Politik

Die Wiederkunft Christi, die Bilderberger … und Kommissar Columbo

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Was mich persönlich an Verschwörungstheorien stört, ist, das sie „andersherum“ selten funktionieren, d.h. wenn man sich – in guter alter hermeneutischer Tradition – in die Täter hineinversetzt, die Tat selbst plant (in vielen Zügen, wie ein Schachspieler) merkt man schnell, das es an vielen Stellen hakt.  Die zentrale und erste Frage ist: WARUM sollte ich das tun. Es ist die Frage des Kriminalisten (auch so ein Verschwörungstheoretiker) nach dem Motiv. Denken wir uns doch einfach mal einen Kriminalbeamten (am besten: Fritz Falk als Columbo) der diesen Fall untersucht.

Ich sehe schon, das man zu Vereinigungen wie den Bilderbergern viel Material zusammentragen kann und dabei auf weitere Vereinigungen ähnlicher Art stößt, bis man ein großes Netzwerk unterschiedlichster machtvoller Menschen hat, die … die Welt in eine Richtung lenken könnten.

Weitere Indizien deuten darauf hin, das sie es tun ( so sollen die Bilderberger die deutsche Einheit samt Verträgen ausgearbeitet haben) jedoch ist der Nachteil von Indizien, das sie zwar logisch sein können, aber noch nicht erschöpfend sind. Hierzu bedarf es immer … eines Motivs.

Ja, werden manche jetzt sagen, Geld und Macht sollten doch Motiv genug sein? Nun, davon haben die doch genug.

Kriminalisten haben es bei ihren Verschwörungstheorien einfacher: meist liegt eine Leiche irgendwo herum, Geld fehlt, ein Haus brennt. Andererseits … unsere Leiche ist die Demokratie und die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland, Geld fehlt in Massen (wir wissen aber genau, in welchen Taschen es angekommen ist, nicht wahr, Herr Fischer? Was zahlt den Goldman Sachs so für die Vorträge?)  und die soziale Lage brennt wie Häuser auf Sylt und Autos in Hamburg, Köln und Berlin.

Was wir sehen ist, das Gesetze geschaffen werden, die große Mengen Geld von der Mehrheit der Bevölkerung auf eine kleine Minderheit lenken, die sich dumm und dämlich verdient – eben nicht durch ihre Leistung, sondern durch die staatlichen Gesetze, die die Verteilung regeln.

Warum macht man so etwas? Blinder Aberglaube an die „unsichtbare Hand des Marktes“? Das mag sein. Es könnte erstmal ausreichen, wenn man diese Menschen für so blöde hält, wie man selbst ist. Sind die aber nicht.

Gestern habe ich Stunden um Stunden daran gesessen um eine Motivation zu finden, die einen David Rothschild samt europäischen Hochadel dazu treiben könnte, sechsundsechzig Jahre lang jedes Jahr ein bis zwei Konferenzen abzuhalten, mit viel Mühe die vielbeschäftigten Leistungsträger mit ihren achtzig-Stunden-Wochen einzuladen, sie mit Sicherheit auf Geheimhaltung einschwören zu können, sie, die Könige und Herren der Welt sogar dazu zu verpflichten zu können, das sie während der Tagung unter keinen Umständen die Tagung verlassen dürfen. Eigentlich – bei den Egomanen, die man dort findet – schon an sich eine Unmöglichkeit.

Trotzdem klappt es.

Von Unternehmensberatern kann man lernen, das sie selbst große Konzerne eine durchschnittliche Lebensdauer von vierzig Jahren haben.  Es gibt aber einen Konzern, der eine deutlich längere Dauer aufweist: die katholische Kirche. Ähnliche Erfahrungen kann man auch in Wohngemeinschaften machen (das entnahm ich mal einer Ausgabe von Eurotopia): dort, wo religiöse Dimensionen mit ins Spiel kommen, halten Gemeinschaften (auch Zweckgemeinschaften) deutlich länger.

