Politik

Deutschland in Geiselhaft, Euro tot, Demokratie vom Aussterben bedroht, RFID-Chip kommt

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Es gibt eine Reihe von ziemlich wichtigen Themen in diesem Jahr. Die Einführung der Funkchipkarte durch die Sparkassen zum Beispiel. Ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Menschen im Produktions- und Erwerbsprozess. Wie haben schon viele derartige Schritte hinter uns, die wir kritik- und widerstandlos hingenommen haben. Seit Mitte der sieziger Jahre gibt es die Warnungen davor, das die Automatisierung der Massenproduktion die Arbeit verschwinden lassen wird – und siehe da: die Arbeit verschwand. Als Nebenwirkung der automatischen Produktion entstanden Müllberge und Moden. Immer öfter müssen Produkte immer schneller ausgetauscht werden, denn: die Maschinen produzieren ohne Unterlass.

Das alles ist hinlänglich bekannt, es hätte zu einem Paradies werden können. Stattdessen basteln wir an unserer eigenen Hölle. Vierzig Jahre später dürfen wir wohl mal eine Resümee ziehen. Die Verantwortung für die von den Maschinen verschuldete Massenarbeitlosigkeit haben wir den Arbeitslosen, ihren Familienangehörigen und vor allem ihren Kindern aufgedrückt. Wie Schweine auf dem Hof jagen wir sie durch die leeren Arbeitsmärkte, damit sie sich von den letzten Resten das Arbeitsmahls ernähren. Viele andere werden „beschäftigt“: als Manager, Verwaltungsangestellte, Versicherungsmakler, Investmentbanker, Anlageberater. Ganz viele Menschen verdienen sich eine goldene Nase durch die Mitarbeit an den Verteilungskämpfen des von den Maschinen erarbeiteten Reichtums.

Unser Alltag ist der Alltag von gejagtem Wild geworden. Von unserer „Beschäftigung“ rasen wir ins Geschäft, wo wir mitlerweile selbst alles einpacken müssen, das Fließband gibt uns eine Akkordgeschwindigkeit vor, die wir nicht lange durchhalten würden, müssten wir sie öfter machen, dann schnell nach Hause, die Kinder wollen versorgt werden. Wünsche nach „Entschleunigung“ nehmen wir nur mit bitterer Miene war: wir sind auf der Flucht vor der Armut, die die Verteilungskämpfer absichtlich erzeugt haben.

Die Chipkarte der Sparkasse ist jedoch nur ein Schritt von vielen, der darauf hindeutet, das man uns auf der Alltagsflucht auf Schritt und Tritt beobachten möchte. So hat man uns unter Kontrolle. Wir finden die RFID-Chips schon in Reisepässen, Personalausweisen, Büchern, Nummernschildern, Tieren und Menschen, obwohl ihre Entsorgung problematisch ist und sie dazu neigen, empfindliche medizinische Geräte in Krankenhäusern zu stören.

Wie in den siebziger Jahren erkennen wir die Gefahren für die Gesellschaft, die von dieser neuen Technik ausgehen, die – natürlich – auch mal wieder Arbeitsplätze kosten wird.

Das ist uns aber mitlerweile egal.

Die Gründe für diesen Gleichmut kann man ganz offen der konservativen Tagespresse entnehmen. Man muss dazu nicht auf versteckte verschwörungstheoretische Seiten schleichen, wo man zwischen Reptiloiden, Nazi-Ufos und Lichtnahrung auch Warnungen vor einer zunehmenden Verfinsterung der Welt erhält. Die Wahrheit über unsere Demokratie, über den Euro und über Deutschland liegt ganz offen zu Tage, jeder weiß es: es ist kein Geheimnis.  So formuliert heute die Welt:

Ratingagenturen nehmen Griechenland in Geiselhaft

Hintergrund: über die Beurteilung der „Bonität“ haben die Ratingagenturen Dominanz über die Zinsentwicklung. Ist das Rating mies, steigen die Zinsen: das Geld fließt aus der Volkswirtschaft in die Kassen der  internationalen Banken, die sich trotz Krise seit Jahrzehnten schön reich gerechnet haben und sich jetzt noch reicher rechnen können. Seltsamerweise prüfen die Ratingagenturen die Bonität nie so genau, wenn der Kreditzirkus beginnt. In der Phase der „Anfütterung“ eines Staates ist man mit dem Rating immer sehr großzügig, selbst bei Ländern, bei denen einem jetzt – ganz überraschend – auffällt, das sie ausser Oliven nichts zu bieten haben.

Nehmen wir mal eine andere Schlagzeile.

Terroristen nehmen Arbeitgeberpräsident in Geiselhaft

Der gleiche Satz, gleiche Straftat, andere Täter. Ist auch wirklich geschehen.

