Politik

Deutscher Staat erschießt seine Bürger, macht krank und verkauft seine Sprache in der Festung Europa

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Wenn ich schreiben würde: „Deutscher Staat erschießt seine Bürger!“ … würde das wirklich jemanden wundern? Würde sich wirklich noch jemand darüber entsetzen? Lange kann ich auch nicht mehr darüber schreiben, denn bald werde ich das Wissen nur noch gegen Geld verarbeiten dürfen, wenn die Pläne der deutschen Verleger in die Tat umgesetzt werden, wie NZZ berichtet:

Deutsche Pressehäuser wollen ihre Online-Angebote stärker schützen. Ein Leistungsschutzrecht soll dies ermöglichen. Zudem sollen selbst kleinste Textbausteine wie Überschriften oder bestimmte Formulierungen als «Leistung» durch das neue Recht geschützt werden. Kritiker sehen darin einen erheblichen Konflikt mit der Zitatfreiheit und die Gefahr einer Monopolisierung der Sprache.

In der Tat dürfte geisteswissenschaftliches Arbeiten dann unbezahlbar werden – möglicherweise müssen wir Bürger letztendlich sogar eine eigene Sprache erfinden, weil der Gebrauch der deutschen Muttersprache gesetzlich geschützt ist und nur gegen Erstattung einer Gebühr erlaubt ist. Zu phantastisch? Nein – einfach mal weiterdenken: irgendwann ist jede Formulierung irgendwo registriert und gesetztlich geschützt.

Nun, ich mache mir um diese Entwicklung erstmal keine Sorgen. Dann werde ich eben keine Textbelege mehr liefern können – und irgendwann auch keine Nachrichten mehr verarbeiten dürfen. Dann denke ich mir eben selber welche aus – das machen die großen Redaktionen doch auch, ja, die ganze Geschichte der BRD wird doch mitlwerweile bis ins Detail vor Ort gesteuert, wenn ich dem tagesanzeiger aus der Schweiz glauben darf:

Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und die Zeitung «Bild» auf ihren Webseiten berichten, soll der 1991 verstorbene Ex-Chef des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Christian Lochte, im April 1977 gesagt haben, dass Verena Becker auf Buback geschossen habe – und zugleich eine Informantin des Verfassungsschutz gewesen sei.

Wer hätte das gedacht: der Verfassungsschutz baut seine eigenen Morde auf. War nicht schon die NPD nur noch dank des Verfassungsschutzes überlebensfähig, der – gefühlt – alle Vorstandsposten innehatte?  Aber wer würde sich im Jahre 2011 noch groß darüber aufregen?

Niemand, sage ich.

Niemand, weil alle es schon längst geahnt haben, alle es schon längst wissen, weil schon längst die Angst vor der Keule des Diktators die Straßen beherrscht, während die Medien noch lustig Demokratie verkünden. Darum wird auch diese Meldung keinen großen Sturm auslösen, die wsws brachte:

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Spitzel von Polizei und Geheimdienst entlarvt. Dabei zeigte sich, dass sogenannte verdeckte Ermittler in der deutschen und europäischen linken Szene systematisch aktiv sind. Ihr Auftrag besteht offensichtlich nicht nur darin, möglichst viele Informationen über oppositionelle Gruppierungen zu sammeln und detaillierte Personenprofile anzulegen. Sie handeln auch als Agents Provocateurs und stiften zu Straftaten an, die dann zur Rechtfertigung staatlicher Angriffe benutzt werden.

Auch bei Stuttgart 21 wurde die Party erst richtig lustig, als die Polizei für Stimmung sorgte, so jedenfalls behauptet die Arbeitsgemeinschaft kritischer Polizisten:

Die Analyse der Bilder führt zu dem Schluss, dass der angebliche Demonstrant, der Polizeibeamte mit einem Reizstoffsprühgerät angegriffen hat, in einem Team mehrer Personen im staatlichen Auftrag gehandelt hat.

Weder greifen die Polizeibeamten trotz Beobachtung des Vorgangs in unmittelbarer Nähe ein, noch zeigt irgendeine Person eine Reaktion auf den angeblichen Reizstoff, noch wird der angebliche Täter verfolgt, während ihm einige andere Begleiter beim Rückzug in die Polizeireihen helfen. Das auf den Aufnahmen erkennbare Gerät Pfefferspray RSG Zivil wird nur an Polizeibehörden verkauft. Es handelt sich offenkundig um einen Agent Provokateur.

Man sieht also … es handelt sich um eine gute alte Tradition. Der Staat baut sich seine Täter selbst – und wahrscheinlich muß man damit rechnen, das irgendwo ein geheimes Bartwuchskommando seine Arbeit tut, um in Zukunft als „Islamisten“ Anschläge verüben zu können. Da kann jetzt  mal jeder selber ausrechnen, ab wann wirklich Gefahr besteht, das bärtige Turbanträger Terrorwarnungen Substanz geben – hängt direkt von der Bartwuchsgeschwindigkeit deutscher Sicherheitsorgane ab.

