Politik

Syrien und die Bilderberger: gekaufte Rebellen und ihre Financiers

Freitag, 1.6.2012. Eifel. Die deutschen Medien werden immer besser, das muss ich sagen. Was heißt: sie werden immer besser – sie lĂŒgen immer besser. LĂŒgen? Nun ja – aus einer gewissen Sicht heraus ist es nicht unbedingt so richtig schweres LĂŒgen, wenn man ĂŒber Dinge schreibt, ĂŒber die man keine Ahnung hat, die vermuteten Fakten aber so dreht, das letztendlich die Anzeigenkunden und die Vertreter deutscher Parteien zufrieden sind. Zum Beispiel ĂŒber Syrien. Liest man da mal den “Daily Star” gegen, so erfĂ€hrt man Wunderbares: 300 libanesische KĂ€mpfer aus dem Bekaa-Tal bilden die “Rebellen” in Syrien. Nun – vielleicht sind das nicht alle Rebellen, vielleicht sind noch Al Kaida-KĂ€mpfer dabei, ein paar libysche “FreiheitskĂ€mpfer”, ein paar Söldner … wer weiß das schon. Ich nicht – deshalb habe ich mal nachgeschaut. Bei Barth-Engelbart, dort klĂ€rt Dr. Lehmann darĂŒber auf, wer da so alles fĂŒr die Freiheit kĂ€mpft, wenn zum Freiheitskampf geblasen wird:

Sie sind die mit Al Kaida verbundene „Libyan Islamic Fighting Group“ mit mehr als 18.000 KĂ€mpfern. Sie sind die von Saudi-Arabien unterstĂŒtzte Al Kaida Omar Brigade. Sie sind der bewaffnete Arm der Muslimbruderschaft, finanziert von Katar, trainiert und stationiert in der TĂŒrkei. Sie sind Jordanier, Saudis, Iraker, Ägypter und anderer LĂ€nder Mietlinge und Söldner die von tĂŒrkischen und NATO-Geheimdienstlern in Amman, Jordanien rekrutiert wurden. Das sind jene Mörder, die von der US-Regierung und dem Pentagon, der TĂŒrkei, Saudi-Arabien, Katar, Saad Hariris „Future Movement” im Libanon,  Walid Jumblatt von der sozialistischen Fortschrittspartei Libanons finanziert werden – StrohmĂ€nner der USA und Israels, die die Arabische Welt, PalĂ€stina, Syrien und Libanon gemeinsam mit Israel seit dem BĂŒrgerkrieg im Libanon betrogen haben.
Das sind jene die von den US “Special Operations Forces” aus Fort Bragg, North Carolina trainiert und kontrolliert werden. Das sind französische Söldner und britische SAS-Teams. Das sind jene von denen du glauben sollst sie wĂ€ren “die Freie Syrische Armee” und die “friedliche syrische Opposition”.

Ich weiß ja: “Blogs” dĂŒrfen wir nicht glauben.  Die werden fĂŒr ihre Meinung nicht bezahlt – also taugen die auch nichts. Aber der Daily Star ist ja gar kein Blog. Er ist eine Bildzeitung. Und – wie ich den Artikel verstehe, finden die das gut, das die Libanesen jetzt in Syrien Revolution machen. Darum glaube ich dem Blog eher, vor allem, weil Dr. Lehmann schon mal im Libanon war. Seine Beobachtungen von den Folgen des Einsatzes drogenbenebelter Horden sind jedoch nicht gerade fĂŒr schwache GemĂŒter geeignet … erinnern aber sehr an die aktuellen syrischen Massaker.

Darf ich nun vermuten, das die Massaker vielleicht gar nicht von der syrischen Armee begangen wurden … sondern von diesen seltsamen Horden, die schon Gaddafi stĂŒrzten?

Erinnert man sich noch an Afghanistan? Sollte man – unsere Soldaten sterben gerade da. Da hat man einfach die “Warlords” (alte Feinde, die nun fĂŒr viel Geld sehr freundlich wurden) gegen die Taliban geschickt (alte Freunde, die nun fĂŒr viel Geld feindlich gemacht wurden), um das Land ohne große Verluste an Herrenmenschen zu erobern.

“Herrenmenschen” – das sind wir. Sterben tausend von “denen”, sprechen wir nicht darĂŒber, stirbt aber “einer von uns”, dann gibt es Staatstrauer…nur mal so nebenbei erwĂ€hnt. Das sollte man im Hinterkopf haben – wenn man dem Parteibuch bei seinen Medienbeobachtungen folgt.

