Kultur

Was UFOs und Schweine mit Politik, den „Märkten“ und kannibalistischen Menschenopfern zu tun haben

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Eine der für den Normalbürger langweiligsten und unverständlichsten Disziplinen der Philosophie ist die Erkenntnistheorie. „Was für ein Quatsch“ denkt man, bis man eines Tages mal wegen einem Verkehrsunfall mit Todesfolge als Angeklagter vor Gericht steht – dort werden dann Erkenntnistheorien auf einmal sehr wichtig. Erfährt man nun weiter, das Erkenntnistheorie sich im Rahmen von Wahrheitstheorien mit der Frage beschäftigt, was eigentlich „Wahrheit“ ist, dann winken alle ab (jedenfalls die, die noch nicht vor Gericht oder einer zornigen Ehefrau standen) und sagen: „ich weiß schon, was Wahrheit ist“ – ohne zu merken, das sie damit einen großen Schritt in Richtung politischer Diktatur gegangen sind.

In philosophischen Diskussionen hatte ich einige Lieblingsbeispiele für „Wahrheit“ – das Sprechen über Geister zum Beispiel. „Gott“ ginge auch, wird aber ganz schnell politisch oder enorm kompliziert.  „Ich glaube nicht an Gott“ ist philosophisch gesehen ein Nonsenssatz mit der gleichen Wahrheitsqualität wie der Satz „Ich glaube nicht an die Sonne“.  Sätze dieser Art entspringen dem Konsumdenken der Moderne, das dem Menschen beigebracht hat, das er alles haben kann, was er will. Lange Zeit dachte ich im Übrigen, der Satz „Ich glaube an Gott“ wäre das Gegenteil des ersteren, doch das stimmt nicht: aus der Perspektive der Gläubigen ist dieser Satz der Sprachcode für eine erlebte Wahrheit – das ist eine ganz andere Kategorie. Politisch brandgefährlich wird diese Art der Wahrheitsgestaltung durch „Setzung“ von Wahrheiten, weil sie den nächsten – in letzter Zeit gelegentlich schon mal zu vernehmenden – Satz den Weg bereitet: „Ich glaube nicht an die Demokratie“.

Jetzt wird es brenzlig, oder?

Wenn die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr „an die Demokratie glaubt“, darf sie dann abgeschafft werden?

Und was kommt dann?

Wir merken: letztendlich entscheidet Erkenntnistheorie über erschießen müssen oder erschossen werden. Die Philosophie kann uns dabei nicht helfen – der Gipfel ihrer Erkenntnis ist: Ich weiß, das ich nicht weiß. Daraus erklärt sich, das Philosophen toleranter  gegenüber alternativen Wahrheiten sein können als Bundeskanzlerinnen oder Wirtschaftsexperten, die alles wissen und die Folgen dieses Wissens vom ganzen Volk bezahlen lassen. Eine dieser alternativen Wahrheiten wird langsam ernst: das UFO an und für sich.

Im Prinzip haben UFO-Geschichten viele Ähnlichkeiten mit Elfenmärchen und anderen Geschichten über Begegnungen mit der „Anderwelt“, nur sind sie in der Form dem Zeitgeist angepasst. Es sind Geschichten, wie sie sich die Menschheit schon seit Jahrtausenden erzählt und wer die Historie der UFO-Berichte durchgeht, wird merken, das in der Tat die UFO-Berichte im 19.Jahrhundert noch ganz primitive UFO´s hatten: steuerbare Luftschiffe über San Franzisko, wie sie erst einige Jahre später Wirklichkeit wurden. Kein Grund also, sich über UFO´s Gedanken zu machen, noch sich zu dem völlig sinnentleerten Satz hinreißen zu lassen: „Ich glaube nicht an UFO´s“.

Spannend wird es in dem Moment, wo ein Erforscher moderner Mythen an seine Grenzen stößt: Professor David Jakobs, der eigentlich nur Ufos als Bestandteil amerikanscher Kulturgeschichte beschreiben wollte letztlich zu dem Ergebnis kam, das die Mythen einen wahren Kern haben – und einen erschreckend dunklen.

Noch spannender wird es, wenn die Mythen mit der Sphäre der Politik kollidieren, wie „Grenzwissenschaften-aktuell“ berichtet.

“Wir konnten nicht einfach sagen ‘da ist etwas in unserem Luftraum; Piloten haben sie gesehen; Sie wurden mittels Radar erfasst; manchmal haben wir Jets gestartet um sie zu verfolgen, aber wir konnten sie nicht erwischen’. Das wäre ein Eingeständnis dafür gewesen, dass wir die Kontrolle über unseren eigenen Luftraum verloren haben. Eine solche Position wäre unhaltbar gewesen.” 

