Feuilleton

Wie der deutsche Millionär am Weltuntergang arbeitet … über „satanic klima killers“ und ihre Leistungen

Von hier aus gelangen Sie auf die Autorenseite von und koennen alle kommenen Artikel mit "Link speichern unter" abonieren.

Donnerstag, 21.6.2012. Eifel. Sechs Monate noch bis zum Weltuntergang – nach Maya. Ich war bislang immer ein entschiedener Gegner dieser Apokalyptik, muss jedoch momentan sagen: wir sind voll auf Kurs – und wahrscheinlich geht es auch gar nicht anders. Nach reiflicher Überlegung, Erwägung aller Alternativen und Screening aller verfügbaren Ressourcen haben Experten einhellig festgestellt, das der Mensch an sich überhaupt nicht mehr zu finanzieren ist. Die Finanzierung der Menschheit als solcher wird somit am 21.12.2012 nach einstimmiger Überzeugung aller am Entscheidungsprozess beteiligten Fachleute eingestellt. Um zu gucken, was dann so passiert, experimentiert man gerade mit Griechenland ein wenig herum, die Ergebnisse überzeugen so sehr, das man das Erfolgsprogramm nun auch Spanien ausweitet, bis es dann letztlich weltweit zum Erfolg führt: der globale Suizid der Menschheit zum Zwecke der Sanierung ALLER Bilanzen. Es gibt sogar Menschen, die jetzt schon fleissig daran arbeiten: die Deutschen – und zwar nicht nur die Merkel, siehe Handelsblatt:

Der statistische Trend ist eindeutig: Die Deutschen kaufen im Durchschnitt – und allen Debatten um das Weltklima zum Trotz -, immer stärkere Neuwagen. So hatten laut der Statistik des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg die zwischen Januar und April in Deutschland neu zugelassenen PKW 2011 eine durchschnittliche Leistung von 134 PS – und damit so viel wie nie zuvor. Im gesamten Jahr 2011 lag der Wert bei 130 Pferdestärken. 

Cool, oder? Die deutsche Leistungselite arbeitet mit Hochdruck am Weltuntergang, zeigt dem Rest der klimageplagten Menschheit den Stinkefinger und vergiftet das Klima in ständig wachsendem Maße. Die Politik hat den Rahmen der Wirtschaft inzwischen so gestaltet, das wir tagtäglich mehr dieser Irren produzieren. So berichtet der Spiegel, das sich die Zahl der deutschen Millionäre trotz Krise im internationalen Vergleich überdurchschnittlich vermehrt hat.

Wenn man sich fragt, woher nun dieses viele Geld kommt, ist die Antwort einfach: von der Bank. Von der europäischen Zentralbank. Die gibt den Privatbanken 1 000 000 000 000 Euro für ein Prozent Zinsen, das die dann wiederum für Rekordzinsen an Länder verleihen, die sich wiederum verschulden, um ihre EZB-Beiträge zu bezahlen. Laut Spiegel zahlt Spanien aktuell 6 %, Tendenz: rasant steigend.

Das ist ein tolles System, an dem viele unmoralische, asoziale Individuen in Staat und Wirtschaft Millionen verdienen, die sie dann in Klimakiller investieren.

Trotzdem darf man SUV´s nicht in Ausübung von Notwehr mit Panzerfäusten beschießen – dafür sorgt der Staat, die Dienstleistungsagentur für Besserverdienende.

Man wird sich wohl nur noch in den dunkelsten Ecken des Katholizismus daran erinnern, das man solche gesellschaftlichen Mechanismen eindeutig satanisch nennen muss, weil ihr Bestreben ganz konträr zu allen (auch weltlichen) menschlichen Werten verläuft. Es wäre nur im Wortsinne normal zu nennen, wenn SUV´s in Zukunft SKK´s genannt werden: satanic klima killers. Aufkleber mit diesem Titel könnte man aber auch zurecht an jedes Kreuzfahrtschiff und jedes Flugzeug heften, das den deutschen Gutbürger Tag für Tag zwecks Verseuchung auch der letzten natürlichen Ressourcen in die Ferne befördert.

Das System muss natürlich auch weiterhin finanziert werden, sonst überleben wir nachher noch den aus finanziellen Gründen notwendig gewordenen Weltuntergang – aber daran arbeiten wir ja fleissig.