Dort kann man nachlesen, wie die Mörder der syrischen Zivilisten in den deutschen Medien von FreischĂ€rlern ĂŒber Artilleriegranaten zu Regierungssoldaten wurden – womit klar ist: in Wirklichkeit hat die Tagesschau auch keine Ahnung, tut aber gerne anders. Sie bemĂŒhen sich, die Wirklichkeit so abzubilden, das Politiker und Anzeigenkunden keinen Anstoß daran nehmen.  Und wenn jemand zum Hitler erklĂ€rt wurde (weiß gar nicht – hat das einer schon ĂŒber Assad gesagt? Solche Opfer der Geopolitik werden gerne “Hitler” genannt, damit allen klar ist, wie böse die sind und welches Schicksal ihnen droht), dann kann man natĂŒrlich nicht mehr ausgewogen aus dem Land berichtet werden, es wĂ€re geradezu ein Akt der Wehrkraftzersetzung, wĂŒrde man untersucht haben wollen, ob nicht drogenverseuchte seelische KriegskrĂŒppel aus irgendeinem anderen Land in Syrien gerade Massaker begehen.

In einem spĂ€teren Artikel mutieren die “Granaten” dann zu “regimetreuen SchlĂ€gertrupps“.

Vielleicht werden die ja sogar bezahlt?

Und wenn die bezahlt werden … werden dann unsere “regimetreuen SchlĂ€gertrupps” auch bezahlt – jene GĂŒlle- und Schmuddelfedern, die schon am liebsten morgen Scheiterhaufen fĂŒr Langzeitarbeitslose einrichten wĂŒrden?

In der TAZ finden wir Spuren jener Drogensöldner.  Hier werden russischen Medien zitiert, die eine seltsame Zunahme der Greueltaten beobachtet haben, seit dem die internationalen Beobachter anwesend sind … und seitens der Syrer selbst von einer ominösen “dritten Kraft” ausgegangen, die zunehmend die Zivilbevölkerung ins Visier nimmt.

Nun – vielleicht ist das der Grund, warum Russland der gewaltsamen Verbreitung von McDonalds, Coca Cola und Disney im Nahen Osten nicht zustimmen wird.  Angesichts der vielen möglicherweise mal wieder inszenierten Massaker ist es natĂŒrlich verstĂ€ndlich, das die USA erwĂ€gen, mal wieder ohne Zustimmung von irgendwem irgendwo im Namen der “Menschlichkeit” (man denke kurz bitte an die schon erwĂ€hnten “Herrenmenschen”, bevor man die Information einsortiert) einzumarschieren, weil der militĂ€risch-industrielle Komplex der USA Kriege einfach zum Leben braucht. Der Einmarsch in Syrien wĂ€re sozusagen als eine Art lebensichernder Mundraub zu betrachten.

Nun – wir wissen nicht, ob die libanesischen KĂ€mpfer fĂŒr Morde an der Zivilbevölkerung bezahlt werden. Was wir aber wissen ist, das die “Entscheider” in den USA bezahlt werden. “Wahlkampfspenden” sind nichts anderes als die direkte Finanzierung des Kandidaten, der sich natĂŒrlich im Anschluss an die Wahl fĂŒr diese Spenden erkenntlich zeigen sollte. Das ist der “american way of life”, der dringend gegen Feinde in aller Welt verteidigt und hemmungslos verbreitet werden muss.  Wie man das am Besten macht, bespricht die Elite der Herrenmenschen – die “Gottmenschen” – gerne im Rahmen der Bilderbergerclubs. Wir werden hier wohl vergeblich danach fragen, wer fĂŒr Kaffee, Kuchen und Reisespesen aufkommt und ob außer wundersamen Karrieren noch etwas anderes  als “Profit” fĂŒr die Beteiligten herausspringt. Wikipedia liefert eine kleine Antwort auf die Frage nach der Finanzierung:

Die Auslagen fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Bilderberg-Konferenzen werden vollstĂ€ndig durch Spenden gedeckt, die Auslagen setzen sich zusammen aus den Kosten fĂŒr das Sekretariat sowie die Druckkosten fĂŒr die nicht-öffentlichen Protokolle der einzelnen Konferenzen.

