Freitag, 18.5.2012. Eifel. Der Rhein ist fünf Millionen Jahre älter als gedacht. Hätten Sie es gewußt? Oder auch nur erahnt? Ich schon. Der Vorteil der philosophischen Wissenschaft ist, das sie gnadenlos und schonungslos wird, sobald es um Wahrheit geht. Wenn´s nach der Philosophie geht, sind wir alle Idioten. Wir wissen genau, das unserem Gehirn nur ein äußerst begrenztes Instrumentarium zur Erfassung der Wirklichkeit zur Verfügung steht – ein Instrumentarium, das zudem oft noch Sinneseindrücke vermittelt, die gar nicht existieren – Ufos, Geister, Marienerscheinungen und was die Menschheit sonst noch am Rande des Erlaubten wahrzunehmen glaubt. Angesichts dieser Ausgangslage muss man immer mit einem Irrtum rechnen – selbst bei etwas so harmlosem wie dem Alter des Rheins. Die polnische Polizei hat sich jetzt auch geirrt: der ermordete polnische Polizeichef wurde Opfer von Autodieben – jetzt kennt man endlich die Wahrheit. Er hatte das Pech, einen Daewoo zu fahren, eines der heißbegehrtesten Automobile auf dem europäischen Kontinent.
Montag, 16.4.2012. Eifel. Millionen schlecht gelaunter Deutscher haben heute ihren ersten Arbeitstag – als Schüler, als Lehrer, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – wobei letztere ganz deutlich von dem arbeitgeberfreundlichen Klima der Kohl/Schröder/Merkel-Dynastie profitieren und deshalb vielleicht besser durch den Tag kommen. Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland, der arbeitslos wird, fällt sofort durch das soziale Netz und landet bei Hartz IV: dem von Medien und Politik definierten “Abschaum der Gesellschaft”, mit dem man dem Mittelstand von unten Druck machen will, damit er denen oben besser dient.
Freitag, 13.4.2012. Eifel. Ja, genau. Freitag der dreizehnte. Ein Tag, der auf jeden Fall Unglück bringt. Das Datum geht unter Umständen zurück auf die Tempelritter, jene seltsamen neun Gestalten, die in den Ställen Salomons ein “Geheimnis” fanden, das ihnen ungeheure Macht gab. Manche meinen, sie fanden die Wahrheit hinter der Legende Christi und konnten damit die Kirche erpressen, andere meinten, sie waren einfach zu idealistisch, während Dritte wiederum der Meinung waren, das die Tempelritter mit dem Teufel im Bunde seien – da sie u.a. als Erfinder des modernen Bankwesens gelten, mag da etwas dran sein. Am Freitag, dem 13. Oktober 1307 war es dann soweit: Staat und Kirche schlugen in einer unglaublich koordinierten und geheim gehaltenen Aktion (in einer Zeit ohne Telefon, Fax und E-Mail ein organisatorisches Wunder) überraschend zu und verhafteten alle Templer in Frankreich – und verfolgten die restlichen in ganz Europa – eine Aktion, die viel zu wenig Aufmerksamkeit seitens der Historiker nach sich gezogen hat. Wie man das nun deutet, hängt von dem eigenen Standpunkt ab: viele, die die Templer als ersten Finanzgroßkonzern ansehen, werden hier den ersten Schlag von Staat und Kirche gegen ein neues Ungeheuer sehen, das beide zu verschlingen drohte. Dieses Ungeheuer ist gerade wieder sehr aktiv … und wie es Ihnen heute persönlich Unglück bringt, möchte ich kurz mal ausführen.
Sonntag, 8.4.2012. Ostern. Glaube ich jedenfalls, ich bin mir nicht mehr sicher. Der Kalender sagt, es sei Ostern, aber die Medien sagen etwas anderes. Schauen wir uns doch heute mal um: im Spiegel fordert der Westen die Schließung iranischer Atomanlagen. Das ist nichts Besonderes. Im Handelsblatt ist das erste Thema Wutbürger, die das Wachstum ausbremsen. Ist auch nichts Neues: wie schön wäre die Welt ohne Bürger, was hätten wir für ein tolles Wachstum, wenn wir nicht noch zwischendurch Menschen mit durchfüttern müssen – vor Allem Arme, Alte, Kranke, Kinder und Behinderte stören da enorm. Wenn die dann noch anfangen, die tollen Großprojekte zu blockieren, an denen so viele Leistungsträger so gut verdienen, dann gehören die erst recht abgeschafft, diese Bürger. Die Welt präsentiert gerade eine Auseinandersetzung zweier “Literaten” ganz oben – kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, das Manager-Magazin informiert über den Neubeginn der Wettkultur auf dem US-Häusermarkt. Das ist schlimm, weil es die nächste Krise ahnen lässt – aber was hat das alles mit Ostern zu tun? Immerhin: wir leben in einer christlichen Gesellschaft, wir sind so christlich, wie wir demokratisch sind.
