Politik

Deutschlands Zukunft schon jetzt: Menschenhandel, Lohndrückerei, Korruption, Gammelfleisch und der Arbeitsführerschein

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Wie sehr uns das Wasser schon bis zum Hals steht, werden viele erst dann merken, wenn die Stromkonzerne ihre Lieferungen einstellen, weil sich das Geschäft in Deutschland nicht mehr lohnt. Dann erlöschen die verführerischen virtuellen Welten, man schaut hinaus in ein ausgeplündertes, zersiedeltes Land und fragt sich: wie konnte es so weit kommen – eine Frage, die man sich in Deutschland immer mal wieder gerne stellt.

Bis zu dem Zeitpunkt wird man sich an eine Zunahme von Zerrüttungserscheinungen gewöhnen müssen, Erscheinungen von Zerrüttungen des Gemeinwesens, die im Prinzip eine Chance beeinhalten: inne zu halten und den Kurs zu ändern. Wenn wir den Kurs nicht ändern, werden die momentan kleinen Zerrüttungen zu großen Beben, was praktisch heißt, das unsere Töchter Frischfleisch für den chinesischen und arabischen Geldadel werden, wie der Spiegel aktuell berichtet:

Bei einer Razzia in Dubai ist ein chinesischer Menschenhändlerring aufgeflogen. Zwei Minderjährige aus Deutschland sollen von der Geliebten ihres Vaters in ein Bordell entführt worden sein.

Beide Mädchen seien geschlagen worden und wurden in der Wohnung gefangen gehalten. Im Februar 2010, so F. G., habe ein Inder 100.000 Dirhams (etwa 20.000 Euro) für ihre Jungfräulichkeit geboten. „Er hatte Sex mit mir in L.Y.s Wohnung. Ich war da fünfzehn Jahre und elf Monate.“ Sie sei dann auch zu Sex mit einem Chinesen gezwungen worden.

Die harte Hand des Islam, die dem kleinen Dieb die Hand abhackt, hört dort auf, wo das Geld winkt. Der Kampf gegen den militanten Islam ist ein Kampf gegen den armen Islam, dort wo er reich ist  (zum Beispiel in Saudi-Arabien, dessen Bürger laut offizieller Legende die Attentate von nine-eleven begangen haben) hat er Narrenfreiheit. Aber wer könnte da schon widerstehen: 20000 Euro sind eine Menge Geld – und mit Menschenhandel leicht verdient.

Eine weitere Erscheinung der modernen Gesellschaft erregt ja gerade die Gemüter: der Fall des ermordeten Mirco. Der Täter – laut Welt – ein Vorzeigebürger.

H.’s Zuhause ist ein Einfamilienhaus in Schwalmtal. Seit 2006 lebt er hier mit seiner dritten Frau und mit zwei seiner drei Kinder, die 17, 14 und zwei Jahre alt sind. Das Haus steht in einem ländlichen Neubaugebiet. Dahinter gibt es Wiesen und Felder und einen kleinen Fluss. Der Garten ist sehr gepflegt, „Gartenarbeit und seine Kinder waren sein Hobby“, sagt Thiel.

H. war eine tickende Zeitbombe, sagt Thiel. Ein Mann, der beruflich stark unter Druck stand und seinen Frust ablassen wollte.

Diese „tickende Zeitbombe“ macht mich etwas nervös, denn das Modell „Egotempel“ auf dem Lande ist weit verbreitet – und der Frust auch, wie im Spiegel zu lesen ist:

Ständige Erreichbarkeit und Termindruck machen krank: Laut einer Krankenkassen-Studie hat jeder fünfte Arbeitnehmer psychische Störungen aufgrund von Stress im Job. Immer mehr Menschen lassen sich krankschreiben und greifen zu Antidepressiva.

Jeder fünfte Arbeitnehmer eine tickende Zeitbombe? Sollte man da nicht drüber nachdenken, Arbeitnehmer sicherheitshalber gleich streng zu bewachen, bevor die ihren beruflichen Frust an anderen ablassen? Zumal unsere großen Firmen dabei sind, diese Zeitbomben in Serie zu produzieren wie in der Sendung Monitor zu erfahren ist:

Sonia Seymour Mikich: „Es war eine lange Pause, und ich heiße Sie ganz besonders willkommen! Für minimales Geld maximal schuften, ohne jede Absicherung – Lohndrückerei macht Schule. Das ist der Geist unserer Zeit, und das steckt auch hinter unserem Jobwunder. Wir haben lange in einer Szene recherchiert, wo Lohndrückerei eine ganz besondere Form annimmt. „Branchenüblich“ sei das, heißt es da. Aber der Paketbote, der Ihnen noch abends die Bestellungen aus dem Internethandel vorbeibringt, der kämpft vielleicht Tag für Tag ums Überleben.

Der Bericht lohnt sich auch im Detail. Es ist die Zukunft der deutschen Arbeit: wir bringen noch Geld mit, um arbeiten zu dürfen. Und damit das auch klappt, müssen wir nur die Daumenschrauben der Jobcenter fester anziehen.

