Leben

Deutschland und die verkommene Gesellschaft

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Heute hat sich die „Welt“ mal etwas ganz besonderes erlaubt: ein Anwalt von Hartz-IV-Abhängigen
zieht über die Betroffenen her.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article6693991/Hartz-IV-als-Abbild-einer-verkommenen-Gesellschaft.html

Überforderte Langzeitarbeitslose, bornierte Sachbearbeiter und ganze Familien mit Sozialhilfekarriere: Ein Berliner Sozialrechtsanwalt gewährt einen Einblick in die absurde Hartz-IV-Industrie. Er spricht über das Anspruchsdenken seiner Mandanten, rechtswidrige Quoten-Vorgaben in Jobcentern und eine verkommene Gesellschaft.

Die Vergütungen sind tendenziell eigentlich zu gering. Mit einem Verfahren verdient man zwischen 300 und 1000 Euro netto. Aber wenn Sie ein paar Verfahren im Monat haben, haben Sie schon ein paar Tausend Euro im Monat Umsatz gemacht. Wenn man seine Kosten im Griff hat, kann man davon ganz gut leben.

Soviel zu der sozialen Integrität des … „Kronzeugen“ der Welt. Und auch sonst ist seine Weltsicht … ziemlich verkommen:

Es kann doch nicht sein, dass wir Millionen Menschen haben, die keiner Arbeit nachgehen, und gleichzeitig gibt es unendlich viele soziale Aufgaben, die nicht angepackt werden, weil sich niemand findet, der dafür Lohn zahlen würde!

Es gibt nicht nur unendlich viele soziale Aufgaben, die angepackt werden müssen. Aber es gibt unendlich viele, die nichts bezahlen wollen und lieber auf ihrem Geld sitzenbleiben. Zwangsarbeit für Hartz IV-Abhängige ist aber nicht unbedingt die richtige Antwort. Aber eine verkommene Gesellschaft kennt nichts anderes. Korrekt wäre, soviele Steuern einzunehmen, das wir würdige Altenpflege ausreichend bezahlen können. „Würdige“ Altenpflege, wohlgemerkt. Ich möchte als alter hilfloser Mensch auch nicht allein mit Zwangsverpflichteten in den Park müssen. Die kippen mich doch vor lauter Frust einfach nur um uns sagen dann: ich bin herausgefallen. So wird da einfach kein Schuh draus. Aber zahlt man echten Lohn, dann verdient der Anwalt natürlich nicht genug.

Wo wir gerade in Berlin sind: da habe ich noch einen.

Kinder statt Inder … kennt das noch einer? Kommt von Rüttgers, dem neuen Arbeiterführer aus dem Ruhrgebiet. Klappte nicht ganz, der Deutsche wollte lieber Inder aber die wollten nicht kommen.

Kinder bedeuten Leben, Spontanität, Kreativität, Humor, Liebe, gute Laune, Neugierde, Aufmerksamkeit, Spiel und Spaß. Das alles … ist nichts für Deutschland. Seit Jahrzehnten diskutieren wir ja schon, warum wir das kinderfeindlichste Land Europas geworden sind. Geworden? Ja, denn hier auf dem Land bei alten Leuten entdecke ich eine Kinderfreundlichkeit, die mich verblüfft, überrascht und sehr erfreut.

„Wir waren doch mal alle so“ sagt dann die Bäuerin mit Kopftuch.

Geht´s dann in die Stadt … wird´s heikel. Und das soll auch so bleiben:

http://eltern.t-online.de/kinderfreie-zone-im-caf-darf-es-das-geben-/id_41007380/index

Kinder sind unsere Zukunft, mehr Rechte für Kinder – solche Thesen und Forderungen hört man immer wieder von Politikern und Eltern und zu Recht. Doch mancher fragt sich auch: Was ist mit dem Recht der Kinderlosen auf kinderfreie Zonen? Jedenfalls ist es ein Thema, das die Gemüter erhitzt, die der Kinderlosen genau so wie der Eltern. Und tatsächlich: Auch Eltern haben hin und wieder Lust auf kinderfreie Räume. Ein Trend nur für Berlin?

Schon alleine die Fragestellung ist … erbärmlich. „Dürfen wir endlich auch gegen Kinder vorgehen oder geht das noch nicht?“

Wer allerdings nun meint, der Trend sei spezifisch deutsch, der irrt – dankenswerterweise sind wir da jetzt mal nicht die Vorreiter, denn die Schweizer gehen da schon viel offensiver zur Sache:

http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/8398/kinder-mussen-draussen-bleiben/

Das Kinderwagen-Verbotschild hängt gleich unter dem Hundeverbot neben dem Eingang der Bar Infinito, nähe der Bahnhofstrasse. Die Botschaft ist klar: Hunde und Kinder sind unerwünscht in der Bar, in der tagsüber gepflegte Shopperinnen ihre Neuzugänge für den Kleiderschrank mit einem Glas Champagner feiern und nach Büroschluss Banker die Erholung der Börse begiessen. Und man muss auch verstehen warum: Kinder sind wie Hunde schlecht erzogen. Manchmal noch schlechter. Sie gucken die Gäste neugierig an, sie schlagen im Sitzen auch nicht elegant die Beine übereinander, wie eine 35-jährige Dame im Deux-Pièce. Und, man stelle sich vor, zuweilen lachen und weinen Kleinkinder, wie Hunde hecheln und bellen. Eine Zumutung!

