Alltagsterror

Angriffe auf die Meinungsfreiheit im Nachrichtenspiegel – aktuell aus der Schweiz.

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Sonntag, 13.10.2013. Eifel. Sonntag – ein neblig trüber Tag. Eigentlich wollte ich heute etwas über das EGO schreiben. Der Terror des EGO ist in der Tat der schlimmste Feind des Glückes – und gern würde ich dem Glück zu Sieg verhelfen. Ist man einmal Gefangener dieses Dämons, gibt es keinen Frieden mehr – auch noch so viele Millionen können seinen Durst nach MEHR nicht stillen. Nur – heute fällt es mir schwer, Schönes und Kreatives zu schreiben, denn das erste was ich heute auf den Tisch bekam, war ein Drohung. Im Prinzip habe ich die Nase voll von Zickereien – eigentlich habe ich was anderes zu tun. Ich schaffe es noch nicht mal, alle lobenden Kommentare und E-Mails zu beantworten, noch mit allen Menschen in Kontakt zu bleiben, die mir lieb und teuer geworden sind. Einmal bin ich jetzt darauf eingestiegen – und es wird immer schlimmer. Scheint an der Zeit zu liegen.

Es gab schon mal eine Phase, da marschierten hier Rechtsradikale auf und drohten mit Hausbesuchen und unvergesslichen Erlebnissen: nicht gerade lustig für jemanden, der kleine Kinder betreut. Nun kenne ich den typischen Rechtsradikalen als Menschentypus nur zu gut: zumeist ist er ein Feigling mit großer Klappe, der dringend einen Führer mit Schlägern braucht. Nur brauchen die Führer mit Schlägern die Feiglinge nicht.

Ich muss auch gestehen, ihren Juden/Zionisten/Israelhass verstehe ich nicht. Ich habe den noch nie verstanden, seit der in Europa im 19. Jahrhundert losbrach und letztlich in der industriellen Massenvernichtung von Menschen endete. In Deutschland nimmt er seit dem Ende des letzten Krieges immer neuer verrückte Drehungen – der Staat reagiert endlich mal auf Volksverhetzung auf den Judenhass, darum nennt man Juden jetzt Zionisten, erklärt alle Bewohner Israels dazu und sitzt fortan schweigend und anklagend in der Gegend herum – darauf wartend, dass der Führer endlich seine Arbeit macht und Israel von der Landkarte radiert.

Was Israel in Palästina anstellt, ist grausam, unmenschlich – und unvermeidlich. Das sie dort angesiedelt wurden – nach schrecklichsten Verbrechen in Europa gegen dieses Volk (ja, nicht nur in Deutschland – wird auch gerne vergessen) – ist ebenfalls unvermeidlich. Außer Frankreich und Schweden wollte nach dem Krieg keiner die KZ-Insassen haben – und Frankreich kam gar nicht in Frage angesichts der Höchstleistung, die dieses Volk bei der Deportation von Juden erbracht hat.

Warum die Auswüchse gegen Palästinenser unvermeidlich sind? Diese Volk hat den Willen zur absoluten Vernichtung und die Folgen davon erleben müssen – und sollte in Israel ebenfalls von arabischen Armeen vernichtet werden. Ja, der „Jude“ besteht nicht nur aus ein paar Bankern und ein paar traumatisierten Soldaten, sondern aus vielen Millionen Frauen und Kindern – die manche wieder gerne in der Gaskammer sehen würden. Sie sind immer noch ein verfolgtes Volk, dass kurz vor der Vernichtung steht – nur derart bewaffnet, dass ihre Feinde nun selbst die Vernichtung erleben würden, die sie vorher so gerne gebracht hätten. Drolligerweise wird Israel dass dann auch noch vorgeworfen: sie sind inzwischen zu stark, als dass man sie auslöschen könnte: wie unverschämt.

Solche Mechanismen funktionieren mit allen Menschen, mit allen Völkern: drängt sie in die Ecke, quält sie, droht ihnen mit der absoluten Vernichtung und sie werden radikal – aus purem Überlebensinstinkt. Das Elend Palästinas ist nicht nur das Ergebnis israelischer Politik, sondern das Ergebnis eines Versagens der Weltgemeinschaft – einfach Druck auf Ägypten ausgeübt, dass die ihre Grenzen öffnen und massiv Handel mit Palästina treiben: der Wohlstand würde schnell Frieden bringen. Doch niemand protestiert dagegen, dass Ägypten die Grenzen schließt und Palästina aushungert – es gilt, den JUDEN zu vernichten, da ändert sich die Perspektive schnell. Niemand will dort wirklich Frieden – und gerne verdrängen alle, dass die Juden auch nicht freiwillig dort sind. Die sind da geboren worden – jedenfalls die allermeisten. Die haben so wenig Schuld an der Existenz Israels wie die meisten lebenden Deutschen an dem Holocaust – doch beide müssen die Folgen ausbaden.

