Archiv für 2014

Eis im Parkhaus

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Schöner Wohnen

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© Werner Menne

31c3 – Fnord News Show 2014

Dingsda in Rot

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© Werner Menne

So wird 2015! Oder: wie Bin Laden den Krieg gewann.

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Dienstag, 30.12.2014. Eifel. Nicht mehr lange, und ein Jahr ist vorbei. Wieder eins. Unzählige Jahresrückblicke prasseln auf uns hernieder, überschwemmen uns mit bunten Bildchen unserer neuen Halbgötter (der „Stars“ und „Promis“), deren Art zu leben die einzige zu sein scheint, über die es sich zu berichten lohnt. Dabei weiß jeder, was 2014 geschehen ist – jedenfalls jeder, der sich nach dem täglichen vierstündigen Fernsehkonsum noch einen eigenen kleinen Gedanken machen kann. 2014 ist das Jahr, in dem auch der letzte gemerkt hat, dass 2001 die Geschichte der Welt massiv verändert hat: die Bösen haben die Macht übernommen.

Ja – ich meine die Anschläge vom 11.9.2001. Immer noch wird darüber gestritten, wer denn jetzt nun wirklich für die Anschläge verantwortlich ist, der Westen hält sich weitgehend – wie auch zu allen anderen Themen – an die von der US-Regierung vorgeschriebenen Lesart. Niemand nimmt Anstoß an dieser weitgehenden Gleichschaltung der Presse – jedenfalls niemand, der Gebühren kassiert, um ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten. Primitivstes „Gut-böse“-Denken hat die Macht übernommen, wobei die Muslime völlig verwirrt sein dürften: in Afghanistan, in Syrien, in Lybien, in Ägypten, im Irak und im Iran sind sie der böse Feind, den es zu bekämpfen gilt, der brutal und grausam getötet wird – und seine Nachbarn gleich mit. Es existieren in den ehedem guten, demokratischen Regierungen des Westens „geheime Todeslisten“ (siehe Spiegel), die mühevoll abgearbeitet werden – ohne Rücksicht auf zivile Verluste. Demonstrieren aber Bürger in Europa gegen die „Islamisierung des Westens“ (eine Gefahr, auf die sie nur durch jene Medien gebracht wurden, die sie jetzt massiv bekämpfen), so wird der Moslem in Schutz genommen.

Einst – war das Erschießen von fremden Menschen im Ausland Mord. Heute ist es Alltag, „gezielte Anleitungen zum Töten“, entworfen vom US-Geheimdienst CIA (siehe Süddeutsche), zeigen, wie weit die Planungen gehen, um Politik in Ländern außerhalb der USA zu steuern – aber niemand fragt mehr nach, wen die eigentlich in Deutschland gezielt töten, um das Land auf einen konzernfreundlichen Kurs zu bringen. Es darf sich auch niemand mehr trauen, darüber nachzufragen, denn: 2014 brachte uns Deutsche die Erkenntnis, das wir immer noch eins der Hauptfeindländer der USA sind, kaum irgendwo wird so intensiv bespitzelt wie hier (vom Irak mal abgesehen), noch nicht mal die Bundesregierung ist vor den Spionen sicher – ja, noch nicht mal die deutsche Bundeskanzlerin.

Wir sind in der westlichen Allianz vom einst treuen Partner zum Feindstaat geworden – und wissen noch nicht mal warum. Aber alle wissen, dass man jetzt besonders stramm stehen muss, um bei den laufenden Massenentlassungen im Medienbereich nicht zu den Verlieren zu gehören. Ja – die Medienvielfalt stirbt weiter, auch die alte, renommierte FAZ, einst Liebling der Wirtschaft, musste 200 Mitarbeiter entlassen (siehe Handelsblatt) – aber wozu braucht ein Land mit klaren Vorgaben bezüglich „richtig“ und „falscher“ Meinung auch noch die bunte Vielfalt von Meinungen? Der Moslem im Ausland ist böse und wird erschossen, zerfetzt, verbrannt, verstümmelt (ja, „Bomben“ sind eine sehr grausame Art des Tötens. Sieht nur für den Täter sauberer aus, weil er so schön weit weg ist), der Moslem im Inland ist quasi heilig und unantastbar. Diskussionen darüber finden nicht statt: es gilt die Meinung der Bundesregierung.

2014 ist das Jahr, in dem auch der letzte Deutsche gemerkt haben wird, das Osama bin Laden den Krieg gewonnen hat. Sein Ziel, die USA zu vernichten, ist erreicht. 13 Jahre nach den Anschlägen sind die USA ein anerkannter Folterstaat (wie auch Australien, aber darüber spricht man weniger, die „five-eyes“ scheinen auf den ersten Blick noch mehr Gemeinsamkeiten zu haben (siehe Wiwo)), ihre Wirtschaft steht am Rande des Abgrundes, die Polizei rüstet sich mehr und mehr gegen das eigene Volk – und neigt auch zu leichtfertigem Waffenmissbrauch, wie die Ereignisse in und um Fergusson zeigen. Die US-Armee ist weit über den Globus verstreut, macht sich überall Feinde, Amerikaner sterben zu Tausenden … der Traum Bin Ladens ist in Erfüllung gegangen.

