Wissenschaft

Der Maschinengott des Todes und die Welt der Menschen: Anleitungen zum Widerstand

Sonntag, 7.10. 2012. Ein Tag, an dem man eigentlich dankbar sein sollte, das es die Kirche gibt. Warum? Ganz einfach: ohne Kirche kein Sonntag. Wird gerne vergessen, aber ist halt so. Sonntagsarbeit galt als “Sonntagsfrevel”: die Seele drohte Schaden zu nehmen (siehe Wikipedia). ¬†Nun – die Maschinenwelt hat keinen Sinn f√ľr solch¬ī romantischen Unsinn, der Sonntag wird zunehmend zu einem ganz normalen Tag, an dem der B√ľrger seinen Produktionsdienst abzuleisten hat. Dieser Produktionsdienst ist in unserer Kultur elementar wichtig – so wichtig wie das Gebet f√ľr die Kirche. Rational ist er nicht mehr zu begreifen – eher im Gegenteil. Wird die moderne kapitalistische Kultur nicht gestoppt, dann wird sich die Erde in einen leblosen ¬†M√ľllplaneten verwandeln, dessen Werte als elektronische Informationen auf einer Riesenfestplatte gespeichert sind, die sicherheitshalber in einem Satelliten die Erde umkreist. Vielleicht werden wir in einer Million Jahre dann von Teleskopen von der Venus beobachtet, von Leuten, die sich fragen, warum es wohl auf der Erde gar kein Leben gibt – und warum sie dem Mars so √§hnlich ist. Manche Romantiker werden davon tr√§umen, das es vielleicht dereinst Leben auf der Erde gegeben hat ¬†- so wie dann auf der Venus. Sie werden ausgelacht werden, w√§hrend sie durch ihre Teleskope starren und die Zukunft ihres eigenen Planeten direkt vor Augen haben.

Viele werden nun denken: hier wird √ľbertrieben.

Schön, wenn man noch so naiv sein kann.

Das geht wohl nur mit ganz viel privaten Verbl√∂dungsfunk und √∂ffentlichen Wohlf√ľhlmedien, deren Aufgabe vor allem darin besteht, den WAHREN GLAUBEN zu vermitteln, der besagt, das unser Gott der einzig wahre ist, das alle anderen G√∂tter gar nicht existieren und das jemand f√ľrchterliche Frevel begeht (dem Sonntagsfrevel gar nicht so un√§hnlich), wenn er an nicht so lebt wie wir. Unser Gott? Nun – √∂ffentlich wahrnehmbar ist es der “Gibt-kein-Gott”- Gott, der Atheismus, der eine der st√§rksten und ignorantesten Formen von Glauben darstellt. Das aber ist nur ein Eckpfeiler jener neuen Religion, die uns alle in ihren Dienst zwingt. Ein anderer Eckpfeiler ist “der Markt”, der als Hand des neuen Gottes auf Erden wahrnehmbar ist. Jeder zittert vor ihm, jeder f√ľrchtet sich vor ihm und wirft sich ehrf√ľrchtig und dem√ľtig in den Staub, sobald er naht.

Ist nat√ľrlich irrationaler Mumpitz wie jede Religion. Und wie so oft: die Priester wissen das. Sie verdienen gut an diesem Glauben. Der Spiegel demonstriert das gerade sehr gut: in einer Infografik wird erl√§utert, wie Hedgefonds automatisch B√ľrger enteignen. Die Enteignung geht inzwischen sogar soweit, das sogar Marineschiffe beschlagnahmt werden (siehe ebenfalls Spiegel) – der erste Schritt zu Aufl√∂sung auch der milit√§rischen Souver√§nit√§t der Staaten scheint getan. Sollte man sich merken, wird irgendwann ein historischer Tag, vielleicht sogar ein Feiertag der neuen Religion.

