Kolumne

Das neue Sozial-Lexikon politischer Scharlatane.

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Lieber Werner, liebe Leser !

Als ich am heutigen Sonntag meine „Ruhestätte“ verlassen hatte, war ich guter Hoffnungen, dass es ein schöner Tag wird, bis zu den Zeitpunkt, als ich mich (selbst Schuld) der aktuellen Presse widmete. Da fiel mir ein Artikel auf zum „Stand der Bürgerarbeit“ in Sachsen auf , mit der Erkenntnis, dass SELBIGE , wie viele anderen Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik, nicht so recht vorankommen wollen. Ein Verantwortlichen der Regionaldirektion der BA Sachsens, konnte in „gewohnter Sachkenntnis“ und „unnachahmlicher Wortkreation“ die Sachlage beschreiben. Dies wiederum hat nun einen Journalisten veranlasst, sich mit den „netten“ Umschreibungen von Tatsachen in einen Kommentar zu äußern, welche mich wiederum veranlasst haben, diesen Kommentar zu „vervollständigen“ und deutlicher zu werden.

„Das neue Sozial Lexikon politischer Scharlatane.“

Die „politische Elite“ in Deutschland neigt immer mehr dazu die Wirklichkeit von bestehenden Problemen seinen Untertanen, in ihrer eigenen, erfundenen Sprache zu vermitteln. Doch die, von politischen Entscheidungen betroffenen Bürgerinnen und Bürger, haben dieses verschleierte neue Begriffserklärung von Politikern schon lange durchschaut. Doch leider haben noch nicht ALLE erkannt, dass Politiker mit der Verschleierung realer Lebensverhältnisse nur eines bewirken wollen, nämlich ihre Ideenlosigkeit, Konzeptlosigkeit schön zu reden bzw. zu vertuschen. Am deutlichsten wird dies in der Beschreibung sozialpolitischer Entscheidungen und Maßnahmen. Nun möchte ich ungeschminkt einige (nicht vollständige) von der Politik erfundene neue Begriffe „erklären“, was sie eigentlich bedeuten.

Die „AGENDA 2010“ ist nichts anderes als „Sozialabbau“.
BA FÜR ARBEIT steht für „Politbüro des politischen – kapitalistischen Machtapperates“.
ARGE/JOBCENTER „ Vollstreckungsbehörde der gesetzlichen beschlossenen Armut“.
„LEIHARBEIT“ steht für „schlechtere Bezahlung“, bei gleicher Arbeit.
NIEDRIGLOHNSEKTOR ist gleichbedeutend mit Arbeiten für „Sklavenlöhne“.
ARBEITSBESCHAFFUNGSMAßNAHME ist eine schöne Beschreibung für „Laub fegen“,
„Hundehaufen“ beseitigen und andere sinnvolle Maßnahmen zur Vorbereitung auf den „ersten Arbeitsmarkt“.
EINGLIEDERUNGSVEREINBARUNGEN sind „aufgezwungene Verträge ohne Mitsprache“.
MELDUNG BEI ORTSABWESENTHEIT dürfte als „offenen Strafvollzug“ bezeichnet werden.
FORDERN, ANREIZE SCHAFFEN, SANKTIONEN bedeuten „nötigende Zwangsmaßnahmen mit
dem drohende Verlust, der zum Leben notwendigen Mittel“.
BÜRGERARBEIT, EIN EURO JOBS, ICH-AGs, KOMMUNAL-KOMBI-LOHN, „dienen in Wahrheit zur Beschönigung der Arbeitslosenstatistiken und fördern den Niedriglohnsektor“.

Ach ich hör jetzt auf , die Liste der Wortkreationen der politischen Scharlatanen könnte man
beliebig fortführen.
Was aber bleibt ist die Tatsache, dass man schwafeln, schwindeln, beschönigen kann wie man will, es ändert sich an der WAHRHEIT der Sozialen Verhältnisse nichts. Es ist aber unerlässlich, die politischen Schönrednern und deren „netten, irreführenden Beschreibungen“ des „Sozialabbaus“ zu entlarven und die Dinge so zu benennen, wie sie in WAHRHEIT sind.

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht



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