Ja – 2014 brachte sogar die Widerkehr eines längst vergessen geglaubten Horrors: der weltweite thermonukleare Krieg war wieder möglich, die Staaten des Westens wurden für Russland zu „Feindstaaten“. Der Spiegel erwähnt das ein einziges Mal – dabei stellt dieser Entschluss die ganze Geschichte der Menschheit in Frage (siehe Spiegel):

„Der nationale Sicherheitsrat veröffentlichte zu den Änderungen auf seiner Internetseite am Freitag eine Mitteilung. Darin heißt es, die neugefasste Doktrin sei auch eine Reaktion auf die Lage im Norden Afrikas, in Syrien, im Irak und in Afghanistan. „Führende Staaten“ der Welt – gemeint sind wohl allen voran die USA – sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, unabhängige Staaten mit einer Vielzahl an Instrumenten zu bedrohen, um eigene Interessen durchzusetzen. So würden private Militärdienste eingesetzt, das Protestpotenzial der Bevölkerung angeheizt oder radikale und extremistische Organisationen gefördert, um eigene Ziele in anderen Staaten durchzusetzen.

Teil der russischen Militärdoktrin bleibt weiterhin die „atomare Abschreckung“. Moskau behält sich das Recht vor, bei einem Angriff auf das eigene Territorium oder auf Verbündete sowie bei einer Bedrohung für das „Fortbestehen des Staates“ Atomwaffen einzusetzen.“

Ja – das erwartet uns dann 2015: sollten die „führenden Staaten“ ihre Politik der Destabilisierung anderer Länder durch ausgedehnte Geheimdienstaktivitäten weiter fortführen, wird sich die demokratisch gewählte Regierung Russlands auf nuklear wehren – und die Bedrohung auslöschen. Zu verlieren haben die nicht mehr viel, wenn man sich so umhört.

Ja – was hatten wir einst für eine schöne Kultur. Schwache hatten Rechte. Wer krank war, oder arm – oder arm durch Krankheit, konnte auf Hilfe hoffen. Nach jahrundertelangem Kampf hatten wir Lebensrisiken der Reihe nach ausgeschaltet. Zwar galt weiterhin der zum Teil ruinöse Wettbewerb, aber wir hatten immer auch ein warmes Plätzchen für die Verlierer – was auch nützlich war, denn für einen „Winner“ auf dem Siegertreppchen produzierten wir neunundneunzig „Looser“, von denen die meisten gar nicht an dem Spiel teilhaben wollten.

Doch was haben wir nun? In Deutschland findet wieder Selektion statt. Noch nicht ganz so gründlich wie früher, aber ebenso gezielt. Ohne, dass sich noch irgendeine politische Kraft dafür interessiert, werden Arbeitnehmer gezielt gejagt und verfolgt (siehe Der Freitag) und einer zunehmend inhumanen Sozialgesetzgebung zugeführt, die das „Haus Europa“ von innen heraus zerfressen hat (siehe Süddeutsche):

Hier handele es sich um eine Marktverzerrung sondergleichen. „Das stinkt nicht nur zum Himmel , sondern konkurriert auch die Arbeitsmärkte unserer Nachbarn in Europa in Grund und Boden.“ Hartz IV erwecke den Eindruck, als ob die Langzeitarbeitslosigkeit ein persönliches Versagen sei. „Man macht Opfer zu Tätern“, so Borchert.

Ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung, auf die im Jahre 2030 eine „sozialpolitische Katastrophe“ wartet, auf die der „desaströse Sozialstaat“ in keinem Maße vorbereitet ist … was Böses für die Zukunft erahnen läßt. Schon der letzte spontane Schnellschuss – „Hartz IV“ genannt – ging komplett daneben, beschäftigt aber hunderte von kreativen „Statistikbereinigern“.

Der Sozialstaat war das Rückgrat der westlichen Welt, eine kulturelle Errungenschaft, die Fanatikern wie Osama bin Laden ein Dorn im Auge war: immerhin erlaubte er den Menschen eine wirtschaftliche Sicherheit und Geborgenheit, die es ihnen gestattete, eine eigene Meinung zu haben – ein Grauen für jeden Despoten. Brunei hatte deshalb das Parlament aufgelöst und nur noch eine Partei zugelassen, die die an der Scharia orientierten Gesetzgebung stützen soll (siehe Wikipedia oder Auswärtiges Amt), gehört dafür aber zu den islamischen Ländern, die von der Bundesregierung aufgerüstet werden (siehe Spiegel).

Waffen schaffen zwar keinen Frieden – aber bringen Gewinn. Überhaupt zeigen sich die Produzenten der diversen Krisen (ob nun die US-Hypothekenkrise oder die Eurokrise, die ohne die „Experten“ von Goldman-Sachs gar nicht möglich gewesen wäre) erstaunlich renditeträchtig: in einem Land, dass vor lauter Schulden nicht mehr weiter weiß, fahren sie Rekordgewinne ein (siehe Spiegel), während überraschenderweise Schiffskredite für deutsche Banken zur Überlebensfrage werden können (siehe Wiwo).  Ja – nur 600 von 90000 Handelsschiffen fahren unter deutscher Flagge (siehe Marine.de) – aber trotzdem könnten ihre Finanzierungsprobleme unseren Banken einen tödlichen Schlag versetzen.