Gefühle haben und sie zu zeigen ist natürlich für den erfolgreichen Banker in der Schweiz undenkbar, die muß er zuerst abtöten, bevor die Gelder aus Kinderarbeit, Menschen- und Drogenhandel verbucht werden.
Völlig klar, das man dann nicht noch echte gesunde Menschen vor seiner Nase herumzappeln haben möchte.

Ich frage mich, was sich diese Leute eigentlich denken, vor allem: die Kleinen sind doch noch viel unterhaltsamer und dankbarer für Aufmerksamkeit als die Großen … und ich fände die Gesellschaft neugieriger dreijähriger Unterhaltsamer als die Gesellschaft von Shopperinnen und Bankern.

Gibt es auch mal … bankerfreie Zonen? Auch eine Zone ohne Shoppingplastikzombies fände ich ganz angenehm.

Man denke sich nur … wir hätten hier eine entsprechende Inderfeindlichkeit. Was wären die Gutmenschen entsetzt. Kinderfeindlichkeit … jo … da wird mal drüber gesprochen und das war es dann aber auch.
Kein Wunder, das Menschen dieses Land verlassen wir Ratten das sinkende Schiff. Ohne Kinder keine Zukunft – und die Kinder, die diese Kinderfeindlichkeit überstehen und sich nicht das Leben nehmen schießen zusehends zurück.

Anders als Hunde werden sei größer … und neigen zur Rache. Aber Struktur und System in Amokläufen oder gesellschaftlichen Prozessen zu erkennen ist ja unmodern geworden.

Natürlich haben wir eine verkommen Gesellschaft. Und die wird gewollt so gezüchtet.

Deutschland wählt den Superstar, das Topmodel und unseren Star in Oslo.

Und der Klempner, der Müllmann, die Friseure des Jahres? Wäre mir viel wichtiger, singen und gut aussehen kann ich selber. Wann wählen wir mal den kinderfreundlichsten Mann des Jahres, den besten Lehrer, die engagierteste Kindergärtnerin? Die Wirtschaft hat ihren Mitarbeiter des Monats, aber bei uns … sind doch alle normalen Berufe schon längst zu unerwünschten Begleiterscheinungen der Gesellschaft geworden.

Genauso wie Kinder, Alte, Kranke, Behinderte, Arbeitslose (und erst recht alte kranke Arbeitslose), Ausländer, Deutsche mit Migrationshintergrund, emanzipierte oder dicke oder dem Ideal nicht entsprechende Frauen … wer bleibt da eigentlich noch übrig?

Erfolgreiche Jugendliche unter dreißig (über dreißig ist man „Gammelfleisch“, lernte ich letztens). Natürlich männlich. Also: Topmodels, Superstars und … Broker. Ach ja: und Erben. Das geht auch noch. Oder reiche alte Säcke heiraten. Diese Kunstgewächse sollen die Krone unsere Kultur darstellen, das ganze Land hat sich gefälligst darauf einzustellen, das sich ihr künstlich angehäuftes Geld von selbst vermehrt, damit sie in Ruhe ihre 250000 Euro teuren Sportwagen ausfahren können.

Natürlich ist diese Gesellschaft verkommen. Und gerade das treibt dem Islam die Menschen zu (zu den Katholiken kann man ja mit Kindern nicht wirklich gehen). Will man das verhindern, braucht man selber eine Kultur, zu der der Moslem mit Migrationshintergrund sagen kann: ich bin stolz ein Deutscher zu sein und möchte alles tun um einer zu bleiben. Schon … haben wir kein Integrationsproblem mehr.

Aber wer möchte schon gerne Mitglied einer verkommenen Gesellschafts sein, wer kann stolz darauf sein, das der Außenminister mit einer angeheirateten Begum und einem Pornostar ein Nobelhotel eröffnet? DAS ist spätrömische Dekadenz … und wenn ich irgendeinen glaubwürdigen Migrationshintergrund hätte, würde ich mich erstmal auch lieber auf den berufen, um meine Kinder davor zu schützen. Da ich den nicht habe, muß ich die Bewegung „Freie Eifel für freie Bürger“ ins Leben rufen … gerne auch im Bündnis mit den angrenzenden Wallonen der zauberhaften Ardennen. Wir haben Wasser, Holz, Vieh und Geld genug, den Bauern ein Überleben zu sichern, das ihnen in der „verkommenen Gesellschaft“ nicht mehr möglich ist.

Die schätzt nämlich Pornofilme und Volksbelustigungen wie DSDS mehr als Milch, Fleisch, Butter, Brot, Eier. Dann sollen die die auch Essen.

Und unsere freien Bürger würden auch Gemeindeland bekommen. Jeder 5000 m2, sofern er es selber bewirtschaften kann. Die Alten können die Jungen unterrichten, dann haben wir endlich wieder mal Lehrer mit Lebenserfahrung, die Partner anstatt Prüfer sind. Steuern brauchen wir dann nur 10 % … die sparen wir für Notfälle, denn in einem gesunden Dorf braucht man keine Verwaltung und keinen hauptamtlichen Bürgermeister, das machen unsere Behinderten und chronisch Kranken gerne nebenbei. Als Polizei ernennen wir einen Sheriff (und zwar jedes Jahr einen anderen) und alle anderen werden Hilfssheriffs. Und Richter wird die älteste Frau im Dorf. So sollte man erstmal einen guten Start hinbekommen.

Auf jeden Fall wäre es eine Alternative zu dem Murks, in den wir hier hineingeboren worden sind. Wer macht mit?



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