Es gab einmal Zeiten – noch gar nicht mal so lange her – da gab es sehr verschiedene Wahrheiten und Wirklichkeiten … sowohl in meiner Ursprungsheimat Ruhrgebiet als auch in meiner Wahlheimat Eifel. Es gab die erste Wahrheit des eigenen Lebensumfeldes und die zweite Wahrheit der Medien. Gab es Konflikte zwischen den Wahheiten hieß es nur spöttisch: “Du glaubst doch wohl nicht alles, was diese Zeitungsheinis schreiben”. Wahrheiten lassen sich von Zeitungen leicht manipulieren, das wußte man schon im 19. Jahrhundert und trennte sauber. Das ärgerte viele … und deshalb wurden Radio und Fernsehen so sehr vorangetrieben. Nun gibt es nur noch eine Wahrheit und die Menschen bedauern das, denn vieles, was das Leben leicht machte, verschwand vollkommen. Auch aus dem Ruhrgebiet. Zum Beispiel die Gesundbeter, die alte Leute schmerzhaft vermissen, denn sie – so die allgemeine Überzeugung – konnten noch umsonst heilen wo der Arzt nur teuer behandeln kann. Sie durften kein Geld nehmen, weil Gott ihnen sonst die Gabe entzog…..das war sehr praktisch, denn das Geld konnte man dann zusammen in der Rathausschenke versaufen. Heute säuft der Arzt allein … aber auswärts. Weit auswärts – dort, wo der Patientenpöbel nie hinkommt.
Früher traf man sich noch jeden Abend auf kleinen Plätzen und hielt ein Schwätzchen über Gott und die Welt. Dabei wurde nebenbei Wahrheit geschaffen – und kaum ein Unfug hatte Möglichkeiten, Raum zu greifen. Heute ist das anders, denn: alle hören dasselbe. Es gibt eine große Konzentration im Medienbereich, die zu einer großen Minimierung von Wahrheit führt. Wenn einer Unfug verbreiten will … dann schafft er das – zum Beispiel den Unfug über den großartigen Erfolg der Leiharbeit, von Hartz IV, der Gesundheitsreform – alles Taten der Politik, die es geschafft haben, das das Leben teurer und unangenehmer wird. Regierungsformen, die das Leben immer teurer und unangenehmer machen, nennt man bei uns auf dem Dorfplatz nicht unbedingt demokratisch. Es erinnert eher an Zeiten, wo der “Stürmer” auch jeden Tag den Erfolg der Partei verkündet hatte, man selber aber merkte, das da was nicht stimmen konnte. Allein wenn man sah, welche Lumpen auf gutbezahlten Pöstchen saßen – da konnte einem schon schlecht werden. Und wie die miteinander umgegangen sind …
http://www.neues-deutschland.de/artikel/175259.manipulierer.html
Gestern wurde Stefan Ortseifen, der ehemalige Vorstandssprecher der Mittelstandsbank IKB, zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zusätzlich muss er 100 000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen.
Hundertausend Euro. Mein lieber Mann. Viel Geld für einen Hartz-IV-abhängigen – aber für einen Ortseifen doch ein Klacks, obwohl er den Eindruck macht, das er gar kein Geld mehr hat, weil er ja schon lange keine Miete mehr zahlt.
Seit mehr als zehn Jahren sind die Ortseifens in Neuss am Niederrhein zu Hause – in einer Dienstvilla der IKB zur Miete. Nur dass Ortseifen seit zweieinhalb Jahren nicht mehr im Dienst ist, und so lange offenbar auch keine Miete mehr zahlt. Inzwischen soll ein fünfstelliger Betrag ausstehen, plus Aufwendungen für den Umbau des Hauses. Im Sommer 2009 erhob die IKB Räumungsklage gegen den ehemaligen Chef. Der klagt seinerseits: Die Kündigung 2007 sei nicht rechtens gewesen. Das noch zu zahlende Gehalt sei mit der Miete zu verrechnen. Bis das juristisch geklärt ist, bleiben die Ortseifens wohl in ihrer Villa. Zumindest, so erklärte eine IKB-Sprecherin, steht das Gebäude der Bank derzeit nicht zur Verfügung.
