Alltagsterror

Gelebte Illusionen

Die GrundsĂ€tze sozialer Gerechtigkeit gehören in Deutschland zu den am meisten unterstĂŒtzten Grundwerten.

“Wir sind ein Volk!” jubelten die Demonstranten in den ostdeutschen StĂ€dten im FrĂŒhjahr 1990 dem damaligen Kanzler Kohl zu, der ihnen eine Wiedervereinigung in Frieden, Wohlstand und Gleichberechtigung versprach. Nicht das Erreichte enttĂ€uscht, sondern die Erwartungen waren zu hoch und das gilt fĂŒr Ost — und Westdeutschland. Die GrundsĂ€tze sozialer Gerechtigkeit in
Deutschland sind kontinuierlich und planmĂ€ĂŸig der Gier, dem zĂŒgellosen Streben nach Profit, Macht und Geld einer Minderheit, durch die Politik geopfert und verraten worden. Der Jubel ist gewichen, Erwartungen und Hoffnungen haben sich nicht erfĂŒllt.

Viele Menschen haben den Eindruck, einer Illusion hinterhergelaufen zu sein. Aus Erwartungen und Hoffnungen, wurde Angst vor Armut, Ausgrenzung und Existenzverlust.

Einer/Eine die seit Jahren auf der Seite der Benachteiligten und Verlierer der Gesellschaft stehen, sie unterstĂŒtzten und fĂŒr deren Rechte eintreten, ist Familie Geister. Dietmar Geister und seine Frau kĂŒmmern sich, gemeinsam mit Anderen, seit Jahren, um DIE, denen gar nichts mehr geblieben ist, fĂŒr DIE mit wenig Geld, ohne WOHNUNG und oft ohne HOFFNUNG.

Doch mit diesem Engagement fĂŒr die scheinbar „Rechtlosen” und deren MenschenwĂŒrde wird am Ende dieses Jahres Schluss sein, beschlossen von Provinzpolitikern, obwohl einige hundert Bewohner in all den Jahren gestĂ€rkt ins normale Leben zurĂŒckfanden, weil sie es gelernt haben ihre Probleme zu bewĂ€ltigen. So etwas passiert nicht im Alleingang. Die verantwortlichen Politiker mĂŒssen auch weiterhin den Betroffenen, die in diese Situation kommen, ein Dach ĂŒber dem Kopf bieten, weil sie vom Gesetz her dazu verpflichtet sind.

Nur werden Betroffene in irgend eine leerstehende Wohnung, die sonst keiner haben will gesteckt, bekommen keine Hilfe und UnterstĂŒtzung mehr bei der Lösung der Probleme, die sie in die Obdachlosigkeit gefĂŒhrt haben.

Die GrundsĂ€tze sozialer Gerechtigkeit, werden auch hier, Befindlichkeiten von macht-geilen Provinzpolitikern, BĂŒrokratie und wirtschaftlichen ZwĂ€ngen geopfert.

Ein seit Jahren funktionierendes System zur Hilfe und UnterstĂŒtzung von Menschen, welche gar keine Lobby haben, die ganz unten in diesem Sozialstaat angekommen sind, wird liquidiert und einfach mal fĂŒr ĂŒberflĂŒssig erklĂ€rt. Eine ungeheuerliche Frechheit und Respektlosigkeit gegenĂŒber ALLEN Betroffenen.

Menschen wie Familie Geister und all die vielen Namenlosen, welche sich einsetzen fĂŒr die SchwĂ€chsten der Gesellschaft, verdienen unser aller Respekt und zwar uneingeschrĂ€nkt.
Dietmar Geister hat seine Gedanken zu den aktuellen ZustÀnden und Tatsachen, sozialer Gerechtigkeit, Gier, Profit und Macht, in einem Gedicht auf den Punkt gebracht, welches ich hier veröffentlichen darf.

Gelebte Illusionen, von Dietmar Geister

In einer Zeit wie Heutzutag‘
ist Mitleid nicht so sehr gefragt.
Wer hat noch Zeit, wer leidet mit,
Wo jeder jagt nur nach Profit?
Was ist das Leid von Alten, Kranken,
gegen das der notleidenden Banken?
Du kannst in Ruhe Tiere quÀlen,
nur stör mich nicht bei’m Gelder zĂ€hlen!
Manch einer spricht von hehren Zielen
und tut nur nach dem Mammon schielen.
Zum Teufel mit den Idealen!
Damit kannst Du hier nichts bezahlen
und fĂŒr keinen Banker, weit und breit
zÀhlt HumanitÀt als Sicherheit.

In einer Zeit vor vielen Jahren,
als eingemauert wir noch waren,
da hatte ich noch Illusionen.
Die Menschen, die im Westen wohnen,
die leben wie im Himmelreich
weil jeder vor’m Gesetz ist gleich.
Auch Tiere mĂŒssen glĂŒcklich sein.
Wenn nicht, gibt’s den Tierschutzverein.
Wenn wir die Mauer ĂŒberwinden,
dann werden das Paradies wir finden.

Es kam der Tag, es fiel die Mauer.
Ich ward von Tag zu Tag auch schlauer.
Die Illusion begann zu wanken.
Der Wunsch war Vater des Gedanken
und ich erkannt‘ in aller Stille,
nur durch die rosarote Brille
sah ich die schöne, heile Welt.
In Wahrheit zÀhlt hier nur das Geld.

So sollten wenigstens im Kleinen
wir alle brĂŒderlich uns einen.
Ehrlich sein und uns nicht zieren,
der and’ren Meinung respektieren.
Ist einer von uns mal in Not,
sollten wir teilen unser Brot.
Es bringt auch etwas GlĂŒck ins Leben,
kannst Du dem anderen was geben,
denn morgen schon, sieh es doch ein
kannst selber du bedĂŒrftig sein.
So könn’ wir, wenn wir danach streben
der Illusion noch Hoffnung geben.

Das Video zum Beitrag findet kann man hier sehen.

 



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