Politik

Die neue Weltordnung – und ihre Zeichen im Vatikan

Samstag, 5.1.2012. Eifel. Es gibt Themen, die reizen nicht so. Zum Beispiel das Thema “Neue Weltordnung”. Ganz schnell schwimmt man dabei in einer Masse brauner Gesellen … oder in absoluter Leere.  Dann jedoch tauchen zufĂ€llig ein paar Dokumente auf, die erstmal nichts miteinander zu tun haben – aber zusammengestellt einen Blick auf gewaltige Verschiebungen hinter der politischen WeltbĂŒhne erlauben, Verschiebungen, die gesteuert werden. Das diese Verschiebungen gesteuert werden mĂŒssen, scheint jedem klar, der Kants Schrift zum ewigen Frieden gelesen hat: das wir als vernĂŒnftige Wesen im Jahre 2013 noch nicht das Paradies auf Erden haben (trotz dem Zusammenbruch der Sowjetunion als letztem großem Feind des vernĂŒnftigen Westens) kann nur einen Grund haben: da dreht jemand dran (oder aber: Kant war doof, was wir hier jetzt aber nicht diskutieren werden). Eins der Dokumente, die ich hier vorstellen möchte, stammt aus der Vollversammlung der Lutheraner in Winnigpeg vom Sommer 2003 … es wurde aber nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Hören wie es uns einfach mal an:

“In unseren vielfĂ€ltigen Lebenssituationen sind wir alle mit denselben negativen Konsequenzen neoliberaler Wirtschaftspolitik (dem sog. “Washington Consensus”) konfrontiert, die zu wachsender Not, vermehrtem Leid und grĂ¶ĂŸerem Unrecht in unseren Gemeinschaften fĂŒhren … Diese falsche Ideologie grĂŒndet auf der Annahme, dass der auf Privateigentum, ungezĂŒgeltem Wettbewerb und der unabĂ€nderlichen Geltung von VertrĂ€gen aufgebaute Markt das absolute Gesetz ist, das das menschliche Leben, die Gesellschaft und die Umwelt beherrscht. Hier handelt es sich um Götzendienst. Es fĂŒhrt dazu, das die, die kein Eigentum besitzen, systematisch ausgeschlossen werden, die kulturelle Vielfalt zerstört wird, instabile Demokratien demontiert werden und die Erde verwĂŒstet wird… Die weltweiten negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung sind in allen Teilen unserer Gemeinschaft spĂŒrbar, aber doch besonders im SĂŒden sowie in Mittel- und Osteuropa … Luther erinnert die Geistlichen auch daran, dass sie verpflichtet sind, verborgenes Unrecht einer wirtschaftlichen Praxis, die die Schwachen ausbeutet, aufzudecken.” (Aus: Carl Amery, Hrsg, Briefe an den Reichtum, Luchterhand, 1. Auflage 2005, Seite 217).

Klare, christliche Worte. Man stelle sich mal vor, was geschehen wĂŒrde, wenn ĂŒber eine Milliarde Christen (Fernsehstars, Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer) gegen den Götzendienst zu Felde ziehen wĂŒrden: von heute auf morgen wĂ€re Schluß mit der Neoliberalisierungsbarbarei. Wir könnten auch jetzt damit anfangen … immerhin haben wir 2012 gemerkt, das auch stabile Demokratien demontiert werden können: 2013 plĂŒndert Spanien die Rentenkassen (siehe Spiegel), die Immobilienpreise in Griechenland fallen um 70% (siehe Griechenlandblog) – die internationale Finanzwelt kennt keine Grenzen mehr: ein guter Grund, ihr Einhalt zu gebieten.

Leider wurde diese Passage aus der AbschlusserklĂ€rung gestrichen, dafĂŒr erfĂ€hrt man, das die Kirchen andere Maßnahmen ergriffen haben: sie haben die BezĂŒge ihrer Spitzenleute massiv erhöht.

Dem normalen Leser bleibt verdutzt zurĂŒck und fragt sich: wieso das?