Wir müssen uns die Informationen mitlerweile mühevoll zusammen suchen, denn: der deutsche Journalismus im Jahre 2014 ist käuflich geworden – was Leser kaum überrascht, zeigt nun eine offizielle Studie (siehe Neues Deutschland):

Das Ergebnis ist eindeutig: »Über Unternehmen wird sowohl im ›Spiegel‹ als auch im ›Focus‹ erstens häufiger, zweitens freundlicher, drittens mit mehr Produktnennungen berichtet, je mehr Anzeigen diese Unternehmen schalten.«

Und ebenso häufig werden von politischen Funktionsträgern Interviews gegeben und Informationen geteilt, wenn der entsprechende Mitarbeiter nur „konstruktiv“ genug ist: also die Meinung der Machthaber teilt. Sieht Brunei genau so. Gigantische Demonstrationen gegen „Superreiche“ (immerhin gingen dafür in London 80000 Leute auf die Straße, siehe Taz) finden weniger Beachtung – wahrscheinlich zahlt niemand genug dafür.

Während in vielen Ländern der Welt die Stromversorgung noch problematisch ist, schalten in Deutschland die E-Werke den Strom immer häufiger einfach selber ab und vernichten so den Zugang der Menschheit zu einer großen technischen Errungenschaft, die ebenfalls Meinungsvielfalt sicherstellten konnte (siehe Spiegel), ebenso steigt ständig die Zahl der Obdachlosen, die im Winter einer tödlichen Kälte ausgesetzt sind.

In Deutschland werden auch Patienten „zu Tode gespart“ (siehe Spiegel) – obwohl die Beiträge zur Gesundheitsversorgung immer wieder neue Rekordhöhen erreichen. Wir regen uns auf über Arbeitslose, die 22 Milliarden Euro im Jahr kosten (zu wenig, um den Strom zu bezahlen – siehe oben), aber die Subventionen für die Wirtschaft in Höhe von 165 Milliarden Euro lassen uns kalt … obwohl die Wirtschaft mit dem Geld auch dafür sorgen könnte, dass kein Mensch mehr arbeitslos ist.

Dabei geht es uns noch gut – wird uns eingeredet. Immerhin: in Spanien wird per Gesetz gerade die Meinungsfreiheit abgeschafft (siehe Taz) ohne dass es großes Geschrei in der EU gibt. Bin Laden würde sich freuen. Über alles, was man noch so auflisten könnte.

Das westliche Verteidigungsbündnis ist zerrüttet, die Verbündeten bespitzeln sich gegenseitig – so groß ist das Misstrauen. Die Regierungen sind bemüht, die Renditen der Banken zu erwirtschaften – Banken, die mit riskanten Geschäften sich selbst immens bereichern können, weil der Staat komplett die Haftung übernimmt. Der Sozialstaat – einst glorreiches Fanal der „westlichen Welt“ – ist nur noch „desaströs“ und marschiert auf eine Katastrophe zu.

Und die Bürger selbst?

Üben sich in Fatalismus. Lassen alles über sich ergehen, weil man sowieso nichts ändern kann. Nur manchmal platzt ihnen der Kragen (siehe Aachener Nachrichten):

Ein Laubbläser hat am Wochenende in Eschweiler eine Massenschlägerei ausgelöst. Rund 40 Menschen gingen mit Baseballschlägern, Sägen, Heckenscheren, Mistgabeln, Golfschlägern und Harken aufeinander los.

Jetzt haben wir doch viel zurückgeschaut. Aber – was solls? Die Antwort auf die Frage, was 2015 bringt, liegt halt in der Geschichte – in der Vergangenheit. Dort wurde die Saat gesät, die nun aufgeht.

Wie es aussieht, hat Osama bin Laden gewonnen. Gut – er selbst ist tot, so sagt man: aber sein Geist hat die USA vernichtet – und damit die westliche Allianz. Alles tritt so ein, wie er es geplant, gewollt und gewünscht hat.

War schon ein Genie, dieser Osama – oder wer auch immer den USA am 11.9.2001 den Todesstoß versetzt und damit 500000 Iraker zum Tode verurteilt hat, weil er eine Maschinerie in Gang setzte, die wir auch 2015 nicht werden aufhalten können.

Und diese Maschine wird 2015 weiter laufen, die demokratischen Grundstrukturen der Staaten vernichten, ihre Wirtschaftskraft zersetzen, ihre Bewohner gegeneinander und gegen ihre Nachbarn aufhetzen, morden, foltern, brennen ohne Unterlass.

Und im Himmel sitzt Osama bin Laden und freut sich dumm und dämlich, wie er allein diesen riesigen Apparat in Bewegung gesetzt hat – mit nur 19 Räubern. Der Westen verschlingt sich nun selbst, es triumphiert: das Böse.

Jedenfalls das, was nach offizieller Lesart gerade so böse ist.

Oder das, was immer und überall böse sein sollte: der Krieg, der Hass, die Missgunst.

Die neue Bedrohung für den Westen: Wassermelonen

Die Schweizer haben die Welt gerettet. Im kleinen Alpenland wurden drei Personen verhaftet, die ein Attentat geplant haben sollen. Die neuzeitlichen Schuldzuweisungen werden heute nicht aufgrund von Beweisen, Fakten oder Flagrantis ausgesprochen, sondern in der Rechtsprechung finden sich Wörter wie “mutmasslich“, „könnte“ und „möglich“. Wenn man mit so einem Wort in Verbindung gebracht wird. Sieht’s für einen düster aus.

