Politik

Völkermord – Ruanda gestern, Deutschland morgen?

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Mit Ruanda habe ich mich beschäftigt, um einen Blick auf die Dimensionen menschlichen Fehlverhaltens zu erhalten. Ich wollte wissen, ob da – soweit wir überhaupt so urteilen können – eine neue Qualität Raum greift. Ein abschließendes Urteil ist mir noch nicht möglich – vor allem weil ich abgelenkt wurde. Abgelenkt durch die Frage der Schuld, durch die Frage nach der Medienmanipulation und durch die Schlußfolgerung meines Augenzeugen, General Romeo F. Dallaire.

Die Schuldfrage ist recht eindeutig. Ohne Weltbank, ohne Frankreich und die USA hätte es diese Massaker nicht gegeben. Ohne Europa gäbe es gar keine Hutu oder Tutsi, die würden noch Jahrtausende ruhig und friedlich nebeneinander leben können. Frankreich hat die Mörder ausgebildet und sie nachher in Sicherheit gebracht, die USA haben verhindert, das die UNO, die ja schon mit Truppen vor Ort war, stark genug wird, um die Massaker zu verhindern.  Insgesamt aber … ist es ein Versagen der Weltgemeinschaft, denn die hatte versprochen, das es nie wieder ein Ausschwitz geben würde. Ruanda war schlimmer, die Auswüchse an Bestialität vor allem gegen Kinder übertreffen das, was ich an Schilderungen aus dem KZ kenne deutlich.

Die Medien berichten über Ruanda bis heute, was ihnen in den Sinn kommt. Eine Erklärung für das Massaker haben sie alle nicht. Eine Erklärung für die Morde schon … aber keine Erklärung für den Grad der Bestialität, für die Sucht nach körperlicher und seelischer Folter der Opfer. ´

„Das globale Dorf erlebt einen raschen Niedergang, das nährt die Wut der Kinder dieser Welt. Es ist jene Wut, die ich in den Augen der jugendlichen Interahamwe-Milizionäre in Ruanda sah und in den Herzen der Kinder von Sierra Leone spürte, es ist die Wut, die mir in Massenversammlungen gewöhnlicher Bürger in Kigali entgegenschlug und die Wut, die zum 11. Semptember führte.  Die Menschen, die keine Rechte haben, keine Sicherheit, keine Zukunft, keine Hoffnung und keine Mittel zum Überleben sind eine verzweifelte Heerschar, die Verzweiflungstaten begeht, um sich zu nehmen was sie brauchen und zu verdienen glauben“.

So General Dallaire in seinem Buch Handschlag mit dem Teufel, Seite 765.  General Dellarie ist als Chef der UNO-Mission Augenzeuge der Massaker gewesen – von Anfang bis zum Ende. Liest man seine Berichte, versteht man, warum seine Mitarbeiterin sich das Leben nahm, bevor es ganz fertig gestellt war.

„Dieses neue Jahrhundert muß zu einem Jahrhundert der Menschlichkeit werden, wenn wir uns als Menschen über Volkszugehörigkeit, Glaube, Hautfarbe, Religion und nationale Eigeninteressen erheben und das Wohl der Menschheit über das Wohl unseres eigenen Stammes stellen“. (a.a.O. S 767)

Und was geht uns das an? werden sich viele fragen. Afrika ist weit weg, wir haben Aufschwung, uns geht es gut.

Ruanda wurde einst die Schweiz Afrikas genannt. Ein wunderschönes, reiches kleines Land … mit ein paar Konflikten, die man aus der Kolonialzeit geerbt hat und dem üblichen Problem, das die Kolonialherren einem eine Monokultur aufgezwungen hatten, mit der man nicht überlebensfähig war.

Ruanda ist von Deutschland nicht so weit entfernt, wie man denkt.  Winnenden, Erfurt und ähnliche Erscheinungen sind keine Erfindungen von Krimiautoren.