Aller Antizionismus hat nur ein Ziel: diese Menschen auszulöschen. Die deutschen Gesetze verhindern nur diese Forderung deutlich, darum bleibt man lieber vorsichtig, um nicht wieder von der Polizei eine Hausdurchsuchung zu bekommen. Man brüllt nicht mehr „JUDA VERRECKE“ sondern klagt über das unerträgliche Leid Palästinas (das es nur deshalb gibt, weil schon früher alle „JUDA VERRECKE“ gebrüllt hatten – doch soweit denkt man nicht, das versaut einem nur die Lagerphantasien). Als Ersatz dafür hat man die antizionistische Kausalkette erfunden, oft nur schlecht abgegrenzt von der großen jüdischen Weltverschwörung, gezielt gefördert im Jahre 1990 durch Michael Kühnen – heute in „eingeweihten Kreisen“ Allgemeinwissen.

Eine der Quellen, der großen Zeugen für die jüdische Weltverschwörung ist Benjamin Freedman, ein selbst ernannter Ehrenarier und glühender Hilteranhänger. Einfach mal googeln: man findet dort eine vollständige Sammlung von rechtsradikalen Seiten, die Hitlers Judenpolitik in der Bundesrepublik fortsetzen wollen – sie haben mit ihrer Wühlarbeit auch erstaunlichen Erfolg: einfach den Fokus auf die Gewalt Israel gegen Palästina lenken – schon ist das Volk empört. Sieht man den größeren Zusammenhang, würde sich die Empörung schnell legen – doch der wird nicht mehr vermittelt.

Wir haben nun jemanden hier zu Gast gehabt, der uns diesen Freeman als Lektüre empfehlen wollte, ich habe daraufhin die rote Karte gezogen. Ja, in der Tat: ich bin nicht nur gegen Progrome gegen arbeitslose Rechtsradikale, sondern – Überraschung – auch gegen Progrome gegen Juden … selbst, wenn sie in Israel leben und dies schon immer wollten, weil sie es für die einzige Heimat halten, die ihnen auf diesem Planeten noch bleibt. Als Antwort auf diese rote Karte fand ich heute folgendes in meinem Maileingang – vom „Dude“, der sich hier weit entfernt von dem Bild, dass The Big Lebowski von diesem liebenswerten Charakter gezeichnet hatte:

Entweder Du entschuldigst Dich öffentlich für diese wiederholten, stinkfrechen und völlig aus der Luft gegriffenen Unterstellungen, die schon wie eine gezielte Diffamierungskampagne aussehen, oder Du kannst Dich auf eine Debatte gefasst machen, die sich gewaschen hat, und glaub mir, Du wirst gar nicht gut dabei wegkommen. Ähnlich wie es Juncker im Regulativ ergangen ist…

Sie wird nicht per Kommentar, sondern per Artikel vonstatten gehen.
Die Rohfassung steht schon (ca. 10 Stunden intensive Recherche-Arbeit), die Frage lautet jetzt, ob ich Dich mit zum Schwerpunktthema mache, oder mich schlicht nur auf den Zionismus, Denkverbote und üble Propaganda kombiniert mit Hetz- & Rufmordkampagenen lege.

Das liegt an Dir!

So lass ich mir nicht ans Bein pissen, nachdem ich es war, der Dir mit dem Hinweis auf den Link zu Magnus nur helfen wollte, auch wenn ich Dich  bisher sehr geschätzt, und hoch geachtet hatte… da hast Du dem falschen wiederholt ans Bein gepisst.

Also ich erwarte Deine öffentliche Entschuldigung auf diese gezielte Diffamierung von Dir Sonntag morgen.

mfG
D

Na, ehrlich: kann man danach noch etwas Erbauliches schreiben?

Da die öffentliche Debatte hier angedroht wurde, möchte ich sie gleich sofort hier beenden.

Dude: pack´ Deinen Nazischeiß ein und schleich Dich. Hier aufzumarschieren, rechtsradikale Legenden zu verbreiten und dann noch eine Entschuldigung dafür zu verlangen, dass man das nicht möchte, ist mehr als ungeheuerlich. Das noch mit einer Drohung zu versehen – ja, einem Ultimatum sogar: ja, das ist schon der echte Geist der braunen Kameradschaft.

Schreiben kannst Du gerne was Du willst – ich werde es unter keinen Umständen lesen und möchte Dich hier auch  nicht mehr sehen. Ich reagiere auf Angriffe auf unsere Autoren nicht generös und freundlich – und werde mir auch angewöhnen, dass bei Angriffen auf die Meinungs- und Pressefreiheit zu tun, die mir widerfahren.

