Der Rest

Der Fluch der Vergangenheit

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Die CDU Stadtratsfraktion in Dresden bläst seid der Wende regelmäßig zur Jagd auf ehemalige Stasi-Spitzel. In einen vertraulichen Schreiben an alle Mitglieder des Dresdner Stadtrates (Beschlusskontrolle zu A0057/09 (Sitzungsnummer:SR/010/202010)) „Überprüfung der Stadträte auf MfS-Tätigkeit“ werden die Stadträte aufgefordert sich hierzu zu erklären (freiwillig). Die Linksfraktion lehnt eine Abgabe einer solchen Erklärung „grundsätzlich“ ab, da für sie so wie so der Generalverdacht angenommen wird. Aber auch einige „Saubermänner“ der CDU hatten wohl so ihre Schwierigkeiten sich zu ihrer Vergangenheit zu erklären.

Wie nun bekannt wurde, hatten bis April, immerhin sieben Stadträte der CDU eine Erklärung noch nicht abgegeben. Begründet haben die CDU Stadträte die fehlenden Erklärungen mit „Bummelei“. Mittlerweile haben alle die Erklärung abgegeben. Ein nun weiterer vorhandener vertraulicher Bericht hat ergeben das es zwei Funde gegeben haben soll, nämlich bei der CDU selbst. Und schon beginnt man diese „Funde“ herab zuspielen. Einer hätte seinen Wehrdienst in der Art „Dienst auf Zeit“ im „Wachregiment des MfS Felix Dzierzynski“ abgeleistet. Dies gelte aber nicht als MfS-Tätigkeit, so sehen es jedenfalls die „Saubermänner“ der CDU. Dazu muss man aber folgendes wissen. Der „Dienst auf Zeit“ setzte eine freiwillige Verpflichtung vor aus. Und wer die „Ehre“ hatte in diesen Regiment zu dienen, der wurde als 100% „Linientreu“ eingestuft und konnte sich, nach seiner Entlassung sicher sein, Karriere machen zu können. Dem standen alle Wege offen. Aber damit scheint man heute in der CDU kein Problem zu haben und es bedarf keiner weiteren Überprüfung.

Der andere Stadtrat bei den ein Zusammenhang mit dem MfS gefunden wurde, soll nur „sozusagen als IM Vorlauf“ durch das MfS geführt worden sein. Wer das war, „wüssten offenbar nicht einmal seine Fraktions-Kollegen“. Und dann setzt man noch einen drauf, in dem mitgeteilt wurde, dass es im „Zweifel der Betroffene selbst nicht mal wisse.“ Ja manchmal wäre es ratsam, solche Äußerungen und Feststellungen nicht in die Öffentlichkeit zu geben, der Schuss, könnte nach hinten los gehen.

Denn nun hat der seid 1990 tätige Stadtrat, Helfried Reuter (61,CDU) sich in der Dresdner Morgenpost, zu Wort gemeldet: „ Der IM-Vorlauf war ich“! Herr Reuter ist offenbar sehr verärgert und stellt klar:…… „denn er sei bisher bereits vier mal, in jeder Wahlperiode überprüft wurden, OHNE BEFUND…..und nun wird er plötzlich als „IM-Vorlauf“ vermerkt.“ Und die öffentliche Ahnungslosigkeit, niemand hätte davon vorher gewusst soll auch nicht ganz richtig sein. Reuter dazu:…. „ Das ist nicht neu und war bei vorherigen Überprüfungen auch schon bekannt…….Ich möchte das klargestellt haben, sonst bleibt etwas hängen!“

Bleibt also unterm Strich festzuhalten oder anzunehmen, dass man in der CDU sehr wohl Kenntnisse darüber hatte, dass Unterlagen des MfS vorhanden sind, in dem CDU Stadträte namentlich genannt werden. Es bleibt die Frage, wer hatte Interesse daran, diese Tatsache zu „verschleiern“ und aus welchen Motiv heraus? Und ist das wirklich alles? Mit einer Dreistigkeit wird hier der Öffentlichkeit vorgespielt, in der CDU befinden sich nur „Saubermänner“. Die Ost CDU, war Teil des DDR-Systems und trägt Mitverantwortung, für das politische System, genau wie all die anderen Blockflöten Parteien der DDR. Eine ehrliche Aufarbeitung der Blockflöten zu ihrer Rolle in der DDR hat nie wirklich stattgefunden und es bestand von Seiten von CDU/CSU/FDP der alten BRD auch kein Interesse daran. Die geschichtlichen Aufarbeitung politischer Parteien und ihre Rolle in Deutschland, gestaltete sich immer schwierig. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges, konnte so mancher Altnazi, wichtige Posten in der neugegründeten BRD einnehmen. Aber das wäre ein anderes Thema.



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