Es kocht auch in Deutschland und viele schüren das Feuer.

Die deutsche Wirtschaft boomt – und auch das Geldvermögen der Bundesbürger wächst rasant. Die Verluste aus der Finanzkrise sind laut einer DIW-Studie inzwischen komplett ausgeglichen. Davon profitieren besonders die Reichen: Noch nie gab es hierzulande so viele Vermögensmillionäre.

Quelle: Spiegel-online

Da wissen wir ja jetzt, wofür wir uns so verschuldet haben.  Dabei wäre das gar nicht notwendig gewesen, denn nicht nur die Bankenrettung war überflüssig:

Im Nachhinein zeigt ein Blick auf die Rettungsaktion für den Euro: Die Währung war nie in geringster Gefahr. Und: Es hätte eine Alternative zum gigantischen Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro bestanden.

Quelle: Baseler Zeitung

Zusätzlich macht man noch ein paar Euro mit Spekulationen auf Grundnahrungsmittel und schon ist man ein gemachter Mann.

Weizenpreise und Nahrungsmittelpreise insgesamt steigen derzeit weltweit mit starkem Tempo: innerhalb eines Jahres um 64,2 % bzw. 15,1 % (Abb. 16145). Einige Nahrungsmittel, wie Gerste, Mais und Reis verzeichnen ebenfalls Preissprünge

Quelle: Jahnke.net

Die Quittung dafür kriegen wir aber inzwischen schon im eigenen Land – nicht nur in Form von Amokläufen und steigender Brutalität:

Pflastersteinwerfer, Böllerschüsse, brennende Barrikaden: Das Hamburger Schanzenviertel wurde im Anschluss an ein Stadtteilfest von schweren Krawallen erschüttert. Mehrere Personen wurden festgenommen, zwei Polizisten leicht verletzt. Der S-Bahn-Verkehr musste eingestellt werden.

Quelle: Spiegel-online

Wer aber nun denken sollte: gut, es ist ja wieder genug Geld da, da können wir ja Schulden abbezahlen, der hat nicht mit der Asozialenallianz West- Deutschland (AWD) gerechnet.  Die zahlen nichts, das sollte schon von vornherein klar sein.

Das Sparpaket der Bundesregierung schürt Unmut bei den Unternehmen. Jetzt protestieren Chemie- und Stahlproduzenten vehement gegen die Kabinettsbeschlüsse. In einem Brief an Angela Merkel fordern sie den umgehenden Stopp der geplanten Steueränderungen.

Quelle: Spiegel-online

Und wir bereiten uns auch schon mal darauf vor, den Weg Ruandas in Deutschland weiterzuverfolgen:

Die turbulente Integrationsdebatte verändert die politische Stimmung in der Republik: Fast jeder fünfte Deutsche würde einer Emnid-Umfrage zufolge eine neue Protestpartei wählen – vorausgesetzt deren Chef hieße Thilo Sarrazin.

Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent). Auch 17 Prozent der Unionswähler würden eine Sarrazin-Partei wählen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte dazu: „Für sie ist Sarrazin jemand, der endlich ausspricht, was viele denken.“

Quelle: Spiegel-online

Nun, „Juden ´raus aus Palästina“ heißt auch „Türken ´raus aus Deutschland“, das werden die meisten wieder nur zu spät merken. Und die alten SED-Kader werden mit der weichen Hartz-IV-Politik nie so richtig einverstanden sein, ohne Arbeitslager und den alten „Rasenkantenasi“ wird das alles nichts.

Eine Partei der Unmenschlichkeit bekommt im Deutschland es Jahres 2010 locker 20 Prozent der Wählerstimmen. Im gleichen Jahr präsentiert uns das reichste Land der Welt seinen künstlich gezüchteten Hunger:

Es sind Zahlen, die an ein Armutsland erinnern – doch sie kommen aus den USA: Fast 50 Millionen Amerikaner haben nach Angaben von Forschern keinen sicheren Zugang zu regelmäßiger Nahrung. Die Experten warnen vor einer Verschärfung von Gesundheitsproblemen.