Nun – seit gestern kenne ich die Antwort. Ich habe sie zufĂ€llig gefunden, weil ich ĂŒber ein Bild gestolpert bin. Ich fand es im KopfstĂ€ndlerblog. Eine besondere Quelle dafĂŒr habe ich nicht gefunden – und ich gebe zu: Anfangs habe ich es fĂŒr einen Scherz gehalten. Allerdings blieb mir das Lachen schnell im Halse stecken, denn dieses Machwerk ist echt (siehe Wikipedia, Rome Reports,). Der Anschaulichkeit halber setze ich das Bild mal hier ÂŽrein und hoffe, das ich damit keine Urheberrechte verletze:

 

Man muss es sich schon im Detail anschauen. Je nachdem, wie die LichtverhĂ€ltnisse sind (ausgeleuchtet ĂŒbrigens mit preisgekrönter deutscher Solarenergie), kann man TotenschĂ€del in den verĂ€stelten Strukturen erahnen, die fĂŒr den Kenner mittelalterlicher Kunst eher an Höllendarstellungen und die Leiden gequĂ€lter Seelen im ewigen Feuer erinnern.  Die Christusgestalt selber wirkt auch mich eher wie ein sardonisch-triumphierender Antigott, der sich an den endlosen, ewigen Qualen geschundener Seelen ergötzt anstatt an jenen Menschen, der einst meinte: “Verkaufe alles, was Du hast, gib es den Armen und folge mir nach”.

Nun – das ist mein subjektiver Eindruck. Vielleicht gibt es hier Leser, die dieses Gebilde als stillvollen Ausdruck der christlichen Botschaft der NĂ€chstenliebe verstehen. Um sicher zu gehen, das dieses Werk bewusst und mit Absicht so geschaffen wurde, habe ich mich ein wenig mit dem KĂŒnstler beschĂ€ftigt:  Pericle Fazzini.

Im deutschen Wikipediaeintrag findet man keinen Hinweis darauf, das er Schöpfer der Bronzeskulptur ist, aber der Rome Report erinnert sich noch daran … und auch, was diese Skulptur bedeuten soll:

When he created it in 1977, Fazzini explained that the statue shows Jesus rising from the crater of a nuclear bomb. “The Resurrection” is made from bronze and measures 66 feet tall and 23 feet wide.

Christus steigt aus einem  Nuklearbombenkrater auf? Nun – als Kunstobjekt nicht uninteressant … aber in der Empfangshalle des Papstes? Schaut er deshalb so sardonisch drein? “Seht mal ihr KrĂŒcken, das habt ihr nun davon?” Nun, ich scheine meinen Emotionen noch trauen zu können: anstatt die Feuerhölle des Mittelalters haben wir hier die Nuklearhölle der Gegenwart. Aber wie kann ein normal denkender Mensch so etwas als Leitsymbol in die Kirche stellen? Einmal abgesehen davon, das es eine Ă€sthetische Geschmacklosigkeit darstellt und die christliche Botschaft ziemlich pervertiert (“Evangelium” ist eine “frohe Botschaft” – die Botschaft, das Christus erst dann kommt, wenn die Nuklearkrater wachsen, empfinde ich als weniger froh…), ist sie auch politisch gefĂ€hrlich: eine nicht geringe Anzahl von “Christen” aus den USA trĂ€umt ganz real den nuklearen Holocaust herbei, siehe Heise:

Leider halten es in Europa nur wenige politisch Verantwortliche fĂŒr notwendig, sich ĂŒber die Vorstellungswelt der christlichen Apokalyptiker grĂŒndlich zu informieren. Das ist angesichts des großen Einflusses von US-Endzeitpropheten grob fahrlĂ€ssig. Seit der Zeit des Reaganismus warnen vor allem lateinamerikanische Befreiungstheologen vor den gefĂ€hrlichen Ideen vieler evangelikaler MassenverfĂŒhrer in den Vereinigten Staaten. Franz J. Hinkelammert schrieb ĂŒber sie bereits 1989:

Je schlimmer, um so besser, das ist das fundamentalistische apokalyptische Denken. In unserer heutigen Welt ist der Fundamentalismus wohl die wichtigste Denkform, die der Zerstörung einen positiven Sinn abgewinnen kann. Je schlimmer es wird, um so besser, denn jede Katastrophe ist ein Zeichen der Zeit, das die Wiederkunft Christi ankĂŒndigt. Der Fundamentalismus ist daher auch wohl die einzige, viele Menschen bewegende Ideologie, die dem Atomkrieg einen Sinn abgewinnt. Als Atom-Armageddon wird er als Hoffnungszeichen in die Sicht der Zukunft aufgenommen. Wo alles zerstört wird, da wird alles gut.

Denen dĂŒrfte die Statue und ihre Aussage sehr gefallen.  Ich selbst wĂŒrde in diesem Moment immer noch nicht stutzig werden. Es fehlt einfach eine konkrete Verbindung zwischen evangelikalen Endzeitchristen und dem Vatikan, ebenso wie ich keine Verbindung zwischen kirchlichen Strukturen und den Herren der Globalisierung sehe … bis gestern jedenfalls.

