Donnerstag, 26.4.2012. Eifel. Überall redet man derzeit von Rechtsextremismus. Glaubt man dem Eindruck, den die Presse vermitteln will, dann sind alle Rechtsradikalen in der Piratenpartei. Ein paar denkwürdige Gestalten findet man da schon – ich hatte sie schon 2009 gefunden. Ebenso hatte ich 2009 darauf hingewiesen, das die Piratenpartei (sofern sie ihrer Agenda treu bleibt) zwischen 10 – 15% der Wählerstimmen bekommen kann: noch nicht mal die engagiertesten Piraten wollten mir in der Einschätzung folgen. Gut, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Vielleicht werden die Piraten gerade wegen ihrer braunen Flecken gewählt, in Frankreich jedenfalls ist braun gerade ganz groß in Mode: jeder fünfte Wähler steht darauf. Andererseits: sollte man sich wundern, das in Deutschland eine neue Partei gewählt wird, die auf alte Fragen keine Antworten hat, während alten Parteien schon seit Jahren nichts Neues mehr einfällt? Reden wir doch auch mal über Rechtsextremismus – so wie alle. Über Rechtsextremismus in Deutschland. Über Rechtsextremismus in der deutschen Regierung der letzten zehn Jahre – jenen Rechtsextremismus, der schon real Menschenleben gefordert hat.
Mittwoch, 11.April 2012. Haben Sie schon Ihren Bunker gebaut? Nein? Wirklich nicht? Seltsam … die großen Regierungen der Welt haben angeblich sehr große Schutzräume … und die reicheren Menschen unter uns sind auch gerade dabei, sich etwas zu bauen – aus gutem Grund, wie es scheint, siehe Manager-Magazin:
Sonntag, 5.2.2012. Eifel. Ich respektiere ja die alte Mafia. Ich mag sie nicht – natürlich nicht – weil sie eine kriminelle Vereinigung ist, ihre Vermögen durch mehrfache regelmässige Gesetzesbrüche aufhäuft, vor Gewalt, Erpressung, Mord und Raub nicht zurückschrecken, was mit den Werten einer friedlichen Zivilgesellschaft nicht in Einklang zu bringen ist, aber ich respektiere die “alten Familien”, weil sie Werte haben. Werte, die die Mafia den westlichen Finanzspekulationsnationen (ich schätze mal, so wird man uns nennen, wenn alle gemerkt haben, das der Begriff “Industrienationen” nicht mehr angemessen ist) bzw. “Zockernationen” voraus hat: Gewalt gegen Frauen und Kinder steht bei der Mafia nicht auf dem Programm, das ist absolut Tabu und kann ganz schnell zu hässlichen Szenen von weiterer Gewalt führen. Die rot-grüne Bundesregierung war da schon anders drauf: rücksichtslos hat sie versucht, ihren Haushalt auf Kosten von Frauen und Kindern zu sanieren – Hartz IV trifft doch in erster Linie Alte, Kranke, Behinderte und ihre Kinder – sowie hunderttausende von alleinerziehenden Müttern. Da zeigt der moderne rot-grüne Politiker, das er vor Gewalt gegen Frauen und Kindern nicht zurückschreckt – oft genug mussten wir uns anhören, das die Arbeitslosen genügend “Druck” brauchen. Den gleichen “Druck” hat man ebenfalls auf ihre Kinder ausgeübt – ohne die geringsten Skrupel setzt man dies bis heute fort – und das ist noch nicht alles.
Mittwoch, 1.2.2012. Eifel. “Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein” – kennt noch jemand diesen Satz? Nein? Der hat mal für viel Aufregung gesorgt. Man sah ihn zuerst auf Demonstrationen von Neonazis, die damit provozieren wollten. Dann nahmen ihn auch Politiker in den Mund, bis man dann anfing, sie auszubremsen:
“Die verstärkte und undifferenzierte Äußerung von Nationalstolz dürfte dazu beitragen, dass Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit zunehmen.” Diese Ansicht vertritt die Arbeitsgruppe Sozialpsychologie an der Philipps-Universität in einer aktuellen Stellungnahme. Der Satz “Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein” sollte nach Meinung der Marburger Sozialpsychologen im Repertoire von Politikern und Medien nicht vorkommen.
Auch einer der Heiligen der deutschen Politik, Johannes Rau, äußerte sich in diesem Zusammenhang:
Bundespräsident Johannes Rau hat in seinen Äußerungen zum Thema zu Differenzierung beigetragen und zwei verschiedene Objekte unterschieden: Es gibt nach Rau einerseits Dinge, über die man froh sein kann, und dazu kann gehören, dass man in Deutschland lebt. Andererseits gibt es Dinge, auf die man stolz sein kann, weil man sie selbst vollbracht hat. Dazu kann nach Rau nicht gehören, dass man stolz ist, ein Deutscher zu sein, weil dies keine Leistung ist, die man mit eigener Anstrengung erbracht hat.
