Alltagsterror

Holocaust-Gedenktag, Schulpflicht und Hartz IV

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Heute ist ein besonderer Tag. Holocaust-Gedenktag – heute vor 65 Jahren befreite die Rote Armee Auschwitz-Birkenau. 65 Jahre später … fällt mir sofort dazu ein, ob man denn das noch schreiben darf: „befreite“.

Denn immerhin bemerke ich mehr und mehr Bestrebungen, den Terror der Roten Armee mit dem Terror des NS-Regimes gleichzusetzen – und somit den NS-Terror zu verharmlosen.

Verharmlosungstendenzen scheinen mir in dem Zusammenhang besonders schlimm, weil die Geschichte sich zu wiederholen beginnt … aber kaum einer merkts. Vielleicht irre ich mich ja auch, aber als ich vor knapp einem Jahr auf der Seite meines Blogfreundes Einhard eine handliche Portion Waffen abgebildet fand, die
ein anderer Blogger im Einsatz gegen Hartz-IV-Abhängige der ARGE zum Gebrauch anriet, da wußte ich: die Dreckskerle sind wieder da. Entweder so dämlich, das sie wirklich nichts gemerkt haben oder so soziopathisch, das man sofort Gesetze erschaffen sollte um sie ganz schnell von der Straße zu holen – bis sie nochmal wirklich Amok laufen.

Wir haben ja auch die anderen Tendenzen, die sagen: die Judenvernichtung hat erst ganz spät in die Gedankenwelt der Nazis Einlaß gefunden, Adolf selbst hat nichts gewußt und überhaupt wurde das erst schlimm, als man im weiteren Verlauf des Krieges merkte, das man zu wenig zu Essen hatte.

Alles gelogen, wie die nun bei einer Wohnungsräumung aufgetauchten Originalbaupläne von Auschwitz-Birkenau belegen:

http://www.n-tv.de/politik/Peres-in-Berlin-article697732.html

(siehe „Bilderserie“).

Jeder, der mit der Planung und dem Bau des Konzentrationslagers beschäftigt war, konnte den Plänen entnehmen, dass es um die Organisation eines Massenmordes ging. Nicht zuletzt das belegen die Pläne.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,674324,00.html

Als Jude trage er „für immer den Stempel des Schmerzes über den Mord an meinen Brüdern und Schwestern“, sagte Peres. Die Schoa müsse den Menschen als ewiges Warnzeichen vor Augen stehen. Nie wieder dürfe es eine Rassenlehre, eine Berechtigung zur Hetze, zum Totschlag geben: „Um eine zweite Shoa zu verhindern, ist es an uns, unsere Kinder zu lehren, Menschenleben zu achten und Frieden mit anderen Ländern zu wahren. Die junge Generation muss lernen, jede einzelne Kultur, und die universellen Werte zu respektieren.“ Die bedeutendste aller Lehren sei: „Nie wieder“.

Nie wieder … doch hierzulande wird seit fünf Jahren an einem Süppchen gekocht, das viele Ähnlichkeiten mit der Verfolgung der Juden hat: die Agenda 2010. Reiseverbot, Beschlagnahmung des Vermögens, Verlust der
Unantastbarkeit des Wohnraumes, Vertreibung aus Wohngebieten mit „ordentlichen“ Bürgern, regelmäßige Meldepflicht, Bedrohung mit Hunger oder Zwangsumsiedlung … alles schon mal dagewesen. Sicher, wir haben noch nicht 1941. Aber schon 1934 – und viele menschliche Ratten kommen aus ihren Löchern, weil es wieder Menschenfleisch zu kosten geben könnte.

Gut das man dann wenigstens weiß, wo die sind.

Während sich die deutschen Intelektuellen noch brüsten, Auschwitz genügend zu würdigen, wird gerade am heutigen Tage eine weitere Entwicklung gemeldet, die noch auf Hitlers Gesetzen beruht:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,674309,00.html

Die in die USA ausgewanderte Familie Romeike hat es geschafft. Weil die streng religiösen Eltern ihre Kinder nicht auf staatliche deutsche Schulen schicken wollten, gewährt ein US-Gericht ihnen Asyl – das meldet begeistert eine Lobbygruppe evangelikaler Christen. Und prangert die deutsche Politik an.

Die allgemeine Schulpflicht ist ein Erbe des Führers, ebenso wie der Unterricht in Leibesübungen oder die Autobahnen. Sinn ist der Zugriff des Staates auf die Gedankenwelten zukünftiger Generationen … begründet wird es offiziell damit, Kinder nicht ihren dummen, faulen, sozialschmarotzenden Eltern auszuliefern. Inoffiziell will man keine Paralellgesellschaften sondern eine Einheitsbreistaatskultur … die Generation Doof ist ein gezieltes Produkt, möchte man meinen.