Angeregt durch die in meinen Augen höllische Darstellung bzw. höllische PrĂ€senz im Vatikan erinnerte ich mich an ein altes Buch, das mir schon oft begegnet ist, das ich aber nie lesen wollte: Der letzte Papst von Malachi Martin, zuerst 1996 in den USA erschienen. Es ist ein Roman, der – so die Rezensenten – von etwas ganz Ungeheuerlichem berichtet: von der Inthronisation Satans im Vatikan. Nun – eine Religion, die die Leiche ihres Gottessohnes ĂŒberall in der Gegend herumhĂ€ngt und damit kleine Kinder Ă€ngstigt, die ganz in Schwarz mit roten Streifen herumwandelt und einen der ihren zum Stellvertreter Gottes auf Erden ernennt, hat schon an sich etwas satanisches an sich … deshalb gab es ja diesen Luther und hundert andere WiderstĂ€ndler gegen diese seltsame “Tradition” – das Thema war also fĂŒr mich nicht sonderlich interessant.

Aber die Rezensenten irrten.

Ich habe erst 236 Seiten gelesen … aber schon jetzt genug PuzzelstĂŒcke, um Antworten zu bislang ungeklĂ€rten Fragen zu finden. Es geht nicht um die Kirche und Satan … es geht vielmehr um den Einfluss einer mĂ€chtigen Gruppe von (aus katholischer Sicht auch satanischen) GeschĂ€ftsleuten, die nicht mehr oder weniger wollen als eine neue Weltordnung:

“Gegen Ende Dezember 1989 waren zehn MĂ€nner an den amerikanischen PrĂ€sidenten herangetreten, die als wahre Riesen in den grĂ¶ĂŸten, wichtigsten und wohlhabensten transnationalen Unternehmen galten. MĂ€nner, die die Kontrolle ĂŒber Telekommunikation, und Elektronik und Öl, Agrarwirtschaft, Finanz- Versicherungs- und RĂŒckversicherungswesen hatten”. (M.Martin, Der letzte Papst, Schneekluth 1997/Weltbild, Seite 221).

Ihr Argument: wenn die USA nicht schnellstens Gegenmassnahmen ergreifen wĂŒrden, so gĂ€be es 1993 ein Großeuropa inklusive Russlands, dem die USA nichts mehr entgegenzusetzen hĂ€tten. Das galt es zu verhindern – das sah der PrĂ€sident (Reagan oder Bush – macht wohl in Echt keinen Unterschied) ein.  WĂ€re schön fĂŒr Europa gewesen, wenn es so gekommen wĂ€re – die BodenschĂ€tze Russlands, die Technologie und der Reichtum Europas … das wĂ€re eine gelungene Kombination, um sich aus den Wirren der Welt herauszuhalten und Frieden zu schaffen.

Leider gibt es ganz konkret benennbare Menschen, die an Friede kein Interesse haben.

Man wird sich jetzt zurecht fragen: wer ist eigentlich dieser Malachi Martin? Und meint er das ĂŒberhaupt ernst mit seinem Roman? Viel Material ĂŒber ihn findet man im englischen Wikipediaeintrag (der deutsche ist wieder einmal sehr … dĂŒnn).  Mit Hilfe von Google findet man eines der letzten Interviews mit Malachi Martin von Uri Dowbenko als PDF-Dokument auf Zeitdiagnose.de.

Dort steht Malachi Martin zu seinen Behauptungen – und erklĂ€rt, das er die Romanform wĂ€hlte, um seine Erfahrungen risikoloser fĂŒr alle Beteiligten an die Öffentlichkeit bringen zu können. Ohne diesen Aspekt könnte man denken, es handele sich um einen lustigen Unterhaltungsroman, der mal eben die Kirche auf den Arm nimmt. Aber auch ohne Martins Bekenntnis zur Echtheit der Grundlagen seiner Geschichte verblĂŒfft die Tatsache, das sie viele seltsame und merkwĂŒrdige Begebenheiten der Geschichte der letzten zwanzig Jahre hinreichend erklĂ€ren … auch die Tatsache, wieso die Kirchenoberen der Lutheraner so erpicht darauf waren, die oben genannte Stellungnahme aus der AbschlusserklĂ€rung zu streichen, obwohl sie doch nur eine einfache, vielfĂ€ltig belegbare Wahrheit beschreiben: Martin zeigt in seinem Roman ebenfalls auf, wie geschickt KirchenfĂŒrsten fĂŒr die neue Weltordnung geworben werden … einerseits mit dem Versprechen, die Welt in ein irdisches Paradies zu verwandeln, andererseits aber … mit der konkreten Einbindung der Bischöfe in lukrative GeschĂ€fte, mit dem Versprechen, das sie beim Bau der neuen Weltordnung nicht leer ausgehen werden. Bezahlt wird auch vorher.

