Politik

EHEC und der Brioniputsch: Die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft und der linken Bewegung

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Eine Regierung, die Grausamkeiten gegen ihre Bürger plant, ist keine Regierung, sondern ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht – so einfach dürfen Philosophen die politischen Wirklichkeiten auf kleine Wahrheiten reduzieren, wenn sie aus der Eifel kommen. Der Satz ist eingängig, wirkt bedrohlich und … wirklichkeitsfremd. Dabei merken wir alle, das er wahr ist. Die haben sogar Uniformen, mit denen sie sich vom Volk unterscheiden – allerdings liebt man hier eher das dezente Auftreten, dieses brutale, krasse, dämliche Getue mit Armbinden und Fackelmärschen hat man vorerst abgeschafft. Wie die Uniformen aussehen?

Der Stern hatte dereinst darüber berichtet:

Sie führt die Liste der schrecklichsten Politiker-Ouftits eindeutig an: Claudia Nolte in Rüschenbluse. Auch bei ihren männlichen Kollegen herrscht oft Geschmacksverirrung. Doch seit Brioni ins Kanzleramt Einzug gehalten hat, haben viele dazugelernt.

Da hat Kanzler Schröder schon mal eine Richtlinie vorgegeben: wer dazu gehören will, trägt teuersten Stoff. Wer sich den nicht leisten will oder leisten kann … gehört eben nicht dazu.  Preis anstelle von Armbinde geht auch, wird aber eher innen als am Arm getragen.

Man kann sich auch mal die Entwicklung der Grünen anschauen: kann sich noch jemand erinnern, wie die 1980 ausschauten … und was die wollten? Heute sind auch sie ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht und planen Grausamkeiten. Schaut sie euch an, wie sie aussehen: wie eine Aussenstelle der Jungen Union. Die haben des Kanzlers Weisung Nr. 1 verstanden: Brioni muss her.

In Finanzen-Net findet man ein Interview mit dem Brioni-Chef, der dem Kanzler Rückendeckung gibt:

Denn wenn man Brioni überall finden kann, wird die Exklusivität unserer Marke verloren gehen. Wir wollen die Marke in einer Nische halten, nicht den Massenmarkt bedienen. Nicht alle Menschen sollen sich Brioni leisten können.

Ich war mal beim Herrenausstatter Max Dietl um zu erfahren, wer das denn alles trägt und was das kostet:

Was haben Donald Trump, Nelson Mandela, Wladimir Putin, Eric Clapton, Al Pacino, Tom Hanks, Richard Gere, Kofi Annan und die beiden 007-Darsteller Daniel Craig und Pierce Brosnan gemeinsam? Sie gehören zu einer privilegierten Gruppe von etwa 25.000 Männern die ihre maßgeschneiderten Anzüge von Brioni fertigen lassen.

Die günstigsten Anzüge beginnen bei 5.000 Dollar, während die teuersten bis zu 50.000 Dollar kosten können.

So, 1000 Monate die fünf Euro Hartz-Erhöhung beiseite gelegt, dann könnte sich auch ein behinderter Arbeitsloser so einen Stoff leisten.  Das sind nur 83 Jahre, wenn er die überlebt, kann er im Sarg was ganz Feines tragen, während der Kanzler, der ihn enteignet hat, ganz offen mit dem Stoff durch die Gegend läuft und damit die nonverbale Botschaft verbreitet: „SEHT HER, ICH KANN MIR SOWAS LEISTEN – VON EUREM GELD!“

Solche Botschaften hört man doch als Bürger gerne von seinem Kanzler, oder?

Diese Anzüge sollen sich absichtlich nicht alle leisten können, damit man sich untereinander erkennt. Das ist der geheime Dresscode der Bruderschaft, den man verstehen muss, um dazu zu  gehören. Nebenbei bemerkt: die Wahl der richtigen Schuhe ist noch wichtiger, nur Eingeweihte bewegen sich hier sicher.

