Alltagsterror

Die Begegnung mit Banken im Jahr 2010

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Ich überlege aktuell noch, ob ich eine Angelegenheit mit meiner hier ortsansässigen Sparkasse veröffentlichen soll, denn eigentlich dient diese Web-Site einem anderen Zweck. Wie gesagt, ich möchte rein rational über eine Angelegenheit berichten, ohne in eine allgemeine Banken-Schelte zu verfallen. Mit welcher Unverfrorenheit jedoch eine Gebührenverdopplung von knapp 4 Euro auf 8 Euro, das sind einfach mal auf das Jahr hoch gerechnet 96 Euro für ein lapidares Girokonto durchgesetzt wird, macht mich einfach nur sprachlos. Leute… für Jemanden, der die Kaufkraft von Geld noch in DM rechnen kann sind das gepflegte 180 DM für ein elektronisch geführtes Konto. Hallo?

Da ich einiges gewohnt bin, insbesondere wenn mir Menschen mit Neusprechvarianten in ihrem antrainierten Sprachwortschatz, einfach nur in die Tasche greifen wollen, werde ich zunächst einmal an diesem Platz eine kleine Abhandlung über Orwell’s 1984 zum Besten geben. Als ’spannend‘ finde ich die Formulierung:

„Ihnen steht auch die Möglichkeit zu, den von der Änderung betroffenen Vertrag fristlos und kostenfrei zu kündigen.“

Mir wird somit die Möglichkeit gegeben, einen vor langer Zeit, nämlich zu einer Zeit, in der ich selbst den damals ehrenwerten Beruf des Kaufmannsgehilfen (Bankkaufmann) erlernte, als Wucher bezeichneten Betrag, von mir aus vertraglich zu kündigen. Letztlich habe ich jedoch nicht diese Möglichkeit, es hört sich jedoch  sehr positiv an und beide Seiten erlangen eine glückselige WinWin-Situation. Nunja… ein wenig Polemik schwingt in dem Satz schon mit, vielleicht ist es auch nur der Marathon-Renntempo-Puls, der sich bereits wieder in den letzten Sätzen eingestellt hat. Ich lasse diese Befindlichkeitsäußerung jetzt zunächst einmal solange stehen, bis mir die ganze Situation einfach nur noch absurd und lächerlich vorkommt. Dann konzentriere ich mich wieder auf wichtigere Dinge. Ich denke , Heute werde ich einen 4-Minuten-Schnitt auf 21 Km hinlegen. Ist das nicht super ‚positiv‘, wie man ’negative‘ Energie wieder in ‚positive‘ Energie sowie in ‚Visionen ‚und ‚Milestones‘ umwandeln kann? Hauptsache die ‚Prozesse‘ sind hochperformant und entsprechen einer ‚ITIL‘- oder ‚Iso‘-Norm auf der Basis von ‚Basel-II‘. Banken gehören meiner Meinung wirklich wieder dorthin, woher sie gekommen sind, nämlich in die schummrigen Nebenstraßen von Bordell-Gebieten und Bahnhofsumfeldern.

Fürst Rakoczy, der hier in dieser wunderschönen Stadt zwar nie war, würde glatt ein Respekt! Respekt! für diese Beutelschneider von sich lassen. Und das alles aus dem Munde eines ehemaligen Bankers. Dieser Berufsstand ist die schlecht sitzenden Anzüge nicht mehr wert, die sie warum auch immer zu tragen pflegen.

In diesem Sinne

Quelle

Zur Veröffentlichung  im NSO vom Autor genehmigt



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