Quelle: Spiegel-online

Gleichzeitig … baut es seine Infrastruktur ab – oder teilt sie auf in „reich“ und „arm“.

Die kriselnde Wirtschaft stürzt US-Kommunen in die Krise. Um die Finanzlöcher zu stopfen, kommen Behörden auf abenteuerliche Ideen: Manche entlassen sämtliche Polizisten, andere knipsen Straßenlaternen aus. In Nevada will ein Politiker Autofahrern das Rasen erlauben – gegen Tagesgebühr.

Quelle: Spiegel-online

Währenddessen hält uns die Leistungselite der Welt den Stinkefinger hin:

Diplomat und früherer UNESCO-Botschafter, Jorge Ritto,  saß ebenfalls auf der Anklagebank sowie ein zur damaliger Zeit sehr bekannter und erfolgreiche Showmaster Carlos Cruz. Offensichtlich scheint der Kindesmissbrauch ein Hobby der Oberschicht zu sein. Internet-Pädophilie ist wohl eher ein Nebenprodukt, des real betrieben Kindesmissbrauch. Sind wir doch ehrlich, nicht die Klicks bringen Geld, sondern die Reichen, die für diese verbotene Vergnügen gut bezahlen. Doch dieser Tatsache schenkt die Politik und auch die Polizei für meine Auffassung ein zu kleines Maß an Aufmerksamkeit.

Ganze sechs Jahre dauerte der Prozess gegen die sieben Angeklagten und nur der Fahrer des staatlichen Kinderheimes „Casa Pia“, gestand seine Schuld ein. Alle anderen schwiegen. Die Staatsanwaltschaft sprache Haftstrafen von sechs bis 18 Jahre aus. Die einzige Frau, die mit angeklagt war, wurde dagegen zu keiner Haftstrafe verurteilt.

Bei den Opfern handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um mindestens 32 Minderjährige des staatlichen Waisenhauses „Casa Pia“ in der portugiesischen Hauptstadt

Quelle: Politikprofiler

Und während unsere „Prominenten“ in Portugal die gleichen schmutzigen Spiele spielen wie in Belgien (was mich langsam zu der Frage bringt: ab wieviel Millionen wird man eigentlich pädophil?) , geht der Rest des Planeten auf der Jagd nach dem Geld den Bach ´runter:

Dem Planeten Erde steht ein Artensterben bevor, dessen Ausmaße größer sein könnten als beim Aussterben der Dinosaurier. Dies zeigen neue Forschungen des amerikanischen Paläobiologen John Alroy an der australischen Macquarie Universität in Sydney, die im „Science“-Magazin veröffentlicht wurden. Der Wissenschaftler stellte Daten von beinahe 100.000 Fossiliensammlungen zusammen, um Aufschluss über das Schicksal von Meerestieren zu erlangen, die vor 250 Millionen Jahren ausgestorben waren.

Alroy gelangte zu der Erkenntnis, dass momentan eine Welle des Aussterbens in Gange sei, die schwerwiegender als jedes vergleichbare Ereignis in der Geschichte sein könnte. Der Forscher befürchtet dramatische Veränderungen am Meeresboden, da die Balance der dominierenden Arten schwer gestört werde. Er macht die menschlichen Einflüsse wie Düngemittel, Pestizide, Schadstoffbelastung und Abholzung der Wälder dafür verantwortlich. „Die Menschheit betreibt ein gigantisches Experiment mit der Natur“, so Alroy.

Quelle: Finanznachrichten

Wie gut das wir dann in unseren Einfamilienhäusern sitzen können um die besten Arten noch auf Blue-ray archiviert am Plasmabildschirm zu  genießen.

