtliche Energien von den Männern in sein Feld aufnimmt, die zuvor intim mit seiner Partnerin waren – mit ganz üblen Folgen für ihn? Wer wäre schon daran interessiert, dass Menschen, die dort ihre Erfahrungen mit Sexualität gemacht haben, angewidert gerne auf das verzichten, was hier im Westen so im Angebot ist … angefangen von Pornofilmen bis hin zu willigen Weibchen auf Reifenkalendern (was übrigens zum gesamten Bereich Prostitution zuzuordnen wäre – aber das würde jetzt hier zu weit führen) bis hin zu der tristen, langweiligen und generell frustrierenden Gymnastik, die wir so als „Sex“ beschreiben … weil wir nichts anderes kennen.

Sicher – wir haben eine allgemeine Prostitutionskultur: das ist die Wahrheit hinter dem Getöse, darum muss die offene Prostitution vehement als Norm verteidigt werden. Prostituierte haben Recht, wenn sie sagen: wir verkaufen uns doch alle – die meisten nur für viel zu wenig Geld. Schon das erzwungene Lächeln an der Discounterkasse muss als Prostitution beschrieben werden, ebenso wie das Anfertigen marktfreundlicher Bewerbungsfotos – die Auseinandersetzung zur Rettung der Menschenwürde muss viel früher beginnen, der Anspruch darauf, Frauen kaufen zu dürfen, weil man Bedürfnisse hat, ist eine der letzten Fronten – und eine entscheidende.

Andere Kulturen – leben anders. Wie die Mosuo in China, eins der letzten Matriarchate in der Welt, in denen der Besitz den Frauen gehört – aller Besitz. „Das Paradies ist weiblich“ nennt der Autor und Arzt Ricardo Coler sein Werk über seinen Besuch bei diesem Volk, dass auch den Kommunisten ein Dorn um Auge war und wo Frauen über 50 resigniert über ihr Alter klagen, dass sie nur noch drei mal wöchentlich Sex haben (siehe Berliner Zeitung). Männer bei den Mosuo … haben ganz viel freie Zeit für Spiel, Spaß und Entspannung. Welch´ grausames Schicksal – wie gut geht es uns doch dagegen!

Es ging auch anders. Ganz anders. Wer sich jedoch aufmacht – wie Wilhelm Reich – die Wurzel unseres Übels aufzudecken, dessen Bücher werden verbrannt, dessen Labore werden zerstört, dessen Arbeit wird verächtlich gemacht.

Der partiarchiale Staat braucht die Prostiuierte als Symbol seine Triumphes über die Frau an sich – so wie er auch die Ehefrau als Besitzstand braucht, die ihm seine Söhne gebärt, durch die er fortleben kann. Und er braucht die Frustration, um Soldaten zu generieren. Wenig schmeichelhaftes gibt es über seine Leistungsträger zu berichten:

„Der weiße Mann benimmt sich zur Zeit als die abscheulichste, arroganteste, obszönste, mörderischste, heuchlerischste und wildeste Kreatur, die diese Erde je betreten hat, sein Konto an Schmach, das von Tag zu Tag wächst, ist einfach unbeschreiblich und wird von keinem anderen übertroffen. Feministinnen sagen uns da nichts Neues. Was sie allerdings vergessen – und das ist eine unverzeihliche Unterlassung – ist, dass der weiße Mann den größten Anteil an Gewalt gegen Weiße wie er selbst richtet.“ (Preparata, Ideologie der Tyrannei, Dunker & Humblot, Berlin 2015, Seite 170).

Und den Durchmarsch dieser Kreatur durch die Gesellschaft zu stoppen, gebietet … das Verbot der Prostitution … wobei – denke, das ist selbstverständlich – die Täter ins Auge der Polizei fallen sollten … und nicht die Opfer …. also der Freier und Zuhälter, nicht … die Prostituierte; ich denke da auch an jene Männer, die den Frauen Zimmer für 150 Euro die Nacht für ihre Sexarbeit vermieten … und sie so erstmal in die absolute Abhängigkeit treiben, in einen Zustand, wo widerpruchslose Massenabfertigung überhaupt erstmal die Grundlage jeder wirtschaftlichen Existenz ist.

Und was ist nun mit der Frau, die mit keinem normalen Job klar kommt – wie Ramona, die den Job gerne macht, obwohl er ihre Seele auffrisst (siehe Süddeutsche)? Jener Frau, die gerne ihre heiße „Lillith“-Seite ausleben will (siehe utebennecke.de) … und das Geld braucht? Nun – warum soll die nicht weiter leben wie zuvor? Was interessiert es die Gesellschaft, was in ihrem Schlafzimmer geschieht – und welche Geschenke ihr ihre Verehrer machen? Das – kann man auch ohne Industriezweig leben. Ganz freiwillig. Selbstbestimmt. Und: würdevoll. Und – man braucht es nicht an die große Glocke zu hängen … wenn da wieder ein Mann seine Ehe und damit auch das Nest seiner Kinder in Gefahr bringt … über jene Opfer müssen wir aber mal wirklich ein andermal reden.

PS: diese Erörterung war – ein Wunschartikel eines Mannes, der 20 Jahre im „Millieu“ lebte, das Elend mitbekam (und auch jene 2-3 Prozent, die das gerne machen – und jetzt als Standard gepriesen werden) und voller Entsetzen ist, wie diese Kultur der Vernichtung jetzt offensiv angepriesen und zur Normalität erklärt wird – auch und gerade von Salonlinken, die … keinerlei eigene Erfahrungen in dem Bereich haben – aber enorm viel Meinung dazu.

PS 2.: ja – ich bin voreingenommen, bin offizielles Mitglied von Zeromacho … jenen Männern, die ganz gut ohne Prostituierte auskommen. Ehrlich gesagt war der Entschluss leicht: Frauen kaufen hat doch wirklich so überhaupt nichts mit Erotik zu tun.



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