Konnte man sich bislang darauf verlassen, das der Staat das schon richten wird – immerhin ist er genau dafür geschaffen worden – so blickt man aktuell etwas dümmlich aus der Wäsche, denn laut NDR ist der Staat käuflich geworden:

Die Forscher kommen dabei zu dem Ergebnis, dass rund zwei Drittel (68 Prozent) der Behörden in den eigenen Reihen mit Kriminalitätsfällen zu kämpfen haben. Es geht dabei um Unterschlagung oder Veruntreuung, gefolgt von Korruption wie Bestechlichkeit. Bundesweit liegt die Quote bei 52 Prozent. Aus der Studie ergibt sich auch, dass Behörden das eigene Kriminalitätsrisiko sehr gering einschätzen, dafür andere Verwaltungen eher als korruptionsgefährdet ansehen.

52% – das  heißt: die Mehrheit der deutschen Behörden sind korrupt, je schlechter es der Wirtschaft geht, umso korrupter sind die Behörden. Immerhin wollen alle dieses kleine Gartenparadies, das sich auch Mircos Mörder angeschafft hat. Die schöne heile kleine Binnenwelt, in die die böse Wirklichkeit niemals eindringen kann.

Das tut sie aber. Auch bei Reichen oder solchen, die es werden wollen, denn den jüngsten Nahrungsmittelskandalen folgen laut Plusminus (hier bei Finanznachrichten) weitere auf dem Fuße – alles im Namen der Eigenkapitalbildung:

Lebensmittel-Betrug: Wie Händler die Verbraucher hereinlegen Neuer Skandal mit Lebensmitteln: Internationale Schmugglerbanden bringen Billig-Lebensmittel aus China in die Europäische Union (EU). Hier werden sie unter falschen Etiketten und Herkunftsbezeichnungen zu hohen Preisen an Verbraucher verkauft.

Wer aber nun denkt, das wenigstens die reichen Bürger unseres Landes in einem Paradies leben, der irrt, wie die Gesundheitsforscherin Kate Pickett in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erläutert:

Wovon wir in unserem Buch sprechen, ist das obere Fünftel der Einkommenspyramide. Und da gilt: In hierarchischen, individualistischen Wettbewerbs-Gesellschaften bedeutet in der Nähe des Gipfels zu sein, eben nicht ganz oben zu sein. Das löst dieselben Status-Ängste aus wie bei Leuten auf den unteren Sprossen.

Nach unseren Erkenntnissen gibt es in reichen Demokratien mit großer Ungleichheit deutlich mehr Gewalt und Verbrechen, mehr Teenager-Schwangerschaften und mehr psychische Erkrankungen, viel mehr Fettleibige, eine sinkende Lebenserwartung, mehr Mobbing in der Schule und so weiter. Jeder Einzelne in dieser Gesellschaft ist davon betroffen.

Die düstere Zukunft Deutschlands, seine sinkende Lebensqualität, seine soziale Verrohung sind also wirklich keine Naturgewalten, sondern von Menschen gemacht?

Gut zu wissen, denn dann … gibt es ja Alternativen. Zum Beispiel Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit anstelle von Menschenhandel, Lohndrückerei, Korruption und Gammelfleisch. Wie meint Professor Picket?

Ökonomen dachten lange, dass Menschen zu allererst so handeln, wie es ihren materiellen Interessen dient. Verhaltensforscher und Psychologen haben bewiesen, dass das nicht stimmt. Menschen haben einen ausgeprägten Sinn für Fairness und Gerechtigkeit.

An und für sich ist der Mensch ein sehr soziales Wesen. Es gibt auch Entartungen, asoziale Egomanen, die aus einem Gemeinschaftssystem nichts anderes als ihren eigenen Vorteil ziehen, sprich ihren Lebenssinn darin sehen, möglichst viel Geld auf das Privatkonto zu schaffen – egal wie.

Die Mehrheit jedoch – zahlt gerne Steuern, wenn es ihren Mitmenschen Hunger, Kälte und Tod erspart.  Das wäre doch mal einen Versuch wert: wir führen einen „Arbeitsführerschein“ ein. Wer in diesem Land einen der selten werdenden Vollzeitarbeitsplätze belegen möchte, muß zuvor beweisen, das er psychisch auch dazu in der Lage ist, des er auch mit steigendem Druck und wachsender Verantwortung nicht sozial entartet. Immerhin – diese kranken Egomanen haben unser ganzes Wirtschaftssystem aus purem Eigennutz zerschlagen – ob nun als Manager oder Politiker spielt da keine Rolle. Wir sollten aus der Krise die Lehre ziehen, das Geld immer mit Verantwortung einhergehen muß. Im Straßenverkehr sortieren wir die verantwortungslosen Fahrer ja auch gnadenlos aus – zum Wohle der Allgemeinheit.

Jetzt haben wir gelernt, das wir das auch im Wirtschaftsbereich und in der politischen Verwaltung machen müssen. Somit werden die Auseinandersetzungen der Zukunft nicht mehr zwischen „rechts“ und „links“ verlaufen (da gibt es in der Praxis ja kaum noch erkennbare Unterschiede) sondern zwischen sozialen und asozialen Wesen.

Gewinnen die Sozialen, hat Deutschland eine goldene Zukunft vor sich.

Verlieren sie, landen unsere Töchter in Dhubai und unsere Söhne auf den Schnibbeltischen der Organmafia.




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