Kein Wunder also, das manche Autoren auf die Idee kommen, aus den Bilderbergern die fünfte Kolonne Satans zu machen, ein verführerischer Gedanke – der aber in meinen Augen nicht weit trägt.  Zwar wäre es denkbar, das Unternehmensberater auf die Idee kommen, eine künstliche (z.B. satanische – wegen des zwanglosen Umgangs mit Sex, Drogen und Gewalt) Religion zu schaffen um einer gemeinschaftlichen Unternehmung/ einem Konzern ein langes Leben zu verschaffen – und bei relativ geschlossenen Gruppen wie dem Bohemian Grove könnte so etwas sogar funktionieren. Bilderberger jedoch werden nach Macht eingeladen … und die Wahrscheinlichkeit, das dort Leute auflaufen, die mit diesen religiösen Inhalten per se nichts anfangen können und somit (trotz Orgien) nicht eingefangen werden können, ist sehr groß, so daß man meiner Meinung nach in diese Richtung nicht weiter denken braucht.

Irgendetwas muß die Bilderberger aber in ihrem Inneren zusammenhalten, das ist die einhellige Meinung ihrer Kritiker, die unter anderem schon direkt von „Druckmitteln“ sprechen, die die Teilnehmer dazu zwingen, sich dem Prozedere zu unterwerfen.

Jeder, der mal Menschen motivieren mußte, weiß aber, das die Motivation, die von innen kommt, die aus einem selbst entstammt – die intrensische – viel stärker ist als die, die mit Geld, Druck, Macht, Strafe von außen erzeugt wird. Eine Mutter leistet mehr aus Liebe zu ihrem Kind als aus Angst vor der ARGE. Hat man aber die intrensische Motivation der Menschen, kann man ihnen bedingungslos vertrauen.

Also wäre die Frage … welche Information kann Menschen dazu bringen, einem Weg zu folgen, der nicht der ihre ist … was wissen die, was wir nicht wissen?

Baldige Invasion von der Wega … basierend auf einer Äußerung von Ronald Reagan?

Baldiger Meteoreinschlag mit verheerenden Folgen?

Oder zerreißen 2012 die Kontinentalplatten?

All diese Hypothesen reichen nicht aus, tragen nicht allzuweit – und funktionieren bei manchen Charakteren einfach nicht. Außerdem bedürfen sie einer immensen Überzeugungsarbeit, großen, umfangreichen Beweisführungen, die immer zweifelhaft bleiben, wenn sie zu umfangreich werden.

Und dann fand ich eine, die funktionierte immer besser, je mehr ich mit ihr herumspielte – und die war sehr einfach weil schon lange „bekannt“. Zwar nur in unserem Kulturkreis … aber die Bilderberger und ihre Schwesterorganisationen arbeiten nur dort.  Es ist quasi eine Organisation, die nur im christlichen Kulturraum beheimatet ist.  Die Information ist einfach und überzeugend – und erklärt auch die spontane Spendenbereitschaft der amerikanischen Milliardäre.

Die denkbare Botschaft, die funktionieren würde, wäre … die Rückkehr Christi. Der sichere Glaube/Beweis, das seine Rückkehr dicht bevorstünde. Man versetze sich nur in die Reichen und Mächtigen … wenn man sie überzeugen könnte, das es wahr wäre, wüßten sie, das ihre Tage gezählt sind – zumindest als Reiche und Mächtige. Möglicherweise kriegen sie noch Extrastrafpunkte wegen diverser Sünden, aber das ist nebensächlich, weil es nicht primär um Angst geht sondern um Verlust – um den Verlust der ganzen Lebensleistung, der Macht, des Einflusses, des ganzen Selbstwertgefühls, der ganzen Spielzeuge und Prestigeobjekte, für die man so „hart gearbeitet“ (oder rücksichtslos geplündert) hat.  Sie reagieren wie Kinder auf Mama, die ins Wohnzimmer kommt und den Fernseher ausstellt.

Es wäre auch eine Erklärung dafür, warum man so viele Jesuiten nahe wichtigen politischen Charakteren findet (hierzu später mehr, das ist ein umfangreiches anderes Thema) – ihre Dienste wären aus anderen Gründen notwendig.

Nun ist unser kleiner Kommissar, der die Umtriebe der Bilderberger untersucht, schon ein ganzes Stück weiter, denn er hat ein Motiv, das selbst Atheisten beeindrucken würde … käme Christus wieder, wäre ihr Atheismus wertlos. Es würde zu weit führen, aus dieser Annahme jetzt auch den Krieg gegen den Islam ableiten zu wollen – sie würde höchstens eine kleine Nebenrolle spielen können aber eben auch funktionieren.

Aber er wäre zurecht noch nicht ganz zufrieden, denn die historische Entwicklung wäre ja eigentlich angesichts des baldigen endgültigen Endes von „Geschichte“ egal – das ist der kleine Haken an der Geschichte.

