Satire und Wahrheit

Politische Schach-Weltmeisterschaft

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Eingeladen wurden alle Grossnationen, welche dem Spiel mächtig sind. Allen voran Russland, dicht gefolgt von den Türken. China tut sich mit dem Aussehen der Spielfiguren noch schwer und die Amerikaner kennen Schach gar nicht, sie schicken dafür die Europäer.

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Während Israel den Spieltisch präpariert, treffen aus dem Nahen Osten die Figuren ein. Wer gegen wen antritt war schnell beschlossene Sache. Der Westen gegen den Osten. Die Medien verkaufen es als der Kampf „das Gute gegen das Böse“. In den Wettbüros hingegen tippen sie eher auf dumm gegen clever. Die Wettquoten sind in der Öffentlichkeit entsprechend.

Amerika will doch mitspielen, aber nicht offiziell. Sie schicken verdeckt die Bäuerin Ashton auf’s Feld und eröffnen so das Spiel. Russland zieht mit Bedacht und baut zuerst mal seine Verteidigung auf. Die Amerikaner, eigentlich immer noch nicht offiziell im Spiel, schicken den Läufer McCain los, um die Russen zu verwirren. Er soll Unruhe stiften. Der russische Präsident Putin übernimmt die Führung auf der Ostseite und lässt die Bauern in der Mitte des Spiels entscheiden, für welche Seite sie den Kopf hinhalten wollen. Nach einem kurzen Blick auf die Wett-Statistik ist der Fall klar. Der Westen antwortet mit unüberlegten Zügen, die ihn selber in seinen Absichten behindern. Das ist halt so wenn amerikanische Nichtspieler dreinreden, welche die Regeln nicht kennen. Sogar Flugzeuge wollen sie als Spielfiguren auf’s Brett bringen. Das geht nun gar nicht. Die Europäer schicken den Meinungs-Springer Steinmeier ins Feld, doch der hüpft in der Landschaft wiehernd umher und sucht nur seinen Stall.

Putin opfert unterdessen einen Bauern-Konvoi und amüsiert sich wie der Westen aufgescheucht reagiert. Sofort werden Türme in Stellung gebracht, die Dame Merkel positioniert und der König Holland versteckt sich hinter den Bauern an der rechten Front. Putin wartet , taktiert im Hintergrund. Die englische Figur Cameron möchte auch spielen und bekommt eins auf die Finger. Onkel Obama guckt ihn ganz böse an. Hillary Clinton wäre gerne die Königin gewesen, aber die Haarfarbe passte gerade nicht zum Spielfeld.

Nachdem der Westen mit seiner provokativen Spielweise den Osten nicht aus der Reserve locken konnte, probieren sie es mit Drohen. Läufer Jazenjuk und Springer Steinmeier sollen das übernehmen, decken sich gegenseitig und grinsen sich verliebt an. Die westliche Strategie wirkt laienhaft. Die Russen reagieren gereizt. Sie reklamieren, dass selbst im Welt-Schach schon Anfänger zugelassen werden. Die sollen zuerst mal die Grundregeln lernen bevor sie mit den Grossen mitspielen dürfen.

Im weiteren Spielverlauf schiebt Putin trotzig seine energiereichste Figur nach vorn und schneidet die nördliche Spielwiese von der Versorgung ab. Ein genialer Zug. Die Verbindung zu amerikanischen Öl-Produzenten hat sich ausgezahlt. Mit dem Lobbyisten Gus Pipeline weiss Putin einen mächtigen Verbündeten auf seiner Seite. Da sieht der Westen alt aus. Der hat seine Spielfiguren ziellos auf dem Feld verteilt. Sie rutschen wichtigtuend umher , stolpern aber erwartungsgemäss über die eigenen Figuren.

Das weltliche Publikum geniesst unterdessen die Werbeunterbrechung. Spannung pur. Auf dem Schachbrett sieht’s hingegen düster für den Westen aus. Doch anstatt die drohende Niederlage ehrenhaft zu akzeptieren, führen sie einfach neue Regeln ein, NATOll!

Die Jury in Den Haag sollte eigentlich für einen fairen Spielverlauf sorgen, aber sie haben den Arbeitgeber gewechselt. Sie sind nicht mehr für die Institution Recht und Ordnung tätig sondern hüten neu in den Schweizer Bergen die goldenen Kälber aus den Kuhställen in London und New York.

Die Partie gestaltet sich sehr einseitig. Der Osten taktiert mit cleveren Zügen und der Westen flattert wie ein aufgescheuchtes Huhn, begleitet von unverständlichem Geschnatter. Die Oberglucke Merkel legt sich selber ein Ei nach dem anderen, was dem heimischen Gockel Gabriel so ziemlich egal ist. Er stackst im hinteren Spielfeld hin und her und kann sich nicht so recht entscheiden, welcher kapitalistischen Henne er nachlaufen soll. Mit Schach hat das nichts zu tun.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Ausgang des Spiels von Anfang an vorhersehbar war. Der Westen versucht mit Schummelei und Irreführung den Osten zu besiegen. Während sich Putin von den Winkelzügen nicht irritieren lässt, setzen seine Figuren ihren Siegeszug fort. Der Westen, immer noch planlos, ziellos und eigentlich sinnlos, probiert mit Poker-Bluffs das Blatt zu wenden. Aber das Einzige was sich gewendet hat ist die öffentliche Meinung. Die Medien versuchen noch aus dem unkoordinierten Schach-Gewusel etwas Positives zu berichten, basteln sich Collagen zusammen mit der Hoffnung, dass das Volk dem hauseigenen Kleber auf den Leim geht.

Ein Ende des Spiels ist noch nicht abzusehen. Jede Partei taktiert nach ihren Möglichkeiten. Der Osten mit Gerissenheit und der Westen mit Dummheit. Die strategischen Lemminge in Brüssel fallen einer nach dem anderen vom Spielfeldrand, bis die Russen die ganze Spielwiese für sich alleine haben. Es bleibt zu hoffen, dass der Spielverlauf nicht bis ins heimische Wohnzimmer vordringt und der einfache Bürger sein Leben nicht einer leyernden Glucke anvertrauen muss. Denn der Ausgang eines Duells, deutsches Huhn gegen russischen Bären ist von vorneherein klar. Da braucht es keine Meisterschaft, sondern nur gesunden Menschenverstand.



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