Politik

Die Arbeit: heiligste Kuh Deutschlands … und der tödlichste Kult

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Samstag, 5.11.2016, Eifel. Können Sie sich noch an Indien erinnern? Ja? Also – früher mal? Was haben wir über die Inder gelacht. Kein Wunder, dass die Briten da einmarschieren mussten, um die Demokratie zu bringen. Nein, warten Sie – Demokratie bringen wir ja heute beim Einmarschieren … ach Mensch, was haben wir denn damals noch gebracht? Die Queen? Ach –  nein, jetzt fällt es mir wieder ein: das Christentum. Ja, erst kamen die Mönche, dann wurde irgendwann einer von denen umgebracht – zum Beispiel, weil es schwierig ist, komplexe theologische Systeme miteinander zu verbinden, wenn man der Landessprache, der Sitten und Gebräuche nicht mächtig ist und auf eine Kultur trifft, deren Religion 5000 Jahre alt ist und die selbst meinen, dass  sie schon wissen, wovon sie sprechen – und nachdem dann ein Mönch (ein heiliger Mann! Besonders schützenswert … wenns gerade in den Kram passt) zu Tode gekommen war, kamen die Schutztruppen, die sich mit überlegener Waffentechnik durch das Land schossen. Ja, so war das früher. Heute schicken wir keine Mönche mehr, sondern NGO´s, Geschäftsleute oder economic hit man – und die bringen dann auch gleich ihren neuen Gott mit, der den alten Gott der Mönche nahtlos ersetzt hat.

Aber darüber wollte ich ja gar nicht reden, es ging ja nur um Indien.

Wissen Sie noch, worüber wir uns damals amüsiert haben? Die Zeitungen waren voll von Karikaturen darüber, das müssen Sie doch noch wissen? Die Kühe! Ja – da gibt es einen ganzen Kontinent voller lebendiger Kühe, in dem fürchterliche Hungersnot herrschte, Kühe, die noch nicht mal verscheucht wurden, wenn sie den Verkehr blockierten. Können Sie sich das vorstellen? Gut – die Kuh im Verkehr sorgte für ein enorm entschleunigtes Leben – um das wir heute mühsam kämpfen müssen, aber wir wissen doch, was Kühe bedeuten können: Steaks, Salami, Rinderhack für Hamburger – die dummen Inder lebten im Paradies, ohne es zu merken! Und was sagten die Inder? „Kühe sind heilig“!

Unglaublich für uns, oder? Essen als heilig anzusehen. Würden wir Essen als heilig ansehen – oder es nur respektvoll betrachten: unsere ganze profitable Lebensmittelindustrie könnte dicht machen – da werden größtenteils Abfälle durch viel Chemie zu Massenfutter geformt, ohne das wir es wissen. Aber wir sind trotzdem „Schuld“, wenn wir das kaufen.

Nun – dass die Kuh in Indien heilig war, hat eine lange Geschichte, eine Geschichte, die uns als aufgeklärte westliche Demokraten nicht zu interessieren braucht: wir wissen, dass wir das Herrenvolk der ganzen Welt sind und dass unsere Vorstellungen Wahrheit sind, eine Wahrheit, die wir zur Not mit der Waffe in der Hand verteidigen: weltweit. Was wäre aber wenn … wir selber so eine heilige Kuh hätten? Wenn wir selber völlig irrational werden, unmenschlich, grausam, wenn einer unsere heilige Kuh vom Hof schubst, weil die unter sich macht?

