Politik

Wirtschaftskrise 2010 – Bankenskandal und Kriminalität

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Nun, ich gestehe, ich habe mich geirrt. Ich hätte mit 10 Millionen Arbeitslosen am Jahresende gerechnet.
Die Statistik sagt was anderes – obwohl um mich herum einer nach dem Anderen seine Arbeit verliert.

Dafür arbeiten fast alle jetzt für 400 Euro. Der gesamtdeutsche Standardlohn der Zukunft.

Ein wenig Hoffnung hatte ich ja wegen der islamischen Länder. Gerüchtehalber sollten sie ja solider Wirtschaften, weil der Islam dort besondere Vorschriften hat. Was weiß ich schon, ich kann mich nicht um alles gleichzeitig kümmern.

Meinen ersten Meldungen über die Dhubai-Pleite wurde noch heftig widersprochen … angeblich sogar direkt aus Dhubai selbst. Wäre schön gewesen, wenn die Widersprüche Substanz gehabt hätten … hatten sie aber nicht.

Jetzt ist es offiziell: Dhubai ist auch nicht besser als Lehmann.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,666088,00.html

Es wird immer enger für Dubais Projektentwickler: Wegen Abschreibungen und eines Umsatzeinbruchs ist die Immobilienfirma Nakheel tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Tochter des ebenfalls hochverschuldeten Staatsfonds Dubai World fehlen 20 Milliarden.

Doch das ist ja nicht alles.

Es sind die kleinen Meldungen, die auch Beachtung finden wollen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,666075,00.html

Untreue, Steuerdelikte und Scheinrechnungen: Staatsanwälte ermitteln gegen Ex-Mitarbeiter einer ehemaligen Vertriebstochter des Computerherstellers Hewlett-Packard. Sie sollen den Konzern um acht Millionen Euro geschädigt haben.

Und wo bleibt das Geld wohl? Na, bei den Banken:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,666118,00.html

Es könnte ein zweiter Liechtenstein-Fall werden: In Genf soll ein Mitarbeiter der HSBC Daten Tausender Bankkunden geklaut und an französische Steuerfahnder übergeben haben. Der Angestellte mit dem Decknamen „Antoine“ überlistete die Technik wohl mit einem selbstprogrammierten System.

Ohne die Mithilfe der Banken … wäre die Unterschlagung von Firmengeldern kaum möglich. Und das bringt uns mal eben zur BCCI:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bank_of_Credit_and_Commerce_International

Im Jahre 1991 geriet die BCCI in den Mittelpunkt des bisher größten internationalen Finanzskandals, der als „Der größte Betrug in der Geschichte der Menschheit“[1] und als der „Über-20-Milliarden-Raub“[2] bezeichnet wurde.

US-amerikanische und britische Ermittlungsbehörden stellten im Verlauf ihrer Untersuchungen fest, dass das Geldinstitut in Geldwäsche, Bestechung, Waffenhandel und den Verkauf von Nukleartechnologie verwickelt war, den Terrorismus unterstützte, Steuerhinterziehung initiierte und förderte, sowie mit Schmuggel, illegaler Einwanderung, dem illegalen Kauf von Immobilien und Banken, sowie der Förderung von Prostitution in Verbindung stand.[3] Eine von dem damaligen US-Senator John Kerry geführte Untersuchung kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass unter anderem der ehemalige panamaische Diktator Manuel Noriega die Bank nutzte, um Drogengeld des Medellín-Kartells zu waschen.[4] Nach dem Zusammenbruch des Instituts stellten die Ermittler fest, dass die Bank wertlos war und mehr als 13 Mrd. US-Dollar spurlos verschwunden waren.

Der größte Betrug in der Geschichte der Menschheit ist aus heutiger Sicht ein kleiner Fisch. Und die beiden Spon-Artikel zeigen deutlich: das geht heute immer noch weiter. Die eben erwähnten 13 Mrd. Dollar
sind ja in der Hinsicht auch nicht „verschwunden“, noch lagern sie in Socken verpackt unter Betten – sie liegen jetzt einfach auf einer anderen Bank.

Es sind Helden wie „Antoine“, die gegen dieses gigantische System vorgehen.