Und wie haben wir reagiert?

Wir schauten, aus welcher politischen Ecke diese Terrorköpfe stammten und erließen einen Extremistenerlass, um alle potentiellen Unterstützer der Geiselnehmer aus dem Staatsdienst zu entfernen. Jeder, der nur entfernt „links“ war, verlor seinen Job. Es ging immerhin um Geiselname, da wollte man nicht zimperlich sein, immerhin war die Geisel ein netter Mensch gewesen, so meint jedenfalls sein Nachfolger Dieter Hundt:

Hanns Martin Schleyer war ein vehementer Verfechter des Prinzips „Freiheit in Verantwortung“. Für ihn gehörte zur wirtschaftlichen Freiheit zwingend auch die soziale Verantwortung des Unternehmers. Er war eben nicht der Verfechter eines schranken- und zügellosen Kapitalismus, zu dem ihn seine Mörder stempeln wollten. Hanns Martin Schleyer stritt hart für seine Überzeugungen, aber nie unfair – und stets mit dem Respekt vor der Meinung und der Freiheit des Anderen. Er war immer bereit, im Interesse der Menschen und der Sache den Kompromiss zu suchen.

So starb mit Hanns Martin Schleyer auch jener Unternehmertypus aus, der sich seiner sozialen Verantwortung bewußt war. Welch´ schrecklicher Zufall. Aus solchen Zufällen wurde später das „RAF-Phantom“, das zumindest die späteren Täter nur noch als ausführende Organe der Geheimdienste ansah, ein Verdacht, den wir angesichts der seltsam unlogischen Opferauswahl der Terroristen im Auge behalten sollten.

Nun haben wir erneut eine Geiselnahme in Europa, diesmal ist es ein ganzes Land. Das hatten wir auch schon mal, auch das ist nicht neu. Polen, Tschechien, Österreich, Dänemark wurden dereinst wie viele andere Länder auch als Geiseln genommen, ihre Vermögen (bis heute ohne Entschädigung) nach Deutschland überführt, ihre Menschen versklavt und in die deutsche Industrie gepresst.

Die Folgen?

Die Demokratien haben den Tätern ebenfalls den Krieg erklärt. Es wurde ein blutiger Weltkrieg daraus.

Was aber geschieht bei der griechischen Geiselnahme?

Identifizieren wir wieder mal die Ideologie der Täter und steuern mit einem neuen Extremistenerlass dagegen, schmeißen erstmal alle Terrorsympathisanten aus öffentlichen Ämtern heraus, um im Anschluss daran den Tätern selbst – nachdem wir ihnen die Unterstützerbasis entzogen haben – den Krieg zu erklären?

Nein.

Wir bezahlen, erhöhen unseren Garantieanteil um 81 Milliarden Euro, obwohl zum Beispiel an der Börse keiner mehr an einer Lösung des griechischen Problem glaubt, Ökonomen vor einem chaotischen Zerfallsprozess der Eurozone warnen und die Bundesbank eine Dauerpleitegefahr sieht.

Wieso dieser plötzliche Sinneswandel in der Politik? Wieso machen die Politiker ihren Job nicht mehr? Griechenland ist in Geiselhaft – und Natomitglied. Das ist doch ein Beistandspakt, oder? Hunderte von Millionen Europäern leiden … wegen einer Handvoll Ratingagenturen? Gegen Wehrmacht und RAF ist man mit aller Entschlossenheit vorgegangen, hat systematisch alle Sympathisanten trocken gelegt und die verbleibenden aktiven Elemente dann nach und nach ausgeschaltet, gegen die Geiselnahme durch Ratingagenturen soll man da machtlos sein?

Wenn man da wirklich machtlos ist … dann ist auch Deutschland in Geiselhaft.  Sieht man ja auch daran, das wir bezahlen.

Dann ist aber auch der Euro tot, denn er ist dem undurchschaubaren Urteil von Menschen ausgeliefert, die keiner kennt noch jemand kontrollieren kann – aber alle hören auf sie, selbst wenn sie Riesenmegakredite auf Oliven über viele Jahre hinweg befürwortet haben.

Und unsere Demokratie … ist dann akut vom Aussterben bedroht. Wir werden „Ratingagenturkolonie Westeuropa“.

Versteht man nun, warum manche Menschen auf diese RFID-Technology so panisch reagieren? Es besteht der dringende Tatverdacht, das die Geiselnehmer ihren Besitz mit Brandzeichen versehen wollen.  Ich würde diesen Tatverdacht angesichts der täglich demonstrierten Hilflosigkeit der Politik auch nicht so einfach als unbegründet ansehen.

Sicherheitshalter sollte man da mitlerweile mit dem Schlimmsten rechnen – das vermag einem in Zukunft unangenehme Überraschungen ersparen.



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