Politik

Miteinander oder Kannibalismus – wir entscheiden JETZT! … auch über Zwangsarbeit für Rentner.

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Mittwoch, 15.5.2013. Eifel. Man sollte sich keine Gedanken über die Zukunft der Welt machen. Wirklich nicht. Das versaut einem den Tag. Schon Gedanken über die Zukunft Deutschlands können übel enden, wenn man merkt, dass sogar konservative Medien der Jugend nur noch zur Flucht raten. Die Jugend – ja, die hat sich ja jetzt getroffen … auf der re:publika. Ich musste erstmal schauen, was das eigentlich ist: Gott sei Dank weiß Wikipedia ja alles.

Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Web 2.0, speziell Weblogs, soziale Medien und die Digitale Gesellschaft.

Spannend auch die Partner:  Deutsche Bank, Spiegel-online, ZDF, Daimler, Microsoft und der Finanzblog. Schon ein Grund, sich wieder umzudrehen und den Saal postwendend zu verlassen.

Wer den Saal nicht verlassen hat, war Professor Gunther Dueck. Wäre auch für mich ein guter Grund gewesen dort zu bleiben, weil er in meinen Augen einer der wichtigsten deutschen Denker ist – und ich seine Ansichten gerne auch mal für alternativlos halte.

Seinen Vortrag gibt es hier – für alle, die nicht dabei waren:

Man merkt – in Deutschland wird wieder gedacht. Man merkt auch … all zu viele denken noch daneben.  Die Probleme der Gegenwart lösen wir nicht mit einem Gegeneinander, sondern nur mit einem Miteinander.

Hören wir nochmal Professor Dueck – hier in seinem Blog „Omnisophie“: 

Sie schreien sich an, sie positionieren und verkaufen sich, sie diskutieren und zerfetzen die Argumente der Gegner, sie leiden im Grunde an wahrscheinlich schon unbewussten, internalisierten Glaubenssätzen. Was nicht stattfindet – kaum noch jemals – ist ein Diskurs, ein Miteinanderreden über die Glaubenssätze und Grundüberzeugungen der/des jeweils Anderen und der konstruktive Versuch, etwas Gemeinsames daraus für ein gemeinsames Leben zu finden.

Das ist unsere moderne Kultur. Von der Qualität weit hinter den ersten Stämmen der Neandertaler zurück, die sich nur durch ein Miteinander gegen Säbelzahntiger und Höhlenbär durchsetzen konnten.

Jede Talkshow pflegt diese Kultur, das ganze politische System ist darauf geeicht, die ganze Wirtschaft läuft nach diesem Programm – man nennt es Wettbewerb im Sinne eines „fressen und gefressen werden“, jener Welt des Thomas Hobbes, die nur durch einen König mit Gewalt zum Frieden gezwungen werden kann.

Man sieht also, was am Ende unserer geisteswissenschaftlichen Kultur stehen wird: ein König – und zwar ein fieser. Mit Hitler haben wir da schon mal einen ersten Versuch gemacht.

Aber auch im Miteinander wird das egozentrische Gegeneinander Formen annehmen, die uns eine Kultur beschert, die gruseliger ist als alles, was die Menschheit bislang ausgebrütet hat. Der Spiegel zeigt, wo wir landen werden, wenn wir nicht innehalten:

Auf den Bildern ist zu sehen, wie Chaled al-Hamad, sich über die Leiche eines syrischen Soldaten beugt. Er hat ein Messer in der Hand und schneidet damit in die Leiche, wieder und wieder. Der Rebellenchef schneidet das Herz des Soldaten heraus. Dann wendet er sich von der Leiche ab und schaut mit dem Messer und Organen in den Händen in Richtung der Kamera. „Ich schwöre, wir werden euer Herz und eure Leber essen, ihr Soldaten von Baschar al-Assad, dem Hund!“, droht der Mann in die Kamera. Dann beißt er in das Herz hinein.

Lese ich in gewissen Sozialforen über das, was Hartz-IV-Abhängige gerne ihrem Fallmanager antun möchten, dann denke ich: wir sind nicht mehr weit davon entfernt. Syrien liegt direkt neben der Türkei, diese neben Griechenland und von dort aus ist man schnell in Europa – auch die aktuellen Kannibalen sind nicht mehr weit entfernt. Saudi-Arabien, die Türkei und die Nato helfen den Kannibalen nun, die Macht in Syrien zu erkämpfen – was werden die wohl tun, wenn sie sie haben?

Erlischt der Appetit auf Menschenfleisch?

Scheußliche Sache, oder? Würde man am liebsten nicht wahr haben wollen, am liebsten sofort vergessen.

Ist aber Realität, gleich hinter der Türkei, die neben Griechenland liegt.

Kriege sind immer grausam, doch gerade Bürgerkriege gleiten häufig in unvorstellbare Brutalität ab. Sie folgen oft der Logik von Vernichtungskriegen, in denen die eine Seite die Gegenseite auslöschen will. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Die Verbrechen der jeweils anderen Seite werden gerächt, Auge um Auge.

Gut das wir das wissen. Aber: warum provozieren wir dann in Deutschland Bürgerkriege? Die Schere zwischen arm und reich geht eh´ schon sehr weit auseinander, doch was machen die angeblich so verantwortungsvollen staatstragenden Parteien?

