Politik

In Deutschland gehen die Lichter aus – dank Politik und Wirtschaft

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Thilo Sarrazin ist ja jetzt arbeitslos. War er schon vorher – wie aus der Welt zu erfahren ist:

„Als Bundesbanker war die Arbeit der Woche nach eineinhalb Tagen dienstagmittags getan“, erzählt Sarrazin, weiterhin ohne sich zu regen. „Am Montag gibt man Anweisungen und bereitet sich ein bisschen vor, am Dienstagvormittag diskutiert man intelligent in der Vorstandssitzung mit und am Dienstagnachmittag fragt man sich, was man den Rest der Woche tun soll.“

Dafür bekommt man 220000 Euro im Jahr – vom Steuerzahler. Nun ist Thilo Sarrazin ja kein Unbekannter. Irgendwer hat halt entschieden, das gerade dieser Mann diesen Posten bekommt. Wer das war … wissen wir nicht. Das gehört zu den vielen intransparenten Personalentscheidungen in dieser Republik, die auch über Nacht aus Roland Koch einen Weltklassemanager gemacht haben.

Auf einmal hatte Herr Sarrazin Zeit, sein lang geplantes Buch zu schreiben, das dann so intensiv beworben wurde, das er neben all den Versorgungsansprüchen gegen Vater Staat auch noch ein nettes Sümmchen nebenbei einfahren konnte, um weiterhin gegen Schule, Beamte und Bürger wettern zu können.

Wenn ich nun mal sinniere: das könnte doch auch von langer Hand so geplant gewesen sein … ist das dann schon der Tabubereich? Jene Sphäre, über die man nicht spricht?

So wie Ägpyten. Da jubeln ja jetzt alle über die tolle Revolution und die tolle Demokratie. Doch was muß ich da in der Welt lesen?

Seit die Armee im Jahr 1952 die Monarchie stürzte, kamen alle Führer Ägyptens – Naguib, Nasser, Sadat, Mubarak – aus der Armee.

Also hat sich doch in Ägypten eigentlich nichts geändert. Praktisch. Warum habe ich mir also jetzt tagelang den Demokratiejubel der deutschen Medien angetan? Oder, anders gefragt: wer hat entschieden, das über die Vorfälle in Ägypten auf diese Art und Weise berichtet wird?

Kommt man auf der Suche nach den „Entscheidern“ in diesem Land möglicherweise in Gebiete, wo die Repräsentanten des Volkes soviel Macht haben wie Mubarak … und ebenso leicht entfernt werden können, wenn ihre Zeit abgelaufen ist? Wäre schlecht für eine „repräsentative Demokratie“. Dann würden Amtsträger zu Pappkameraden.

Entscheidungen fallen jetzt auch im Wirtschaftsbereich. Die deutsche Börse löst sich auf … und zahlt in Zukunft woanders Steuern. Das wird so nicht kommuniziert … sieht aber laut Welt praktisch so aus:

Allerdings zeichnet sich immer klarer ab, wie der neue Börsenriese aussehen wird: Er soll die Rechtsform einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE) oder eine niederländische NV haben. Als Firmensitz der Holding-Gesellschaft haben sich die Beteiligten den Angaben zufolge auf Amsterdam verständigt.

Hört sich doch so an, als ob Deutschland wieder einen guten Steuerzahler verliert, oder? Ist auch – denke ich – kein gutes Zeichen für die Bürger der USA, das sie ihre traditionsreiche Börse jetzt in Amsterdam wiederfinden. Und wo die großen Steuerzahler das Land verlassen, das sie groß gemacht hat, müssen andere wieder die Lasten tragen, damit der Sarrazin genug Geld zum Bücherschreiben hat – wieder in der Welt:

Schlechte Nachrichten für Millionen Bürger: Viele hoch verschuldete Städte und Gemeinden drehen trotz des Aufschwungs in den nächsten Monaten an der Kostenschraube. 86 Prozent der Kommunen wollen im laufenden Jahr Steuern und Gebühren erhöhen. Das geht aus einer neuen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die 300 Kommunen befragt hatte. Mehr als jede zweite Kommune (55 Prozent) plant, Leistungen zu reduzieren oder abzuschaffen, etwa bei der Straßenbeleuchtung oder der Kinder- und Seniorenbetreuung.

Somit ist heute der Tag an dem man sagen kann: in Deutschland gehen die Lichter aus – dank Politik und Wirtschaft.

Bleibt nur die Frage: gibt es da … „Entscheider“?

In Ägypten merkt man gerade, das es welche gibt. Die Demokratie … scheint schon vorbei, siehe Spiegel:

Das Militär will die letzten verbliebenen Demonstranten vom Tahrir-Platz in Kairo vertreiben. Die wollen aber erst gehen, wenn das Parlament aufgelöst ist. Es gab erste Rangeleien. Hunderte neue Demonstranten strömen zu ihrer Unterstützung auf den Platz.

Falls sie allerdings Glück haben, bekommen sie eine Demokratie wie wir. Dann können sie sich auf eine Zukunft freuen, in der das Geld für Kinder, Senioren und Straßenbeleuchtung fehlt.





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