Politik

Inge Hannemann … eine Gegendarstellung – auch zu anderen Aspekten

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Dienstag, 23.4.2013. Eifel. Der Philosoph ist wohl der einzige Mensch, der sich mit der Wahrheit schwer tut. Er liebt sie (daher kommt ja auch der Begriff, den mal als Liebender der Wahrheit übersetzen könnte), und das gebietet einen äußerst respektvollen Umgang mit ihr. Das führt zum Teil zu einem äußerst komplizierten Umgang mit der politischen Realität – erst Recht, wenn man politisch Stellung bezieht.

Im Fall Boes habe ich das getan – und schnell gemerkt, das ich in sehr irritierende Sphären komme. Ach – gäbe es in dieser Welt doch nur klares Licht und finsteres Dunkel – es wäre leicht, sich zu orientieren. Und langweilig.

Nun habe ich mich für Inge Hannemann eingesetzt und tue es weiterhin, weil in diesem Fall das Verhalten des Arbeitgebers in der Beurteilung der Situation wichtiger ist als die Person, allerdings fand ich einen Kommentar von Michael Ehrhardt bei Facebook, der sehr irritierend war.

Nun gut – man kann sagen: was interessiert  mich das Geplauder auf Facebook. Laß´ die Leute doch reden.

Doch hier … springt wieder die Liebe zur Wahrheit hoch. Sträflich wäre es hier, eine Seite zu zeigen – und anderes aus politischen Gründen (weil´s einem gerade so paßt) zu vernachlässigen.

Da nicht alle Facebook lesen können, erlaube ich mir, den Beitrag hier hineinzustellen.

In einem halben Jahr, wenn die Lemminge sich von den Klippen in den Tod gestürzt haben, ist es vorbei. Die Dame hat sich für mich von Anfang an unglaubwürdig gemacht. Sie hat alle die sich seit bekanntwerden von Hartz-IV mit aller Macht gegen diese Sauerei gestemmt haben, vor den Bug geschossen (man verzeihe mir diesen militarisierten ausdruck). Sie hat es nicht für wichtig erachtet sich mit dem Widerstand vieler Beistände, die Tag für Tag unentgeltlich und aus reiner Freude und Hilfsbereischaft mit den Menschen zu den Jobcentern gegangen sind, zu solidarisieren. Sie hat es noch nicht einmal auf die Reihe gebracht, dass sie sich mit Nazis zusammen in einer Radiosendung befand und ihnen auch noch recht gab, als die was von BRD GmbH und BRD Verwaltung daherfantasierten. Sie hat einer Bloggerin mit einer Unterlassungserklärung nach dem BGB gedroht, weil sie ein Video von meinem LaberrhabarberPF Kanal bei YouTube auf ihrem Blog verlinkt hatte und hat YouTube mich anschreiben lassen, dass ich das Video löschen solle, weil sonst mein Kanal geschlossen würde. Nur weil ich behauptete sie sei eine Fallmanagerin und gehöre möglicherweise zu der Charmeoffensive des Herrn Alt. Ein paar Tage später erschien in der taz ein Artikel mit und über sie, indem sie als Fallmanagerin bezeichnet wurde. Daraufhin habe ich sie auf meiner Chronic aufgefordert der taz eine Unterlassungserklärung nach dem BGB anzudrohen, wenn sie die Bezeichnung Fallmanager_In nicht aus dem Artikel streiche und es durch Arbeitsvermittlerin ersetze. Dazu erklärte Frau Hannemann auf ihrer Chronic, dass der zuständige Redakteur der taz versucht habe sie vor der Veröffentlichung des Artikels telefonisch zu erreichen, um alles nocheinmal abzuklären. Leider schlug das fehl, weil Sie, Inge Hannemann gerade zu dieser Zeit mit zwei Telefonen gleichzeitig telefoniert habe. Sie hat sich für mich von Anfang an und durch ihr weiteres Verhalten danach völlig unglaubwürdig gemacht. Und das nun noch eine Petition erstellt wurde nachdem Frau Hannemann freigestellt wurde, in der sämtliche Rücknahmen der Sanktionen gegen sie gefordert werden das zeugt davon, dass die JüngerInnen vor Verblendung blind geworden sind. Diese Frau geht mit vollen Bezügen in die Freistellung. Sie wird keinen Hunger leiden müssen, so wie die vielen Hundertausenden von Hartz-IV BezieherInnen. Sie hat diesen Weg gewählt und wusste von Anfang an, dass dies passieren würde. Da sie ja nebenberuflich Journalistin ist, wird sie ihre gesammelten Informationen in der „Szene“ sicher gut nutzen können um sich mit Büchern zu und über Hartz-IV vom Hunger fernzuhalten.

Was geschieht da jetzt? Eine False-Flag-Operation? Der Paranoia ist wieder keine Grenze gesetzt. Gut, das wir da nicht urteilen müssen – das wäre sehr kompliziert.

Ich selbst merke bei mir, das ich zu schnell für Menschen Partei ergreife, die soziale Missstände verhindern wollen. Nicht mehr lange und ich stehe womöglich mitten in einem Haufen hakenkreuztragender Glatzköpfe, die ihr Geld lieber anders als durch Hartz IV bekommen wollen – bis zur großen nationalen Revolution.

