Ausland

Tunesien

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Na so was auf ein Mal ging es ganz schnell und nachdem sich der ehemalige Langzeitpräsident Ben Ali aus dem Staub gemacht hat, geben sich die Übergangspräsidenten die Klinke in die Hand. Sehr mysteriös das Ganze. Schließlich ist der Herr Ben Ali unser Mann und das nicht erst seit Gestern. Außerdem konnte man in Tunesien immer so schön Urlaub machen alles war ruhig und vorbildlich, quasi ein Aushängeschild eines afrikanischen Landes.

Auch die Probleme kommen Einem sehr bekannt vor. Eine grassierende Jugendarbeitslosigkeit und natürlich daraus resultierende Perspektivlosigkeit. Eine Oligarchie der oberen 10 Prozent, Die sich in Politik und Wirtschaft alles ab machen was es zu erbeuten gibt und eine Bevölkerung bei denen fast nichts vom Wirtschaftswachstum an kommt. Eine Presse die sich in Hofberichterstattung ergeht und den Deckel auf der Unruhe in der Bevölkerung gehalten hat, bis Ihr Dieser halt nun um die Ohren geflogen ist.

Da das System Ben Ali allerdings linientreu auf der Seite von Europa und den USA stand, ist es natürlich kein Wunder, das sich die Franzosen noch vor 2 Tagen bereit erklärt haben zur Not der Polizei unter die Arme zu greifen. Allerdings ist so eine Einstellung ja nichts Neues, selbst bei uns in D-Land nicht. Heißt es doch aus einschlägigen Kreisen, das man sich dem Druck der Strasse nicht beugen darf und es nichts zu sagen hat oder Einfluss auf die Politik nehmen darf  wenn die ewig Unzufriedenen auf die Strasse gehen.

Man sollte die Parallelen zu uns natürlich nicht zu weit führen, schließlich sind es bei uns immer wieder andere Leute, Die sich an die Industrie und die Hochfinanz verkaufen und selbst wenn uns unsere großartige Kanzlerin irgendwann abhanden kommen sollte, können wie davon aus gehen, das schon diverse Käuflinge aus den etablierten Parteien in den Startlöchern stehen um sich mit Freude den Oligarchien an den Hals werfen, ganz egal welche Parteiabzeichen man am bürgerlichen Revers hängen hat. Anders als in muslimischen Ländern zählt bei uns der Familienverbund fast nichts mehr und ist weitgehend durch Parteienproporz und materielle Unterschiede ersetzt worden. Darum müssen wir uns auch keine Gedanken machen das die Vetternwirtschaft ein zieht, da zählen Seilschaften aus Politik und Society doch sehr viel mehr.

Ich schätze auf uns im Westen wird der kleine Zwischenfall in Tunesien keine Auswirkungen haben, aber wir können wohl mal wieder gespannt sein, in wie weit sich die Bevölkerungen in Afrika und dem nahen Osten ein Beispiel an den Tunesiern nehmen. Es gibt da schließlich noch einen Haufen vorbildlicher Demokratien in denen sich die Herrscher nicht zu schade waren Ihr Land meistbietend zu verschachern und den Gewinn großzügig unter der Familie auf zu teilen.



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