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Die USA betreiben weiterhin ihre internationale Schnüffelei, denn die Schweizer bekamen von der NSA abgefangene Telefonmitschnitte. Also werden alle Gespräche abgehört. Das ist ja an und für sich nichts Neues mehr. Die paranoiden Amis verdächtigen alles, was nur entfernt orientalisch wirkt. Es dauert nicht mehr lange und die ersten Falaffel werden in Guantanamo eingesperrt. Um allen Verdächtigen gerecht zu werden, haben die Amerikaner ihren Wortschatz erweitert. Bisher galten die Wörter wie Bomben, Explosion, Sprengstoff, usw. als klare Hinweise für etwas Gefährliches. Jetzt kommen Begriffe wie Brot und Wassermelone dazu.

Langsam wird Einkaufen zum Spiessrutenlauf. Beim Erwerb einer Wassermelone zeigt man am Besten nur noch mit dem Finger drauf. Und wenn man eine in seine Einkaufstasche versorgt, steht man mit einem Bein bereits im Knast. Dasselbe beim Bäcker. Brot wird mit Sprengstoff gleichgesetzt und wenn man den Brotlaib in den Rucksack steckt, dann gilt dies bereits als Sprengstoffgürtel. Eine Schweizer Tradition läuft Gefahr, ebenfalls in die Terroristen-Ecke gedrängt zu werden – der Käse. Da gibt es Sorten, die man als B- oder C-Waffen einsetzen könnte. So wie die stinken, treiben sie jeden Feind in die Flucht. Dasselbe Schicksal kann die Schokolade ereilen. Sie ist grundsätzlich braun. Wenn dann noch auf der Verpackung „mein Mampf“ steht, ist der Fall eindeutig. Sämtliche Schokoladen haben eine rechtsradikale Gesinnung und die wenigen weissen Tafeln, die es auch gibt, sind Vertreter des Ku-Klux-Clans.

Es ist auch schwierig für die Polizei, einen Unterschied zu erkennen, wenn ein paar Leute über einen Topf mit geschmolzenen Käse die Köpfe zusammenstecken. Sieht wie eine Verschwörung aus. Dann schmeissen sie noch Sachen rein und rühren extrem sorgfältig in der flüssigen Sauce. Das machen nur Leute, die eine Bombe basteln und sehr vorsichtig sein müssen. Sie treffen sich in Gebäuden, die als Fondue-Restaurant einschlägig bekannt sind. Wenn sich in solchen Lokalen radikalisierte Hungrige treffen, um ihre Mordgelüste an unschuldigen Brotlaiben zu stillen, scheint dies eine enorme Gefahr darzustellen. Unzählige ersäufte Brotstückchen bilden in den einzelnen Magengruben regelrechte Massengräber. Das sind eindeutige Kriegsverbrechen.

Wir werden in der nächsten Zeit noch einige Lebensmittel aus unserem täglichen Bedarf streichen müssen, um nicht als verdächtig zu gelten. Der Spargel mutiert zur Interkontinental-Rakete, Blumenkohl wird zur Splitterbombe und die Kartoffeln unter der Erde sind Tretminen. Vegetarier haben es in Zukunft schwer. Wenn einer einen Gemüseteller bestellt, bekommt er laut den Amerikanern einen Bombenbausatz. Da nützt es auch nichts, sich eine Portion Spaghetti zu ordern. Mit ca. 400 Gramm Sprengschnüren auf dem Teller kann man erheblichen Schaden anrichten. Das wissen selbst die Amis. Aus gewissen Teigwaren kann man Rohrbomben bauen, die lassen sich sehr gut mit allerlei Explosivstoffen füllen. Selbst eine harmlos aussehende Pizza kann einem die Tränen in die Augen treiben, wenn sie entsprechend scharf gemacht wurde.

Als Konsument muss man heute wirklich aufpassen. Beim Wochenend-Einkauf ist der Einkaufswagen gefüllt mit Zutaten, die einem manchen Kochtopf um die Ohren fliegen lassen können. Als Nächstes werden die Abfüllmengen reduziert. Flüssigkeiten wie Milch bekommt man nur noch in 250 ml-Packungen und unscheinbares Gemüse wird durch den Körperscanner geschleust. Das erklärt auch, warum die Schlangen vor den Kassen immer länger werden. Eine gründliche Kontrolle bracht halt seine Zeit. Um die Wartezeit kurz zu halten, kann man auf einzelne Lebensmittel verzichten. Möhren sind potentielle Dynamitstangen, Erbsen zählen zum Kleinkaliber und Zwiebeln als Giftgas-Komponente.

Diese Erkenntnis wird viele verzweifeln lassen. Glaubten ernährungsbewusste Konsumenten sich bisher gesund zu verköstigen, erkennen sie nun, dass sie nichts anderes, als den Terrorismus mit ihren Einkaufsgewohnheiten unterstützt haben. Im Zweifelsfalle tragen Sie ihre Einkaufstüte zum den nächsten Polizeiposten und lassen die Lebensmittel untersuchen. Sollte das Gemüse wirklich nur Gemüse sein, lassen Sie ihre Unschuld quittieren. Denn beim Heimweg, sollte irgendwo etwas Grünfutter aus der Tasche ragen, sind Sie automatisch mutmasslich verdächtig. Da ist eine Unschuldsbekundung von Vorteil. Reden Sie mit keinem Gemüsehändler oder Bäcker. Das sind die Strippenzieher des internationalen Terrorismus. Kaufen Sie nur noch Frischbackbrötchen, die als ungefährlich deklariert sind und Gemüse in fest verschlossenen Dosen. Wenn Sie bei den besagten Produzenten shoppen, machen Sie sich mitschuldig oder mindestens verdächtig. Einerseits wegen des Erwerbes von verdächtigem Bombenmaterial und andrerseits begünstigen Sie so die Geldwäsche. Zudem gilt zu beachten, dass eine „Mise en place“ (Kochvorbereitung) von den Amerikanern als General-Mobilmachung angesehen werden kann. Das erklärt, warum immer mehr Konsumenten auf Fertiggerichte ausweichen. Lieber ungesund satt als gesund verhaftet.