Nun gilt es jedoch erstmal den Satz zu beweisen, das die Regierung Grausamkeiten plant. Wie währe es mit Kürzungen bei Hartz IV? Die BA plant neben dem Abbau von 10000 Stellen deutliche Kürzungen bei dem Budget für Arbeitslose, „Konzentration auf die Fitten“ nennt das der Autor. Davon gibt es wohl nur noch wenige, der Rest wird abgeschoben und landet letztendlich dort, wo sich schon viele Ostdeutsche Wendeverlierer befinden: in der Generation Armut, siehe Zeit:

Vielen Ostdeutschen droht nach jahrelanger Arbeitslosigkeit nur eine kümmerliche Rente – aber auch im Westen wächst die Zahl der bedürftigen Ruheständler.

Währenddessen bezahlt der Staat (also WIR ALLE) ganz viel Geld dafür, das noch mehr Menschen in Armut bleiben, siehe Neues Deutschland:

Die Ausgaben des Bundes für Lohnzuschüsse an Geringverdiener sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Bund zahlte 2010 rund 1,62 Milliarden Euro Zuschüsse an Arbeitgeber, wie am Montag aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN-Bundestagsfraktion hervorging. Demnach hatten im Jahr 2005 die Ausgaben des Bundes dafür nur rund 400 Millionen Euro betragen.

Doch damit noch nicht alles. Durch die gezielte Setzung von Realitäten züchtet die Regierung sich neue Menschentypen heran, so wie man dereinst Hunde gezüchtet hat. Die Frankfurter Rundschau berichtet aktuell darüber:

Nach der totalen Entkollektivierung und Entsolidarisierung der Gesellschaft wird ein „hypermodernes Individuum“ auf der Bildfläche erscheinen, ein neues Leitbild menschlichen Lebens, das ohne das schützende Kollektiv des Staates zu leben hat – prekär, riskant, asozial, kriminell, vagabundierend.

Nüchtern konstatiert Castel allerdings das Scheitern der Klassenfrage – zuerst die Sozialgesetzgebungen, dann aber vor allem die Verwandlung der proletarischen in Angestelltenmilieus haben die Antagonismen zwischen den Klassen in die Konkurrenz um Aufstiegschancen umgebogen.

Mit anderen Worten, der Angestellte liebt seinen Chef und fürchtet seine Nachbarn. Aber auch diese Zurichtung des Individuums, das sich den eigenen Erfolg am liebsten ganz allein zuschreibt und das Soziale nur noch als Hindernis empfindet, bleibt an die durch staatliche Institutionen gesicherten Transfers gebunden.

Nüchtern betrachtet: es geht um Dressur und Züchtung, es geht um die gezielte Umformung des Bürgers hin zu einem deformierten asozialen Wesen, das dann genau der Propaganda entspricht, die heute von den Medien gerne über „Arbeitslose“ verbreitet wird.

Ausführendes Organ: der Anzug – und die Regierung. Ich nenne sowas staatsfeindlich, wenn nicht sogar das bislang abscheulichste Verbrechen gegen die Menschlichkeit von dem die bekannte Geschichtsschreibung weiß. Es wurden zwar schon oft Volksgruppen ausgelöscht, aber noch nie hat man in diesem Ausmass versucht, Menschen herunter zu züchten.

Hier erkennt man auch die Chancenlosigkeit der Linken oder jeder anderen politischen Bewegung: es fehlt einfach an mobilisierbarem Volk, das „hypermoderne Individuum“ kann mit der ganzen sozialen Begrifflichkeit nichts mehr anfangen, er ist „seines eigenen Schicksals Herr“ und hat … versagt.  Oder auch nicht, dann wird er zu einem ausführenden Organ der Asozialität, bis es ihn selbst dahinrafft.

Diese Dimensionen der Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft durch den Brioni-Putsch werden kaum ins Auge gefasst – und deshalb läuft der Putsch weiter.

Und die Medien, die Wächter der Demokratie, die Hüter des kleinen Mannes, der Gerechtigkeit? Tragen Brioni oder haben versagt. Manchmal fällt es ihnen auf, wie aktuell in der Zeit:

Megabeben, Tsunami, Atomkatastrophe. Der Schock traf auch die Menschen in Deutschland – Angst und Unsicherheit nahmen zu. Sie fragen sich, wem sie glauben sollen und können. Risiken, die man gut zu kennen glaubte, müssen von jedem Bürger neu bewertet werden, vom einfachen Büroangestellten bis hin zum Spitzenpolitiker.