Du kannst auch gerne mich zum Schwerpunktthema machen. Vielleicht interessiert das irgendjemand. Ich halte mich nicht für so wichtig, möchte aber niemanden davon abhalten, seine Phantasien auszuleben. Mich jedoch interessiert das überhaupt nicht – Du wirst also Selbstgespräche führen müssen.

Ich akzeptiere Meinungsfreiheit, halte sie für ein so hohes Gut, dass ich gelegentlich sogar den Dialog mit Rechtsradikalen führe. Der endet nur immer wieder bei der Frage, was denn jetzt konkret mit den jüdischen Menschen (oder den unjüdischen Bürgern dort) geschehen soll. Bis heute warte ich auf eine Antwort auf diese Frage – auch von Dir. Die Debatte endet immer genau dort – und mir ist schon klar, warum.

Auslöschung ist verlangt – und es gibt eine peinliche breite Front von angeblich kritischen Mitmenschen, die ihren kleinen Teil dazu beitragen, dass dies auch möglich wird. Ihr in der Schweiz kennt das nur aus Büchern, wir in Deutschland durften live erleben, wer alles darunter zu leiden hat, wenn der Mob wieder tobt: er wird auch nicht ziviler, bloß weil er Uniform trägt.

Ich bin nun jemand, der die Gefahr deutlich sieht, dass sich hier Geschichte wiederholt. Ich hätte früher nie gedacht, dass Deutsche zu Ausschwitz fähig sind – aber die Geschichte hat mich eines besseren belehrt. Antizionismus funktioniert letztlich nur mit Ausschwitzleugnung – eine leichte, kleine Kausalkette.  Ohne Ausschwitz (und die Progrome in Russland, Polen und dem übrigen Europa) müsste es Israel gar nicht geben – jetzt ist es die einzige Alternative zu Ausschwitz.

Diese Meinung hat zu einem unprovozierten Angriff durch Herrn Göller geführt. Klar hast Du mich darauf aufmerksam gemacht – und das war auch nicht unwichtig. Göller´s Pamphlet ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, zeugt von ganz schlechtem Stil und ist im Übrigen absolut sinn- und zwecklos. Klar, mein Name wird nicht genannt – aber die Bloggerwelt ist klein: Du wie andere auch wüssten schnell, wer gemeint ist. Im Übrigen stellt sich immer noch die Frage: was hat sich der Typ eigentlich dabei gedacht?

Diese Mail jedoch ist unter aller Sau – zeigt mir aber deutlich, dass die Zitate nicht unabsichtlich eingeschleust wurden.

Um es klar zu sagen: mit mir wird der Nachrichtenspiegel kein NS-Propagandablock. Und wer mir nach dem Warnschild hintenherum inhaltslose Drohungen schickt, den will ich hier nie wieder sehen. Muss ja auch nicht sein – die Welt ist groß genug.

Ich hoffe, dass das jetzt klar ist!

Es gibt genug NS-Freundschaftsseiten, wo diese Art von Propaganda gern gesehen wird – einfach mal Benjamin Freedman googeln  die  zitieren ihn oft und ausdauernd.

So, liebe Leser – das war mal ein Einblick in die Welt des Eifelphilosophen hinter den Kulissen. Habe noch viel mehr davon – aber widme dem normalerweise keine Aufmerksamkeit. Aber ihr habt Recht mit eurer Warnung – es bleibt nicht alles in den Klamotten hängen. Vielen Dank also für die vielen freundlichen und aufbauenden Mails zu diesem Thema. Wir überlegen gerade intern, wie wir mit diesem Dreck umgehen sollen, was wohl auch langsam nötig wird: gerade heute habe ich gemerkt, dass der Dreck anfängt, dir Kreativität zu stören. Ich hätte lieber etwas Anderes geschrieben, dachte aber: dieser Psychoterror muss langsam mal an die Öffentlichkeit. Vielleicht hört er ja dann auf, wenn man diesen Gestalten die Heimlichkeit nimmt? Ich weiß, viele stören sich ob der Zickereien, aber im Falle von Göller und Dude sind es Angriffe auf die Meinungsfreiheit – das ist kein Spaß mehr. Göller sät hintenherum Misstrauen – ohne Grund, Dude fordert die Freiheit zur ungestörten Verbreitung von Nazipropaganda – das sind keine Kleinigkeiten mehr, das sind ernsthafte Angriffe auf die Pressefreiheit – von denen, die vorgeben, es besser zu wissen. Andererseits – sollten wir die Bude hier vielleicht lieber dicht machen: je erfolgreicher wir werden, umso mehr werden „Freunde“ zu „Neidern“ und Kollegen zu „Konkurrenz“. Das liegt an der Philosophie des „EGO“, die friedliches Miteinander unmöglich macht. Aber vielleicht finden wir nochmal Zeit, darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Schönen Sonntag noch!

 

 



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