Haben wir nicht, sagen Sie. Blödsinn, sage ich. Schon beim Thema „Kühe essen“ springen mich sektiererische Kultisten des Westens an, die äußerst merkwürdige und seltsame Praktiken zum Standard erheben wollen: die Heiligkeit nicht nur der Kuh sondern aller Tiere, die lieb und knuffig aussehen und im weitesten Sinne dem Kindchenschema entsprechen – also große Kulleraugen haben. Für Spinnen und Skorpione wird da weniger geworben – insgeheim ist man sogar dankbar, wenn ein mutiger Barbar das Problem mit festem Stiefelabsatz grundsätzlich aus der Welt schafft, auch will man nicht manchen Wespenarten verbieten, ihre Eier in lebende Wesen abzulegen: es geht ja auch nur darum, seine Mitmenschen mit „Übergutmensch“-Gehabe zu dominieren, sie zu unterjochen und ihnen den eigenen Willen aufzuzwingen. Früher, als wir noch über heilige Kühe lachten, wussten wir auch noch, dass es sich dabei um eine „Kolonialisierung des Bewusstseins“ handelt, einen unmenschlichen, agressiven Akt der im Ansatz zu ersticken ist, weil es sich dabei um eine der fiesesten Manifestationen des Feudalismus handelt.

Nun – ich will nicht über Veganer sprechen, sie sind nur ein kleiner, unbedeutender Kult, einer von vielen, der versucht, die Zwänge, die wir in den sechziger Jahren abgeschüttelt hatten, neu zu errichten, neue Ketten zu schmieden, neue Zäune zu ziehen – aus bloßer Willkür und – wie für imperiale Lebensformen üblich erstklassigen ethischen Motiven: nur so kann man die Soldaten Gottes dazu bringen, jede Form von Scham, Anstand, Respekt und Toleranz hinter sich zu lassen. In Wirklichkeit – so habe ich jetzt lernen müssen – ist Sojamilch so künstlich wie Coka Cola (siehe Focus), nur dank viel Chemie überhaupt genießbar. Und das vegane Leben? Schlichtweg nicht zu leben ohne die vielen „Supplementangebote“ der Pharmaindustrie (nein, dazu verlinke ich mal nicht, da ich über die lebensgefährdende Wirkung dieses Drecks schon beruflich informiert wurde – siehe z.B. Focus). Ja: „Veganer“ – als selbst definierte Supergutmenschen – sind die heimliche Speerspitze der Pharmaindustrie – und zwar eine tödliche Speerspitze. Das kommt von diesen heiligen Kühen, über die wir nur lachen, wenn wir sie bei anderen sehen.

Das war jetzt aber nur eine unserer kleinen Kühe, ein unbedeutender, düsterer politischer Kult, der bald wieder verschwinden wird – und nicht zu verwechseln mit Menschen, die aus Respekt vor dem Leben selbst keine fleischlichen Produkte essen noch Abfälle von Schlachtungen als Kleidung tragen – das sollte noch gesagt sein. Der gute Mensch und der „Übergutmensch“ sind halt zwei ganz unterschiedliche Seiten einer Medaillie. Kommen wir lieber zu den großen heiligen Kühen.

Kommen wir … zur Arbeit.

Sie wissen, was das ist, nehme ich an? Will ich gar nicht hören. Ich werde Ihnen sagen, was das ist: aufstehen, wenn der Körper noch nach Schlaf verlangt, reisen, wenn er noch zu ruhen wünscht, sich frühmorgens schon in Gedränge und riesigem Lärm von Blechlawinen quälen (Lärm – nach Kübler-Ross eine der beiden bedrohlichsten Urängste des Menschen), ohne genügend Zeit für ein gutes Frühstück zu haben, den ganzen Tag in völlig unnatürlicher, einseitiger, gesundheitsschädlicher Haltung zu verbringen – fern von seinen Lieben, mit denen man das Leben teilen wollte –  und Tätigkeiten in permanenter Dauer zu verrichten, für die der Körper nicht geschaffen ist: und das ganze immer schneller, eifriger, ergebener als noch am Tag zuvor, so sehr, dass man abends erschöpft und geistlos vor flimmernden Schirmen sitzt, die einem sagen, mit welchen Produkten man sich kurz Erleicherung von der Qual erschaffen kann – Produkte, ohne die es die Qual gar nicht gäbe.