Das passiert, wenn man seinen Körper nach dem Tode der Wissenschaft zur Verfügung stellt: Im betroffenen Raum sollen nicht nur Leichen von Erwachsenen gelegen haben, heißt es in dem Augenzeugenbericht weiter. Auch Tierkadaver und “eine riesige Anzahl” weißer Plastikeimer sollen sich in dem Raum befunden haben. Ein Eimer sei mit dem Wort “Nasen” beschriftet gewesen, [...]
Heute auf die schnelle… Auf welchem Planeten lebt der denn? Doch schon das Vorwort zur Studie, welches Gauck noch vor seiner Nominierung schrieb, dürfte bei vielen netzaffinen Bürgern nicht gut ankommen, zu steil sind Gaucks Thesen: “Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger [...]
Guten Tag Mitbürger.
Gehören Sie auch zu den Menschen, die gerne reich wären und die damit verbundene Achtung und Freiheit in unserem Land genießen wollen? Dann kann ich Ihnen sagen, was sie dazu tun müssen. Leihen Sie sich von der EZB 100 Millionen Euro zu 0 % Zinsen. Gehen Sie mit diesem Geld an die Börse und kaufen Sie etwas – irgendetwas, egal was. Wenn Sie dort irgendetwas kaufen, wird der Markt Ihnen folgen, was immer Sie kaufen wird dort enorm an Wert gewinnen. Sie können aus dem Spiel aussteigen, wenn Sie genug haben. Ist Ihre erwählte Aktie nach einer Stunde um 5 % gestiegen, steigen sie aus – Sie haben gerade fünf Millionen Euro verdient. Zahlen Sie der EZB das Geld zurück und behalten Sie den Rest. So wird man Millionär – nicht durch blöde Arbeit. Während Bauarbeiter in Deutschland als pseudoselbstständige Ein-Mann-Unternehmen verheizt werden, gestandene Feinmechaniker mit gebrochenen Zehen zur Arbeit humpeln müssen, führende Islamwissenschaftler ständig zwischen Zeitvertrag und Arbeitslosengeld pendeln und sogar fernsehbekannte ARD-Korrespondenten ihre Familie nur noch dank Jobcenter über die Runden bringen, können andere in einer Stunde fünf Millionen Euro verdienen und sich den Rest des Lebens auf einer Yacht räkeln – was ja auch eine erträgliche Art und Weise ist, sein Leben über die Runden zu bringen.
