Ausland

Der palästinensische Ministerpräsident Abbas

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Unsere große Tochter hatte Hamster.
Diese possierlichen Tierchen lassen von sich durch schlimmstenfalls nervtötendes, aber rhythmisches Quietschen ihres Laufrades in tiefster Nacht hören. Es kam schon vor, dass ich staunend vor dem Käfig stand und dem kleinen Nager dabei zusah, wie er dies sinnlose Unterfangen begann. Quietsch quietsch quietsch ……. der Hamster sieht dabei geradeaus als rennte er über eine Wiese.

Und damit sind wir bei Abbas, dem palästinensischen Ministerpräsidenten.

Von den USA, die ebenso wie Europa die „Palästinensische Autonomiebehörde“ (kurz: PA) mit reichlichsten Mitteln bedient, wird Abbas seit jetzt mehreren Jahren immer und immer wieder in „Friedensgespräche“ hineingezwungen. Diese Gespräche werden tatsächlich immer sinnloser und inhaltsleerer, denn Abbas nimmt nicht nur keine Zusagen Israels aus diesen Gesprächen mit sondern er verlässt sie grundsätzlich immer mit leeren Händen.
Während dieser Gespräche (!) aber errichtet Israel mehrere hundert Wohneinheiten für israelische Siedler auf palästinensischem Gebiet und in Ostjerusalem und ebenso während dieser „Friedens“-Gespräche werden hunderte von Palästinensern misshandelt, ohne formulierten oder gar begründeten Verdacht eingesperrt und auf offener Straße einfach erschossen.

Abbas aber weiß: lehnt er die strikte Aufforderung der USA und Europas zu diesen völlig sinnlosen „Gesprächen“ ab, können die Zuwendungen eingestellt werden und nur noch mehr Elend käme mit Hunger unter seine Leute.
Abbas aber weiß auch: seine Bürger lachen noch nicht einmal mehr über seine „Gespräche“ denn sie erleben, dass ihr Leben immer schlimmer wird.

In Abstimmung mit dem Palästinenserrat, der Abbas seine Autorität verliehen hatte, hatte er unlängst die Fortführung solcher bizarren „Gespräche“ abgelehnt und einen Forderungskatalog vorgelegt. Dieser verlangte nichts als das „Freezing“, also das Einfrieren jeder augenblicklichen, israelischen Bauaktivität auf seinem Land und in Ostjerusalem, welches den Palästinensern von der UN zugesprochen worden war und jetzt Stück um Stück unter den Augen der Menschheit von Israel gestohlen wird.
Es muss aber wohl ganz unverhohlene Drohungen aus Washington und vermutlich Berlin gegen Abbas gegeben haben, jedenfalls setzte er entgegen seiner Ablehnung deprimiert, frustriert und völlig desillusioniert vor Kurzem diese idiotische „Friedensgesprächs“-Reihe fort. Während Israel weiterbaut.

Zwischenzeitlich wird von palästinensischer Intelligentia bereits fast unverhohlen vermutet, dass die Idee eines eigenen Staates im Sinne der von der UN vor sechzig Jahren verlangten „Zwei-Staaten-Lösung“ mittlerweile vom Tisch sei. Israel habe in den zurückliegenden Jahren derart aggressiv gebaut, gestohlen, gekillt und trockengelegt, dass das jetzt noch zur Verfügung stehende Land zum Überleben eines eigenen Palästinas gar nicht mehr ausreiche.
Ob nun dies das unausgesprochene Ziel Israels und der USA sei wird im Nahen Osten durchaus diskutiert; als sicher gilt jedoch für unabhängige Beobachter der Region, dass die US-Administration auf Zeit spielt.
Sie presst die PA mit Abbas in diese „Gespräche“ und verzichtet auf entschiedene Forderungskataloge in Richtung Israel; somit besteht für Obama Hoffnung, das Problem ganz einfach totzuschweigen und auszusitzen. Für jeden Missgriff seitens Israel oder der Palästinenser hat er einen veritablen Sündenbock an der Leine.

Nun hilft auch dies Obama nur bedingt.
Während die deutsche Öffentlichkeit tatsächlich noch immer glaubt, dass Berlin schon gerecht und fair gegen Israel vorginge, kennt die Bevölkerung der betroffenen Region und die der Anrainerstaaten die Situation bereits sehr viel besser und intensiver. Sie haben begriffen, dass die Kairo-Rede von Obama nicht nur warme Luft war, sondern vermutlich von Anbeginn auch immer sein wollte. Es war wohl nie und zu keinem Zeitpunkt jemals wirklich ernsthaft von Obama beabsichtigt, Israel zu maßregeln oder von seinem klaren Bruch zahlreicher UNO-Beschlüsse abzubringen, geschweige denn diese zu ahnden.
Warum auch immer; den gemäßigten Kräften jedoch fehlen zunehmend mehr Argumente, den extremeren die Idee einer zionistischen Weltverschwörung ausreden zu können. Alle Betroffenen unterlassen wahrlich alles, den Verdacht einer solchen Verschwörung zu zerstreuen oder durch beweiskräftige Taten auszuhebeln.

Der Umgang der Welt mit Palästina knüpft in der Intensität des Verbrechens nahezu nahtlos an die der Nazis an. Wir schauen der ebenso gezielten wie gewollten Vernichtung eines ganzen Volkes tatenlos zu – denken wir daran, wenn wir den nächsten Hamster im Rade sehen.

Ich nenne unseren nächsten Hamster Mahmoud, soviel weiß ich und ich finde das überhaupt nicht lustig.

© 2010 Echsenwut.



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