Merken Sie schon jetzt, dass wir mit unserer heiligen Kuh in den Augen der alten Inder ziemlich doof dastehen? Und wir haben noch gar nicht darüber gesprochen, dass diese Maschinerie, der wir unser Leben so begeistert hingeben, die Ökosphäre das ganzen Planeten mit vielfältigen Giften verseucht. Alte Kabbalisten – viel jünger als Inder – wüssten sofort, was sie denken sollten, wenn sie unsere „Wirtschaft“ betrachten: Samael, Prinz der Gifte, oberster Herrscher des dunklen kabbalistischen Baumes (jedenfalls nach einfacher Auslegung), hat die Gewalt über die Erde erhalten: der düsterste Kult des mythischen Kosmos ist Realität geworden, hat Macht über alle Menschen erlangt und bringt sie langsam auf tausendfasche Weise zu  Tode (zum Beispiel durch künstliche Vitamine – das sei nochmal erwähnt). Wir lachen über die heilige Kuh der Inder, lassen aber Kali, die finstere Göttin, frei in unserem Lande schalten und walten wie sie will, opfern ihr unsere Bäume, Flüsse, Seen, unsere Luft, unsere Äcker und unseren ganzen Lebensraum.

Doch verlassen wir die Sphäre der alten Weisen, flüchten wir sie schnell: ja, wir müssen sie flüchten, denn unsere Welt ist in ihren Augen der Gipfel der Verkommenheit, während wir uns als gesegnete Genießer der Vollkommenheit betrachten.

Bleiben wir bei der Arbeit, nur so, wie wir sie sehen. Warum machen Sie das eigentlich? Ganz ehrlich jetzt. Klar, um Geld zu verdienen. Warum müssen Sie „Geld verdienen“? In einer Welt, die Gott mit Fülle an Nahrung, Wasser, Luft und Raum gesegnet hat: alles Millionen Jahre lang völlig umsonst? Nun – ganz umsonst war es nicht, drei bis vier Stunden mussten Sie schon täglich investieren – inklusive Hausarbeit. Arbeit in freier Natur, wann Sie wollten, wo Sie wollen, wie Sie wollten. Beeren und Feuerholz sammeln, mit den Jägern auf Fernreisen gehen, Wasser schleppen, Felder bestellen: zu tun gab es genug, aber jeder konnte – je nach persönlicher Verfassung – an der Arbeit teilhaben, die gerade zu ihm passte … während Sie 9 Stunden im Büro hängen (eine davon eine erbärmliche Pause umgeben von Lärm und Häßlichkeit), dann noch zwei Stunden „einkaufen“ und zwei Stunden „Hausputz“ machen, um die letzten vier Stunden mit dem zu verbringen, was ihre Herren für Sie als „Unterhaltung“ vorgesehen haben. Dschungelcamp zum Beispiel, die modernisierte Version des „Löwen fressen Christen“-Spektakels im alten Rom.

Also nochmal: warum müssen Sie „Geld verdienen“ – sich selbst verkaufen, wie es früher nur Sklaven mussten?

Ganz einfach: weil Ihnen jemand den Reichtum der Welt gestohlen hat und Ihnen kleine Bröckchen davon überteuert verkauft, damit Sie nicht so leiden wie die Menschen in Afrika. „Jemand“ hat heute kaum noch ein Gesicht, es gibt kaum noch Köpfe für die Guillotine: man hat aus diesem Unfall der Geschichte gelernt. Kein Feindbild – keine Revolution. Und das Abkassieren kann endlos weitergehen, ohne dass es einer merkt.

Das verstehen Sie nicht?