Jedes Mal wenn das MoD einen neuen Bericht eines Piloten erhielte, seien entsprechende Radaraufzeichnungen überprüft worden. „Wir erzählten der Öffentlichkeit, dass uns das Alles nicht interessieren würde und alles Unsinn sei. In Wirklichkeit drehten wir uns verzweifelt im Kreis und verfolgten alles bis ins Detail”, erläutert Pope und entschuldigt sich dafür, dass auch er Teil dieser Politik gewesen war. 

Natürlich verfolgt die Luftwaffe „UFO´s“ bis ins Detail – das ist ihr Job. 1939-1945 waren die UFO´s in den meisten Fällen deutsche Jagdbomber, nach 1945 sowjetische Spionageflugzeuge. „UFO“ ist in erster Linie nichts weiter als ein „unbekanntes Flugobjekt“, diese unbekannten Flugobjekte im eigenen Raum zu stellen und notfalls abzuschiessen ist oberste Aufgabe der Luftwaffe, um ein weiteres Coventry zu vermeiden. Wenn die Jets die Eindringlinge nicht erwischen können, ist Alarmstufe Rot angesagt: dann hat „der Russe“ Bomber, die schneller sind als die eigenen Jäger – das ist keine Kleinigkeit für Militärs, die bei „UFO“ in erster Linie rational an Stealth-Flugzeuge anderer Länder denken, weil man selber ja auch gerne mit seinen Flugzeugen über andere Länder fliegt.  Wenn ein fremdes Land über die Technik verfügt, sich ungestört im eigenen Luftraum zu bewegen, dann ist das ein schwerer Schlag für das Militär.

Wir Normalbürger denken bei „UFO“ jedoch eher an kleine grüne Männchen.

Warum eigentlich?

Nun – unter anderem Aufgrund der Nachrichtensammlungen von Charles Fort:

Charles Fort spekulierte schon 1919 über außerirdische „Besucher“, deren „Eigentum“ die Erde sei, und kann somit als ein Vorläufer der Prä-Astronautik und der Ufologie gelten. Zu beachten ist jedoch, dass Fort ausdrücklich betonte, nicht an seine Theorien zu glauben, die er ad hoc zur Erklärung der von ihm gesammelten Phänomene aufstellte.

Ein sehr sympathischer Mann, dieser Charles Fort. „Phänomene“ fordern immer Theorien heraus – aber der Philosoph weiß, das sie nicht wahr sein müssen. In diesem besonderen Falle können sie aber sehr nützlich werden – politisch gesehen: das Thema UFO (jetzt mal wirklich als „kleine grüne Männchen“ definiert) berührt inzwischen sogar Expertenkreise:

Welche Auswirkung würde der direkte Kontakt mit einer intelligenten außerirdischen Spezies für die Menschheit haben? Neben zahlreichen philosophischen Bemühungen um eine Antwort, hängt diese doch hauptsächlich davon ab, welche Absichten die Außerirdischen selbst hätten. Gemeinsam mit Kollegen der „Planetary Science Division“ der NASA haben Wissenschaftler der „Pennsylvania State University“ sich dieser Frage angenommen und drei mögliche Grundszenarien in einer 33 Seiten starken Studie ausführlich diskutiert. 
Warum diskutiert man so etwas – wo es doch UFOs gar nicht gibt?
Alle Antworten der Wissenschaftler aus dieser Studie (…gute, böse, giftige Ausserirdische und ihre Konsequenzen für uns im Alltag) tragen überraschenderweise einen gemeinsamen Grundkonsens in sich: das wir in irgendeiner Weise von Bedeutung für sie sind.
Darf ich einmal kurz über unsere aktuellen Nachrichten einen Blick schweifen lassen – als „Klaus vom Sirius“?
Ich sehe eine Kultur, die zwecks persönlicher Bereicherung unnötige Operationen an ihren Mitmenschen vornimmt, ihre Mitmenschen zwecks Produktion von Langneseeis mithilfe privater Terrorbanden vom Land verjagt, ihr eigenen Kinder per Gesetz in Armut hält und sich an den Versuchen der Hilfeleistung der Familie bereichert um das so eingesparte Geld großen Konzernen in den Rachen zu werfen, eine Kultur, die sich unnütze Medizin erst bezahlen lässt, um sie anschließend teuer zu verbrennen, die gezielt jene Art der dominanten Lebensform auslöscht, die ausnahmsweise mal in Harmonie mit den anderen Lebensformen lebt, dafür aber eine Wesenheit geschaffen hat, die die Gattung „Mensch“ gezielt in den Untergang treibt: den Konzern bzw. „die Märkte„:
Dieser neue Kapitalismus hat die Ideale und Stärken der Demokratien in einem Maß untergraben, wie kein äußerer Feind es gekonnt hätte. Die „Märkte“ sind zur Parallelgesellschaft des 21. Jahrhunderts geworden. Sie können jenseits der für alle anderen gültigen Maßstäbe von Haftung und Verantwortung handeln. Sie sind im Vorteil, denn sie kennen die Regeln der Vielen und nutzen sie zu ihrem Zweck, während die Vielen die Mechanismen weder durchschauen noch beherrschen können, mit denen Ratingagenturen ganze Staaten abstufen oder Hedgefonds mit Leerverkäufen auf Verlust und Niedergang von Nationen wetten. Sie sind immer im Vorteil, denn sie verdienen nicht nur an konstruktiven Erfolgen, sondern auch an Niederlagen und Pleiten.
Ich erkenne mit Grausen Parallelen zum Opferkult der Azteken und merke, das das Prinzip immer noch das Gleiche ist: man opfert Menschen und weidet sie aus, um den Fortbestand der Welt zu sichern. Opfert man zuwenig (man nennt das gerne „soziale Einschnitte“, „alternativlose Reformen“, „notwendige Strukturanpassungen“), dann wird der Markt unruhig, jener Markt, der bei den Azteken noch Xipe Totec hieß:
Xipe Totec war der Kriegs- und Fruchtbarkeitsgott der Azteken. Die Opferung für Xipe Totec sollte einen positiven Einfluss auf die Maisernte haben. Die Opfer, meist Kriegsgefangene, wurden an einen Pfahl gefesselt und von aztekischen Kriegern mit Pfeilen durchbohrt. Danach zog man ihnen die Haut ab, die anschließend 20 Tage vom Priester getragen wurde. Damit sollte das neue, grüne Kleid, das der Frühling der Erde bringt, symbolisiert werden. Die ausgetrocknete Haut wies noch die Noppen der Fettschicht auf und soll knackende Geräusche beim Tragen von sich gegeben haben. Die Gesichtshaut trug der Priester alsMaske.
Das war für die ganz normal. Heute ist es noch ähnlich … man nennt es nur anders:
Herzstück von Obamas Rede wird jedoch die Forderung nach noch härteren Einschnitten in den Staatsausgaben sein. Ein „übergreifendes Komitee“ aus republikanischen und demokratischen Kongressabgeordneten ist auf Grund eines Abkommens zwischen Obama und den Republikanern im Repräsentantenhaus vom Anfang des Monats damit beauftragt worden, anderthalb Milliarden Dollar an Streichungsmöglichkeiten für die kommenden zehn Jahre ausfindig zu machen.
Selbst in der kleinen, früher mal sehr sauberen Bonner Republik hat sich der Geist der Märkte etabliert und die zarten, hoffnungsvollen Pflänzchen von Zivilisation und Kultur zerstört, wie die Stuttgarter Christen bemerkt haben:
Es sind klare Belege dafür bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn AG als Vertragspartnerin der Landesregierung wissentlich falsche Angaben zu den Kosten von Stuttgart 21 gemacht hat.
Dieselben Belege zeigen, dass die Vorgänger-Regierung über diese von der Bahn bewusst zu niedrig angegebenen Kosten informiert war, aber trotzdem Parlaments-Beschlüsse zum Projekt herbei geführt hat, die von falschen Kostenangaben ausgehen.