Die Kosten fĂŒr die jeweilige Bilderberg-Konferenz werden vom gastgebenden Land getragen, die Anreise von jedem Teilnehmer selbst, ebenso die Verpflegung. Private Stiftungen, welche der Gruppe zur VerfĂŒgung gestellt werden, erleichtern die jĂ€hrlichen Planungen erheblich. Allerdings haben sich etliche bundesdeutsche Politiker die ihnen entstandenen Kosten ĂŒber ihr Landes- bzw. das Bundes-Parlament finanzieren lassen,[20] in einigen FĂ€llen wurden auch Studienreisen inoffiziell angeschlossen und ĂŒber Steuergelder abgerechnet.

Tja – wir Deutschen finanzieren GesprĂ€che ĂŒber unseren eigenen Untergang lieber selbst.

Solche Treffen sind ja auch eigentlich nur zu begrĂŒssen. Nirgends sonst findet man eine Gelegenheit, Frieden, Freiheit und Wohlstand fĂŒr alle zu organisieren – und darum geht es der Welt ja auch immer besser, seitdem die Bilderberger sich regelmĂ€ssig treffen. Besser? Nein, leider nicht. Der Welt geht es immer schlechter, die Ausstoß von Treibhausgasen nimmt Rekordhöhen an, die Wirtschaft tanzt auf einem Vulkan, der schon ausgebrochen ist (aber mit Werbetafeln vor den Kameras der Weltöffentlichkeit zunehmend verborgen wird) und die Kriegsgefahr wĂ€chst aufgrund der US-Politik enorm … was als Programm der Wohlstandsförderung Sinn gemacht hĂ€tte, scheint also eher ein Programm zur weltweiten Wohlstandsvernichtung zu sein – oder diese Treffen haben ĂŒberhaupt  keinen Sinn und ebenso keinen Einfluss … doch das fĂŒhrt gleich zu der Frage, warum wir auf ihnen weiterhin deutsche Steuergelder verbraten.

Na – irgendeinen Nutzen werden die schon haben – man lĂ€sst sich als Politiker ja nicht umsonst seine knappe Lebenszeit stehlen.

Was natĂŒrlich auf solchen Konferenzen gut ginge, wĂ€re eine minutiös orchestrierte Abstimmung großer strategischer PlĂ€ne zur AusplĂŒnderung der Staatsfinanzen (was ja gerade geschieht – scheinbar zufĂ€llig und willkĂŒrlich und öffentlich durch die Schuld der Griechen und Arbeitslosen verursacht). Was sonst sollten die Herren Ackermann (deutsche Bank), Ischinger (Allianz Versicherungen plus Aussenpolitik), Roland Koch (Politik und Konzern), Löscher (Siemens), Reitzle  (Linde) dort zusammen mit anderen besprechen wollen?

Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Hungers in Griechenland wohl kaum. Ebenso dĂŒrfte man nicht ĂŒber die EindĂ€mmung der freifliegenden Söldnerhorden debattieren, die auf vielen Konfliktfeldern dieses Planeten auftauchen und immer wieder ein ĂŒberraschend gĂŒnstiges Klima fĂŒr Interventionen schaffen, denen dann Investitionen von McDonalds, Coca Cola oder Disney folgen. Auch der Einfluss von Wahlkampfspenden auf die Regulierung von FinanzmĂ€rkten dĂŒrfte dort nicht kritisiert werden – und erst recht nicht, wie man mittels Wahlkampfspenden libanesische Söldner in Syrien arbeiten lassen kann.

Auf jeden Fall … wird man sich schnell wieder einig darĂŒber sein, das die Ergebnisse dieser Konferenz wie auch die Ergebnisse aller anderen Konferenzen geheim bleiben – obwohl auch Journalisten dort sind wie Matthias Nass von der ZEIT.  Wenn dieser Journalist nun ĂŒber die Konferenz befragt wird, dann wird man sehen, was heutzutage einen guten Pressemann auszeichnet: der Wahrheit ausweichen, ohne direkt zu lĂŒgen. Geht ja in dem Fall nicht anders, ohne die Interessen der Gastgeber zu verletzen

Und wer verletzt schon gerne Gastgeber … außer natĂŒrlich den Söldnern aus dem Bekaa-Tal.

Aber das sind ja – wie Syrer, Russen und Chinesen – keine Herrenmenschen.

 

 

 

 



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