Kann sein, das das unseren Kindern zu wenig sein wird.

Noch ein Wort des kanadischen Generals Dellaire?

„Als Soldaten sind wir es gewohnt, Berge zu versetzen, um die Souveränität unserer Staaten und unseren way of life zu verteidigen. In Zukunft müssen wir bereit sein, Berge zu versetzen um über unsere nationalen Interessen hinauszuwachsen und unsere Ressourcen für die Menschlichkeit einzusetzen – und unser Blut für sie zu vergießen. “ (Dallaire, a.a.O. S. 776).

So oder so … Blut wird vergossen werden. Ich schätze mal: auch in Deutschland werden bald nicht mehr nur Autos brennen, sondern auch ihre Fahrer.  Der Hass auf die Asozialität der Leistungselite wird Tag für Tag größer, dabei sind ihre Kritiker selten besser.

Was geschehe denn, wenn wir gemäß des ökologischen Fußabdrucks den Verbrauch in Deutschland um über 50% senken müßten? Sprich: Renten, Löhne und Hartz IV-Bezüge um 50 % senken? Und wenn wir den Verbrauch nicht senken, müssen wir weiterhin den anderen Bürgern dieser Welt ihr Land und ihre Ernte mit Gewalt wegnehmen – wie schon bisher. Ich sehe die Grünenwähler jetzt schon zu ihren Bombern laufen, damit sie ihre luxuriösen sonnenenergiebeheizten Einfamilienhäuser inkl Rasenmähroboter  gegen die Asiaten verteidigen können, die einfach nur eine Hand voll Reis wollen.

Nun – und wir Deutsche ohne Hotel, ohne Staats-, Kirchen-  und Konzernpöstchen werden uns auch wieder neue Einnahmequellen überlegen müssen, die öffentlichen Kassen werden zunehmend von der Leistungselite leergesogen. Vielleicht hilft ja auch hier ein Blick nach Afrika:

Mohammed Garfanji, einer der am meisten gefürchteten Piraten Somalias, geht die Bildergalerie seines Handys durch. «Sehen Sie das da?», fragt er und zeigt das Foto eines Thunfischfangbootes. «Das ist nur ein paar Monate her, 20 Meilen vor Hobyo. Und das da, ein grosses spanisches Schiff.» Er hebt erwartungsvoll die Augenbrauen. «Ihre Armeen schicken Kriegsschiffe, damit Sie weiter unseren Fisch fangen können!»

Der kaum 30 Jahre alte Garfanji und seine Gesellen verbreiten im Indischen Ozean Angst und Schrecken und haben die mächtigsten Nationen der Welt herausgefordert. Sie kapern vor der Küste Somalias Frachter, bringen die Besatzung in ihre Gewalt und verlangen Lösegeld. Ein höchst lukratives Geschäft – und weil vor der Küste ihres Landes illegal gefischt und damit die Lebensgrundlage zahlreicher somalischer Fischer gefährdet wird, sehen sie ihr Handeln als rechtmässige Einkommensquelle an.

Quelle: Bernerzeitung

Ein Jahrhundert der Menschlichkeit? Es wird – wenn der Kurs beibehalten wird – DAS Jahrhundert der Unmenschlichkeit.  Jeder gegen jeden – überall auf der Welt. Und an der Spitze eine kleine wachsende Gruppe von Superreichen, die überall gleichzeitig und gleichzeitig nirgends sind, aber an der ganzen Vernichtungsmaschinerie  ausgezeichnet verdienen und ihre Leistungselite gut für die geleisteten Dienste bezahlen.

Die gezielte Vermehrung von Hunger in der Welt, das gezielte Verbreiten von Ungerechtigkeit selbst in schwerreichen Ländern läßt mich nichts Gutes für die Zukunft hoffen … es sei denn, wir ändern sie einfach.  Aber dafür wird man keine Mehrheit kriegen, schätze ich mal.



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