Zwei Jahre keine Miete zahlen ist wohl auch für den Herrn Ortseifen ganz ok. Dabei müßte er irgendwo noch Geld haben, immerhin hat er noch als Pleitenbanker eine Million Euro als Bonus kassiert:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,523036,00.html
Der Aufsichtsrat unter Vorsitz des früheren E.on-Chefs Ulrich Hartmann sehe nach einer rechtlichen Prüfung keine Möglichkeit, das Geld zurückzufordern. Im Falle von Bankchef Stefan Ortseifen handele es sich um eine Million Euro
Keine Miete gezahlt, eine Million Euro oben drauf, hunderttausend Euro Strafe … also: unterm Strich ein sattes Plus. Andere hätten schon längst eine Räumungsklage am Hals – mal ganz abgesehen davon, das die Bank auf ewig runiniert ist:
http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/das-dauerproblem-der-ikb-433954/
Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB hat erneut tiefrote Zahlen geschrieben. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 fiel unter dem Strich ein Verlust von 974 Millionen Euro an, teilte die IKB heute mit. Im Geschäftsjahr zuvor hatte das Minus 580 Millionen Euro betragen. Die Ausweitung des Konzernverlustes gehe auf Sondereffekte zurück. Dabei spielten Bewertungsfragen insbesondere bei den Verbindlichkeiten der Bank eine große Rolle.
Die Bilanzsumme ging um 9 Milliarden Euro auf 35,7 Milliarden Euro bis Ende März 2010 zurück. Die IKB war vor fast drei Jahren die erste Bank in Deutschland, die in den Strudel der US- Hypothekenkrise geriet. Sie musste im großen Stil gestützt werden. +++dpa, 01.07.2010+++
Für diese Leistung ist er aber noch groß gefeiert und gut bezahlt worden
http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,499151,00.html
1,8 Millionen als Jahressalär … Ich denke, einmal Bahnhofsklo putzen wäre für Stefan Ortseifen mehr Strafe gewesen als knapp fünf Prozent seines Jahreseinkommens einmalig zu spenden. Das merkt der doch noch nicht einmal, denn immerhin kriegt er von der Bank auch noch lebenslang Rente:
http://www.zeit.de/2007/51/IKB
Die Banker können sich außerdem auf hohe Pensionen freuen. Ortseifen hat die Zusage über ein lebenslanges Ruhegeld von 378.000 Euro im Jahr – das sind rund 100.000 Euro mehr, als die Bundeskanzlerin im Amt verdient.
Ihre Pension steht den Bankern erst ab dem 63. Lebensjahr zu, bei vorzeitigem Ausscheiden haben sie aber laut Geschäftsbericht einen Anspruch auf ein Übergangsgeld. Nach den bankinternen Regeln soll es aber nur dann gezahlt werden, wenn die Vertragsbeendigung nicht auf ein persönliches Verschulden des jeweiligen Managers zurückgeht. Wie hält es die IKB nun mit dieser Regelung? Kein Kommentar.
Aber wie das die Bundesregierung in Zukunft halten möchte, das kann man jetzt schon sagen: Stefan Ortseifen würde auf jeden Fall Elterngeld bekommen, sollte er noch mal Nachwuchs zeugen. Auch damit könnte der die milde Strafzahlung noch weiter drücken, ich kenne aber seine persönlichen Verhältnisse nicht gut genug um sagen zu können, ob das so stimmt.
Was aber stimmt ist: wer wenig Geld hat und einfach nur versucht, ordentlich von seiner Arbeit zu leben, kriegt wohl bald keins mehr:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,706800,00.html
Beim Elterngeld soll es höhere Einschnitte geben als bisher bekannt. Einem Zeitungsbericht zufolge will die Regierung auch bei Mini-Jobbern und Beziehern des Kinderzuschlags kürzen. Damit werden bei ärmeren Familien fast drei Viertel der geplanten Einsparungen vorgenommen.
Oder wie es das oben schon zitierte NEUE DEUTSCHLAND formuliert:
»Knapp vorbei an einem nationalen Desaster« überschrieb die »Welt« einen Artikel, der kurz nach dem Zusammenbruch der IKB und Ortseifens Entlassung erschien.
Dass der Staat allein zur Rettung der IKB rund zehn Milliarden Euro aufbrachte, die nun in mühevoller Kleinarbeit von Hartz-IV-Empfängern wieder zusammengespart werden sollen, gilt hierzulande nicht als »nationales Desaster«. Und dafür wird auch niemand bestraft werden.