Gießen Öl ins Feuer, siehe Rheinische Post via Finanzen-Net:

Es gehe heute nicht mehr um eine Abschreckungsstrategie und Massenarbeitslosigkeit, sondern um die Frage, wie sich in der demographischen Entwicklung mehr Potentiale für den Arbeitsmarkt nutzen ließen. „Wir sollten die verschiedenen Unterstützungsleistungen wie das Sozialgeld und die Kosten der Unterkunft zusammenfassen und diese mit einem obligatorischen Qualifizierungs- oder Beschäftigungsangebot kombinieren, sofern nicht Familienarbeit oder Krankheit dem entgegenstehen“, sagte Schummer.

„Abschreckungsstrategie“ – des Staates gegen das Volk. So weit sind wir schon, das kann man inzwischen öffentlich sagen, ohne Landfriedensbruch verhaftet zu werden.

Was geplant wird? „Friss oder stirb!“ – ich übersetze mal auf Deutsch, was mit der kombinierten (und damit auch gekürzten) „Sozialleistung“ und dem „obligatorischen“ Angeboten gemeint ist. Ach ja – obligatorisch ist ein Fremdwort, Übersetzung gibt es bei Fremdwort.de

verpflichtend, verbindlich, vorgeschrieben, zwingend erforderlich (Herkunft: von dem lateinischen Verb obligare la „anbinden, verbindlich machen, verpflichten“ )

Das ist die offene geforderte Einführung der Zwangsarbeit für Alte.  Man spricht hier übrigens nicht explizit über „Hartz IV“, sondern über „Sozialgeld“, worunter man streng genommen auch die Rente fassen kann – nur so kann man in der demographischen Entwicklung mehr Potential für den Arbeitsmarkt nützlich machen.

Wo bitte schön soll uns das hinführen?

In die Welt des Gegeneinanders, eines Gegeneinanders, das letztlich Typen wie Chaled al-Hamat produziert, der dann in Deutschland als Mitarbeiter einer Arbeitslosenjagdbehörde arbeitsscheuen Rentnern das Herz herausreißt um es zu verspeisen.

Gruselig, ich weiß.

Man muss aber nur konsequent weiterdenken, sehen, wie viel Hass dieses Gegeneinander produziert, um zu solchen Exzessen zu kommen, die auch in Deutschland möglich sind.

Es wird auch kein „dazwischen“ geben – die politische Parteigewalt hat ihre Pläne offenbart.

Es geht nicht mehr um „Abschreckung“, es geht um Krieg – wie immer, wenn die Abschreckung nicht mehr ausreicht.

Um einen Vernichtungskrieg.

Schön wäre es, wenn man sagen könnte: auf der re:publika haben das alle verstanden. Wenigstens dort.

Solche Gedanken, Schlüsse und Verknüpfungen sind es dann auch, weshalb ich sage: Schluß jetzt mit dem Gegeneinander. Wir brauchen ein Ende der Zankereien, jetzt gilt es erstmal, das gesellschaftliche Betriebssystem zu sichern, Werte wir Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Wohlstand.

Die Sozialpolitiker der Union sind dabei, diese Werte in großem Maßstab zu vernichten und die „Nützlichkeit“ und „Verwertbarkeit“ des Menschen in den Vordergrund zu stellen – das wird noch mehr Hass säen.

Nur noch wenige Jahre, dann wird man merken, das „Rentner“ auch nur „Arbeitslose“ sind – versprochen! Ist ja im Prinzip jetzt schon so weit, Rente mit 67, 69, 70 oder 80 Jahren sind schon im Gespräch, dann kann man mit 78 noch zum Bewerbungstraining.

Oder aber – man sammelt sich und erinnert mal die politische Minderheit in diesem Land an unseren Gesellschaftsvertrag. Deshalb haben wir diesen Ort geschaffen:

https://www.facebook.com/pages/5-Sterne-f%C3%BCr-Deutschland/406816509426630

Keine Partei, keine Gewerkschaft, kein Verband – sondern nur eine Demonstration ganz normaler Bürger, die daran erinnern wollen, dass wir Steuern nicht nur dafür zahlen, dass Geld hemmungslos zum Fenster herausgeworfen werden kann, sondern auch dafür, das gewisse sittliche Normen und Werte angestrebt werden: Wohlstand, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit.

Wir brauchen keine neue Partei, wir brauchen eine neue Kultur – die genau genommen nur die ist, die die Väter des Grundgesetzes im Auge hatten. Wir waren auch schon mal auf einem guten Weg dahin, hin zu „mehr Demokratie“.  Leider hat wohl das viele Geld unseren Abgeordneten und Berufspolitikern das Hirn vernebelt.

Stimmt der Kurs wieder, kann man sich in Ruhe wieder dem kleinlichen Parteien- und Verbandsgezänk zuwenden, das in Talkshows schon jetzt rund um die Uhr intensiv gepflegt wird.

Zuvor brauchen wir jedoch wieder mal etwas Lebenserhaltendes aus der Steinzeit: Gemeinschaft, Verständnis, Miteinander.

Oder wir stürzen uns in die Welt des Gegeneinanders, wo wir die Herzen unserer Feinde essen – egal, welcher Partei die nun gerade angehören. Scheint auch Spaß zu machen. Diese Freiheit kann uns keiner nehmen. Mit Frieden, Wohlstand, Gerechtigkeit und Sicherheit kollidiert diese Zukunftsoption sehr … aber darum haben wir ja auch fünf Werte und nicht nur einen.

 

 

 



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