Wieder zeigt der Staat dem Souverän, das er ihn für absolut unfähig und unmündig hält … und zwar jeden Einzelnen. Trotz aller feinen Tüftelei haben wir Adolfs Geist immer noch über dem Land hängen, er trägt nur andere Gewänder – inzwischen gerne auch Grün und Rot.

Richter Lawrence Burman habe bei der Urteilsverkündung in Memphis im Bundesstaat Tennessee festgestellt, dass die Romeikes Anspruch auf Asyl hätten. Er sehe in Deutschland grundlegende Menschenrechte der Familie Romeike verletzt, sagte er laut HSLDA – das Urteil ist offiziell noch nicht verfügbar. Und weiter: „Wir können nicht erwarten, dass sich jedes Land nach unserer Verfassung richtet.“ Die sogenannten Homeschooler, die Kinder zu Hause unterrichten, seien eine besondere soziale Gruppe, die von der deutschen Regierung unterdrückt werde. Die Familie habe „gut begründete Angst vor Verfolgung“ und darum das Recht, in den USA Unterschlupf zu finden.

„Peinlich für Deutschland“ – so kommentierte HSLDA-Anwalt Mike Donnelly die Entscheidung. Das Gericht habe endgültig festgestellt, „dass Homeschooler eine gesellschaftliche Gruppe sind, die in Deutschland verfolgt wird“. Ein „westliches Land sollte grundlegende Menschenrechte achten, zu denen auch Erziehung und Ausbildung der Kinder gehören“, sagte Donnelly. Es gehe dem deutschen Staat in Sachen Schulpflicht lediglich darum, „ideologische Konformität zu erzwingen“. Das wecke „beängstigende Erinnerungen an die Vergangenheit“.

Auch wenn die Kommentatoren die deutschen Asylbewerber gerne in eine religiöse Spinnerecke stellen wollen um die Zustände in diesem Bereich in diesem Land zu vertuschen, so kann man nicht umhin, dem Richter Recht zu geben: hier werden Menschenrechte verletzt – durch Hitlers Gesetze. Das stört manch einen schon länger:

http://www.aba-fachverband.org/fileadmin/user_upload_2008/schule/Geschichte_Schulzwang.pdf

Diese Zusammenstellung zeigt die Historie der deutschen Schulpflicht bis hin zum
systematisch staatlich erzwungenen Schulbesuch der Gegenwart in Deutschland auf.
Wesentliches Fazit ist dabei die Tatsache, dass die heutigen Schulgesetze das Erbe des
Nationalsozialismus sind. Die Geburtsstunde des deutschen Schulzwangs mit seinen
faktisch angewandten „Maßnahmen“ der Erzwingung muss auf den 6. Juli 1938 datiert
werden, den Tag des Inkrafttretens des Reichsschulpflichtgesetzes.
Daher ist die vorliegende Arbeit zum 70. Jahrestag des Schulzwangs in Deutschland (6.
Juli 2008) all den FAMILIEN gewidmet, welche aufgrund Ihrer persönlichen
Bildungsvorstellungen Deutschland bereits verlassen mussten.

Irgendwie paßt es dazu, das ich aus in der Regel gut informierten Kreisen über interne Papiere der Jugendämter erfuhr, nach denen „Vereinsbesuch“ mitlerweile als Standardkriterium für „Erziehungsfähgikeit“
angesehen wird, d.h. wer seine Kinder nicht der deutschen Vereinskultur ausliefert … gilt als Erziehungsunfähig. Das pädagogische Niveau der Vereinsjugendleiter spielt dabei keine Rolle.

Man mag das sehen wie man will, aber so langsam wird mir mulmig bei dem Konformismus, der sich an der Erziehungsfront zusammenbraut. Das hatten wir schon mal und das war völliger Mist.

Daran sollte uns der heutige Gendenktag erinnern. Vielleicht sollten wir Simon Peres einen Gefallen tun und dafür sorgen, das „nie wieder“ Realität wird.

Denke ich an die Vorstellungen der „Superreichen“, dann wird mir allerdings nochmal mulmig. Ihr Gedankenwelten erreichen jeden Schüler, während die griechische Philosophie im Lande der Dichter und Denker in Elfenbeintürmen verstaubt – und sie halten die Erde für „zu voll“.

Und ratet mal, wer über ist?

Wie singen Kinder so schön: „Wer das liest, der ist es auch!!!“



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