Da fließen selbstverstĂ€ndlich nur Taschengelder – Taschengelder, wie sie auch der deutsche Bundeskanzler bislang bekommt. Um die Dimensionen zu verstehen, ĂŒber die wir da reden, reicht vielleicht ein Blick in die Einkommensstruktur einfacher Sparkassendirektoren. 107 davon gibt es in NRW – und die verdienen pro Kopf bis zu 756 000 Euro im Jahr (siehe Handelsblatt) – doppelt soviel wie ein Bundeskanzler. So zĂŒchtet man sich erfolgreiche Bodentruppen fĂŒr eine neue Weltordnung heran und setzt auch fĂŒr deutsche Bischöfe lukrative Ziele, denn die – vom Steuerzahler finanziert – sind im Vergleich dazu arme Leute, siehe spart-euch-die-kirche:

Bischöfe werden i.d.R. vom Staat besoldet. In den westlichen BundeslĂ€ndern beziehen sie ein Gehalt meist nach Besoldungsstufe B6 (7.778,83 EUR), Erzbischöfe gem. B10 (10.740,52 EUR), in MĂŒnchen sogar nach B 11 (11.157,60 EUR). Ihr Monatseinkommen liegt incl. Zulagen, geldwerter Vorteile und dem umgelegten 13. Gehalt bei ca. 10.000 bzw. 13.000 bzw. 13.500 EUR. Ihre Pension macht 71,75 % dieses Gehalts aus.

Der Spiegel nannte vor zwei Jahren einmal andere konkrete Zahlen:

Im GesprĂ€ch mit SPIEGEL TV erklĂ€rte Kirchenexperte Carsten Frerk die Lage am Beispiel von Bayern: Die sieben BistĂŒmer des Freistaats haben jĂ€hrliche Kircheneinnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro, trotzdem zahlt das Land die GehĂ€lter von beispielsweise fĂŒnf Bischöfen und zwei Erzbischöfen, zwölf Weihbischöfen, 60 Kanonikern sowie 33 Erziehern an bischöflichen Priester- und Knabenseminaren.

In Bayern flossen dafĂŒr allein im vergangenen Jahr 65 Millionen Euro vom Freistaat an die katholische Kirche, hinzu kamen 21 Millionen fĂŒr die evangelischen Kollegen. Auch Baden-WĂŒrttemberg zeigte sich gegenĂŒber den Geistlichen großzĂŒgig: Je 49 Millionen zahlte das Land 2009 an die katholische und die evangelische Kirche.

Malachi Martin hat diesen Geldsegen vorhergesagt.

“Gehe hin, verkaufe alles, was Du hast und gib es den Armen”.

Schön wĂ€re es – die RealitĂ€t ist anders. Wir BĂŒrger regen uns ĂŒber die Brotkrumen fĂŒr Bischöfe auf, zahlen aber ein Vielfaches fĂŒr einfache Sparkassendirektoren auf Kreisebene, ohne uns etwas dabei zu denken … dabei zeigt das deutlich, welche Finanzvolumen entsprechende Akteure den Bischöfen in Aussicht stellen können – oder jedem anderen, der an einer neuen Weltordnung arbeitet.

Und weil die RealitÀt innerhalb der Kirche, innerhalb des Vatikans eine andere als rein christliche  ist, können wir zurecht daraus schlussfolgern, das Malachi Martins Bild unangenehme RealitÀten zeichnet, RealitÀten, die zudem auch plausibel sind.

Eine europĂ€ische Union mit einem fest integriertem Russland wĂ€re der Horror fĂŒr die US-Wirtschaft.

Also gehört die europĂ€ische Union zerschlagen … was gerade mit Hilfe der US-GrĂ¶ĂŸe Goldman-Sachs geschieht.

Aus dieser Perspektive sieht es so aus, als ob wirklich eine verschworene Allianz von Superreichen an einer neuen Weltordnung arbeitet. Das tun manche von ihnen auch ganz offen, siehe PNAC:

Das Project for the New American Century (PNAC), zu deutsch: Projekt fĂŒr das neue amerikanische Jahrhundert, war eine US-amerikanische neokonservative Denkfabrik mit Sitz in Washington, D.C.. Es befand sich im selben GebĂ€ude wie das American Enterprise Institute.