Aber es ist eine Lösung in Sicht. Dank TTIP können wir in Zukunft von den Amerikanern hergestellte und geprüfte Lebensmittel geniessen. Die explodieren nicht, sie liegen einem nur quer im Magen. Ist aber immer noch besser, als in Guantanamo zu landen oder eine Anti-Terroreinheit in der Küche zu haben.

En Guete!

„Santa Maria“ in Barcelona 1978

Santa Maria in Barcelona

Santa Maria in Barcelona


Armut

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sekundäre Überbleibsel

secondaries

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Wettererklärung

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Eine Weihnachtsgeschichte: wie ich der Bote Gottes wurde …

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Sonntag, 28.12.2014. Eifel. Es geschah zur Weihnacht 2014, dass der Herr Philosoph sonderbare und denkwürdige Begegnungen hatte, die ihrerseits wieder sehr zum Nachdenken anregten. Damit meine ich nicht das Telefonat mit Krimreisenden, die Bedenkliches von der Halbinsel berichten – angeblich hat man wieder Angst, seine Meinung offen zu sagen. Aber was solls? In Deutschland haben auch immer mehr Menschen Angst, ihre Meinung zu sagen … jedenfalls: öffentlich. Die „politische Polizei“ geht um – so las ich gerade – und befragt den deutschen Blogger, warum er eigentlich eine solche seltsame Meinung hat (siehe Duckhome). Vielmehr – waren es Beobachtungen im Alltag , direkt vor Ort, nicht geschützt durch die Distanz eines Bildschirms.

Aber: immer der Reihe nach.

Wir jedes Jahr nach Heiligabend fuhr der Herr Philosoph mit seinen Kindern vererinbarungsgemäß zur mütterlichen Wohnung, wo weiter gefeiert werden sollte. Dieses Jahr jedoch sah ich, dass es wieder eine Gelegenheit gab, recht stimmungsvolle Aufnahmen zu machen, im Sturm treibende Wolken, der Stimmung der Rauhnächte sehr angemessen. Also eilte ich los auf die Höhen, um noch schnell das letzte Licht des Tages für ein paar Aufnahmen zu nutzen.

Dann noch kurz hinab ins Tal, wo es sich zeigte, dass ich zu langsam war – oder meine Kamera zu billig. Was für das menschliche Auge noch hell wirkte, war für sie zu dunkel. Viel zu dunkel. Nun – wo sich die Gelegenheit bot, verweilte ich noch kurz am Fluss bei einem meiner Lieblingsbäume, einer großen, kräftig gewachsenen Buche, die sicherlich noch Napoleon persönlich kennen gelernt hatte – wenn nicht sogar noch Zeitgenossen Luthers.

Der Fluss schäumte kräftig, als ich eine Joggerin hinter mir bemerkte. Joggen – war das nicht verboten am ersten Weihnachtsfeiertag? Das der Unfug generell verboten werden sollte, weil er die Gelenke ruiniert und generell krank macht (siehe z.B. Mens Health), wollte ich hier gar nicht zur Debatte stellen – ist ja Weihnachten, wer will da schon wissen, dass Sport jeder Art das Leben verkürzt?

Wie – das glauben Sie nicht? Sie brauchen das auch nicht glauben, wir sind hier in der Realität, nicht in der Kirche. Ich erkläre es Ihnen aber gerne mal kurz, wie es mir Ärzte aus der Uniklinik Eppendorf erklärt haben: Ihr Herz hat einen elektronischen Impulsgeber, eine Ansammlung spezialisierter Zellen. Die brauchen wir zur Initialzündung des Herzschlages. Wunderbar, oder? Wir sind im Prinzip eine laufende Batterie … mit begrenzter Ladung. In der Tat ist bei jedem Menschen die Anzahl der Herzschläge von Geburt an vorprogrammiert – und je mehr sie durch Sport davon abrufen, umso schneller ist die Batterie leer.

Ja – die Menschen denken, sie können so dem Tod davonlaufen, dabei rennen sie direkt auf ihn zu – wie der Erfinder der Kunst des Joggens James Fixx, der mit seiner „lebensverlängernden“ Sportart gerade mal 52 Jahre alt wurde. Wenn die Menschen dann „einfach so“ „am Herzen“ sterben, nennt man das „plötzlicher Herztod“ – oder auch „Sudden Death“. Man liest nicht viel darüber: Herzschrittmacher für jedermann würden die Krankenkassen überfordern.

Nun – das hätte ich der Joggerin sagen sollen, doch der Mensch ist seines eigenen Schicksals Herr, also hielt ich respektvoll Abstand – auch, weil ich gelernt habe, dass Frauen Männer in freier Wildbahn als tödliche Gefahr begreifen. Gilt zwar nicht für die Eifel – aber wer sagt denn, dass die Dame nicht aus Köln oder Düsseldorf stammte?