Nun – ich erkläre Ihnen das mal an einem Beispiel, zitiere hierzu mal die „Lügenpresse“ – um zu zeigen, dass dort noch nicht alles verloren ist (siehe Zeit):

„Nach Informationen der ZEIT beziehen 16 ehemalige EU-Kommissare der Barroso-Kommission noch immer Übergangszahlungen von jährlich mindestens 99.996 Euro pro Kopf. Sie bekommen das Geld aus Brüssel, obwohl viele von ihnen längst neue, gut dotierte Spitzenposten in Wirtschaft und Politik haben. Das geht aus einer Liste hervor, die die EU-Kommission der ZEIT übermitteln musste.“

99996 Euro – zusätzlich. Die wenigsten Deutschen verdienen überhaupt nur die Hälfte davon.

Noch ein Beispiel?

Gern (siehe t-online):

„Ehemalige Minister aus Nordrhein-Westfalen sind mit durchschnittlich mehr als 7600 Euro die bestbezahlten Politiker-Rentner Deutschlands. Ihre Altersbezüge liegen mit 7642 Euro monatlich sogar um zwei Drittel höher als die Pensionen früherer Bundesminister.“

Da wird mit der großen Kelle abgegriffen. Von diesen Menschen haben wir … eine Million im Land. „Leistungsträger“ genannt, was auch Sinn macht: die Vermögen und der Luxus dieser Menschen wird durch die Leistung anderer Menschen getragen: die Hälfte Ihrer Lebenszeit arbeiten Sie für „die“, die man sonst auch gerne einfach nur „Chef“ nennt. Zu hinterfragen, warum der „Chef“ hundertmal soviel verdient wie Sie, der Sie die ganze Arbeit machen, gilt als verpönt, lächerlich, gemeingefährlich, ja: es wurde sogar kürzlich das Wort „sozialistisch“ wieder als Schimpfwort eingeführt – in Bezug auf Sozialdemokraten in der Wallonie, die der Ausweitung der geballten Macht der Leistungsträger kurz im Wege standen.

Wahrscheinlich kommen wir sogar über eine Million, wenn wir alle die zählen, die von Beiträgen, Steuern, Abgaben finanziert werden – ich rede hier aber nur von der Feudalklasse, die sich am elitärsten bei den „Grünen“ manifestiert, seitdem die FDP Schwächen zeigte.

Bleiben wir aber bei dem Grund, der das alles möglich macht: jenen unheimlichen Kult der „Arbeit“, der sich – von außen betrachtet – in nichts unterscheidet vom Kult der anderen heiligen Kühe, außer, dass er viel tiefer, gründlicher, versklavender in unser Alltagsleben eingreift als es andere Kulte bislang getan haben. Ja, ok: die katholische Kirche war da schon sehr weit, der Protestantismus ebenso – aber wo man früher den „Zehnten“ im Jahr gab, gibt man heute sechs „Zehnte“. Man sieht: das Geschäft der Ausplünderung läuft nach wie vor … und zwar mit steigender Geschwindigkeit.

Es gibt eine Million reicher Menschen in Deutschland – viele davon reich geworden, dass der deutsche Staatsbürger ein fleißiger, treuer, gemütlicher Mensch ist, der ordentlich arbeitet. Und weil das System so gut funktioniert, ist der Andrang in die Feudalkaste so groß und vergrößert so auch den Druck auf die, die noch echte Arbeitsleistung erbringen müssen, damit genug zum Verteilen da ist. Damit Ihnen das mal klar ist: die vier Stunden, die Sie mehr arbeiten als als gemäß Naturrecht zu verlangen wäre, arbeiten Sie nur für die immensen Gehälter ihrer Chefs, die hauptsächlich dafür bezahlt werden, Sie täglich zu noch mehr Leistung anzutreiben. Ganz oben in dem System sammeln sich natürlich ungeheure, unglaubliche Summen, die absolut staatsgefährdend sind – aber wer will wirklich dagegen seine Stimme erheben … sind doch alle abhängig vom Fluss des Geldes anstatt von den Früchten des Feldes, die es – relativ neu in der Geschichte der Menschheit – nur noch gegen Bares gibt.