Die Zahl der Verbrecher geht in die Hunderttausende … denn Steuerhinterziehung ist in Wirklichkeit ein Verbrechen. Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Altenheime … alles, was der Steuerhinterzieher jeden Alltag gerne benutzt, geht zugrunde, weil er seinen Beitrag nicht leistet. Noch nicht mal den kleinen, den die Deutschen von ihm verlangen. Steuerhinterzieher sind die wahren Sozialschmarotzer. Alles mitbenutzen, nichts mitbezahlen – ist ihre Devise.

Nach mir … die Sintflut. Und scheinbar wissen die, das die kommt.

Bezahlen müssen das mal wieder die anderen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666220,00.html

Das wird teuer: Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen im kommenden Jahr voraussichtlich vier Milliarden Euro. Millionen Versicherten drohen jetzt Zusatzbeiträge – gigantische Zuschüsse des Bundes können die Finanznot der Versicherungen kaum lindern.

Zugleich bereiten den Kassen die rapide steigende Ausgaben für Krankenhausbehandlungen, Arzneimittel und Arzthonorare Sorgen.

Wir wissen das seit Jahrzehnten. Und nichts kann dagegen unternommen werden. Außer … man greift selbst soviel ab wie es geht (und ruft dabei noch laut: „Schuld sind nur die faulen Arbeitslosen!!!“ die darauf hin durchs Dorf getrieben werden, während der Bürgermeister in Ruhe den Speicher plündert und sich vom Acker macht) und transferiert das Kapital in eine Bank seines Vertrauens.

Staat, Volk, Gemeinde? Alles egal. Absahnen, abgreifen … abhauen. Das ist die Devise der modernen Leistungsträger.

Und die Banken?

Versprechen, aus dem Abgesahnten noch 25 % Rendite herauszuholen. Und sind auch noch stolz darauf.

Wo das enden wird?

Ganz einfach:

http://www.welt.de/politik/Krise/article5479669/Der-Bankrott-der-Griechen-streift-auch-Deutschland.html

Griechenland bedroht die Zukunft der Europäischen Union. Seit Jahren geben die Hellenen weit mehr Geld aus als sie erwirtschaften. Jetzt steht das Land vor dem Staatsbankrott. Wenn die EU mit Milliardenhilfen einspringt, müsste Deutschland als finanzstärkstes Land der EU den Löwenanteil tragen.

Was in Griechenland passiert, ist für Menschen, die nicht Politiker oder Banker sind, ein Schock. Gerade hielten sie die Finanzkrise für ausgestanden. Allenfalls deren Folgen galt es noch zu überwinden: den Einbruch der Wirtschaftsleistung etwa, den drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit und die Löcher in den Sozialkassen. Das Finanzsystem selber aber schien wieder stabil. Und nun das.

Ja, manchmal holt die Wirklichkeit die Propaganda ein. Und wer ist der Gewinner? Einfach mal weiterlesen:

Es gilt als so gut wie sicher, dass die Lage noch schlimmer werden wird. Weil die Gläubiger Zweifel an der Zahlungskraft des Landes haben, verlangen sie für neue Kredite höhere Zinsen. 2,5 Prozent-Punkte muss das Land nun schon mehr zahlen als Deutschland. Das klingt nicht viel. Bei Milliardenbeträgen an Schulden aber summiert sich das schnell auf erklecklichen Summen. Immer mehr neue Schulden müssen die Griechen aufnehmen, um die alten zu begleichen. Deshalb sinkt die Kreditwürdigkeit weiter. Und deshalb hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnoten für das Land von A- auf BBB+ gesenkt. Auch die anderen Agenturen sind misstrauisch. Damit werden noch höhere Zinsen fällig. Wenn dieser Teufelskreis mit voller Wucht einsetzt, dann wird es richtig gefährlich.

Es sind die Banken, die dort richtig abgreifen. Da hat einer kein Geld mehr, deshalb muß er mehr bezahlen.

Das gleiche gilt für Deutschland. Deshalb haben wir ja die Bankenwelt gerettet. Irgendwie. Bin auch kein Banker oder Politiker, deshalb verschließt sich mir die Logik.

Ich sehe nur, das die gleichen Institutionen, die asozialen Steuerverbrechern ein sicheres Heim bieten, sich an deren Opfern eine goldene Nase verdient.

Und was macht „die Wirtschaft“?