Ich genoß noch eine Weile die Dämmerung, dann machte ich mich auf den Weg.

Zu meiner Überraschung stand sie noch am Parkplatz … und redete mit einem kleinen Wetterhäuschen, dass zum Unterschlupf für Wanderer gebaut worden war – war haben einige davon in der Eifel, weil es hier schon recht oft regnet. 177 Regentage haben wir im Jahr – den Rest schneit´s, sage ich immer, und da ist es schon mal ein Segen, wenn man sich kurz in einer solchen Hütte vor den herabströmenden Fluten verbergen kann.

Das Menschen sich sonderbar verhalten, ist mir bekannt. Von mir aus können Sie gerne mit Häuschen reden, mit Göttern und Geistern, mit Bäumen, Gräsern und Tieren: mir ist´s egal, dies ist ein freies Land – und allemal besser, sie beschäftigen sich so, als dass sie neue Rentenreformen ersinnen, die die Leute noch ärmer machen, neue Anlagekonstrukte basteln, die im Entwurf schon Betrug sind oder sich mit Lust an der Verbreitung von Hass, Streit, Abscheu, Verachtung und Zorn beteiligen – wie es weite Teile der unfriedlichen Bevölkerung pflegen.

Ich ging also zu meinen Auto, löschte die Aufnahmen, die wirklich nichts geworden waren, bemerkte, wie die Joggerin mit ihrem Wagen den Parkplatz verließ und wollte mich um meinen weiteren Abend kümmern, als mir ein Gedanke kam: im Sommer hatte ich gelegentlich einen Obdachlosen in der Hütte bemerkt, einen sehr menschenscheuen Gesellen, der dort gelegentlich ruhte. War das vielleicht der Grund, weshalb die Dame mit der Hütte redete? Gab es einen Bewohner?

Nun – als normaler Bürger des neudeutschen Gemeinwesens war ich gewohnt, dass man sich darum nicht kümmert. Ja – so halten wie es ja heute in Deutschland. Außerdem hatte ich gelernt, dass wir in Deutschland keine Obdachlosen haben. Ja, das wundert Sie, aber eine breite Allianz von Wohlstandsblasen arbeitet gezielt an der Leugnung des Problems, wie ein Autor der Zeit am eigenen Leib erfahren durfte, als er sich mal unbedacht über Unbedachte in Deutschland äußerte:

„Schnell wurde ich eines Besseren belehrt: Wer in Deutschland nachts auf der Straße schlafe, schrieben meine Freunde bei Facebook , tue das, weil er es tun will, nicht weil er es tun müsse. Diese Menschen seien dann auch nicht „obdachlos“, sondern „nichtsesshaft“. Schließlich fange das deutsche Sozialsystem jeden auf. In Amerika sei das anders: Dort schläft keiner freiwillig, quasi als Statement, auf der Straße, sondern, weil er dazu gezwungen wird“

Ja – in Deutschland gibt es keine Obdachlosen – so der Konsens der Mehrheit. Wer dem widerspricht, bekommt einen Schuss vor den Bug: einen „Mini-shit-Storm“ als Warnung. Behauptet man weiter solche Absonderlichkeiten, wird man als rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker abgestempelt und darf seine Geburtstage in Zukunft wie auch Karneval und Sylvester allein verbringen.

Natürlich ist es eine Lüge, dass wir keine Obdachlosen haben: wir haben hunderttausende davon, Tendenz steigend (siehe T-Online, erwartet wird eine Zunahme um 100 000 bis 2016), aber es ist ein Tabu der Spaßgesellschaft, diese wahr zu nehmen – man müßte ja selbst was tun, wenn es solchen Misstand gäbe.

Da saß ich nun in meinem Auto, hinter mir die dunkle Hütte. Es war dunkel und kalt da draußen. Vielleicht … saß da ja niemand drin? Und überhaupt: ging´ es mir selber nicht auch schlecht? Zudem hatte ich ja Kinder? Und überhaupt: was sollte ich mit einem Obdachlosen mitten im Wald machen? Vielleicht will er das ja auch?

Wer kennt das nicht, diese seltsamen inneren Stimmen, die dem Ruf des Herzens widersprechen, Hilfe anzubieten, wo Hilfe nötig ist?

Manchmal ist auch keine gewünscht, man wird aufdringlich, nur um sich selbst ganz toll vorzukommen. Immerhin lebte im Aachener Stadtwald jahrelang ein Professor als „Wilder“, weil er nichts mehr mit der Zivilisation zu tun haben wollte? Und überhaupt: welches Recht habe ich, mich in das Leben anderer Menschen einzumischen?

Ja – es wäre so einfach gewesen, mit dem Wagen den Parkplatz zu verlassen und den Vorfall zu vergessen … aber auch noch am ersten Weihnachtsfeiertag?

Was las ich erst am Tag zuvor von Anselm Grün über Heilig Abend?

„Unser Leben hat sich für immer verwandelt. Gottes Licht leuchtet in der Finsternis. Gott ist als Kind geboren, um unsere versteinerten Herzen aufzubrechen – für die Freude und für die Liebe“ (aus: 365 Tagesimpulse, Herder 2012, Seite 156)

Und  – ja: versteinerte Herzen gibt es schon genug um uns herum. Also … machte ich mich auf zu dieser Hütte, wohl wissend, dass es in Deutschland keine Obdachlosen gibt, gegen die man Wasserwerfer, Stinkbomben, Metallspitzen oder Steine einsetzt und sogar speziell Bänke so konstruiert, dass niemand sich lange auf ihnen aufhalten kann (siehe Spiegel). Wir haben sie nicht nur erfolgreich aus unserem Denken verbannt – wenn sie das überlebt haben, haben wir noch ganz andere Möglichkeiten, sie aus dem Leben zu verbannen.

