Alltagsterror

2012 wird die Soziale Kälte noch spürbarer werden

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Es sind keine guten Nachrichten, welche da zu Ende des Jahres durch die Medien gehen. Ich meine damit nicht, die täglichen Krisenmeldungen, egal welcher Art.

Nein ich meine, zum Beispiel Berichte über das sinken der Lebenserwartungen von Geringverdiener. Wohlhabenden war es möglich, ihr Vermögen stetig zu mehren und die Zahl von Geringverdiener steigt. Dass eine solche Trendwende sich auch in der Lebenserwartung von Arm und Reich niederschlägt, müsste eigentlich jeden Bürger/innen in unseren Land erschaudern lassen. Diese Entwicklung ist nicht mehr umzukehren, was nur als Dramatisch eingeschätzt werden muss. Für diese Entwicklung ist die Einführung der Rente mit 67 mit verantwortlich, weil sich die Erhöhung des Renteneintrittsalters letztlich als ein verantwortungsloses Rentenkürzungsprogramm erweist.

Das gesunkene Lohnniveau lässt keinen Spielraum für eine zusätzliche Altersversorgung. Leistungsbezieher von ALG II sind ja bereits schon lange ausgeschlossen wurden. Das Heer derer, welche von „Grundsicherung“ leben, wird weiter steigen, mit all den grausamen Folgen. Und wer ist Schuld daran? Ihr ahnt es schon, natürlich sind es die Armen selbst, wie es der „Sozialexperte Prof. Bernd Raffelhüschen“ der Zeitung “Wir Verblöden Euch Alle“ (12.12.2011) mitteilte.

Nach seiner Auffassung: „Geringverdiener haben eine niedrige Lebenserwartung, was aber in erster Linie der Lebenshaltung zuzuschreiben ist, zum Beispiel dem Zigaretten-und Alkoholkonsum.“ So einfach ist das für den Herrn Professor, zynisch und arrogant.

Aber 2012 wird es für arme Menschen auch immer schwieriger werden eine Wohnung zu bekommen. Die „Neuorganisation der Armut“ ist hier als verantwortlich anzusehen, denn nun ist es den Kommunen erlaubt, die Kosten für Unterkunft pauschal festzulegen. Sicherlich gibt es aber auch hier „Spielregeln“, aber wer hält sich heute schon daran. Bisher waren Hartz IV Bezieher und Bezieher in der Grundsicherung bei Vermieter durchaus „gerne“ als Mieter gesehen, weil man davon ausgehen durfte, dass der Staat die Miete in voller Höhe bezahlt, was aber nicht immer problemlos war. Nun befürchten die Vermieter, dass diese zuverlässige Einnahmequelle nicht mehr ab zu schöpfen ist. Das Dilemma, in dem sich nun Betroffene Wohnungssuchende befinden sind fast aussichtslos. Die Städte und Kommunen drängen immer mehr Leistungsbezieher aus Wohnungen auszuziehen, um die Kosten zu senken. Doch günstiger, bezahlbarer Wohnraum sind nicht mehr vorhanden. Bereits jetzt werden Leistungsbezieher von Vermietern abgewiesen, gelten nicht mehr als zuverlässige Einnahmequelle.

Die Folge wird eine rasante Zunahme von Obdachlosigkeit sein. „In Deutschland gibt es insgesamt etwa 860.000 Obdachlose. Diese Zahl setzt sich aus 591.000 Menschen ohne mietvertraglich abgesicherten Wohnraum und 269.000 wohnungslosen Aussiedlern zusammen“. Allerdings sind diese Zahlen in keiner Bundesstatistik erfasst. Es sind vielmehr Schätzungen, die von Wohlfahrtsverbänden aufgestellt wurden.

Angesichts dieser Tatsache stellt sich die Frage, wer sich hinter diesen abstrakten, mehr oder minder sicher geschätzten Zahlen verbirgt. Die nüchterne Antwort: Etwa ein Drittel derjenigen, die auf der Straße leben, stellen die Frauen. Knapp 30 Prozent sind Kinder und Jugendliche. Männliche Obdachlose kommen in Deutschland auf 39 Prozent. „Darüber hinaus sollen eine weitere Million Menschen akut von Obdachlosigkeit bedroht sein“, wenn man den Schätzungen glaubt. Ich frage, weshalb sollte man das nicht glauben?

