Politik

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: überraschender und … beängstigender Sieg gegen Hartz-Block-Parteien

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Montag, 5. September 2011. Gestern war wieder Wahl – so nennt man in den Formaldemokratien jene Übung, in der bestimmt wird, welcher Karrierist in Zukunft die meisten Zuwendungen der Lobbyisten erwarten darf und sich Hoffnungen auf eine Übernahme ich erlauchte Wirtschaftskreise machen kann: Chef eines Baukonzerns, Berater bei BMW, Vorträge für 10000 Euro – da ist auf einmal alles möglich. Schade, das die Zeiten vorbei sind, in denen man Menschen noch für die Inhalte ihrer Reden bezahlt hatte und nicht dafür, das sie zuvor „coole“ Entscheidungen gefällt hatten, die den Lobbyisten genehm waren.

Die gestrige Wahl war nun in Mecklenburg-Vorpommern, eins jener Beuteländer, in denen die Berliner Republik demonstrierte, wie man mit Kapitalismus eine Volkswirtschaft zerstörte. Das Ergebnis nennt man gern den „faulen Ossi“, den man nach gezielter Ausplünderung seiner Ersparnisse zum Wohle der Westparteien (man denke nur an die Parteispenden für die CDU, die reichlich flossen) jetzt gerne noch zur Zwangsarbeit verdonnern möchte, damit der überhaupt noch zu irgendetwas nützlich ist.

Zwangsarbeit?

Nun, darum geht es doch letztlich in dem System Hartz IV, bei dem der Staat Menschen mit Gewalt in Armut halten möchte und gleichzeitig per Sanktion mit dem Hungertod bedroht. Das Prinzip wird zwar noch nicht in aller Strenge angewandt, aber es ist schon mal in Stellung gebracht – und manchmal verhungert ja auch wirklich jemand. Der „Niedriglohnsektor“, an dem auch der ehemalige „Super- Hartz – Minister“ Wolfgang Clement durch sein Pöstchen in der Leihsklavenindustrie fleissig mitverdiente, ist ohne Kombination mit Hartz IV und den angedrohten Sanktionen ja gar nicht denkbar.

Die Politik – CDU, SPD, FDP und Grüne – sind bei der Durchsetzung von Hartz IV sehr hartnäckig, weil hier die Verdienste vieler Kollegen direkt oder indirekt berührt werden … viele wissen ihre Neffen und Enkel nur deshalb in Lohn und Brot, weil die fleissig Bewerbungstraining für Alte, Kranke und Behinderte auf Kosten des Steuerzahlers bzw. des Arbeitsamtes durchführen können. Sie sind dabei so dreist, das sie sogar die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes zu unterlaufen suchen und an einer verfassungsfeindlichen Regelung mit Gewalt und Tricks festhalten:

Die Wissenschaftler werfen der Regierung methodische Fehler bei der Neuberechnung der Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger vor. Im Ergebnis sei dadurch – so der Vorwurf der Kritiker – die letzte Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes um 5 auf 364 Euro kleingerechnet worden.

Das kann man doch eigentlich nur noch verfassungsfeindlich nennen, oder? Das ist doch inzwischen nur noch als kriminell zu bezeichnen, oder?

Wenn es sich dabei um einen Einzelfall handeln würde, könnte man das ja noch verstehen. Aber es handelt sich dabei um keinen Einzelfall, wie aktuelle Daten belegen.

Wirtschaftskriminalität zeigt einen Anstieg, der nur noch vom Abstieg des DAX übertroffen wird: das BKA berichtet von einer Zunahme von 25 %, die Deutsche Bank, deren Chefs bei uns im Kanzleramt ihre Geburtstage mit ihren Freunden feiern dürfen (ohne das wir an dieser Vermarktung öffentlicher Gebäude als „Event-Orte“ etwas verdienen würden), wird nun auch von Großbritannien des Betruges bezichtigt – und mithin der Mitschuld an der Verursachung der größten Finanzkrise der Nachkriegszeit verdächtig, die EU „nimmt uns aus wie Weihnachtsgänse“ (ein Zitat, das sich hier aber nur auf  „die Griechen“ bezieht)  während für die Ersparnisse jener Deutschen, die noch nicht auf die eine oder andere Art „verharzt“ wurden, ein „Titanic“-Szenario ausgedacht wird, das die Folgen des Scheiterns des Euro deutlich vor Augen führt: die komplette Auslöschung des deutschen Mittelstandes steht vor der Tür.

Während man den Schwachen die Butter vom Brot stiehlt und ihnen das Brot selbst zu nehmen droht, wenn sie nicht parieren, füllen andere sich die Taschen bis zum Abwinken – ohne Rücksicht auf Gesetz, Verfassung und Gerichtsurteil.

Aus dieser Perspektive heraus ergeben sich ganz neue Perspektiven für das Wahlergebnis in jenem kleinen Ländchen, in dem auch die Kanzlerin ihren Wahlkreis hat:

49 % der Wähler sind nicht wählen gegangen. Die hatten gar keine Lust mehr, sich an der Folklore zu beteiligen.