Wir normalen Menschen w√ľrden das f√ľr kriminell halten, aber f√ľr die Priester des neuen Glaubens ist dies auch Teil des neuen Gottesdienstes: des Produktionsdienstes. Jener Dienst muss auch erbracht werden, selbst wenn keine Arbeit mehr zu tun ist. Ein aktuelles Beispiel? Mal ein ganz harmloses aus dem deutschen Alltag? Die GEZ, ehedem als “Geb√ľhreneinzugszentrale” bekannt, wird jetzt zu einer neuen Beh√∂rde mit ganz viel neuen Mitarbeitern (siehe Welt), die eigentlich alle keine Arbeit haben, weil ab 1.1.2013 die Geb√ľhrenordnung ge√§ndert wird. Arbeitslosigkeit enthebt aber nicht vom Produktionsdienst (davon k√∂nnen die vielen Millionen k√ľnstlich mit allerlei Unsinn “Besch√§ftigten” in Deutschland ein Lied singen, Milliarden √ľber Milliarden geben wir daf√ľr aus, das die Arbeitslosen blo√ü nicht auf die Idee kommen, ihr Leben zu genie√üen).

Mit Vernunft ¬†hat das alles nichts mehr zu tun. Reale Werte und menschliche Werte werden v√∂llig ignoriert zugunsten jenes neuen Gottes, der schlimmer in unseren Alltag eingreift als der alte Gott (und zudem noch st√§ndig behauptet, es g√§be keinen Gott, ¬†um jede Gegenbewegung im Keim zu ersticken). Die j√ľdische Religion ist √ľbrigens auch so entstanden: aus dem beuwu√üten Setzen von Wahrheiten – “es gibt keinen Gott au√üer unserem und wie der funktioniert, wissen nur wir!”. ¬†Klar, ihr Gott hatte auch ein paar Wunder getan, damit die Geschichte ins Rollen kommt: aber das macht der neue Gott ja auch. Wir sehen sie nur nicht, weil wir keinerlei Mu√üe mehr haben: der neue Produktionsdienst erstreckt sich nicht nur auf den Sonntag, sondern auf 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. Leisten wir ihn erfolgreich, so haben wir immer die neuesten Maschinen im Haus und k√∂nnen uns auch best√§ndig gr√∂√üerer H√§user leisten, in denen wir den von immer mehr Maschinen produzierten Nippes ehrfurchtsvoll lagern k√∂nnen.

Mit Vernunft hat das nichts zu tun, aber mit Glauben.

Dem Wissenschaftler erschließt sich dieser Glaube von außen betrachtet nicht so leicht, was vor allem an der Sprache liegt. Nun Рeinfach mal die alte Bibel gelesen: schon weiß man, welche Barrieren dort auf einen warten. Der Gläubige und der Rationalist sprechen nicht die gleiche Sprache, auch wenn sie die gleiche Sprache sprechen.

Schon in der √§u√üeren Erscheinung wirkt diese Kultur sehr kompliziert. Alle reden von Freiheit und Individualit√§t als gr√∂√üten Werten, verbringt man dann aber einmal einen Tag in der Stadt, so wird man eines besseren belehrt: die sehen alle irgendwie gleich aus. Vorbei die Zeiten, wo Krishna-j√ľnger, Hippies und Blumenkinder das Stra√üenbild versch√∂nerten: im Reich des neuen Glaubens gibt es Einheitskleidung, einen neuen “Konformismus”, der einen bis in die private Wohnung hinein verfolgt. √úber die Folgen des neuen Konformismus hat mich vor genau acht Jahren der Direktor einer Sonderschule aufgekl√§rt: zunehmend bekomme er nicht mehr irgendwie “behinderte” Kinder, sondern sanfte, kritische, sensible Gem√ľter, die dem neuen Konformismus nicht standhalten wollen – oder finanziell nicht mithalten k√∂nnen. Das Modell “asozialer angepa√üter Ellenbogeneinzelk√§mpfer” hingegen entfalte sich ganz gut.