Und der Zugang zu diesem lebensspendenden, perversen, unnatürlichen Fluss des Geldes wird immer weiter beschränkt: die Gier nach immer mehr Geld für die Starken, Mächtigen, Herrschenden werden keine Grenzen mehr gesetzt, der Staat – einst als Schutz gegen den Feudalismus gedacht – wird mehr und mehr zum Inkassounternehmen der Diener des Goldenen Kalbes, um das das ganze Volk zu tanzen hat, wenn es nicht sanktoniert werden möchte und so auf subtile Art und Weise vom Leben zum Tode gebracht, in todesähnliche Zustände genötigt wird.

„Arbeit“ – als widernatürlicher, irrationaler, gottferner Kult? In einer aufgeklärten, christlichen Gesellschaft, deren Erklärung der „Allgemeinen Menschenrechte“ genau auf diesen Weisheiten des christlichen Abendlands gründet – und aus den Erfahrungen der höllischen Jahren des Nationalsozialismus, der diesen Kult öffentlich zum höchsten Gut erhoben hat – weil Gauleiter von den Früchten dieses Kultes ganz herrlich und in Fülle leben konnten? Das kann doch nicht sein!

Arbeit – so wird uns gepredigt in Schule, Erziehungsberatung und Universitäten – ist ein Grundbedürfnis des Menschen! Ohne Arbeit verwahrlost er, verliert Struktur, gerät in jene Spähren des Chaos, die das Alte Testament schon als Reich des Bösen fürchtete. Kann sein, dass die Recht haben, doch die Natur selbst hat uns ein Maß an Arbeit auferlegt, das vier Stunden am Tag beansprucht. Nicht mehr. Inklusive Einkauf und Hausarbeit. Wären wir vermessen, von unseren Herren die Einhaltung dieser Vorraussetzungen zu forden? Dann wäre auch Zeit für die anderen Grundbedürfnisse, Zeit dafür, dass jeder Mensch Gelegenheit hat, seine eigene, individuelle Lebensspur in dem Reich der Geschichte zu ziehen, Zeit, jenes Leben zu leben, für das Gott ihn in die Welt gesetzt hat – anstatt ein Leben zu führen, das völlig von den Nutznießern der „Leistungsgesellschaft“ determiniert wird, die ständig nach mehr und mehr und immer mehr verlangen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen – außer jener, dass sie uns nicht verhungern lassen, wenn wir uns ihren Unwillen zuziehen … was sich in Deutschland seit Einführung der Hartz-IV-Gesetze auch geändert hat.

Fragen wir doch mal die Menschen selbst, was sie von dieser „Arbeit“ halten.

Der „Spiegel“, Haus- und Hofblatt der Leistungsträgergesellschaft, präsentierte kürzlich einen Artikel – ganz im Sinne der „Kolonialisierung des Bewusstseins“ – der uns mit erstaunlichen Erkenntnissen konfrontierte (siehe Spiegel):

„Millionen Deutsche wollen mehr arbeiten“

26757 Leser beteiligten sich an der Umfrage – jene Leser, die ganz gut im Geldfluss stehen, weshalb Spiegel-Online je sehr gut verdient mit Artikeln und Anzeigen über Reisen und Luxusgüter. 21737 Leser (81,24%) gaben eine eindeutige Meinung zu dem Artikel ab … obwohl sie nicht zu den aussätzigen Arbeitslosen gehören (siehe Spiegel):

„Mehr arbeiten? Auf gar keinen Fall!“

Solche Ergebnisse fährt man ein, wenn „Kult“ auf „Mensch“ trifft.

