Volkswirtschaft

Staatliche Beschäftigungsmaßnahmen vernichten reguläre Arbeitsplätze …

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…und tragen damit nicht unwesentlich zur weiteren Staatsverschuldung bei:

Klingt zunächst logisch: Qualifikation durch echte Arbeit. Dass das nicht klappt, hat die Bundesagentur für Arbeit in einer Studie selbst herausgefunden. Nur jeder Hundertste Ein-Euro-Jobber schafft den Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Eine Quote von einem Prozent.

Nun, man könnte sagen: besser ein Prozent, als kein Prozent.

Aber damit übersieht man eine weitere, zwangsläufige Konsequenz dieses gesellschaftlichen Irrweges:

Wir stehen ja vor einem Riesendilemma. Wenn man gemeinnützige Arbeit macht, die nicht den Markt schädigt, dann sind das häufig Tätigkeiten, die so weit weg sind, dass wir sagen, na ja, damit kriegt man nun kein Bein in den Arbeitsmarkt. Wenn man dann aber sagt, okay, wir wollen diese Arbeit so marktnah wie möglich machen, dann erhöhen sie natürlich immer stärker die Problematik, dass sie damit normale Arbeit verdrängen, die ein normales Unternehmen anbietet.“

Gut, mag man nun sagen, so geht es nicht. Dann arbeiten die Arbeitslosen eben umsonst.

Immerhin erhalten sie ja bereits staatliche Unterstützung, dafür kann man doch eine Gegenleistung erwarten, nicht wahr..?

Oder denkt man da wieder zu kurz..?

Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger – das findet eine große Mehrheit der Deutschen gut. Und ist ja auch plausibel: Wer etwas vom Staat kriegt, soll auch etwas tun und der Gesellschaft nützen. Fegen im Park – ja bitte. Aber auch, wenn ein Gärtner dadurch seinen Job verliert? Schule streichen, prima Idee. Aber was ist mit dem Malerbetrieb, der nicht gemeinnützig, sondern marktwirtschaftlich rechnen muss? Arbeitslose rein in den ersten Arbeitsmarkt – aber bitte nicht meinen Job verdrängen.“

Offensichtlich wäre es also an der Zeit für ein umdenken, eine gesetzliche Neugestaltung der Regularien um damit der Gesellschaft und den Lebensrealitäten endlich wieder gerecht zu werden.

Vorstellbar wäre bspw. die Möglichkeit, Arbeitssuchende auf staatliche Kosten und als Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme in eine bestehende Firma zu integrieren; ein „ABMler“ je 5 oder 10 regulär Beschäftigte etwa.

Dadurch wird die Firma nicht vom Markt gedrängt und der Arbeitssuchende erhält eine tatsächliche Chance auf Wiedereingliederung in den sog. 1. Arbeitsmarkt.
Und als besonderes Bonbon. auch den Steuerzahler würde es nicht mehr, sondern sogar weniger kosten: man nimmt einfach die bisherigen Kosten der Beschäftigungsmaßnahmen zusammen – also ALG II-Regelsatz, Kosten der Unterkunft, die 120.- Euro des bisherigen 1-Euro-Jobs und die ca. 500,- Euro die dem Maßnahmeträger bislang für die Anstellung eines EinEuroJobbers bislang Monat für Monat überwiesen werden – und zahlt diese als Bruttogehalt, stellt zugleich den Arbeitgeber von den zu tragenden Lohnkosten frei und erhält am Ende nicht nur einen fairen Arbeitnehmerlohn, sondern auch noch ca. 200,- Euro an Einkommenssteuer von diesem wieder.
Von der gesteigerten Kaufkraft des ehemals Arbeitslosen, welche unmittelbar der Binnenkonjunktur zugute kommt, reden wir dabei noch gar nicht.

(Zitat-Quelle: ARD-Monitor Nr. 606 vom 20.05.2010)



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