Und wie leben die anderen? Die Täter? Ganz hervorragend, wie das Manager-Magazin beschreibt:
http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,696168,00.html
Der beleibte Herr, der diesen Sommerabend mit Geschäftspartnern in einem Edelrestaurant der französischen Künstlerenklave Saint-Paul de Vence verbrachte, war bester Laune. Soeben hatte Dirk Röthig (43) das hervorragende Abendessen mit dem dritten Nachtisch gekrönt. Jetzt bekam er Lust auf eine ordentliche Havanna.
Die Gastgeber, hochrangige Manager namhafter Großbanken, ließen ihren Geschäftsfreund gern gewähren. Termine wie dieses ausgedehnte Treffen an der Côte d’Azur waren für sie Routine. Und Röthig war nicht irgendwer. Für die Vertriebsprofis internationaler Investmentbanken war der sinnenfreudige Banker, zumindest invor einigen Jahren, einer der gefragtesten Gesprächspartner. Das lag weniger an seinem geselligen Naturell als an seinem Job: Dirk Röthig war bis Januar 2006 Chefeinkäufer für strukturierte Finanzprodukte bei der IKB Deutsche Industriebank .
Der beleibte Herr, der diesen Sommerabend mit Geschäftspartnern in einem Edelrestaurant der französischen Künstlerenklave Saint-Paul de Vence verbrachte, war bester Laune. Soeben hatte Dirk Röthig (43) das hervorragende Abendessen mit dem dritten Nachtisch gekrönt. Jetzt bekam er Lust auf eine ordentliche Havanna.
Die Reform der Finanzmärkte könne nun „in Frieden ruhen“, spottet Forbes. Dodd-Frank habe anderthalb Jahre lang gedauert und werde 30 Milliarden Dollar kosten, doch der Gesetzes-Koloss von 2319 Seiten werde deswegen die Allgemeinheit noch lange nicht vor Wall Street schützen. Die Novelle sei eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Regulierungsbeamte, die ungefähr alles adressiere, nur nicht die eigentlichen Ursachen für den Kollaps der Finanzmärkte. Das zentrale Problem sei schließlich die Möglichkeit der Wall-Street-Größen gewesen, „mit vermeintlichem Expertenwissen milliardenschwere Anlageobjekte zu produzieren, deren innerer Wert von Außenseitern kaum mehr eingeschätzt werden kann.“ In Folge wüssten nur noch die Bank-Chefs und ihre engsten Mitarbeiter, was eine Bank besitze und was sie schulde. Daran ändere auch Frank-Dodd nichts. Mit dem neuen Gesetz habe uns „Uncle Sam nicht aus dem Wald heraus geführt, er führt uns vielmehr noch tiefer hinein. Und unterwegs lachen die Banker lauthals.“
In Zukunft werden also andere Dirk Röthigs und Stefan Ortseifens andere Schwindelprodukte kaufen und daran exzellent verdienen, das der Hartz-IV-Abhängige schon irgendwie für den Schaden aufkommen wird. Es bleibt also alles beim Alten. Wo das hinführt?
Kennt jemand Gerald Celente?
Gerald Celente und das von ihm gegründete »Trend Research Institute« sind hierzulande wenig bekannt. Hauptsächlich in Randnotizen wird der Amerikaner mit seinen Vorhersagen zu Trends und Zukunft unserer Gesellschaft erwähnt, meist unter dem Etikett eines Schwarzmalers der Zukunft unserer doch bald wieder guten Zeiten. Die Vorhersagen dieses Instituts sind jedoch von beängstigender Präzision: der Börsencrash 1987, der Zusammenbruch der Sowjetunion 1990, die Asienkrise 1997, das Platzen der Internetblase 2000, der Verlauf des Irak-Kriegs und auch den Abstieg des Immobilienmarktes 2005 mit der folgenden Rezession – all diese Ereignisse hatte der US-amerikanische Trendforscher frühzeitig und mit zielgenauer Treffsicherheit vorhergesagt.