Hier stehen massive Rechtsbrüche gegenüber dem Land, seinem Parlament und seinen Bürgern im Raum. Ein Justizminister, der sein Amt ernst nimmt und Schaden vom Land abwenden will, darf dazu nicht schweigen.
Ich – immer noch als „Klaus vom Sirius“ – wundere mich und schätze diese kleinen Ansätze von Anstand und Moral, werde jedoch schnell wieder nüchtern, wenn ich merke, das aus dem Geist der Aufklärung der Geist von DOOF-ONLINE geworden ist.
Das diese Kultur aber denkt, wir Demokraten der intergalaktischen Bundesrepublik würden nur ansatzweise darüber nachdenken, bei ihnen zu landen und mit ihnen zu reden, verwundert uns sehr. Eine Kultur, die vom Steinzeitalter über Bronzezeit und Eisenzeit direkt in das Müllzeitalter marschiert ist und kannibalistische religiöse Kulte pflegt (und nichts anderes ist für uns vom Sirius der Kult um den „Markt“ samt seiner tödlichen Folgen für Millionen von Menschen in aller Welt) ist für uns so kontaktfähig wie ein tätiger Vulkan. Müllzeitalter? Nichts anderes machen die auf ihrer „Erde“: tagaus tagein verwandeln sie natürliche Ressourcen in Müll und begehen so letztendlich kollektiven Suizid.
Sie sollten auch ob unsere Einstellung nicht verwundert sein: sie selbst würden nicht freiwillig auf einer armen, vermüllten, von geisteskranken Kannibalen bewohnten und von immer mehr tödlichen Giften durchtränkten Insel landen wollen, jene Kulturen haben auch ihre Reisenden im 18. Jahrhundert weiträumig gemieden.
Die einzigen Begegnungen, die diese Wesen mit den Demokraten der intergalaktischen Bundesrepublik haben, sind jene Momente, wo man Aufgrund einer Reifenpanne kurz am zugemüllten Straßenrand parken muss, bis es das UFO wieder tut.
Was das ganze nun mit Erkenntnistheorie zu tun hat?
Nun, nach den Maßgaben der Erkenntnistheorie sind UFOs „wahr“: es liegen hinreichend empirische Beobachtungen vor und zudem wäre es rational anmassend, davon auszugehen, das wir die einzigen intelligenten Wesen auf milliarden und abermilliarden Planeten sind. Nur völlig Wahnsinnige wären so egozentrisch anzunehmen, sie seien die Krone der intergalaktischen Schöpfung. Wenn Empirie und Ratio eine Wahrheit gemeinsam finden, dann dürfen wir das als wahr ansehen – und dürfen uns für kurze Zeit in die Perspektive des „Klaus vom Sirius“ versetzen und uns der peinlichen Frage stellen:
Wären wir überhaupt wert, von Zivilisationen kontaktiert zu werden, die das Müllzeitalter schon vor hunderttausend Jahren erfolgreich überwunden hatten (oder es nie durchleben mussten), Zivilisationen, die – gemäß der Visionen von Immanuel Kant vom Zeitalter des „Ewigen Friedens“  – seit fünfzigtausend Jahren keinen Krieg, keinen Betrug, keine Krankheit, keine Ausbeutung, keine Diebstähle, keine Armut, keine Vergewaltigungen, Kinderschändungen, Morde oder Folterungen kennen?
Müssen wir uns nicht eher vor Breitseiten der Schlachtschiffe intergalaktischer Kammerjäger fürchten, die den Übergriff der „Märkte“ auf ihre Planeten unterbinden wollen?
Und da merken wir auf einmal, das der Gedanke an reale UFOs dem Denken überraschende Wendungen verleiht … und sehr politisch wird. Man merkt, das die Unterdrückung von Wahrheiten über UFOs einen ganz politischen Grund haben kann: die Herrschaft der „Märkte“ könnte in Gefahr geraten, wenn wir mit Kulturen in Kontakt kommen, die seit Jahrtausenden von praktischer Vernunft geprägte Menschlichkeit leben, die Priester der Märkte würden ihre Überflußversorgung in Gefahr sehen.
Wären wir wert, bemerkt zu werden … oder steht ein Schild am galaktischen Straßenrand, kurz vor der Ausfahrt „Erde“: „Vorsicht – BIOHAZARD!“
Vielleicht noch ein kleiner Abschiedsgruß von „Klaus von Sirius“ – als Entscheidungshilfe sozusagen?
   Tierschützer protestieren gegen die Massenopferung mehrerer Hundert zwangsernährter Schweine morgen am 24. August in Taiwan. Das betäubungslose rituelle Töten der Tiere für den „Schweine-Opfer-Wettbewerb“ in Hsin Chu findet während eines religiösen Festes statt.

    Das schwerste Schwein gewinnt. Nach dem Wettbewerb wird den übergewichtigen Tieren ohne jede Betäubung die Kehle durchgeschnitten. Zur Vorbereitung auf den grotesken Wettbewerb werden die Schweine bis zu zwei Jahre lang zwangsernährt. Manche müssen Sand oder schwere Metallteile schlucken, um ein möglichst hohes Gewicht auf die Wage zu bringen – obwohl auch ohne diese zusätzliche Tierquälerei einzelne Tiere mehr als 600 Kilogramm wiegen können.  

Warum nun Klaus vom Sirius bei der Schweinegeschichte an den deutschen Steuerzahler dachte, bleibt sein Geheimnis.

 

 



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