Innen drin … saß ein älterer Herr. Offensichtlich schon länger – die Hütte war voll mit Plastiktüten … vielleicht 30? 40? Es war klar, dass ich nicht bequemerweise die Polizei holen konnte. Der Herr würde eine Menge Ärger bekommen.

Ich wünschte ein frohes Weihnachtsfest … und fragte, ob ich helfen könnte. Immerhin … es war ein wenig kühl und sollte bald noch viel kühler werden. Ich bot ihm an, ihn dorthin zu fahren, wo er es wärmer hätte …. doch er wollte nicht. Seine größte Sorge war, dass ich mich die Nacht bei ihm einquartieren könnte … in seiner Wanderhütte. Wenigstens diese Sorge konnte ich ihm nehmen.

Er war Rentner, 68 Jahre alt, arbeitete noch nebenbei in den Gärten anderer Leute – und wohnte draußen. Trank keinen Alkohol, rauchte nicht … und war sichtlich etwas menschenscheu. Eine Geschichte ähnlich der meinen, eine Geschichte, wie ich sie schon häufig gehört hatte: Männer, die über die Trennung von ihrer Frau – und ihrer Familie – nie hinweggekommen waren, Männer, die fortan die Einsamkeit suchen um das Leid ertragen und der Verachtung der Umwelt entgehen zu können – und sich manchmal so weit zurückziehen, dass sie allein in einer Eifelhütte landen, Jäger die ihr Stamm verstoßen hat: seit Jahrtausenden die gleiche Geschichte. Ich kenne sogar Rechtsanwälte, die aus diesem Grund in Hamburg auf der Straße leben … was heißt „kenne“ – ich kannte sie mal.

Er wollte nirgend wo hin, wollte auch keine Gesellschaft – sondern sichtbar seine Ruhe.

Wie bequem für mich.

Trotzdem war mir nicht wohl dabei, ihn so allein zu lassen. Die Temperaturen näherten sich dem Gefrierpunkt – gesund ist anders.

Da sah ich ein Licht im Wald – und entsann mich, dass dort Mönche ein Kloster gekauft hatten. Anhänger des exkommunizierten Erbischofs Lefaivre (schreibt man den so? Ich finde über ihn nichts im Netz … was schon seltsam ist. Auch tabu? Oder obdachlos?). Mönche – Christentum – Nächstenliebe … so schloß ich messerscharf. Und außerdem – so war mir in Erinnerung – war der Orden nicht mehr exkommuniziert.

Schon war der Entschluss gefasst – und ich machte mich den Weg hinauf zum Kloster. Dort waren viele Menschen, Wärme – und eine Küche. Hier war Not – dort war Hilfe. Gut – er wollte nicht dort weg: aber am Weihnachtsabend eine warme Suppe – das könnte man doch hinkriegen.

Das Kloster war dunkel – und es gab keine Klingel. Eine Glockenseil hing neben der Tür, doch so oft ich auch dran zog: es gab keinen Ton.

Durfte man die Stille der Meditation und Kontemplation an einem solchen Abend überhaupt stören? Fast schon – wäre ich gegangen, doch dann gab es Geräusche und Licht am Nebenfenster. Menschen – und eine Küche. Es waren nicht die Mönche, die man aus der Zeitung kannte – aber egal. Eigentum verpflichtet, dachte ich mir. Christentum auch.

Zwei Männer waren in der Küche – und nach einer Weile (einer längeren Weile) hörten sie mein einsames Klopfen am Fenster.

Schnell trug ich mein Anliegen vor, was leicht ging: sie waren der deutschen Sprache mächtig – sehr gut sogar, wie mir schien. Ein alter Mann sei dort in der Kälte, so erklärte ich ihnen. Er wolle dort ausharren – aber vielleicht könne man ihm etwas Warmes zu Essen besorgen? Der ältere von beiden strahlte mich an … doch der jüngere schüttelte verschwörerisch den Kopf, wobei ich nicht verstand, was er sagte.

Sollte ich nun noch Vorträge halten – als konfessionsloser Sünder?

Ja.

Also sprach ich von Weihnachten, von Kälte und Menschlichkeit – und überließ Ihnen die Entscheidung. Ich verließ sie mit einem weihnachtlichen Gruß, was den älteren der beiden zu einem sehr offenherzigen Lächeln brachte, während der andere sein Gesicht zu verbergen suchte.

Ich selbst – ging dann meine eigenen Wege. Obdach – ja gut, dass habe ich, auch wenn es sehr in Gefahr ist. Wird Zeit, sich ein wenig darum zu kümmern, dass es anders wird. Außerdem meldete sich der Rücken und forderte stabile Seitenlage, was umso dringender war, da ich anderntags eine weite Strecke zu bewältigen hatte.

Was ist nun draus geworden aus dem alten Mann?

Ich weiß es nicht, werde mich aber freuen, wenn ich ihm im Sommer wieder begegne. Ich konnte sein Gesicht in der Dunkelheit nicht erkennen – aber ich kenne ja seine „Ferienwohnung“.