“Br√ľderlichkeit”, “Gerechtigkeit”, “Vernunft” werden ebenfalls als Werte ganz hoch gesch√§tzt – gelebt wird das Gegenteil. Mehr und mehr wird die Gesellschaft zu einer Kopie der alten Pharaonenreiche, wo oben das superreiche Alpham√§nnchen steht und unten viele Sklaven billig Dienste verrichten und v√∂llig sinnlose Pyramiden bauen (was ja auch nicht anders geht: ohne Sklaven keine Milliard√§re – das wei√ü man schon seit Jahrtausenden). ¬†Manchmal scheint noch ganz kurz die Vernunft durch, wie bei Kurt Krieger (siehe Welt) oder Dietmar Hopp (ebenfalls:¬†Welt), aber im gro√üen und ganzen lebt man das Modell “asozialer angepa√üter Ellenbogeneinzelk√§mpfer” mit gro√üer Begeisterung und im gro√üen Stil, wie der Libor-Skandel unl√§ngst nochmal eindeutig demonstriert hat (siehe u.a. Handelsblatt). ¬†Gleichzeitig sehen wir hier die vorherrschende Irrationalit√§t der modernen Zeit: obwohl wir ¬†hier ein weiteres deutliches Beispiel daf√ľr haben, wie unsere Wirtschaft manipuliert wird (neben vielen anderen Beispielen aus Politik und Gesellschaft, denen wir uns im Rahmen unseres Nachdenkmagazins unerm√ľdlich widmen), verweisen wir jeden Bericht √ľber gro√ü angelegte Manipulationen in den religi√∂sen Bereich des “Tabu” – der bei uns “Verschw√∂rungstheorie” hei√üt.

Mit dieser wissenschaftlichen Methodik kann man beweisen, das die Erde eine Scheibe ist: einfach alle Kugelfans zu Spinnern erkl√§ren, t√§glich √ľber alle Kan√§le verbreiten lassen, das jeder, der an die Kugelform der Erde glaubt, “psychische Probleme” hat (und ihnen deshalb mit Arbeitsplatzverlust, Verlust des gesellschaftlichen Ansehen oder Streichung der Regelleistungen drohen) und ab und zu ein paar Leute eliminieren, die “einfach zu weit gegangen sind” (und dann √ľber den Rand der Scheibe fielen) – schon steht die Botschaft fest wie Stein.

Beim Bau der gro√üen Menschenpyramide hat sowieso kaum noch jemand Zeit, mal eben ins Weltall zu fliegen (oder sich mit der Kraft seiner Vernunft √ľber das Tabu zu erheben) und die Welt von oben zu betrachten.

Nat√ľrlich hat das alle nicht mehr viel mit “Vernunft”, “Aufkl√§rung” oder “Menschenrechten” zu tun. Das merkt jeder, der nur kurz mal in die Nachrichten das Tages schaut. Es hat mit “Krieg” zu tun, einem Krieg, √ľber den wir nichts erfahren, obwohl wir seine Opfer sind. Moment – wir erfahren nichts √ľber ihn? Doch, jeden Tag sogar. Besch√§ftigt (und ungebildet) wie wir sind, kriegen wir es nur nicht mehr mit. Heute zum Beispiel kann man in der Welt von der “gewollten Hyperinflation” lesen, die den Iran im Rahmen eines von den USA und den Europ√§ern gef√ľhrten “Wirtschaftskrieges” vernichtet – wer aber den Wirtschaftskrieg gegen uns Europ√§er f√ľhrt, im Rahmen dessen wir mit einer Hyperinflation in Europa rechnen m√ľssen (hier genannt: “sinkende Kaufkraft”, siehe Spiegel), erfahren wir nicht … nachdenken dar√ľber f√ľhrt zur Anklage wegen “Verschw√∂rungstheorie”.

Diese sprachlichen Verschleierungstaktiken erschweren es ungemein, schnell und auf Anhieb die richtigen Begrifflichkeiten zu entwickeln, die den Menschen klar machen, in welcher Welt sie eigentlich leben. Kaum zu glauben: ohne die richtigen Worte keine präzise Erfassung des Problems, ohne präzise Erfassung des Problems Рkeine Handlungsalternativen.