Das Ergebnis der Studie war jedoch eindeutig:
Zusammenfassend stellen wir fest: Die Äußerung “Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein”, geht in Meinungsumfragen einher mit stärkerer Fremdenfeindlichkeit.
Darum war das ein PFUI-SATZ. Das war 2001. Heute haben wir 2012 … da sieht das etwas anders aus.
Schon 2009 war der Satz völlig akzeptabel, siehe Welt:
Doch zum Grundverständnis der Deutschen von sich selbst gibt die am Mittwoch vorgestellte Studie einiges her. 59,3 Prozent der Deutschen sagen mittlerweile: “Ich bin stolz, Deutscher zu sein.”
Ich kenne ein Land, in dem mehr Menschen hingerichtet werden, als in allen anderen Ländern zusammen … und zwar 20 mal soviel Menschen wie in allen anderen Ländern zusammen. Es ist ein Land, das auch gerne Menschen mal zu Tode foltert. Es ist ein Land, das Abtreibungen auf Rekordniveau durchführt, die Rechte der Arbeiter mit [...]
Es wäre mal Zeit für eine Dankesrede. Für den Dank an die Leser des Nachrichtenspiegels. Seit einem Jahr betreiben wir jetzt dieses Format, um relativ unangreifbar unsere Meinung sagen zu können. Das geht hier. Hier ist das Risiko geringer, das sich enttarnte Altnazis oder beleidigte Politikwürstchen beim Betreiber beschweren können, um Meinungen zu unterdrücken. Es wäre Zeit, für eine große Dankesrede – allein schon von mir persönlich – für die vielen Anregungen und Informationen, die man hier als Autor erhält. Doch diese Zeit … ist nicht da, denn die Welt dreht sich weiter – in keine schöne Richtung. Es ist mehr das, was im Hintergrund der Nachrichten zu erkennen ist … oder die Art der Nachrichten selbst, die beunruhigen sollte. Zum Beispiel die Berichterstattung über den Kannibalen von Rothenburg – aktuell in der Welt. Ich setze hier keinen Link, noch möchte ich den Artikel zitieren – aus Gewissensgründen verbietet sich mir die Verbreitung einer solchen Nachricht.
Tatsächlich hat der arbeitende Mensch Tag für Tag keine Muße zu einer wahren Integrität; er kann die Zeit nicht aufbringen, die menschlichsten Beziehungen zu den Menschen zu unterhalten; seine Arbeit würde auf dem Markte im Werte sinken, er hat keine Zeit etwas anderes zu sein als eine Maschine. -Walden, H.D. Thoreau, um 1854- Genau Herr [...]
Der Aufschwung geht weiter, tönt es aus dem Nürnberger Bunker unter dem Befehl des Reserveoberst Frank-Jürgen Weise, der im Nebenjob helfen darf, die Bundeswehr umzustrukturieren. Der Aufschwung geht weiter, tönt es auch aus der gemütlichen Weinstube des Bundeswirtschaftsministers Rainer Brüderle. Und auch die Bundesarbeitsministerin sieht die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit als Beleg für eine solide Entwicklung. Der Arbeitsmarkt sei so aufnahmefähig wie ein Schwamm. Beim Auswringen scheinen aber immer noch drei Millionen Menschen hinaus zu tröpfeln.
Die Wahl in Baden-Würtemberg habe ich verschlafen. Krankheitsbedingt. Ist ja auch nicht weiter schlimm, denn wie man hier schon nachlesen kann, geht es ja nur noch um die Verpackung, der Inhalt ist immer derselbe. Im Falle von Baden-Würtemberg heißt das: Stuttgart 21 wird gebaut, aber vielleicht grün angestrichen. Erste Vorbereitungen auf diese Entwicklungen kann man schon heute sehen, siehe Welt:
Zwischen den Bomben auf Lybien und der Strahlung aus Japan versickern ja manche Nachrichten, auf die man sonst aufmerksamer geschaut hätte – vor allem das Thema Arbeitslosigkeit geht etwas unter. Arbeitslosigkeit war ja für unsere ältesten Vorfahren ein paradiesischer Zustand, das Paradies, der Garten Eden, war ein Ort, der von Feindschaft und Arbeit befreit war. Heutzutage hat sich Arbeitslosigkeit in einen Fluch verwandelt. Hintergrund dieses Wertewandels ist der Verteilungsschlüssel der automatisch produzierten Warenwelt und der politische Wille, Waren bzw. Geld nur noch gegen Arbeit herauszugeben – es sei denn, man ist Großbank, Konzern, Baufirma, Millionär …. dann kann man Geld auch einfach so bekommen.