Lachen Sie immer noch über die heiligen Kühe der Inder? Sie haben selbst eine im Zentrum Ihres Lebens stehen, um welche Sie täglich tanzen, ohne wirklich genau zu wissen, warum das so ist. Sie rudern wie ein psychisch kranker Galeerensklave immer weiter und schneller, damit der feiste Sack auf dem Oberdeck einen Geschwindigkeitsrausch bekommt, völlig überwältigt von der „Leistung“ seines Schiffes, für die er alle fürstlich lobt … und gerade mal so am Leben erhält, damit sie nicht tot am Ruder hängen.

Nicht zu ändern, meinen Sie? Alles zu groß und komplex? Vor allem für Sie?

Mumpitz. Wir können so etwas. Schauen Sie sich die Schifffahrt an: weltweit, zentral gesteuert haben wir den gesamten Warentransort von Stückgut auf Container umgestellt – im kommunistischen China, im kapitalistischen Amerika und in allen anderen Ländern der Welt. Stellen Sie sich mal vor, wir würden andere Lebensbereiche mit der gleichen Entschlossenheit, der gleichen Planung und Vernunft modernisieren – zum Beispiel um „Mensch“ von „entfremdeter Arbeit“ zu befreien…

Geschieht ja auch … nur werden Sie davon nichts haben: die Industrialisierung 4.0 wird allein in Deutschland 18 Millionen Arbeitsplätze abbauen und somit den Zugang zum Geldfluss und den Feldfrüchten für nochmal 18 Millionen Menschen versperren: ein Albtraumszenario, das Schritt für Schritt Realität wird (siehe Spiegel). Die Gebetsplätze für das Goldene Kalb werden sehr knapp werden – wenn wir nicht für unser natürliches Lebensrecht kämpfen … und die zentralen Versorgungselemente (Nahrung, Energie, Wasser, Wohnraum, Landbesitz) wieder in die eigene Hand nehmen.

Darf ich mal was biblisches zur Arbeit sagen? Nur, weil wir hier ja in einer christlich-abendländischen Kultur leben?

„Doch ist Arbeit auch der Bereich, in dem die Sünde am stärksten in Erscheinung tritt. Willkür, Gewalttat, Ungerechtigkeit und Raffgier machen die Arbeit zu einer erdrückenden Last für den Menschen und zu einer Quelle des Hasses und der Entzweihung“.

Das eigentlich positive Bild der Arbeit – die schöpferische und damit gottähnliche Tätigkeit, wird durch den fremdorganisierten Arbeitsprozess pervertiert.

„Dadurch, dass der Mensch zu Gott nein gesagt hat, hat er auch zu seiner Schöpfung und Schöpfungsordnung nein gesagt. Er hat sich gerade dort selbst in Frage gestellt, wo er schöpferisch tätig sein will. Er hat sich die Welt der Arbeit verfremdet. Dadurch ist sie unmenschlich geworden oder kann es jederzeit werden. So ist der Mensch gerade dort, wo er durch seine eigene Schöpfung am weitesten über sich hinauswächst, am meisten gefährdet. Er kann sich durch diese radikal in Frage stellen, ja vernichten.“ (aus: Praktisches Bibellexikon, Herder, 8.Auflage 1985, Seite 66).

Das war jetzt nicht Marx oder der böse Sozialismus, sondern … die Weisheit von Ziegenhirten aus dem ersten Jahrtausend vor Christi Geburt.

Und beschreibt unseren Alltag bis ins Detail. Und den Weg der „Minderleister“ nach Dachau.

Ich hoffe, das Lachen über heilige Kühe bleibt Ihnen jetzt im Halse stecken.

Ich fürchte nur: für diesen perversen, vernichtenden Kult gilt das gleiche wie für die Terrororganisation „Islamischer Staat“: mit der Yogamatte unter dem Arm werden wir ihn nicht los. Weiß man auch in den USA … weshalb man dort an gewaltfreiem Widerstand und Aktionen zum zivilen Ungehorsam im Rahmen einer Aktion „Demokratischer Frühling“ arbeitet.

Wann fangen Sie damit an?



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