Betrachten wir den aktuellen Pyramidenbau nur aus unserer Kultur selbst heraus, so ist er so alternativlos wie die Scheibenwelt des Mittelalters – auch dort haben viele gro√üe Denker an der Scheibe mitgearbeitet, die Praktiker waren es (die Seefahrer), die mit den herrschenden Theorien Probleme bekamen … immer dann, wenn ihnen ein Segelschiff entgegenkam und der Mast des Schiffes langsam √ľber den Horizont wuchs, beschlich sie das Gef√ľhl, die Erde sei eher eine Kugel denn eine glatte Fl√§che.

Und wo sind heute unsere Seefahrer?

√úberraschenderweise finden wir sie nicht bei den Astronauten. Wir finden sie dort, wo gesellschaftliche Verachtung ihr H√∂chstma√ü erreicht: bei den faulen Arbeitslosen, jenen, denen man unterstellt, sie w√ľrden absichtlich den Gottesdienst verweigern (also: den Produktionsdienst, in dessen Kielwasser die Erde in einen zugem√ľllten, toten Klotz verwandelt wird). ¬†Die Medien meiden sie gro√üfl√§chig, sind sie doch eindeutig Ketzer, die vom wahren Glauben abgefallen sind, Ketzer wie … John Perkins, der eine fast schon biblisch anmutende Wandlung (Saulus zu Paulus) durchgemacht hat und als Gegenpol zur kapitalistischen Korruptionswelt nun … einen schamanischen Weg empfiehlt. Eine bemerkenswerte Wandlung – aber eine, die Sinn ergibt, wenn man den relig√∂sen, ¬†unvern√ľnftigen, irrationalen Charakter der modernen Welt begreift. Eine Wandlung, die – unter diesem Licht betrachtet – sehr konsequent und vern√ľnftig ist, die der neuen Religion eine Gegenreligion pr√§sentiert, die – volkswirtschaftlich betrachtet – einen h√∂heren Sinn ergibt.

Schon in den sechziger und siebziger Jahren des ¬†letzten Jahrhunderts machte sich eine Gegenbewegung gegen den ausufernden irrationalen Kult der Moderne bemerkbar: in Findhorn sprachen Menschen mit Pflanzen und Naturgeistern, was zum Ergebnis hatte, das sie durch ihre unglaublichen (und unerkl√§rlichen) Ernteerfolge internationale Aufmerksamkeit erhielten. Selbst kritische Wissenschaftler waren damals begeistert – aber die moderne Religion verhinderte, das weitere Forschungen betrieben wurden. In Findhorn selbst hat man dann einen anderen Weg eingeschlagen, aber andere nahmen diesen Impuls auf: der Bildhauer Marko Pogacnik¬†erschuf in seinen Werken eine komplexe Systematik √ľber die energetischen Strukturen der Erde – und bewies in seinen Arbeiten am Schlo√üpark T√ľrnich bei K√∂ln, das man durch systematische Anwendung seiner Lehre die Kriminalit√§tsrate des Ortes senken konnte. In logischer Folge beider Str√∂mungen bildete sich das “Heilungsbiotop” bei Tamera, das die “Heilung der Erde” (und der menschlichen Gesellschaft) zum Ziel hat.

Der Leser wird sich nun wundern: ist das nun ein Pl√§doyer f√ľr die “Anwendung magischer Prinzipien zur Rettung der Welt”?

Nun – das ist eigentlich eher die Spielwiese der neuen Pharaonen, die ihren Kult im Bohemien Grove praktizieren … ohne das die “Systempresse” an den kindischen, einf√§ltigen und mit gruseliger Symbolik versehenen Treffen Ansto√ü nimmt – ja, sie nimmt noch nicht mal Notiz von jenen Veranstaltungen, die jedem Beamten des Kartellamtes hochgradig nerv√∂s machen m√ľsste.