Es wurde im FrĂŒhjahr 1997 als nicht-kommerzielle Ausbildungsorganisation mit dem Ziel gegrĂŒndet, fĂŒr weltweite FĂŒhrerschaft der Vereinigten Staaten zu werben. Das PNAC wurde im Jahr 2006 aufgelöst. Die 2009 gegrĂŒndete Foreign Policy Initiative ist als Nachfolgeorganisation des PNAC zu sehen. 

Und was macht PNAC so?

Das PNAC vertrat unter anderem folgende Thesen:

  • US-amerikanische FĂŒhrerschaft ist sowohl gut fĂŒr die Vereinigten Staaten von Amerika als auch fĂŒr die ganze Welt.
  • Eine solche FĂŒhrerschaft erfordert militĂ€rische StĂ€rke, diplomatische Energie und Hingabe an moralische Prinzipien.
  • Eine multipolare Welt hat den Frieden nicht gesichert, sondern stets zu Kriegen gefĂŒhrt.
  • Die Regierung der Vereinigten Staaten soll Kapital schlagen aus ihrer technologischen und wirtschaftlichen Überlegenheit, um durch Einsatz aller Mittel – einschließlich militĂ€rischer – unangefochtene Überlegenheit zu erreichen.

Wenn Diplomatie gescheitert sei, seien MilitĂ€raktionen ein akzeptables und nötiges Mittel (Carl von Clausewitz). Das PNAC befĂŒrwortet die weltweite Errichtung dauerhafter eigener MilitĂ€rstĂŒtzpunkte, um die USA weitestgehend unangreifbar zu machen. Als „Weltpolizist” (bzw. „Welt-Ordnungs-HĂŒter”) hĂ€tten die Vereinigten Staaten die Macht, in einer chaotischen „hobbesianischen” Welt fĂŒr die Einhaltung von Recht und Gesetz gemĂ€ĂŸ den von den USA gesetzten MaßstĂ€ben zu sorgen – wenn es sein muss, auch ohne Absprache mit oder RĂŒcksichtnahme auf VerbĂŒndete und andere supranationale Organisationen, VertrĂ€ge und sonstige Rechtsverbindlichkeiten (Unilateralismus). Darin sehen alle Kritiker einen klaren geschichtlichen RĂŒckfall hinter die mĂŒhselig errungenen Fortschritte im Völkerrecht seit demWestfĂ€lischen Frieden.

Das ist alles öffentlich zugĂ€nglich … und erklĂ€rt hinreichend die politischen Erscheinungen der letzten zwanzig Jahre. Martins Protagonisten waren Ende der neunziger Jahre sehr in Eile, weil ein großes Ereignis bevorstand, das das Rad der Geschichte unwiederruflich zu ihren Gunsten drehen könnte, wenn sie nur schnell genug sind. Am 11.9.2001 gab es dann in der Tat so ein Ereignis – und danach rollte eine Welle von Kriegen ĂŒber die Welt, wie man sie zuvor fĂŒr undenkbar gehalten hat.

Dabei hat PNAC sie schon fĂŒnf Jahre zuvor gefordert.

2013 gibt es in der Welt mehr Kriege als je zuvor, die Wirtschaft wankt seit Jahren von einer Katastrophe zur nĂ€chsten, Menschenrechte werden zugunsten von Profiten in den stabilsten Demokratien Europas mit FĂŒssen getreten, ohne das die Kirche als HĂŒter der göttliche legitimierten Menschenrechte auch nur einen Hauch von Widerstand liefert … mich hĂ€tte es da nicht gewundert, wenn Margot KĂ€ssmann wirklich mit Gerhard Schröder heimlich  im Auto gesessen hĂ€tte.

Das Bild passt auf jeden Fall.

Nach Malachi Martin haben diese GeschĂ€ftsleute, die damals an den PrĂ€sidenten herantraten, großzĂŒgige Vollmachten erhalten, die Weltgeschichte nach ihrem GutdĂŒnken zu gestalten.

Nach ihm haben sie sich mit viel MĂŒhe Einfluss in der EU, im Vatikan und in vielen anderen, entscheidenden Gremien erkauft – oft auch mit einer sehr schönen Geschichte: die Errichtung einer Weltregierung (wohl nach Maßgaben des PNAC), die Auflösung der Nationalstaaten und somit auch Möglichkeit der Kriege zwischen ihnen: ein Paradies auf Erden soll es werden, ganz dem “Ewigen Frieden” nachempfunden, der nach Kant der einzige Endzustand der Geschichte sein kann.

