Feuilleton

Bernd Merling … zum Tode.

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Bernd Merling, der Initiator von „Anti-Faschismus 2.0“ ist tot.  Motorradunfall am 21. Oktober 2010 – so ist auf seiner Seite zu lesen. Unter der Meldung ein kleine Button – weiter – der zu einem Artikel über „Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland führt“. Ob mir das was sagen soll, weiß ich nicht.

Unfall ist Unfall. Ich war auch nicht dabei, noch weiß ich näheres. Viele werden jetzt jubeln, war doch Bernd Merling jener Mensch, der aufzeigte, wie sich die „Wahrheitsbewegung“ stramm nach rechts außen bewegte, wo sich Ufonazis aus der Arktis Luftschlachten mit Chemtrails lieferten um der kommissarischen Reichsregierung im besetzten Deutschland BRD zur Hilfe zu kommen.

Ja, so etwas gibt es.

Wäre ein leichtes jetzt zu sagen: das hatte er nun davon.  Das wäre aber eine Verschwörungstheorie – und die hätte er selbst nicht gewollt.

Ich teile bekanntermaßen die Positionen nicht. Ich denke, die offene Gesellschaft hat viele Feinde – und wenn sich hier Menschen mit Geld und  Macht zusammentun, dann kann es gefährlich werden. Verschwörungstheorien als solche pauschal zu verdammen, halte ich für eine Dummheit und für einen Frontalangriff auf die Gedankenfreiheit.

Gleiches gilt für die Pauschalverdammung von Esoterik. Wenn die Beschäftigung mit platonischer Philosophie, Zen-Buddhismus oder Naturmystik verboten werden soll (als „unsozialistische Umriebe“ gebrandmarkt), so ist das ebenfalls ein Angriff auf die Gedankenfreiheit.  Und nur weil Hitler Hunde und Kinder mochte,  sind Eltern und Hundehalter nicht automatisch Nazis – ebenso hätte ich mich gefreut, wenn er gemerkt hätte, das die Kritik der „braunen“ Esoterik von bekennenden braunen Esoterikern stammt.

Es wird einem Angst und Bange, wenn sogar die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen Faschismus wird weil man so langsam denkt: bald hat der Anteil der Faschisten in Deutschland die 130 % – Marke überschritten.

Trotzdem war mir wohl, das es einen Bernd Merling gab … auch angesichts der in meinen Augen berechtigten heftigen Kritik, die einige äußern. Man konnte sich sicher fühlen, das echte und wirkliche Unterwanderungen erkannt und beschrieben werden und man es erfahren wird.

Nun ist es einer weniger, der die Abwanderung der Infokrieger in die reichsdeutsche Ecke bemerkt – und das ist sehr schade. Auch einer weniger, der kritisch schaut, ob gerechtfertigte Kritik an der Politik Israels nicht schon längst in platten Antisemitismus abwandert (was ich selber zugegebenermaßen befürchte).

Darum an dieser Stelle – mein Beileid.

Mir wird er fehlen.



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