Was wir wieder brauchen, ist eine R√ľckkehr zu Rationalit√§t und Vernunft, wie wir sie zu Zeiten der Aufkl√§rung hatten. Dazu geh√∂rt, das man Ph√§nomene wie die, die in Findhorn zu beobachten waren, n√ľchtern und kritisch untersucht – und sie nicht automatisch mit einem “Kirchenbann” belegt. Dazu geh√∂rt auch, das man die gleiche Kritik auf die eigene Kultur anwendet und sich gleichzeitig von der unendlichen Selbstbeweihr√§ucherung der neuen Religion distanziert. Insofern ist der Weg des John Perkins ebenfalls nachvollziehbar: um ein System in seiner G√§nze zu verstehen (und die Kugelform der Erde zu best√§tigen) muss man sich v√∂llig von diesem System l√∂sen: Arm in Arm mit den Schamanen des Amazonas hat man wohl den gr√∂√ütm√∂glichen Abstand vom Heimatsystem, den man sich momentan nur vorstellen kann.

Nun fehlt an dieser kleinen Exkursion nat√ľrlich noch etwas: eine Begrifflichkeit f√ľr die neue Religion. Spielereien mit Weltdeutungssystemen sollten schon handfeste Ergebnisse haben und nicht nur der Unterhaltung dienen – und deshalb soll heute mal der Sonntag als jener Angelpunkt dienen, von dem aus wir den Feind der Menschheit begrifflich erschlie√üen wollen. So wie der Sonntag einst jener Tag war, an dem der neue Gottesdienst in den Alltag eingriff (und uns von der Fronarbeit befreite) so muss er heute dem neuen Gott weichen:

Der wirtschaftliche Druck durch Maschinen, deren Auslastungszeit m√∂glichst 24 Stunden an jedem Tag der Woche betragen soll, setzt sich sowohl gegen die traditionell-religi√∂sen als auch gegen die sozialen und humanit√§ren Gr√ľnde durch. Neuere Arbeitsgesetze lassen f√ľr den Sonntag mehr und mehr Ausnahmen zu. Insofern ist der Sonntag als “gro√ües¬†Kulturgut” (Reinhard Kardinal Marx) zu sch√ľtzen, zumal wir die Gestaltung des Lebens immer mehr der “Wirtschaft¬†unterordnen” (siehe Wikipedia)

Worauf weisen unsere modernen Priester hin, wenn sie auf die √úberlegenheit unserer Kultur aufmerksam machen? Auf die Maschinen. Ihre Bed√ľrfnisse gelten uns als h√∂chstes Gut, dem wir auch unseren heiligen Sonntag opfern. Also nennen wir den neuen Gott nicht “Markt” oder “Geld”, sondern den Maschinengott. Ihm opfern wir unser ganzes Leben, er diszipliniert uns in unserem von Maschinen gepr√§gten Alltag, er degradiert den Menschen zum blo√üen Schmiermittel einer ganz gro√üen, gigantischen Maschine, die sich im Alltag als “Markt” und “Geld” zeigt und alle Menschlichkeit aus dem Miteinander verbannt.

Ziel diese Gottes ist der genetisch optimierte und standartisierte Mensch, der sich optimal als Schmiermittel einsetzen l√§sst, bis er alt und verbraucht ist und beim n√§chsten √Ėlwechsel entsorgt werden kann.

Ein solcher Gott ist das Gegenteil all jener Religionen, die (einschlie√ülich der j√ľdischen, christlichen, islamischen, buddhistischen und hinduistischen Religion) das Leben selbst als “heilig” empfunden haben – er ist ein Gott des Todes, in dessen Sph√§ren auch jegliche Reflexion √ľber die Dimensionen der menschlichen Sterblichkeit verboten ist – selbst, wenn sie hoch wissenschaftlich begr√ľndet ist. Wie alle Priesterreligionen strebt er nach “Alternativlosigkeit” – und dort finden wir den Hauptgrund f√ľr viele seltsame Erscheinungen der Moderne und f√ľr das Ersterben aller “Utopien” √ľber eine andere, bessere, gl√ľcklichere Welt.