Sonntag, 12.2.2012. Eifel. Wieder einmal … mitten im Krieg. Das sind wir hier gewohnt. Wann immer es in Europa Auseinandersetzungen gab, waren wir mitten drin. 1913 hatten wir hier um die Ecke den ersten Militärflughafen – keiner weiß mehr, wo genau. Vorher hatten wir hier Franzosen, Landsknechtshorden und Römer. Letztere haben hier sogar stattliche Villen gebaut. Was die hier gesucht haben, weiß ich nicht so genau. Hier haben wir 177 Regentage im Jahr – den Rest schneits. Italien scheint mir da gemütlicher. Die anderen Horden kamen nur aus einem Grund: sie mussten hier durch, um ihre Feinde zu treffen: zum Beispiel 1914, 1940 und 1944. Von hier aus konnte man gut und überraschend durch die Ardennen marschieren, das hatte dann zweimal fast zum Untergang Frankreichs geführt. 1940 war eine ähnliche Situation wie heute: die demokratischen Kräfte Europas wussten, das man den Feind nicht auch noch Polen besetzen lassen durfte. Ab 1944 wäre die reichsdeutsche Marine so stark gewesen, das sie eine ernsthafte Bedrohung für die maritimen Interessen Englands bedeutet hätte – das durfte man nicht riskieren: also erklärten Frankreich und England Deutschland den Krieg – im sicheren Glauben an die Unüberwindlichkeit der Maginotlinie, einer gigantischen Festungsanlage in Frankreichs Osten. Leider hatte man nicht bemerkt, das auch der Krieg sein Gesicht ändert: der alte Stellungskrieg war out – und die Ardennen bildeten eine tödliche Lücke in dem östlichen Wall. 2012 läuft der Krieg noch anders ab als 1940, wieder hat er sein Gesicht geändert – man weicht ab von den alten ritterlichen Tugenden des Kampfes “Mann gegen Mann” und kämpft lieber abstrakter: Wille gegen Wille, Macht gegen Macht … bislang mit nur wenigen Schüssen aber viel Informationskrieg. Darum reden hier auch nur wenige Menschen vom Krieg – in Griechenland ist das schon anders, siehe Tagesschau:
Samstag, 20.1.2012. Eifel – und das ist auch gut so, denn ausserhalb unserer kleinen, verarmten Enklave tobt der Wahnsinn. Man merkt, das Armut etwas Gutes sein kann: wo der Mensch nichts hat, wird er uninteressant für den Konzern und den Staat. Gut für den Menschen, für die Natur und das Gemeinwesen. Schauen wir doch mal genauer hin – zum Beispiel die “Unwörter” der letzten zwanzig Jahre: gegen Überfremdung durch Gotteskrieger in national befreiten Zonen wurde mittels Dönermorden eine ethnische Säuberung begonnen, die Deutschland ausländerfrei machen sollte, falls die freiwillige Ausreise nicht funktioniert. Scheußlich, oder? Da sind wir wieder mitten im NS-Regime – dabei sollte das doch vorbei sein. Schlimmer jedoch tobt der Ungeist in der Wirtschaft:
Freitag, 13.1.2012. Eifel. Ein Unglückstag – wissen wir ja alle. Jedenfalls die, die “abergläubisch” sind – und das sind so ziemlich alle. Jedenfalls heute. Woher das Märchen von dem Unglückstag kommt, ist völlig unklar – aber die Verfolgung der Spur führt uns in ein verbotenes Kapitel der Geschichte – verboten, weil es trotz Faktenlage dazu geeignet ist, als “Verschwörungstheorie” gebrandmarkt zu werden. Es gibt nur ein konkretes Datum für die angelsächsischen Länder, das mit Unglück in Verbindung zu bringen ist (in Südeuropa ist da eher der Dienstag im Verdacht – was schon zeigt, das der Verweis auf den christlichen Ursprung des Unglückstages nicht hinreichend sein kann), siehe Wikipedia:
Mittwoch, 11.1.2012. Eifel. Ein wunderbarer Morgen, den der Spiegel gleich mit einer unglaublichen Nachricht versüßt: in der Tat gibt es jetzt ein Ranking für die beliebteste Prinzessin in Europa. Ich sagte ja: unglaublich. Wer hätte wirklich gedacht, das so eine kleine Belgierin soviel unbeliebter ist als all die anderen unwichtigen Damen? Warum sieht man sich überhaupt genötigt, im “Sturmgeschütz der Demokratie” Text für feudale Hofberichterstattung zu verschwenden? Sind da wirklich alle Hemmungen gefallen – oder will man uns langsam auf eine neue Zukunft vorbereiten? Dazu passt eine Meldung aus Tschechien, die von besonderer Bedeutung ist, da dieses Land nicht nur intelligente Menschen hat und auf eine lange Tradition des Widerstandes gegen den Ostblock blicken kann, sondern auch dank der neueren Geschichte einen direkten Vergleich beider Systeme anstellen kann. Das Ergebnis ist erschütternd – das, was wir Demokratie nennen, kommt bei denen ganz schlecht weg: gerade mal 26 % der Tschechen sollen noch zufrieden mit der Demokratie sein – der Rest knirscht nur noch mit den Zähnen.