Ich habe ja gerade Grippe. Damit geht ja gar nichts mehr, mit so einer echten Grippe. Jedenfalls für Männer. Biologisch bin ich einer, denke ich, also sollte das für mich gelten. Ich bin aber auch Akademiker und als solcher natürlich sehr beruhigt, wenn die herrschende Presse mir versichert, das ich mir um meinen Job keine Sorgen machen brauche: Akademikern geht es ganz klasse in diesem Land – sagt die Welt:
Was bedroht eigentlich die Welt – so aktuell? Ich meine – früher war das doch klar, oder? “Freie Welt” gegen den finsteren, düsteren “Ostblock”. Mittelerde gegen Mordor. Die Rebellen gegen das finstere Imperium. James Bond gegen alle.
Was haben wir gelitten unter diesem Konflikt. Wir wußten nicht mehr ein noch aus, konnten aber als Bonner Republik ganz gemütlich vor uns hindümpeln, mitten an der Grenze zum bösen Feind, der sein Volk hinter Mauern einsperrte.
Kann man von einem Baum, an dem 10 Äpfel hängen , 70 Äpfel pflücken? Jeder, der sich für Sanktionen gegen Arbeitslose ausspricht, muss diese Frage auch mit einem entschiedenen JA! beantworten. Denn: Auf jede freie Stelle kommen 7 Arbeitslose. Und da kann man auf die Arbeitslosen einprügeln, wie man will, es bleiben immer 6 von [...]
Wegen einer Selbstmordserie in seinen Werken war Apple-Zulieferer Foxconn in die Schlagzeilen gekommen. Jetzt verteidigt sich der Konzern-Gründer – und stellt eine Vision vor. Foxconn produziert schicke Handys wie das iPhone von Apple, doch in den chinesischen Werkshallen des weltgrößten Elektronik-Herstellers herrscht ein straffes Regiment. Die Löhne sind spärlich. Jetzt denkt der Konzern über vollautomatische [...]
Wenn die Arbeitsverhältnisse so sind das sie mit Aufgaben konfrontiert wird und zwar zwangsweise durch eine Behörde unter Androhung schwerer Sanktionen was das Transfereinkommen angeht, wenn die Verhältnisse so sind ,das sie mit schwer akzeptablen Aufgaben konfrontiert sind, dann wäre es kein Wunder, zu erwarten das normale Arbeitskräfte bockig werden. Nur Maschinen sind perfekte Sklaven [...]
Na so was auf ein Mal ging es ganz schnell und nachdem sich der ehemalige Langzeitpräsident Ben Ali aus dem Staub gemacht hat, geben sich die Übergangspräsidenten die Klinke in die Hand. Sehr mysteriös das Ganze. Schließlich ist der Herr Ben Ali unser Mann und das nicht erst seit Gestern. Außerdem konnte man in Tunesien [...]
In Tunesien und Algerien ist gerade viel los. Menschen werden in Mengen auf offener Straße von der Polizei erschossen, aber worum es geht erfährt man erstmal nicht so richtig. Manche stecken sich auch selber an, aber: wir können beruhigt sein, meint jedenfalls die Welt:
Die blutigen Unruhen in Tunesien stellen nach Ansicht des Auswärtigen Amtes derzeit keine Gefahr für Touristen in den beliebtesten Feriengebieten des Landes dar. Die Ausschreitungen richteten sich nicht gegen westliche Urlauber, erklärte ein Sprecher in Berlin. Urlaubsorte wie die Insel Djerba seien nicht betroffen, die Polizei schirme sie weiträumig ab.
Den Artikel gestern hätte mich mir sparen können. Da mache ich mir groß Gedanken, wie wohl die BA auf die Idee kommen kann, das jetzt ein Jobwunder auf uns zukommt, suche mir die Augen wund nach Daten und erfahre heute: das hat einfach die Ministerin angeordnet! So schreibt der Spiegel heute:
Den Jobcentern steht im kommenden Jahr eine Herkulesaufgabe ins Haus: Arbeitsministerin von der Leyen hat die Bundesagentur für Arbeit darauf eingeschworen, 2011 rund 900 Millionen Euro bei den Hartz-IV-Kosten einzusparen. Dazu müssten viele Langzeitarbeitslose wieder einen Job finden.
Da meldet die Welt heute ja was ganz Ungeheuerliches:
Die Jobcenter sollen im nächsten Jahr sieben Prozent mehr Menschen in Job oder Ausbildung bringen. So will die Bundesagentur für Arbeit viel Geld sparen.
Ist ja ein vernünftiger Ansatz – so im Prinzip. Wenn man nicht mehr so viele Arbeitslose hat, dann braucht man vielleicht auch nicht mehr soviel zu bezahlen. Aber … wo will denn die Bundesagentur die ganzen Stellen hernehmen?