Ich weiß nicht, ob ich alles richtig gemacht habe. Vielleicht hätte ich die Polizei rufen sollen? Wie geht man um mit Obdachlosen, die es offiziell gar nicht gibt? Wie gehen „die“ um mit Menschen, die eine Wanderhütte zugemüllt haben? Strafanzeige, Gefängnis? Das zu Weihnachten?

Muss doch nicht sein.

Am nächsten Tag – während einer langen Fahrt – kam mir dann ein anderer Gedanke: wie das wohl auf die Klosterbewohner gewirkt haben muss. Waren das überhaupt Mönche?

Wenn ja … dann haben sie am Weihnachtsabend ein denkwürdiges Erlebnis gehabt. Ein Fremder – in schwarz gekleidet, zu Fuss aus der Nacht gekommen – war an dem Fenster erschienen und bat um Hilfe für eine arme Seele. Suppe .. wäre schon genug gewesen. Ein Aufruf zur Nächstenliebe – und eine Gelegenheit, diese zu praktizieren.

„Und siehe, es erschien ein Bote des Herrn in der Nacht und brachte Kunde vom Sohne Gottes, der allein in der Kälte harrte, wo Heulen und Zähneknirschen herrschen; und er bat die Diener des Herrn um ein Almosen für den Heiland“.

So einfach … können Wundergeschichten entstehen.

Almosen für den Heiland?

Und heißt es nicht: Was ihr getan habt den geringsten meiner Brüder, das habt ihr mir getan?

Mathäus 25 – vom Weltgericht.

Die Herren aus dem Kloster haben jetzt eine Chance, wo ich versagte. Ja – mir war so, als hätte mich der Herr in seiner Hütte nicht haben wollen, als fürchte er Konkurrenz um seinen Schlafplatz. Mir kam der Gedanke zu spät, dass ich vielleicht doch Gesellschaft hätte leisten sollen – auch dort, wo sie nicht gewollt wird. Aber ich mag halt ungern aufdringlich werden …

3 Tage zu spät

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DIE REGIERUNG SAGT DAS REICHT-HARTZ IV REGELSATZ 2015

Das ist im NEUEN HARTZ IV REGELSATZ von 399 Euro ab 2015 pro Monat enthalten!!!!!!

Das Licht von 2015 wartet schon

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Unwirtlich

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Bundesagentur für Arbeit verleiht Ehrentitel – Held der Arbeit

Wann wird hier in der freiheitlich demokratischen Republik kurz genannt „BRD“ der Ehrentitel „Held der Arbeit“ eingeführt – verliehen von der Bundesagentur für Arbeit für besondere Verdienste auf dem Arbeitsmarkt? In Anlehnung an der sowjetischen Stachanow-Bewegung der Steigerung der Arbeitsproduktivität?

Denn das wäre nur konsequent …

Mütter, die im SGB II Bezug stehen, soll der Zugang zu dem Arbeitsmarkt erleichtert werden, der Gleichberechtigung und der Selbstbestimmung willen, im Niedriglohnsektor versteht sich – wobei Letzteres schon fast nach kaschiert marxistischen Parolen klingt – der Selbstverwirklichung.

Kosten und Mühen werden nicht gescheut, gepaart mit schwarzer Pädagogik ergänzt mit politischem Druck, die selbstbestimmte gesellschaftliche wertvolle Kindererziehung der Obhut der Fremdbestimmung zu überlassen und das nach dem Willen der Volkspartei CDU/CSU, SPD und Grünen – sozusagen unter staatlicher Aufsicht. Begründet wird dies mit Expertisen, Stellungnahmen, Gutachten, Statistiken, die die immer weiter fortschreitende Verwahrlosung der Unterschicht aufzeigen sollen.

So auch die OECE, die festgestellt hat, dass die Armen mittlerweile so arm sind, dass sie sogar schon das Wachstum gefährden. Die Expertin Antinie Kerwien von der OECD artikulierte das so:

„die kaufen unter Umständen keine Bücher, die schicken ihre Kinder nicht in Nachhilfekurse und vielleicht ist es ihnen auch nicht ganz so wichtig, dass ihre Kinder ein Abitur machen oder eine Ausbildung finden, die gut angesehen ist, weil sie erstmals ganz andere Sorgen haben.“

Mit der Herabwürdigung der selbstbestimmten Kindererziehung und Slogans, die da lauten: Betreuungsgeld bleibt eindeutig eine Antibildungsprämie, weg mit der Herdprämie, Betreuungsgeld sei eine Fernhalteprämie, Betreuungsgeld ist eine Schnapsidee, Elterngeld sei eine Fortpflanzungsprämie für die Unterschicht – versetzt man der selbstbestimmten Kindererziehung den gesellschaftlichen Todesstoß. Mütter im Dienste der Kapitalverwertung – clever gemacht von den Neoliberalen, die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt wächst, das Lohngefälle rutscht weiter nach unten und die Milliarden teure Fremdbetreuung, diese Zeche zahlt die Gemeinschaft.

Würde man den Müttern, wenn sie ein Kind gebären, ein bedingungsloses Grundeinkommen zugestehen – in dem sie selbst entscheiden können ihre Kinder in fremde Hände oder eben selbstbestimmt zu erziehen, wäre das schon ein Schritt in ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben – aber ich vergaß: Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren – so die einhellige Meinung unserer Volksvertreter.

auf meiner Spur

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© Werner Menne

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