Politik

2011 – das Jahr der Machtergreifung: Griechenland wird Kolonie, die Welt faschistisch

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Meine Lieblingsperspektive ist die eines Historikers der Zukunft. Sitzt man selber in der Geschichte, kann man kaum über den Tellerrand schauen – erst im Nachhinein haben alle alles gewusst – ausser das mit den Juden, das wusste keiner. In Wirklichkeit waren es nur wenige, die 1933 geahnt haben, was auf sie zukommt. Man konnte es wissen – wenn man sich mit Hitler beschäftigt hatte und die Marschrichtung der Bewegung einfach gedanklich in die Zukunft verlängert hätte. Man hätte ihn aufhalten können – zum Preis eines Bürgerkrieges wohlgemerkt – aber zur Rettung der Demokratie. Die Strippenzieher der Politik haben aber anders entschieden, eine Partei, die schon auf dem absteigenden Ast war, wurde mit absoluten Vollmachten ausgestattet. Die Folgen sind bekannt. Irgendwie wirkt das heute ähnlich …. und das Jahr 2011 wie das Jahr der offiziellen Machtergreifung. Sicher – so viel bekommen wir noch nicht mit. Wir haben einige verstörende Beobachtungen gemacht, aber für uns gilt wie für Weimar: wir trauen unserem politischen System. Der Weltkrieg ist vorbei, die Monarchie abgeschafft, wir haben viel aus der Geschichte gelernt … soviel, das wir uns anschicken, sie zu wiederholen.

Es gibt Menschen, die beobachten, das die Macht der Konzerne über die Politik täglich wächst – siehe ad sinistram. Es gibt Menschen, die bemerken, das die Medien uns belügen – sogar NTV berichtet über die vielen Millionen Arbeitslose, die einfach mit zum Teil albernen Tricks nicht mehr mitgerechnet werden, wie wissen, das die Berichterstattung zu Stuttgart 21 hochmanipulativ und ein weiterer GAU des deutschen Journalismus war – siehe Luik in ZAPP auf You Tube, wir sehen, das Gewerkschaften ihre Mitglieder verraten (aktuell in Großbritannien) wie Parteien ihre Wähler (auch wenn der DGB sich regelmässig über Rekordanstiege bei Leiharbeit beschwert) und das die Konzerne (bzw. hier erstmal ihre Geldhäuser) die großen Gewinner bei der Griechenlandkrise sind – die jetzt nochmal bei der Zwangsversteigerung des Staatseigentums richtig abräumen werden. Da sind Renditen von vielen tausend Prozent drin – auf Kosten der Griechen … und der deutschen Steuerzahler.

Wir wissen, das der Grieche schon vor der Krise wenig Geld hatte und das die Prozedur die wir gerade erleben dürfen die erstmalige Übernahme eines europäischen Staates durch die Konzernmächte darstellt, die ihre Bedingungen im Detail diktiert haben: nichts weniger als Hochverrat an dem Volk konnte vor allen Augen praktiziert werden … mit blutigen Folgen für die Menschen vor Ort, die nun zur ewigen Armut verdammt werden.

Die Rechtsbrüche kennen keine Grenzen mehr. Inzwischen müssen wir damit rechnen, das ganze Völker bluten müssen, wenn sich ihre Regierungen nicht dem Konzerndiktat unterwerfen – in Libyen führen wir keinen Krieg gegen Gaddafi sondern einen Krieg gegen eine Volksmehrheit, der lediglich in den Medien anders dargestellt wird.

Im Heimatland der Konzernpest stellt gerade der zweite Staat seine Arbeit ein: Minnesota beurlaubt mangels Geld die ersten Mitarbeiter – nach New Jersey der zweite Fall von Staatsinsolvenz in den USA, über die durch die  Konzernmedien aber wenig erfahren. Privatwirtschaftliche Strukturen vernichten staatliche Strukturen in immer größeren Umfang – und immer schneller. Die Medien liefern die Tünche dazu, damit man es möglichst spät merkt.

Würden wir weniger in den Medien leben sondern mehr im Alltag, dann würden wir merken: hier läuft einiges nicht rund. Geld fehlt an allen Ecken und Enden, einst produktive Industrien und Gewerbe werden ersetzt durch ARGE-geförderte Nagelstudios in Privatwohnungen, Friseure an jeder Ecke oder Hermesboten, die als moderne Postsklaven zu Hungerlöhnen arbeiten, wobei man noch nicht darüber geredet hat, das das gleiche Postvolumen von einst  inzwischen mit einem halben Dutzend Fahrzeugen durch die Gegend transportiert wird und man schon mal sechs mal täglich Post bekommen kann – hier ist „Umwelt“ nicht so von Bedeutung … auch nicht für Grüne.