Und für uns hat er auch etwas vorhergesagt und einen Rat mit auf den Weg gegeben:
Für die kommenden Jahre sagt der Trendforscher einen kompletten Zusammenbruch der Weltwirtschaft voraus, mit verheerenden Folgen wie Massenarbeitslosigkeit, Geschäftsschließungen im großen Stil, soziale Unruhen, gewalttätige Proteste, ideologische Radikalisierungen sowie weitreichende Armut und Verelendung. Die USA als Vorreiter dieser Entwicklung würde sich in ein paar Jahren auf dem Niveau eines Entwicklungslandes finden, radikalisiert Celente, auch für den Euro-Raum sieht er große Probleme, die in einer Abschaffung der gemeinsamen Währung und einem massiven Wohlstandsfall enden könnte. Erste Anzeichen hierfür liefern die Staaten Portugal, Italien, Spanien und Griechenland, deren aktuell prekäre Lage er als erste europäische Symptome dieser tiefen Krise begreift. Auch andere Staaten der Welt werden in den Staatsbankrott rutschen und ihre Bürger in verheerende gesellschaftliche Umstände bringen. Celente lässt seine Überlegungen in dem Ratschlag münden, sein Leben auf eine weitgehende Autarkie gegenüber dem System umzustellen, um den Folgen der Krise besser begegnen zu können – die Hand des Staates wird schon bald nicht mehr in der Lage sein zu helfen.
Also: Wiederaufbau ist wieder angesagt. Wir brauchen … Saatgut, Land, Geräte. Pferde wären nicht schlecht. Kühe, Hühner, Esel. Unvorstellbar und … deshalb nicht wahr. So etwas kann unser Hirn nicht fassen, denn unsere Alltagswelt zeigt uns anderes. Ist doch alles in Ordnung und die Medien machen dabei mit, diese Weltsicht zu erhalten.
http://www.readers-edition.de/2010/07/14/usa-finanzkrise-in-den-us-bundesstaaten-spitzt-sich-zu/
Wie dramatisch die Lage dort ist, war schon lange bekannt. Um den vollständigen Finanzkollaps aufzuhalten wird zu immer drastischeren Maßnahmen gegriffen. Die Kürzung der Löhne und Gehälter von 200.000 Staatsbediensteten auf das Mindestlohnniveau ist ein schlagendes Beispiel dafür. Um den Zahlungsverzug auf die Staatsschuldpapiere der einzelnen Bundesstaaten zu vermeiden, wird jetzt das Tafelsilber verkauft. So verkaufte Arizona bereits das Repräsentantenhaus und das Senatsgebäude, um Geld für die Zinszahlungen zu gewinnen.
Hartz IV wird also nicht ewig ein Problem bleiben. Irgendwann ist nichts mehr auf dem Konto … und die Gebäude der BA stehen zum Verkauf.
Weise oder ängstliche Menschen bereiten sich jetzt darauf vor. Die anderen gucken Fußball. Und ich? Ich suche einen Gesundbeter für Volkswirtschaften. Kurz vor dem Tod sollte man nichts unversucht lassen.
Ach ja … in einem aktuellen Interview warnt Celente vor dem neuen Faschismus als Ergebnis des Schulterschlusse von Politik und Wirtschaft. Wir werden es sehen, wenn die Massen auf die Straßen gehen: sie werden uniformiert sein – wie früher schon.







































@Atonal1
ganz so einfach ist die Errichtung einer offenen Diktatur auch nicht. Folgt das Volk und der Staatsapparat nicht, dann endet es wie im Kapp-Lüttwitz Putsch. Das war auch der Grund, warum der Hitler-Faschismus nur aufgrund einer Partei mit Massenbasis an die Macht kommen konnte.
Heute droht IMHO die Gefahr mehr von den Einheitsparteien CDUCSUFDPSPD und den Blockflöten GRÜNEFDP. Wenn die Situation für die bedrohlich wird, dann können die nämlich selbst eine Diktatur im Wege Art. 53 lit. a, 115 lit. h GG errichten. Und wie schnell ist ein V-Fall herbeigeführt bzw das GG dahingehend geändert, dass ein innerer Notstand den V-Fall auslöst?
Posted by demokratie | 16. Juli 2010, 15:58Die Deutschen haben sich Damals nicht gewehrt und werden es auch heute nicht tun!
Trotzdem werde ich auch wie viele andere nicht aufhören gegen unser “Unrechtsregime” zu Protestieren bis man mir den Stecker zieht,so oder so!
Posted by Atonal1 | 16. Juli 2010, 11:04