Sonntag, 18.12.2011, Eifel, eigener Bericht. Im Handelsblatt philosophiert gerade der amtierende deutsche Großphilosoph Peter Sloterdijk über das Ende der Welt – jedenfalls der Welt, wie wir sie kennen:
Die Regierungen verpfänden die Luft über ihrem Staatsgebiet, und Banken atmen tief durch. Wenn man es sich recht überlegt, ist das haarsträubend. Das wird möglicherweise europaweit eine Desorientierung von historischen Größenordnungen auslösen, möglicherweise vergleichbar mit dem moralisch-ökonomischen Super-GAU der Jahre 1922/23, der Hyperinflationszeit.
Vor der Kulisse dieser aktuellen Bedrohungslage wirken manche Probleme sehr klein – obwohl sie deutlich demonstrieren, wo es hakt in diesem Lande. Wir hatten ja an dieser Stelle schon gelegentlich von der Ordensburg Vogelsang berichtet – eine denkmalgeschützte Hinterlassenschaft der Nazizeit, einem Ort, wo man in Ruhe jenem Geist nachspüren kann, der vor 80 Jahren Millionen Deutsche in Ekstase versetzt hat … ich denke, das darf man so sagen, ja?
Sonntag, 11.12.2011. Eifel. Draussen läuft gerade große Weltpolitik. Meint jedenfalls der Spiegel: von einer “großen politischen Wende” ist die Rede. Andernorts stellt das gleiche Nachrichtenmagazin seinen Lesern eine interessante Frage:
Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?
Die «technischen» Regierungen in Griechenland und Italien sind ein Experiment mit Modellcharakter. Amador Fernández-Savater, ein spanischer Journalist und Chronist der spanischen Protestbewegung, ortet in diesen «Niemandsregierungen» eine anonyme, kaum angreifbare bürokratische Macht im Dienste der Finanzindustrie. In seinen «Notizen eines Albtraums» begründet er seine Befürchtungen und zeigt Gegenstrategien auf. Übersetzung: Walter B.
Freitag. 18.11.2011. Eifel. Gestern erreichte mich die Nachricht, das ein Urgestein der Bloggerszene – Herr Flegel – die Segel streichen will. Zweckl0s sei das alles, meinte er. Ich lese nicht viel in der deutschen Bloggerszene – dafür fehlt mir die Zeit. Ausserdem nehme ich an, das die meisten freien Geister (ausser bei religiösen Themen wie Israel oder dem Papst) sowieso dasselbe denken: das, was auch der normale Mensch auf der Straße denkt, wenn er mal die Medien aus- und das Gehirn einschaltet. Er macht es sich nun leicht, der Herr Flegel – aber ich verstehe, was er meint. Leider kann ich es mir nicht so leicht machen: ich stehe im Wort. Ich habe Menschen mein Wort gegeben, das es NIE WIEDER einen WELTKRIEG geben würde, NIE WIEDER einen NS-STAAT auf DEUTSCHEM BODEN, NIE WIEDER eine WELTWIRTSCHAFTSKRISE. Diese Menschen haben – wie ich selbst – Kinder bekommen, weil ich – mit viel Wort und Mühe – die Zukunft in den herrlichsten Farben geschildert habe, weil VERNUNFT letztendlich siegen wird. Ich habe … schrecklich versagt. Unsere Kinder haben keine Zukunft. Einer von sechzehn wird vielleicht in Zukunft Millionär … die anderen werden überflüssig werden, sobald sie vierzig sind. Das ist die BERLINER REPUBLIK, in der der WAHNSINN herrscht – nicht die Vernunft.