Würden die Medien weniger Lügen, dann wüssten wir über die Entwicklung auch Bescheid. Würden wir uns kritischer informieren, dann wüssten wir ebenfalls Bescheid. Wir wüssten vor allem, das die Rente alles andere als sicher ist. Sie ist auf den Malediven versoffen worden, aber bis wir das merken werden, werden deutschstämmige Bürger in diesem Land in der Minderheit sein – nicht, weil uns böse Ausländer überfluten, sondern weil die „Kein-Kind-Politik“ der Regierung Früchte zeigt. Wie bei unseren momentanen Kolonialherren in den USA weiß man das schon lange: sind erstmal ethnische Grenzen zu überschreiten, organisiert sich das Volk schwerfälliger. Wander- und Leiharbeiter eignen sich schlecht zum Volksaufstand, wie ihn sich die Griechen gerade wünschen.

Doch selbst wenn dieser Aufstand käme … wer würde denn den Griechen noch die Nahrungsmittel aus der Dritten Welt liefern? Oder das Benzin? Durch die Globalisierung haben die Länder die Versorgungshoheit über das Volk abgegeben … kurzum müsste nach jedem Volksaufstand die gewählte Revolutionsregierung die Diktate der Konzerne erfüllen … oder das Volk hungern lassen. Die Vernichtung der landwirtschaftlichen Selbstversorgung der Nationen hat die in Abhängigkeiten gebracht, die sich gerade jetzt offenbaren.

Michel Chossudovsky schrieb in seinem Buch „Global Brutal“ (Zweitausendeins) 1997:

„Hinter den Kulissen üben die Gläubiger des Staates ebenso diskret wie tatkräftig politische Macht aus.
Es hat sich ein einheitlicher Wirtschaftsdiskurs, eine Wirtschaftsideologie herausgebildet, ein Konsens der das gesamte politische Spektrum erfaßt. Das Schicksal der öffentlichen Politik wird auf US-amerikanischen und europäischen Märkten für Auslandsanleihen ausgehandelt“

„In der Eu sind gerade sozialistische Regierungen – ganz zu schweigen von den Grünen in Deutschland – zu Verfechtern der kräftigen Medizin zur wirtschaftlichen Genesung geworden, wie sie IWF und Weltbank überall propagieren. Sozialdemokraten, New Labour und die ehemaligen Kommunisten – allesamt ergebene Diener des Finanzetablissements. Durch ihre progressive Rhetorik und ihre Verbindung zu den Gewerkschaften sind sie noch effektiver wo es um Kürzungen des Sozialbudgets und die Entlassung der Arbeitnehmer geht…“ (Seiten 308-309)

Man sieht: wir hätten es wissen können. Wie damals gab es einige, die es erkannt haben.

„Broder in Fahrt“ klärt aktuell in der Welt über den desolaten Zustand der alten Bonner Republik auf, deren Bausubstanz und Innenstädte nach und nach zerfallen. Trotzdem glauben wir seit vielen Jahren die Aufschwunglügen so wie wir an den Fortbestand der Demokratie der Bonner Republik glauben.

Fakt ist: auch Deutschland ist Konzernkolonie geworden. Wer mit den Kolonialherren gut zusammenarbeitet, bekommt einen guten Bonus – die anderen vegetieren in zerfallenden Innenstädten vor sich hin, bei Laune gehalten durch Game-Shows,  Alkohol und ein bischen Demokratiefolklore.

Man kann jetzt auch schon sagen, wie sich die Zukunft weiter entwickeln wird, sofern nicht die Staatsmacht weltweit in Notwehr zum Mittel der Enteignung und Verstaatlichung greift – und das müsste schon weltweit geschehen, denn die Konzerne sind hochmobil. Es müsste auch im Geheimen geplant werden, denn Konzerne sind mächtig, haben eigene Söldnerarmeen und alles Geld der Welt, diese endlos aufzustocken, während man den Nationalarmeen ganz schnell den Sprithahn zudrehen kann. Eine Vermögensumverteilung ungeahnten Ausmasses wäre notwendig, um die Zukunft aufzuhalten, die sich gerade entfaltet … und die sehr düster sein wird.