Sowieso bin ich zunehmend irritiert über die ganze „Szene“ und stelle die Kommunikation da auch großflächig ein, bevor ich noch zu der Meinung vieler komme, das „die“ zurecht Hartz IV bekommen. Nach vielen, langen und persönlichen E-Mails hat Frau Brigitte Vallenthin mir die Freundschaft gekündigt – bei Facebook, was nicht viel heißen will. Die Veröffentlichung der Gegendarstellung der Diana Aman war auf extreme Ungnade gefallen, wie man mir dann per Mail mitgeteilt hatte. Hier schummelt sie aber noch gerne Kommentare mit der Anrede „Lieber Eifelphilosoph“ hinein. Wie wirkt das wohl auf jemanden, der die Wahrheit liebt?

Leser Werner hat zu einem anderen Beitrag einen Kommentar geschrieben, der andere Dimensionen des Falles Hannemann aufzeigt:

 “es geht darum Kritiker am System auszumachen und diese dann kalt zu stellen”.

Ich kann nicht umhin, manche seiner Beobachtungen zu teilen:

Deine Kampagne Hartz4 Lobbyismus von vor knapp 2 Jahren verlief im Sand, weil ausgerechnet die, von denen du glaubts, dass sie unterpriveligiert sind, es sich in dieser Nische ganz lecker eingerichtet haben.

Nun, OP 100 haben wir aus technischen Gründen schließen müssen – und ich gestehe offen: ganz persönlich kam mir das ganz recht. Es ist die Aufgabe des Philosophen, die Welt zu verändern, sagt Marx – und für staatlich ausgebildete Philosophen sollte das sicherlich gelten: wir haben unsere Ausbildung vom Bürger bekommen und sollten ihm etwas dafür zurückgeben.  Andererseits habe ich persönlich einen durchgehenden Arbeitstag von 6-22.00 Uhr – und wenn da mal zweihundert E-Mails kommen, bin ich sofort überfordert.  Ich gestehe aber auch: dafür, das Hartz IV ja so große Not hervorrufen soll, war das Echo … sehr dürftig – wie immer, wenn es um Taten statt Worte geht.

Geht es um Gejammer über Hartz IV, ist das Echo viel größer. Leser Werner urteilt wie folgt:

H4 ist ein weiches staatlich alimentiertes Nest für alle die, die es sich verstehen, darin bequem zu machen

Das wäre eine mögliche Erklärung. Ich kenne solche Fälle. Bei Hartz-IV-Abhängigen nennt man das Faulheit, bei Managern „Burn-out“. Ist die gleiche Krankheit, aber die Bewertung ist eine andere. Mit Hartz IV hat man eine enorme Managementleistung zu erbringen – ohne die Ausbildung dazu zu haben. Viele scheitern deshalb daran – und müssen hungern. Weich und bequem ist das nicht. Die staatliche verordnete Einschränkung der Bürgerrechte ist auf jeden Fall weder weich noch bequem, sondern äußerst bedrohlich.

Andererseits – ist es schon verwunderlich, das zehn Jahre nach Hartz IV immer noch keine Autobahnen blockiert werden. Kann sein, das die Not noch nicht groß genug ist.  Oder der klassische „Hartzer“ (was für ein schreckliches Wort) ist wirklich faul, dumm und gefräßig, weshalb er weder zur Arbeit noch zum Widerstand zu motivieren ist.

Und da merke ich: ich arbeite ja den Neoliberalen in diesem Lande direkt zu. Sie brauchen nur zu schauen, wie oft ich (und viele andere) schon zur Reaktion aufgerufen haben und auf das Echo hinzuweisen: schon haben sie einen Beweis für ihre These, das das Prekariat Druck braucht, weil es sonst nur bei RTL herumhängt.

Wie peinlich. Das hatte ich nun gar nicht beabsichtigt.

In einer Welt, in der die Lüge triumphiert, ist es schwierig, seine Liebe zur Wahrheit zu leben, merke ich gerade.

Was gestern noch wahr war, entpuppt sich morgen als Falle des politischen Gegners.

Denkt man das weiter durch, fängt man an, sogar dem Wetter zu misstrauen. Na ja … Frühling sah wirklich schon mal anders aus.

Nun – ich danke Inge Hannemann trotzdem für Ihren Einsatz – und Leser Werner für seine kritischen Kommentare.

Über weitere Entwicklungen, Veränderungen und Mutationen der Wahrheit halte ich gerne auch weiter auf dem Laufenden … sofern das möglich ist.

Wahrheiten verändern sich heute manchmal schon so schnell, das sie schon zur Lüge geworden sind, wenn man nur kurz Kaffee kochen war.  So wird aus dem Deregulator Steinbrück auf einmal der Kämpfer für die Bankenregulation … ohne das sich noch einer groß wundert.  Na, ist bei Jörg Asmussen ja ebenso der Fall – und das interessiert auch keinen.

Und der soll jetzt Kanzler werden.

Na, ich glaube: die meisten von uns gewöhnen sich an solche Zustände. Mir … fällt das schwer, das gebe ich zu.

Aber das ist ja Gott sei Dank nur mein Problem.



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