Warum noch Leid und Elend in die Welt bringen und nochmehr substanzlose Zahlen in virtuellen Welten aufhäufen, wenn das Spiel sowieso bald vorbei ist und man mit der eigenen Lieblosigkeit konfrontiert wird? Hier wäre die Spekulation zu Ende, denn die Erklärung wäre nicht erschöpfend, es sei denn, wir denken uns noch eine weitere Information: das man die Wiederkunft Christi aufhalten kann.

Davon hat man noch nie gehört? Nein, nicht im Religionsunterricht, aber es gibt Denkschulen, die davon ausgehen, das es  möglich ist. Die kennt nur nicht jeder:

{jl.Advt.103} (Jesus:) »In eine Welt voll materieller, selbstsüchtiger Menschen kann ich nicht kommen, sie müssen erst geistig geläuterte Seelen, Mir zugetane Wesen sein, die dann auch Mich zu ehren, zu lieben und zu verstehen wissen…«

Quelle: Jakob Lorber

Und damit hat man alle in der Hand, die reich und mächtig sind – und gibt ihnen ein gemeinsames Ziel, das ihr eigenes ist – ganz ohne künstliche (satanische) Nebenreligion (die sich aber in dem dann herrschenden Klima in inneren Zirkeln gut entfalten könnte – aber mit Sicherheit aus rein ästhetischen Gründen trotz Orgienversprechens nicht jedermanns Dingen ist). Das wäre der ideale Verkäufertrick: erst das Problem beschreiben … und dann die Lösung bieten. Verwandelt die Menschheit in selbstsüchtige materielle Menschen und die Wiederkunft wird aufgeschoben!

Unser Kriminalist ist begeistert.

Aber … dieser Lorber, ist er eine hinreichende gut belegte Quelle (hinreichend hier als weniger denn ausreichend oder erschöpfend – es ist eine kleine Hilfshypthese), d.h. könnte man ihn reichen dummen Leuten als glaubwürdig verkaufen?

Ja.

Die Legenden um ihn reichen aus, um ihn als „echten Propheten“ verkaufen zu können:

In Lorbers Schriften finden sich zahlreiche Aussagen und Konzepte, die von seinen Anhängern als Hinweise auf die Quantenphysik interpretiert werden. Er schrieb über ein Zeitalter der Technologie, über drahtlose Kommunikation mittels des Blitzes, Flüge über die Ozeane und über Eisenwägen, die schneller als Pfeile dahinfliegen. Ebenso warnte er vor den klimatischen Veränderungen und Katastrophen, vor Luftverschmutzung und Entwaldung. Er prophezeite Zeiten, die von „Gottleere“, „Vielkrieg“ und einer „geistigen Sündflut“ geprägt sein würden.[13]

Quelle: Wikipedia

Aber wer weiß – vielleicht ist die Botschaft auch von Nancy Reagan bei ihren Seancen übermittelt worden … nein, das paßt zeitlich nicht.  Und wäre megapeinlich.

Somit haben wir ein denkbares Motiv.

Wie bei allen Indizienprozessen jedoch gilt: das muß nicht die Wahrheit sein. Es bleibt eine reine intellektuelle Spielerei – erstmal. Kriminalisten müssen das machen – Philosophen dürfen das machen.

Ob es erschöpfendere Erklärungen jenseits dieses Konstruktes gibt … darf sich jeder selbst überlegen. Mir persönlich reicht, das ich eins gefunden habe, das lange bei vielen Menschen unterschiedlichsten Charakters  intensiv wirken würde, ohne das man auf viele Hilfshypothesen zurückgreifen muß.

Es wäre eine mögliche denkbare Wahrheit, die erklären könnte, warum so viele mächtige reiche Menschen sich auf einmal so merkwürdig verhalten – in unterschiedlichster Form.  Es ist eine denkbare mögliche Wahrheit hinter den Verschwörungstheorien, die all die Menschen vereinen kann, die ja ansonsten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erbitterte Konkurrenten sind – und diese Einigkeit ist ein weiteres seltsames Indiz.

Da ist doch ein Cem Özdemir Mitglied der Atlantikbrücke, dessen Vorsitz ein Friedrich Merz führt. Und das geht so einfach?

Aber die Seltsamkeiten der Atlantikbrücke … müssen erstmal bis morgen warten.



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