Was sehen wir aber als Bodenpersonal der Staaten im Alltag?

Einen immer stĂ€rkeren Abbau von Menschlichkeit, sozialem Denken und eine VerbrĂ€mung solchen Denkens als “Sozialromantik” … ein Wort, dessen GegenstĂŒck als “asozialer Pragmatismus” oder einfach auch als “Satanismus” beschrieben werden kann: “Tu was Du willst, soll sein Dein ganzes Gesetz”.

FĂŒr Reiche ist das schon Alltag.

FĂŒr Arme jedoch … wird wahrscheinlich gerade an einer neuen Weltordnung gebastelt, die als krönenden Höhepunkt aus einem nuklearen Krater besteht, aus dem Christus dann auferstehen soll.

Ich wĂŒrde da aber dazu raten, den Vatikan und seine KĂŒnstler ernst zu nehmen: was da aus den TrĂŒmmern der Zivilisation (bzw. der Krönung der wissenschaftlichen Arbeit der materialistisch-atheistischen Gesellschaft) heraufsteigt, ist ein sardonisch grinsender Anti-Gott.

Und das ist dann – mal wieder völlig jenseits aller versprochenen Paradiese – die wirkliche RealitĂ€t jener “Neuen Weltordnung”.

“Tu was Du willst, sei Dein ganzes Gesetz” … Frank Schirrmacher (FAZ) hat dazu ein ganzes Buch geschrieben, das aktuell heiß diskutiert wird, obwohl es noch nicht herausgekommen ist, siehe randomhouse:

Dieses Buch erzĂ€hlt davon, wie nach dem Ende des Kalten Kriegs ein neuer Kalter Krieg im Herzen unserer Gesellschaft eröffnet wird. Es ist die Geschichte einer Manipulation: Vor sechzig Jahren wurde von MilitĂ€rs und Ökonomen das theoretische Model eines Menschen entwickelt. Ein egoistisches Wesen, das nur auf das Erreichen seiner Ziele, auf seinen Vorteil und das Austricksen der anderen bedacht war: ein moderner Homo oeconomicus. Nach seiner Karriere im Kalten Krieg wurde er nicht ausgemustert, sondern eroberte den Alltag des 21. Jahrhunderts. AktienmĂ€rkte werden heute durch ihn gesteuert, Menschen ebenso. Er will in die Köpfe der Menschen eindringen, um Waren und Politik zu verkaufen. Das Modell ist zur selbsterfĂŒllenden Prophezeiung geworden. Der Mensch ist als TrĂ€ger seiner Entscheidungen abgelöst, das große Spiel des Lebens lĂ€uft ohne uns.

Der Homo Oeconomicus arbeitet schon jetzt mit Hochdruck an einer neuen Weltordnung – dazu braucht er gar keinen Satanismus. Aber gĂ€be es jenen: er wĂŒrde ihm perfekt dienen, auch ohne je von ihm gehört zu haben.

Das Geschöpft von MilitĂ€rs und Ökonomen ist der perfekte Homo Satanicus, der es letztlich total “geil” finden wird, in einer nuklearen Explosion zum Wohle seines Erlösers zu verglĂŒhen.

Was dieses Geschöpf aber erstmal alles anstellt, wenn es wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Macht in HĂ€nden hĂ€lt, welche SchachzĂŒge es sich ausdenkt, wie es die einzelnen WĂŒrdentrĂ€ger der Gesellschaft fĂŒr sich gewinnt, um an sein Ziel zu kommen, wie es Schritt fĂŒr Schritt immer mehr Organisationen infiltriert, um seinen Willen durchzusetzen, das konnte man schon in dem Roman von Malachi Martin nachlesen: ein schönes Werk fĂŒr jene, die strategisches Denken und Handeln studieren wollen.

Die anderen können sich mit dem oben gezeigten Bild begnĂŒgen: es sagt fĂŒr sich genommen eigentlich schon mehr aus als meine 3000 Worte hier:

Der Papst im Vatikan vor einem Christus, der aus einem nuklearen Krater aufsteigt – sind wir eigentlich ganz sicher, das wir nicht versehentlich in Folge unkontrollierter Experimente durchgeknallter Wissenschaftler in einem Horrorroman gelandet sind?

 



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