9,7 % der übrigen Wähler sind für die SED-Nachfolgepartei, die gelegentlich offen für ein ganz anderes System wirbt und deshalb derbe Kritik einfährt.

3,2 % wählen immer noch die NPD, jene Partei, deren Vorgänger die EU schon mal vorwegnehmen wollten – mit schrecklichen Folgen … oder hat man schon vergessen, das sie Waffen-SS die erste paneuropäische Bewegung war, die auch nach dem Krieg immer wieder politisch aktiv war … auch unter dem Vertrauen erweckenden Namen „Europäische soziale Bewegung“?

61,9 % haben sich somit öffentlich und offiziell GEGEN den momentan herrschenden Hartz-Block entschieden, gegen die Berliner Republik, die den Wohlstand der Bonner Republik so zu Grabe trägt wie den Sozialstaat, die friedensliebende Bundesrepublik und das Vertrauen der Bürger in ihre selbsternannten „Eliten“. 

Dabei sind die „Sonstigen“ und die ungültigen Stimmen noch nicht berücksichtigt.

Fast zwei Drittel der Wähler haben sich gegen das aktuelle politische System entschieden- wieso man hier von einem „Triumph“ sprechen kann, bleibt mir rätselhaft.

Insofern hat das System Hartz IV bei dieser Wahl deutlich gewonnen. Es zeigt nun genau die Folgen, die selbst für Menschen mit Sonderschulbegabung sichtbar waren, als Gasprom Schröder, Personaldienstleister RWE- Clement und BMW-Fischer den Schulterschluss von Politik und Wirtschaft ohne Kompromisse einführten:

die Entsolidarisierung der Politik führt zu einem konsequenten Abschied vom deutschen Gemeinwesen, der Staat selbst samt Republik und Verfassung erodieren und streben nach … etwas Neuem.

Deshalb sollte man nicht jubeln, nur weil der Mercedesstern des Hartz-Blocks – die FDP – nun den Weg der Bonner Republik geht und sich von der politischen Bühne verabschiedet. Das Ende des Hartz-Blocks wird nicht das Ende der einer weltweiten asozialen Bewegung von Plünderern und Kolonisatoren sein, sondern sich eher in Bahnen bewegen, die dereinst der SS-Ableger „Europäische soziale Bewegung“ vorgedacht hat. Hartz IV hat jenen Nährboden geschaffen, der nun durch die Plündereien und Anmassungen von Politik und Wirtschaft fleissig gedüngt wird.

61,9 % streben nach einem anderen Land – einer anderen Republik.

Was sie noch nicht haben ist … ein Führer.

Ein Führer, der es schafft, manche mit den Begriffen „national“ zu fassen, manche mit den Begriffen „sozialistisch“, manche mit den Begriffen „deutsch“ und manche mit dem Begriff „Arbeiterpartei“, ein Führer, der es schafft, sich einen religiösen Nimbus zu verschaffen, so als ob Gott selbst ihn zur Rettung des kleinen Mannes geschickt hat, um ihn vor der tollwütigen Herrschaft moderner Götzen aus dem Alltagsleben des Kapitalismus zu schützen und der sich letztlich auch den Mantel einer neuen, überlegenen, sozialen Ethik umhängt, um in ihrem Namen die nächsten Massenmorde zu begehen – Massenmorde, die die wahren Täter nicht erreichen werden.

Man ist aber schon flächendeckend auf der Suche nach einem solchen „starken Mann“, die Medien versuchen beständig, neue Kandidaten ins Spiel zu bringen – Sarrazin, Henkel (der aktuell schon vor den deutschen „Lemmingen“ warnt) oder der Plagiator Guttenberg sind ja schon die ersten Versuche der Installation einer neuen Lichtgestalt, die es schafft, Zugriff auf diese 61,9% Wählerstimmen zu erlangen.

Vielleicht muss man aber auch wieder Fachkräfte aus dem Ausland importieren (man ruft ja schon laut genug danach) – Hitler war ja Österreicher, vielleicht so jemanden wie Ackermann.

Ackermann (der gerade möchte, das wir unbedingt die Griechen retten, die uns angeblich ausplündern aber seiner Firma die Taschen füllen) ist Schweizer, im Kanzleramt schon wie zu Hause und bestimmt durch Finanzmacht sowieso schon einen Großteil der Berliner Politik.

Wahrscheinlich entscheidet man sich aber für einen anderen Menschen, der den Ball ins Tor versenkt, den Sarrazin, Henkel, Schröder, Fischer, Clement, Merkel, Schäuble, Guttenberg und Ackermann so schön vorbereitet haben.

61,9 % der Deutschen in Mecklenburg Vorpommern würden überglücklich „Tor“ schreien, wenn „ER“  kommt … oder?

 

 

 

 



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