Nat√ľrlich “existiert” so ein Gott nur im menschlichem Bewusstsein – aber das ist schon schlimm genug. ¬†Es reicht, die Welt an den Abgrund zu f√ľhren – erst recht, wenn alle ihm folgen. So gesehen ist der erste Schritt zum Widerstand, jenen “Gott” aus dem eigenen Bewusstsein zu verdr√§ngen. Wie tief er darin schon verankert ist, kann jeder bei sich selber sehen, wenn er es wagt, sich den “Tabuthemen” der neuen Religion zu n√§hern mit jenen Fragen, die die Menschheit seit Anbeginn der Zeiten besch√§ftigt: die Existenz einer Seele, die Existenz von Bewusstsein au√üerhalb der menschlichen Erlebniswelt (seien es nun G√∂tter oder Geister), die Fortexistenz der Seele nach dem Tod, die wirklichen Dimensionen von “Leben” in einer zw√∂lfdimensionalen Welt – alles Themen, die den einzelnen Menschen in seiner puren Substanz und Existenz betreffen und f√ľr ihn viel bedeutender sind als die Einschaltquoten von “Wetten Dass”, die uns gerade in breiter Front um die Ohren gehauen werden, als sei unser Seelenheil davon abh√§ngig.

Wie der Religionswissenschaftler nun nat√ľrlicherweise erwarten w√ľrde, gibt es schon zum Maschinengott des Todes eine reale Gegenkultur, deren Existenz von den meisten Medien gro√üfl√§chig ignoriert wird – dabei ist es ein Wunder, sie sie nach so vielen Jahrzehnten der Verfolgung √ľberhaupt noch existiert. Sie ist im Internet schwer nachzuweisen, weil sie den Moloch “Technik” konsequenterweise weitgehend meidet – und doch ist sie da, siehe Rainbow-Info.de:

Jedes Jahr hält die Familie das Treffen der Stämme ab, ein völlig freies, unkommerzielles Teilen unseres Lebens und unserer Herzen in der Kathedrale der Natur.
Hier gibt es keine autorit√§ren Hierarchien. Wir haben eine Stammesanarchie, in der wir f√ľr einander Sorge tragen, weil wir sp√ľren, dass wir eine Einheit sind. Das Treffen funktioniert, weil jeder von uns die Verantwortung daf√ľr √ľbernimmt, das zu tun, was getan werden muss, und weil wir unser Wissen und Herz teilen.
Teil dieser Verantwortung ist die √úbereinkunft:
Zu versprechen sanft und bewusst mit unserer Mutter Erde umzugehen, uns selbst und alle lebenden Wesen zu respektieren und f√ľr einander Sorge zu tragen. Im Umgang miteinander gewaltfrei zu handeln, direkt mit offenen Herzen aufeinander zuzugehen.

Unglaublich, oder? Eine weltweite anarchistische Bewegung von Hippies – jenen Menschen, die am konsequentesten aus der alternativlosen Kultur des Maschinengottes herausgetreten sind – und daf√ľr bis heute in breiter Front mit Verachtung gestraft werden. Man k√∂nnte das Gef√ľhl bekommen, was handelt sich um eine weltweite Bewegung von friedlichen Anarchisten, die schon Heute aufbauen, was Morgen das √úberleben der Menschheit sichert.

Dem rational denkenden Wissenschaftler jedoch erschlie√üt sich auf einmal, warum “Besch√§ftigung” in einer Welt ohne Arbeit auf einmal so wichtig geworden ist: das es jenseits der Kultur des Todes, jenseits der Kultur des Maschinengottes noch eine alternative Kultur gibt, die ein lebendigeres Sein verspricht als selbst die Seifenopern im Privatfernsehen ist eine Botschaft, die auf jeden Fall unterdr√ľckt geh√∂rt.

Schon interessant, worauf man st√∂√üt, wenn man nur ein wenig √ľber den Sonntag nachdenkt … und dar√ľber, das es leicht m√∂glich w√§re, jeden Tag in einen Sonntag zu verwandeln, wenn man nur aufh√∂rt, den Pharaonen und ihrem Weltbild zu dienen.

 

 

 

 

 

 

 

 



Der Nachrichtenspiegel auf Facebook

Die letzten 100 Artikel