Ursache für diese Entwicklung ist die hemmungslose Privatisierung kommunalen Wohnraumes, zum Schuldenabbau. Bei einigen Kommunen und Städte hat man den Eindruck, dass sich ihre soziale Verantwortung auf die Einrichtung von Obdachlosen Unterkünften beschränkt, welche ein menschenwürdiges Leben in keiner Weise gerecht wird. Und wer noch bezahlbaren Wohnraum hat, sieht sich den steigenden Energiepreisen und Nebenkosten hilflos ausgeliefert, was dann ebenfalls zu Obdachlosigkeit führen könnte. Und von dem wenigen, was die Sozialfaschisten den Menschen gelassen haben, muss man eben auch die tägliche Versorgung sicherstellen. In Sachsen können das zum Beispiel 80 000 Menschen eben nicht mehr. Die sind auf die „Armenversorgung“ durch die Tafeln angewiesen, wobei festzuhalten ist, dass es weit mehr Bedürftige gibt. Aus Scham nehmen viele Menschen die Hilfe nicht in Anspruch und Hungern eben, welch schlimme Tatsache. Es ist so, als laufe man in einen Hamster Rad, die Reichen bestimmen wie hoch die Geschwindigkeit ist und die Armen findet den Ausgang nicht.

Als wäre dass alles nicht genug, ziehen weitere dunkle Wolken, am nicht mehr vorhandenen Sozialstaat auf. Damit meine ich, dass ab 01.01.2012 Sozialleistungen keinen Pfändungsschutz mehr unterliegen, mit katastrophalen Folgen, für eine nicht zu beziffernde Anzahl von Betroffenen. Wenn nun einer auf die Möglichkeit, der Einrichtung eines sogenannten P-Kontos verweist, sollte bedenken, dass die Betroffenen darüber auch informiert sein müssen. Ich habe den Eindruck, dass darüber nicht ausreichend und verantwortungsbewusst informiert wurden ist, mal von kleinen Hinweisen in den Medien abgesehen. Zwar haben viele Sozialforen versucht hier Hilfestellung zu geben. Ob das ausreicht muss bezweifelt werden. Ich stütze mich da auf meine unmittelbare Arbeit in der Dresdner Sozialwacht. Von 10 Betroffenen, welche ich einen entsprechenden Hinweis gab, hatten 7 Betroffene keine Kenntnisse. Ich hoffe nicht, dass das eintritt, was ich/man in diesen Zusammenhang befürchten muss. Es besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass „VIELE“, damit rechnen müssen, ohne Geld von jetzt auf gleich, sich durch das Leben zu vegetieren müssen. Es gibt noch einige Änderungen, welche 2012 sich im sozialen Bereich bemerkbar machen werden.

Zum Schluss, dann doch noch ein Wort auf die „Krisenberichte“ und den untauglichen Versuch, zu retten, was nicht mehr zu retten ist, es sei denn, die Rettung findet auf den Rücken der einfachen und vorzugsweise auf den Rücken der ARMEN statt. Nein es wird ganz sicher so sein !!!!  Und man will die Europäer nicht unnötig verunsichern, was sie erwartet wenn die Agenda 2010 erst für ganz Europa gültig ist.

Mit den Beschluss, die Rettungsprogramme auf 2012 vorzuziehen, bedeutet nichts anderes, als das Deutschland ab 2012 Milliardenbeträge in den Europäischen Topf ohne Boden einzahlen muss. Dumm dabei ist nur die Tatsache, dass diese Beträge im Haushalt 2012 gar nicht berücksichtigt sind. Also muss das Geld irgend wo her kommen. Und unsere „Angela“ hat durch die Blume die Bürger auf harte, schwierige Zeiten eingestimmt. Damit sind nicht die gierigen Manager, Wirtschaftslumpen, Finanzmafia und die politischen Sozialfaschisten gemeint, nein, gemeint hat sie wohl die „rechtlose Unterschicht“, Rentner, Sklavenarbeiter, welche in Armut zu leben, geübt sind.

 



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