Alltagsterror

Arme erfrieren in Sachsen an der sozialen Kälte

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Nun ist es wieder so weit, die Zeit der Barmherzigkeit ist angebrochen, das Fest der „Liebe“ ist zum greifen nah. Die meisten Sachsen freuen sich auf die Adventszeit und die bevorstehende Weihnacht. Doch die Armen im Land erfrieren regelrecht an der sozialen Kälte. Das wenige was ihnen die Politik zugesteht, reicht zum Leben oft nicht aus, da wird den Armen auch noch so mancher, letzter Rettungsanker, durch die Politik genommen.

Gemeint sind die jetzt durchschlagenden Streich-Orgien im sozialen Bereich. Flächen deckend stehen soziale Einrichtungen vor dem aus, von Kleiderkammern, Möbelbörsen bis zu den Tafelbewegungen, alles wird in Frage gestellt und dichtgemacht. Da ist zum Beispiel die Möbelwerkstatt in Eilenburg, welche gebrauchte Möbel aufarbeiteten, um Sozialhilfeempfänger und Asylbewerbern ein menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen. Auch in Brand-Erbisdorf und den umliegenden Kommunen werden soziale Strukturen, welche sinnvolle Tätigkeiten für ALG II Empfänger organisierten, zum Beispiel Nähstuben, Kinderbetreuung, wohl nicht weitergeführt werden können.

Die Kleiderbörsen in Böhlen und Kitzscher werden nicht mehr all zu lang als Rettungsanker für Arme arbeiten können.  Die dringend benötigte Winterbekleidung für Bedürftige kann vielleicht „erst im Frühjahr verteilt werden“, so äußerten sich der Vereinschef Ralf Burkhardt. Hauptursache des sozialen Kahlschlags, sind vor allem die beschlossenen Kürzungen bei den Zuschüssen auf den „zweiten Arbeitsmarkt“, denn es ist der politische Wille „ Langzeitarbeitslose nur noch auf den ersten Arbeitsmarkt“ zu vermitteln.

Die Arbeitsagenturen ziehen sich aus allen anderen Maßnahmen (Beschäftigungsgelegenheiten) immer weiter zurück. Dies hat zur folge, dass die Vereine und Projektträger um ihre Existenz kämpfen und die Bedürftigen gleich doppelt unter der sozialen Kälte zu leiden haben. Wenig Geld zum Leben bis hin zu fehlender Bekleidung, geschlossene soziale Einrichtungen und fehlende Lebensmittel.

Die Stadt Dresden zeigt ebenfalls ein merkwürdiges Verständnis gegenüber gemeinnützige Vereine. Die Sozialmeile gehörte immer hin neun lange Jahre zum festen Bestandteil des Striezelmarktes. Das Rote Kreuz, Volkssolidarität oder auch die Dresdner Tafel sammelten in den neun Jahren 100000 Euro für gute Zwecke. Schlicht weg unverschämt ist es, das die Stadt Dresden an den Spenden, welche für Bedürftige bestimmt sind, mitverdienen will und bereits hat.

Der Sprecher der Interessengemeinschaft Sozialmeile, Fritz Alter: „……….bereits im letzten Jahr musste eine Sondernutzungsgebühr in Höhe von 7500 Euro (an die Stadt Dresden) bezahlt werden. Hinzu kamen Kosten für Toiletten, Wasser und Nachtwachdienst“. Ein eingelegter Widerspruch bei der Stadt blieb erfolglos. Fritz Alter weiter:…. „ Wir wollen nicht ein Drittel der Spenden als Gebühr an die Stadt zahlen. Wir machen das alles ehrenamtlich. Ich habe keine Lust, auch noch privates Geld zuzuschießen.“ Da stellt sich mir die Frage, sollen die Besucher Dresdens und des Striezelmarktes (Weihnachtsmarkt)  nichts von der bestehenden Armut in Dresden erfahren? Glaubt die Politik, dass wenn alle gemeinnützigen Vereine und soziale Einrichtung zerschlagen wurden, auch die Armut und soziale Kälte in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird, oder will man diese Tatsachen einfach nur totschweigen? Was geht eigentlich in den Köpfen der Politiker vor, welche Barmherzigkeit, Nächstenliebe und christliche Werte predigen, welche im Widerspruch zu ihren politischen handeln steht?

Der liebe Gott, oder wer auch immer, möge ihnen ihre Politik der sozialen Kälte verzeihen.



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