Kolumne

Auf Wiedersehen 2010, Willkommen 2011

Von hier aus gelangen Sie auf die Autorenseite von und koennen alle kommenen Artikel mit "Link speichern unter" abonieren.

Das Jahr neigt sich mit riesigen Schritten dem Ende und die gute Nachricht ist, wir sind immer noch da und haben es trotz des völlig überraschenden Kälteeinbruchs im Winter einigermaßen warm. Da man immer positiv in die Zukunft schauen soll, will ich auch nicht bezweifeln, das wir uns das im nächsten Jahr auch noch in dieser Form leisten können, obwohl man bei den momentan steigenden Ölpreisen und den bundesweit geplanten Strompreiserhöhungen schon auf komische Gedanken kommen könnte.

2010 war nach Aussage unserer großartigen Regierung das Jahr des Wirtschaftswunders und natürlich haben wir alle davon profitiert. Schließlich haben wir Alle was davon, wenn die Chinesen wie verrückt Autos kaufen, auf denen ein deutscher Hersteller steht. Dabei muß uns nicht stören, das Diese Ihren Absatz mittlerweile auch zum großen Teil in China produzieren, schließlich haben wir ja Alle Autoaktien deutscher Hersteller also gewinnen wir auch dabei. Auch der Maschinenbau hat mal wieder ganz besonders vom Aufschwung profitiert und da wer schon keine Aktien hat wenigstens im Maschinenbau arbeitet haben wir auch da mal wieder alle was davon. Dabei darf uns nicht weiter stören, das die Lohnsteuer Einnahmen des Bundes weiter gefallen sind und dieses auf eine Ausweitung der Mini und anderer Sklavenjobs für billig Geld hin weist, wir können eben alle nicht richtig rechnen.

2010 war auch das Jahr der Staatspleiten- Rettungen und auch wenn die Bevölkerungen der geretteten Staaten irgendwie nicht zufrieden mit Ihrer Rettung sind, war dieses doch alternativlos, schließlich haben wie auch in unserer schönen Republik die Banken die Macht, also ist es schon ganz richtig wenn man bei Bankenrettungspaketen von Staatsrettungen spricht. Das damit die Banken gerettet werden die Bevölkerung ausgeplündert und die Infrastrukturen zerfallen gelassen werden gehört heutzutage einfach mit dazu und wer sich daran stört kauft sich eben ein SUV. Im Porsche Chayenne oder Audi X7 bemerkt man die extremen Schlaglöcher fast gar nicht und außerdem gibt es die Dinger bestimmt für einen geringen Aufpreis auch in Kugelsicher, nur für den Fall das sich der Pöbel doch noch etwas mehr an seiner Plünderung stört und auf komische Gedanken kommt. Drittens kommt man mit einem geländegängigen Auto auch viel besser über schlecht geräumte und nicht gestreute Strassen, wer braucht also schon die Gemeinden, deren Aufgaben regelt der Markt doch sehr viel besser.

Das der Markt wirklich alles besser regelt sehen wir nicht zu Letzt auch an den Kältetoten in unseren Städten. Was waren Diese denn anderes als überflüssiges Humankapital und wie es in einem funktionierenden Markt nun mal ist, wird überflüssiges eben möglichst günstig entsorgt und wir können davon ausgehen dass das Erfrieren der Obdachlosen keine Kosten erzeugt hat.

Wir sehen schon an diesen kleinen Beispielen 2010 war toll und 2011 wird noch sehr viel besser. Nachdem wir in diesem Jahr schon die Euros der Griechischen und Irischen Gläubiger gerettet haben kommt im nächsten Jahr bestimmt auch noch Portugal, Spanien, Belgien und vielleicht sogar Italien dazu. Wenn es richtig gut läuft gehen vielleicht sogar die USA pleite, denn irgendwie müssen doch die 25 Prozent Rendite der Deutschen Bank zusammen kommen und allein mit 10 Prozent Ethanol im Benzin um die Nahrungsmittelpreise in die Höhe zu treiben wird es nicht gehen. Außerdem haben wir gerade gehört, das die Weltbevölkerung auf fast 7 Milliarden Leute angestiegen ist und ich schätze da gibt es noch einiges an überflüssigem Humankapital zu entsorgen.

Ich wünsche Allen ein frohes Jahr 2011 und hoffe Ihr sehr es auch so positiv wie ich, man soll schließlich nicht immer nur klagen.



Die letzten 100 Artikel