Kolumne

Das Wort zum Alltag Nr. 11: Dritter Weltkrieg endlich offiziell bestätigt!

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Endlich ist es offiziell: wir haben den Dritten Weltkrieg. Endlich brauchen wir das nicht mehr hinter verschlossenen Türen in der Kantine zu flüstern, auf der Toilette verstohlen zu raunen oder kleine Klebezettel austauschen, um darüber zu reden. Wer nicht ganz dumm ist, merkt es ja schon lange: im Streit um ein paar kleine Inseln zwischen Japan und China geht es vor allem um die Blockierung der chinesischen Flotte, die im Falle einer Befestigung der Inseln durch Japan nicht mehr in den Pazifik kommt: dort was sozusagen das letzte Schlupfloch.

Im Streit mit Russland um die Ukraine geht es vor allem darum, Russlands Verteidigungsfähigkeit zu schwächen: gehört die Ukraine endgültig zur Nato, ist Russland nicht mehr zu verteidigen. Ein Schelm, wer Übles dabei denkt.

Die dritte Front im Weltkrieg gilt dem Islam – dem Großraum westlich von Russland und China. Wie zufällig purzeln da seit Jahren die Regierungen und hinterlassen ein Machtvakuum, in dem sich alles möglich bildet – nur keine menschenrechtsgerechten Strukturen.

Von allen drei Kriegen bekommen wir vor Ort nicht viel mit – wie mein Vater, der den zweiten Weltkrieg auf dem platten Land nahe Husum erlebte. Doch, wenn man nicht eingezogen wurde, dauerte es dort oben schon, bis man merkte, dass Krieg war – und das er vorbei war.

Wir merken die vierte Front: die gegen den Euro. Gegen China und Russland geht es militärisch, gegen den Islam ideologisch (wild tanzende Derwische sind zwar glücklich, aber konsumieren zu wenig – das gilt als Terrorismus, weil es den Konsum stört, der Steuergelder für den Panzerbau generieren soll, ebenso ist die andauernde Beterei extrem rentidefeindlich), gegen Europa wirtschaftlich. Der Euro ist der natürlich Feind des Dollar – und dem Dollar geht es gerade nicht gut. Also muss der Euro weg, weshalb man Goldman-Sachs-Personal in großem Umfang in Europa findet – bis hin zum Präsidenten der EZB, der jetzt eine Billion Euro für amerikanische Schrottpapiere ausgeben will.

Die vierte Front rückt uns gerade auf die Pelle, sie wird auch als Front „reich gegen arm“ beschrieben – ist aber auch eine eigenständige fünfte Front, die in den USA selbst tobt aber eher als Bürgerkrieg mit weltweiten Wirkungen zu deuten ist.

Und jetzt dürfen wir endlich offen darüber reden – was für eine Erleichterung – denn: der Gras hat es gesagt (siehe Spiegel):

„Wir befinden uns im Dritten Weltkrieg“

Ja – in Hannover findet ein „Intellektuellengipfel“ statt, die im November 2014 endlich erkennen, was die Hausfrau schon im Februar erkannte. Immerhin: noch haben wir Leute, die die Realität jenseits jeglicher Parteiname sprachlich abbilden können – was leider den Redaktionen im Lande nicht mehr so gut gelingt.

Der Gras weiß aber noch mehr:

„Nicht die Rechtsradikalen und nicht der Islam gefährden die Demokratie, sondern der um sich greifende Lobbyismus in Brüssel und hier bei uns.“

Jo – der macht die Kriege … an allen Fronten. Er sorgt dafür das erfolglose Pleitebanken Milliardengeschenke bekommen, während man gleichzeitig erfolglose Arbeitnehmer enteignet und in die Armut zwingt.

Vielleicht macht auch das so apathisch: der neue Weltkrieg hat einfach zu viele Fronten, als das man das ohne Intellektuellengipfel noch verstehen könnte.

DierVerlierer des neuen Weltkrieges steht übrigens auch schon fest: Europa.

Wie jedesmal.



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