Sie flüchtet aus dem „Euro-Raum“ in den „Dollar-Raum“ und läßt uns hier im Stich. Noch mehr Sozialschmarotzer im Einsatz, die lauthals auf Langzeitarbeitslose eindreschen, die sie selbst produziert haben. Aber es lenkt so schön von den eigenen Plänen ab.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665804,00.html

Die US-Währung verliert seit Jahren an Wert, die deutsche Industrie zieht die Notbremse: Sie verlagert Produktion und Arbeitsplätze in den Dollar-Raum.

Wie wäre es, wenn wir auch mal die Notbremse ziehen … bevor der Zug aus den Gleisen springt?

Was geschieht eigentlich, wenn das passiert? Also, konkret, in unserem Alltag?

Nun … wir gehen dann eines Morgens zur Bank – und die ist einfach zu. Wir wenden uns hoffnungsvoll dem Geldautomaten zu … doch der ist außer Betrieb.

Na, denken wir uns, macht nichts, wir haben noch Bargeld im Socken unter dem Bett. Wir holen es, doch auf dem Rückweg stellen wir fest, das die Geschäfte infolge einer Sonderanordnung der Regierung oder auf Wunsch der Geschäftsleitung (die erstmal abwarten will, was unser Geld überhaupt noch Wert ist) geschlossen haben.

Und dann … wird uns so langsam mulmig, weil uns spontan einfällt, das wir nur noch zwei Rollen Klopapier haben. Die halten nicht ewig.

Währenddessen werden – um Plünderungen vorzubeugen – die Geschäfte in großem Maßstab geleert, falls das nicht schon über Nacht geschehen ist. Jeder kleine Einzelhändler wird erstmal ebenfalls die Türen schließen. Man weiß ja nie, ob man das nicht noch selber braucht.

Das alles … ist schon mal dagewesen.

Das ist dann die echte Krise. Und die … kann dann ganz schnell kommen. Ein kleines verdächtiges Zucken der Ratingagenturen … und die Dominosteine purzeln. Griechenland ist der erste Stein. Weitere wackeln schon.

Und die Banken sitzen wie gewaltige Vampire an den Adern der Volkswirtschaft und saugen sich voll – egal, was nun passiert. Und jene, die diese Entwicklung vorausahnen … saugen ebenfalls. Soviel sie kriegen können.

Und doch gibt es Hoffnung. Die ersten Vampirjäger sind auf dem Weg – und sie haben auch guten Grund dazu:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666166,00.html

Vom Boomland zum Krisenkandidaten: Großbritannien steht vor den Trümmern seines jahrelangen Aufschwungs. Bald könnte die vormalige Musterwirtschaft sogar aus den Top Ten der größten Ökonomien fallen – überholt von seiner ehemaligen Kolonie Indien.

Das alte Empire … will aber scheinbar nicht kampflos untergehen. Und die Franzosen sind diesmal mit von der Partie:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666252,00.html

Frankreichs Präsident Sarkozy und Großbritanniens Premier Brown starten eine gemeinsame Offensive gegen Exzesse bei Bonuszahlungen für Bankmanager. Sie verlangen die weltweite Einführung einer einmaligen Sondersteuer auf die Prämien – Deutschland stemmt sich vorerst dagegen.

Nur … ein Tropfen auf einem heißen Stein. Aber ein Anfang, den sogar die Kapitalanleger begrüßen:

Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zeigte sich von dem harten Durchgreifen der Briten positiv überrascht. „Es ist Wahnsinn, was bei den Banken derzeit passiert. Sie erpressen zum Teil die Regierungen regelrecht“, sagte der SdK-Experte der „Berliner Zeitung“. Es sei deshalb gut, „dass die Briten zu dieser starken Drohgebärde greifen und sagen: So geht es nicht weiter“. Auch in Deutschland sei ein solcher Schritt denkbar, um die Banken zur Räson zu bringen.

Noch sind wir den Banditen nicht ganz hilflos ausgeliefert. Noch … regt sich Widerstand im Land.
Noch … ist der Bürger nicht ganz allein. Aber er wäre gut beraten, sich nicht darauf zu verlassen, das
„die“ das schon machen werden.

Wie heißt es so schön: „Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.“

Das Schicksal der ganzen Menschheit steht auf dem Spiel, könnte man sagen, ohne groß übertreiben zu müssen. Aber bis man das persönlich merkt … ist es zu spät.



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