Der Rest

Herr Müller auf Shopping Tour

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„Der Molkereiriese Müller baut sein Imperium aus. Das bayerische Unternehmen kauft den britischen Milchkonzern Robert Wiseman Dairies. Dieser hat in Großbritannien nach eigenen Angaben einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent“…….., so Pressemeldungen der vergangenen Tage.

Immer GRÖßER, ob Notwendig oder nicht und koste was es wolle.

Da fällt mir doch ein etwas länger, zurückliegender Beitrag zu Herrn Müller ein, den ich gerne in Erinnerung rufen möchte.

Der Herr Müller kommt aus Aretsried, dass liegt in Bayern, also ganz im Süden. Der Herr Müller ist Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Na ja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hatte.

Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, dass ist ganz im Osten. Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.

Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller ein Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.
Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der EU in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen EURO geschickt. 70 Millionen EURO, dass ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt. Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt.

HURA HERR MÜLLER !

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte. Na ja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der EU aus Brüssel haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller?
In Niedersachsen, dass ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeitsplätze verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen EURO bekommen. Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wisst ihr, dass Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen EURO bekommen hat. Da lacht der Herr Müller, natürlich nur, wenn niemand hinsieht.

Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jeden, wie schlecht es ihm geht. Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller. Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, dass ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Becher. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe.

Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, dass wissen wir alle. Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer, wie der Herr Müller, nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muss ich euch sagen, dass man so etwas nicht tut. Wenn ihr das nächste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen von Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einen Unternehmer hergestellt, für den der Begriff „soziale Verantwortung“ noch eine Bedeutung hat.

Und alle an denen DAS noch vorbeigegangen ist, der gute Herr Müller unterstützt seit Jahren die NPD durch Parteispenden-die ist nämlich sein guter Freund. Noch ein wichtiger Grund die Sachen im Regal stehen zu lassen. Ach übrigens, da fällt mir ja ein, der Herr Müller will auch die Erbschaftssteuer sparen und hat daher beschlossen, seinen Wohnsitz nach Österreich zu verlegen. Und falls sich wirklich sehr viele Leute an den obigen Vorschlag halten, sollten sie wissen, dass die Marke
„WEIHENSTEPHAN“ auch zu der Firma von Herrn Müller gehört.
(AUG./A.P./F.U.)



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