In einem Kommentar zum eilfertigen Ersatz der Regierungschefs in Griechenland und Italien durch Technokraten bringt der Schriftsteller Isaac Rosa auf den Punkt, was quer durch Europa für einiges Aufsehen sorgen sollte und doch nur ein verlegenes Hüsteln auslöst: Demokratie ist angesichts der geplanten Reformen eher lästig. Hier die Übersetzung des pointierten Kommentars:
Mittwoch, 16.11.2011. Eifel. Nach zwei Artikeln, die mal ein paar Perspektiven auf mögliche zukünftige Alternativen zum unnötigen, künstlich herbeigeführten Untergang der westlichen Zivilisation aufzeigten – wobei ich noch nicht letztendlich entscheiden kann, ob dieser Untergang aus boshafter Absicht oder einfach nur aus bildungsferner Blödheit herbeigeführt wird – ist es an der Zeit, den Wunsch eines Lesers zu erfüllen, konkrete, politisch umsetz- und finanzierbare Forderungen in den Raum zu stellen, die Deutschland und seine Bürger aus der Misere herausführen sollen. Misere? Nun – man braucht keinen Hauptschulabschluß für die Erkenntnis, das das Deutschland ein negatives Rating bekommen wird: dafür reicht die erfolgreich absolvierte Grundschule. Der Wirtschaftskrieg gegen die EU erreicht aktuell die gesunden Kernländer Österreich, Belgien, Niederlande und mit Frankreich sogar die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, damit ist das Ziel der Offensive auch für Politiker ohne erfolgreich abgeschlossene Grundschule zu erkennen: die völlige Vernichtung der europäischen Volkswirtschaften steht zum dritten Male auf dem Speiseplan, anders als 1914-1918 oder 1939-1945 wird diesmal wohl auf Waffengewalt im üblichen Umfang verzichtet: man will die eigenen Immobilien nicht beschädigen und die Helfershelfer in den Nationalstaaten nicht in Bedrängnis bringen.
10.11.2011. Eifel. Wieder einmal etwas dazugelernt: ich sollte keine Dokumentationen über die NS-Zeit schauen. So allgemein Nazis verdammen, das geht ja ganz gut, das haben wir gelernt, ist ja schon ein sprachlicher Reflex: versenkt man sich aber gedanklich in den Alltag jener Zeit, dann wird einem Angst und Bange, weil man merkt: der NS-Staat gilt zwar als “böse”, weil er Juden statt Moslems in Massen vernichtete (während wir als “Nato” als “gut” gelten, weil wir Moslems statt Juden in Massen vernichten), aber seine Methoden, seine Werte, seine Ordnung, seine Prinzipien sind durchaus gesellschaftsfähig. Dort, wo der NS-Staat das Überleben der “reinen arischen Rasse” als höchsten Wert ansiedelte, haben wir uns die ständig steigende materielle Überversorgung unserer “Leistungsträger” als Ziel gesetzt – mit ähnlichen Folgen für jene, die andere Werte leben. Zwangsarbeit durch Arbeitssklaven – für uns schon längst Alltag, Stichworte sind hier “Hartz IV” und “Leiharbeit”. Neue Juden? Als Moslems, Arbeitslose, “Parasiten” schon längst auf dem Schirm – aktuell ist es der Rentner, der ins Visier kommt, weil für die Leistungsträger beim Arbeitslosen kaum noch etwas abzukassieren ist, es sei denn, man setzt die bürgerliche Maske mal wieder für einen Moment ab und lässt ihn auf der Straße verhungern: er wird “Staatsfeind Nummer 1″, weil er der größte Klimakiller der Welt ist – mit Abstand. Konkrete Maßnahmen werden in dem Artikel noch nicht gefordert, aber man merkt sich die Täter schon mal.
Wir haben ja viele Naturkatastrophen zur Zeit. Wäre die Erde ein Wesen, ein Land oder ein Gastgeber – es wäre Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, ob man überhaupt noch willkommen ist. Nun ist die Erde per Definition ein toter Klumpen Staub und wir haben eine enorm wirkkräftige Zivilisation aufgebaut, um dafür zu sorgen, das sie auch real so enden wird. Allein jetzt am Feiertag sah ich wieder Armeen schlechtgelaunter Menschen, die nichts anderes taten, als den ganz Tag in kleinen Blechkisten durch die Gegend zu fahren auf der Jagd nach Tieren und Menschen, die sie – zufällig – erlegen können. Ganz nebenbei verbrannten sie dabei noch sinnlos die letzten natürlichen Ressourcen ihres Planeten und vergifteten seine Atmosphäre, die ich ihre Lebensgrundlage ist. Und das – man glaubt es kaum – sind nur die “harmlosen Zivilisten” – die Kriegerameisen dieses Stammes sind noch gefährlicher … und idiotischer. Jetzt aber erschüttert ein Beben der besonderen Art die Welt, endlich ist mal nicht das Militär für die Verwüstung verantwortlich, auch nicht die Natur – ausnahmsweise ist es mal die Politik, die für ein Beben sorgt: da wagt es doch in der Tat der Regierungschef eines demokratischen Volkes in einer Gemeinschaft demokratischer Völker ausnahmsweise mal sein Volk nach seiner Meinung zu fragen.