So melden die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, das Spanien eigentlich eher 300 000 000 000 Euro als 100 000 000 000 braucht, während Italiens Mario Monti (vormals Goldman Sachs, jetzt Goldgrube) schon mal nach 400 000 000 000 greift, die bei den Rettungsschirmen noch für schlimme Notfälle zur Verfügung stehen. Jenseits dieser Wahnsinnssummen kämpfen Kretas Gemüseproduzenten noch gegen den Weltuntergang an, in dem sie der prinzipiell stinkreichen griechischen Reedernation 25 Tonnen Obst und Gemüse schenken, damit die Hauptstädter nicht verhungern.

Währenddessen können wir Deutschen uns schon mal auf das Ende des Jahres freuen, wenn unsere politische und wirtschaftliche Gurkentruppe uns eine gesamtgesellschaftliche Rechnung von bis zu 4 000 000 000 000 Euro (siehe Spiegel) präsentiert, vor der wir als Nation nur noch kapitulieren können.

Natürlich nehmen auch in Deutschland die Zeichen der finanziellen Apokalypse zu … einer Apokalypse, der das Massensterben auf dem Fuße folgen wird, weil die fragilen Liefersysteme für Grundnahrungsmittel zu schwerfällig sind, um schnell genug auf den finanziellen Kollaps reagieren zu können … von den Kretern vielleicht mal abgesehen. Anders als die Leistungsträger vorleben, kann man nämlich Geld nicht essen – noch einatmen. Aber – solche Wahrheiten gelten mitlerweile ja schon als Verschwörungstheorie von Sozialromantikern, die noch nicht verstanden haben, das der Mensch nur von und fürs Geld allein lebt.

Währenddessen jubeln wir alle ob Deutschlands glorreicher Zukunft: der ZEW-Index meldet Rekordeinbrüche, der Export bricht weg und die erste Ratingagentur bewegt folgerichtig auch aufgrund der drohenden Rettungsverpflichtungen oder Sparkatastrophen Deutschland Richtung Ramsch, womit die Frage von Wiwo, wann Deutschland ins Visier der Ratingkiller kommt, beantwortet ist: gestern!

Das dies ein weltweiter Trend ist, kann man dem Blog von Markus Gärtner entnehmen, der einen Spaziergang am Ende des Zeitalters unternommen hat, einen Spaziergang, der über Revolutionen, kommende dunkle Zeitalter und die Totalpleite des Mittelstandes zugunsten der Millionärszüchtung aufklärt – bei gleichzeitigem Ende von Aufklärung, Demokratie und Menschlichkeit.

Wenn das mal nicht satanisch ist.

Warum es soweit gekommen ist?

Nun, darüber informiert kurz vor Toresschluss die Tagesschau:

Die Staatsgewalt geht vom Volk aus, um dann von spezialisierten Organen wahrgenommen zu werden. Auch das Volk kann glücklicherweise im demokratischen Verfassungsstaat nicht tun und lassen, was es will. Durch Wahlen und Repräsentationen ergibt sich der riesige Vorteil, dass sich professionalisierte Personen ständig mit diesen Fragen befassen.

Und genau jene „professionalisierten Personen“, die Deutschland „glücklicherweise“ vor der Dummheit des gemeinen Volkes schützen, fahren jene Automobile, die uns dem klimatischen Kollaps immer näher bringen, beschließen jene Gesetze, die uns entmündigen und drangsalieren und basteln eifrig an einer Wirtschaftsordnung die sie – und zwar nur sie – mit Geld überschütten, während der Rest auf Gemüsespenden aus Kreta warten muss.

Am Ende der Zeiten werden wir dann merken, das in jedem Auto mit großem Auspuff auch ein großes Arschloch saß … dessen Expertentum in erster Linie im „Arschloch sein“ bestand.

Dann aber … ist es schon lange viel zu spät.

Gut für die Käferzivilisation, die nach uns kommt – was mich zu der Frage führt: hatten die Dinosaurier vielleicht auch „professionalisierte Personen“, die sie glücklicherweise vor sich selbst beschützt haben?

 

 

 

 

 

 



Die letzten 100 Artikel