So was bleibt natürlich beim Bürger nicht in den Klamotten hängen. Dauernd dröhnt die heile Welt in den Medien – nur der Alltag kann der Medienwirklichkeit nicht länger standhalten. Sowas hat Folgen für den Geist, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:

Die Zahl psychischer Erkrankungen ist bei Arbeitnehmern in Deutschland im vorigen Jahr so stark angestiegen wie noch nie. Das ergibt sich aus dem DAK-Gesundheitsreport 2011, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Am Schlimmsten erwischt es laut Berliner Umschau die Jungen:

Jüngere Beschäftigte zwischen 15 und 25 Jahren sind jedoch etwa doppelt so häufig arbeitsunfähig wie ihre älteren Kollegen. Ursachen hierfür könnten die gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt sein: „Von den Berufseinsteigern werden heute immer vielfältigere Qualifikationen und Flexibilität erwartet. Dazu kommt häufig die Unsicherheit durch befristete Arbeitsverhältnisse, die es immer schwerer machen, Zukunft zu planen und Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren“, so TK-Expertin Gudrun Ahlers.

Ist ja auch irgendwie logisch: die Jungen müssen dem Wahn am Längsten standhalten.

Kann sich noch jemand an die Jubelreden bezüglich der Aufstände in Tunesien und Ägypten erinnern? Wie auf einmal alle von Freiheit gesprochen haben und das Volk beglückwünschten?

Nun … mitlerweile marschieren die freien Menschen Richtung Europa, und das zeigt dann auch da mal sein wahres Gesicht, hier in der Welt:

Angesichts der Flüchtlingswelle von Afrika nach Europa fordern Polizeigewerkschaften den Aufbau einer EU-Küstenwache mit 2.500 Grenzschützern. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Mit dem Sturz der Diktatoren Nordafrikas wird der Flüchtlingsstrom nach Europa massiv wachsen.“ Dieser Ansturm lasse sich nur stoppen, wenn Europa zur Festung umgebaut werde.

„Festung Europa“ … das hatten wir schon mal. Auch damals spielte Deutschland eine führende Rolle im europäischen Staatenverbund. In Zeiten der allgemeinen Angst lassen sich solche Forderungen leichter durchsetzen.

Diese Festung sollte natürlich laut Welt nicht ganz so geschlossen sein – nützliches Menschenmaterial sollte man schon noch durchlassen, damit unser Prekariat intelligente Konkurrenz bekommt:

Jeder dritte Arbeitslose in Tunesien ist Umfragen zufolge Akademiker. Es wäre für beide Seiten hilfreich, wenn sich die EU die Frage stellt, welche tunesischen Akademiker wir auf welchen Arbeitsmärkten brauchen könnten.

Und wenn ich jetzt auf die Idee komme, das die Aufstände zur Behebung deutschen Fachkräftemangels vom Verfassungsschutz gesteuert worden sind?

Es ist allerdings unfair, den medialen Wahn nur auf Deutschland zu beschränken – das ist eine globale Abwanderungsbewegung, die dazu führt, das „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ immer weiter auseinander driften, so zitiert die junge Welt Obama:

»Zwei Jahre nach der schlimmsten Rezession, die die meisten von uns jemals erfahren haben, sind die Börsenkurse wieder mächtig gestiegen, ebenso die Gewinne der Konzerne. Die Wirtschaft wächst wieder«, so Obama. Offensichtlich sind wirtschaftlicher Wohlstand und Fortschritt für den Präsidenten synonym mit kräftigen Gewinnsteigerungen für Unternehmer und Börsenspekulanten.

Dementgegen stehen die Meldungen der alten Welt über den Bankrott der USA:

Den US-Staaten fehlen 125 Milliarden Dollar, einige stehen kurz vor der Pleite. Kalifornien und Texas geht es besonders schlecht.

Und während noch Obama den Aufschwung bejubelt und der Aufschwungcheerleaderin  Merkel einen Orden verleiht, sucht das Kapital laut diePresse.com das Weite:

Der weltgrößte Anleiheninvestor Pimco hat den Anteil an US-Staatsanleihen binnen zwei Monaten von 30 auf 12 Prozent reduziert.

Die zumindest trauen dem Aufschwungjubel nicht. Gut, das das ganze Theater bald vorbei ist, wenn Bürger die Nachrichten nur noch bezahlen aber nicht mehr lesen geschweige denn verstehen oder diskutieren dürfen.

Was mich aber nicht mehr wundert ist: das es Menschen gibt, die glauben, der Eifelphilosoph sei vom Verfassungsschutz.

Ich bin mir da selbst mitlerweile nicht mehr sicher …






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