Es konnte nur einen Schock geben, weil man über die seit den siebziger Jahren bekannten Gefahren nicht  berichtet hat sondern sie TAGTÄGLICH verdrängt, verschwiegen oder verharmlost hat, womit ich die drei neuen zentralen Arbeitsfelder des modernen Journalismus nebenbei beschrieben habe. Den Grünen ohne Brioni waren die Gefahren durch Atomkraft noch bekannt, die Grünen mit Brioni haben aus der Angst vor dem Atom mehrere lukrative Geschäftsmodelle auf Staatskosten entwickelt.

Ebenso wird es einen Schock geben, wenn die Brioni-Gesellschaft sich auf allen Ebenen durchgesetzt und die bürgerliche Gesellschaft ins Museum verschoben hat, wo sie unter dem Schild „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ als Modell der Vergangenheit präsentiert wird, während draußen in der Wirklichkeit zunehmend „Sklaverei, Herrenmenschentum und Kannibalismus“ um sich greifen.

So hat eine politische Bewegung, die sich erfolgreich gegen die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft stemmen will, eine Mammutaufgabe vor sich: sie muss die Züchtung des hypermodernen Menschen rückgängig machen bei gleichzeitigem Rückbau der monopolartigen Versorgungstrukturen der Wirtschaft, die zum Züchtungserfolg wesentlich beigetragen haben.

Einfach nur „Links“ wählen reicht da nicht. Bei Erfolg … tragen die dann auch nur Brioni. Die können es sich dann leisten. Und wenn die den Anzug anhaben, dann reden die auch gleich ganz anders, siehe Sozialisten im  Handelsblatt:

Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki hat ihr Land in einem dramatischen Appell auf einen drastischen Sparkurs eingeschworen. „Ich bin gezwungen, offen zu reden“, sagte Damanaki am Mittwoch in Athen. „Entweder einigen wir uns mit unseren Schuldnern auf ein Programm mit brutalen Opfern, oder wir kehren zu Drachme zurück.“ Griechenland stehe an einem Scheideweg, sagte die in Brüssel für Fischerei und Maritime Angelegenheiten zuständige sozialistische Politikerin laut der halbamtlichen Athener Nachrichtenagentur weiter. Die größte Errungenschaft des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg, der Beitritt zur Eurozone, sei in Gefahr. Deshalb sei alles andere zweitrangig.

Alles andere ist zweitrangig … darf ich das als Wahlspruch über die EU hängen? „Brutale Opfer“ sind also in den Augen von Sozialisten auf einmal unvermeidlich?

Wir sollten ein waches Auge auf Griechenland haben. Was dort geschieht,  droht auch uns – nur halt etwas später. Auch wenn es keiner glauben möchte: unsere Polizei rationiert jetzt schon den Treibstoff. Das hypermoderne Individuum stört sich daran nicht – Polizei ist eh´ nur lästig. Der Bürger jedoch weiß aus der Erfahrung von 3000 Jahren, das mit der Einsatzbereitschaft der Polizei das Gewaltmonopol der bürgerlichen Gesellschaft fällt – und damit der Barbarei wieder Tür und Tor geöffnet wird, was nichts anderes bedeutet als die völlige Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte im Sinne von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Werte, die die Brionibrüder auch gerne leben – wenn sie unter ihresgleichen sind.

Für den Rest gilt: Not, Leid und Elend per Gesetz.

Und zur Not wird noch etwas nachgeholfen, siehe Tagesspiegel:

Der aktuelle EHEC-Ausbruch ist ungewöhnlich und beunruhigend. Bei vielen Erkrankten tritt eine sonst seltene Komplikation auf. Die Quelle der Infektionen ist weiter unklar. Wurden die Bakterien gar absichtlich ausgebracht?

Ein mit Vorbehalt geäußerter Verdacht des Direktors des Instituts für Biologische Sicherheitsforschung in Halle.

Damit würde der Brioni-Putsch in eine neue Phase eintreten.

 

 



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