Konzerne kennen kein Mitleid, keine Gnade, keine Menschenrechte – ihre Herrschaft wird schlimmer sein als die schlimmste menschliche Diktatur. Hitler mochte wenigstens noch Hunde. Für Konzerne sind Hunde Kosten auf  Beinen – wie Menschen. Und Menschen sind schon jetzt … nachwachsende Rohstoffe auf zwei Beinen. Einfach mal … jenseits der politischen und medizinischen Argumentation … die philosophischen Prinzipien betrachten, die bei der aktuellen Organspendediskussion den Hintergrund bilden.

Wir Bürger werden … nachwachsende Rohstoffe.

Oder Sondermüll auf zwei Beinen.

Wird diese Philosophie sich zur ganzen Größe entfalten, wird selbst Auschwitz ein Kurort dagegen sein. Der Unterschied zu früher allerdings wird sein: diejenigen, die mit den neuen Kolonialherren zusammenarbeiten, werden in geschützten Räumen leben, die der WWF schon jetzt mal menschenfrei hält, während man aus dem Rest der Welt im Dienste der Rendite virtueller Werte  die letzte Lebenskraft herausholt – die Welt wird Auschwitz … von einigen perfekt gesicherten Oasen mal abgesehen. Menschenorgane werden jedoch noch einen gewissen Wert haben – so wie hübsche Sklavinnen.

So wie früher jeder hätte ausrechnen können, was sich aus der Philosophie von „Mein Kampf“ ergibt, so kann sich heute jeder ausrechnen, was geschieht, wenn wir die Konzernphilosophie weiter leben, wenn wir die Korporatokratie nicht aufhalten.

Hört sich grausam an? Unmöglich?

„Wenn ich einmal wirklich an der Macht bin, dann wird die Vernichtung der Juden meine erste und wichtigste Aufgabe sein. Sobald ich die Macht dazu habe, werde ich zum Beispiel in München auf dem Marienplatz Galgen neben Galgen aufstellen lassen und zwar so viele, als es der Verkehr zuläßt. Dann werden die Juden gehängt, einer wie der andere, und sie bleiben solange hängen, bis sie stinken. So lange bleiben sie hängen, wie es nach den Gesetzen der Hygiene überhaupt möglich ist. Sobald man sie abgeknüpft hat, kommen die nächsten daran und das geschieht so lange, bis der letzte Jude in München ausgetilgt ist. Genauso wird in den anderen Städten verfahren, bis Deutschland vom letzten Juden gereinigt ist.“

Das war Adolf Hitler 1922. Viele haben deshalb vor ihm gewarnt. Genützt hat es nicht.

Ein führender Mannesmann-Manager sprach von „Menschen als Kosten auf zwei Beinen“.  Was wird wohl aus ihnen, was machen renditeverpflichtete bonusverwöhnte Verwaltungsangestellte aus Menschen … wenn die staatliche Schutzgarantie menschlichen Lebens nicht mehr finanzierbar ist?

Nun –  sie machen das gleiche, was Hitler mit den Juden machte: sie suchen Methoden der kostengünstigen Entsorgung, nachdem zuvor aus der Verarbeitung bzw. Nutzung die maximale Rendite gezogen wurde.

Wirklich undenkbar?

Nun, das Hartz IV-Abhängige ihre Organe verkaufen sollen, ist schon im Gespräch:

Prof. Peter Oberender fordert die Freigabe des Organhandels und sieht in der Organspende durch Hartz IV-Bezieher eine Alternative zur Armut.

Noch ein paar Jahre, dann ist das … alternativlos. Heute braucht China Bäume, morgen Nieren.

Erst das moralische Prinzip setzt dem Willen Grenzen für Taten. Ist es nicht mehr da … was sollte der Verwurstung menschlichen Lebens noch Einhalt gebieten?

Ich denke 1934 hat der deutsche Bürger genauso an den Aufschwung geglaubt wie jetzt … obwohl er in seinem Alltag beunruhigende Erfahrungen gemacht hat.

Genau genommen könnten wir eigentlich jetzt schon Trotzki zitieren, um zu sehen, in welche Richtung wir wieder marschieren:

„Der Faschismus ist ein besonderes Mittel, das Kleinbürgertum im sozialen Interesse des Finanzkapitals politisch zu mobilisieren und zu organisieren.“

So gesehen kann man sagen: die Welt wird faschistisch – und 2011 war das Jahr der offiziellen Machtergreifung.

 

 

 



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